Ausflugsziel · Wallis · Leicht

District de Sierre

District de Sierre Karte: Wikipedia Commons, Tschubby, CC BY-SA 3.0. Quelle: commons.wikimedia.org
Schwierigkeit
Leicht
Eintritt
Kostenlos

Hund im Bezirk Sierre: Was wirklich gilt

Der Bezirk Sierre liegt im Zentralwallis, dort wo das Rhonetal enger wird und die Sprache wechselt. Wer von Leuk kommt, fährt durch die trockene Steppe des Pfynwalds, hört das Kies unter den Reifen, riecht Harz und Schiefer. Sierre selbst ist die sonnigste Stadt der Schweiz, die Zahlen stimmen, aber die Hitze im August spürt jeder Hund nach zehn Minuten auf dem Asphalt. Der Bezirk grenzt an Leuk im Westen, Hérens im Süden und Visp im Osten. Er liegt vollständig im Kanton Wallis.

Für Hundehalter bringt dieser Bezirk eine eigene Mischung: Weinberge, Auenwälder, alpine Weideflächen und der Naturpark Pfyn-Finges, alle mit unterschiedlichen Regeln. Wer die nicht kennt, zahlt eine Busse oder steht vor einem gesperrten Gebiet.

Leinenpflicht im Bezirk Sierre: Was kommunal gilt

Im Kanton Wallis gilt eine generelle Leinenpflicht innerorts, in der Umgebung von Schulen, auf öffentlichen Spiel- und Sportanlagen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Bahnhöfen und Haltestellen, an stark frequentierten öffentlichen Orten, in der unmittelbaren Umgebung von stark befahrenen Strassen, in der Nähe von Nutztieren sowie an Orten, wo eine Leinenpflicht signalisiert ist (Art. 30 Abs. 1 AGTSchG/VS). Das ist der kantonale Mindeststandard. Einzelne Gemeinden können darüber hinausgehen.

Sierre (Siders), Innenstadt und Wohnquartiere

Die Gassen der alten Unterstadt heizen sich im Juli auf 35 Grad auf. Kein guter Moment für Freilauf. Die Leinenpflicht ist innerorts obligatorisch. Wer dagegen verstösst, riskiert eine Ordnungsbusse von CHF 200.–, das gilt auch in Sierre und den umliegenden Gemeinden des Bezirks. Ausserorts müssen Hunde unter Kontrolle sein. Was das konkret bedeutet, hängt vom Ort ab. Die genauen Zonenregeln erfährst du direkt bei der Gemeindeverwaltung Sierre.

Naturpark Pfyn-Finges

Der Pfynwald riecht nach Föhre. Im April stehen hier Büschel von Wildkräutern, und die Rhone rauscht zwischen Kiesbänken hindurch. Der Naturpark Pfyn-Finges erstreckt sich über 13 Parkgemeinden zwischen Gampel und Sierre. Das Herzstück ist der Schutzwald Pfynwald, einer der grössten Föhrenwälder der Alpen, mit einer für die Schweiz landesweit bedeutenden Biodiversität auf 17 km².

Im Naturpark Pfyn-Finges gilt die Leinenpflicht. Das wird kontrolliert. Wer seinen Hund frei laufen lässt und erwischt wird, zahlt. Die genauen Zonen und aktuellen Signalisierungen erfährst du direkt auf der Website des Naturparks Pfyn-Finges. Aktuelle Routen-Empfehlungen findest du auch bei SchweizMobil.

Wald und freie Natur ausserhalb des Parks

Im Kanton Wallis gibt es bisher keine generelle, sondern eine nur auf einzelne ausgeschilderte Gebiete beschränkte Leinenpflicht. Das heisst: Im Wald ausserhalb von Schutzgebieten gilt im Wallis keine flächendeckende Leinenpflicht für die Brut- und Setzzeit, anders als in den Kantonen Aargau, Bern oder Zürich. Ein Verstoss gegen eine gesetzlich auferlegte Leinenpflicht ist eine strafrechtliche Übertretung, die mit einer Busse bestraft wird, unabhängig davon, ob der Hund tatsächlich gejagt hat.

Trotzdem: Weideflächen mit Nutztieren kommen im Bezirk Sierre häufig vor. Dort gilt Leinenpflicht auch ohne Schild. Eringer-Kühe reagieren auf freie Hunde kampfbereit. Das ist kein Gerücht, das ist Walliser Realität.

Naturschutzgebiete im Bezirk

In gewissen, vom Kanton bestimmten Naturschutzgebieten gilt für alle Hunde eine generelle Leinenpflicht. Welche Gebiete im Bezirk Sierre konkret betroffen sind, zeigt die aktuelle kantonale Karte auf vs.ch, Hundewesen. Vor einem Ausflug lohnt sich ein kurzer Blick dorthin.

Listenhunde im Bezirk Sierre: Walliser Regelung

Im Wallis gibt es eine Unterscheidung zwischen potenziell gefährlichen und verbotenen Hunden. Der Staatsrat erlässt eine Liste von Hunderassen und deren Kreuzungen, die im Wallis verboten sind. Zu den verbotenen Rassen zählt unter anderem der American Pit Bull Terrier. Das bedeutet: keine Neuanschaffung, kein Import, keine Zucht.

Für Rassetypen, die als «Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial» eingestuft sind, muss vor der Anschaffung beim kantonalen Veterinärdienst eine Halteberechtigung eingeholt werden. Das gilt für den ganzen Kanton, also auch im Bezirk Sierre. Die vollständige aktuelle Rasseliste sowie das Bewilligungsverfahren findest du auf vs.ch.

Mehr zum kantonalen Rahmen im Artikel zum Kanton Wallis.

Hundetaxe und Anmeldung im Bezirk Sierre

Die Hundetaxe in der Region beträgt derzeit CHF 175.– pro Hund und Jahr, so erhebt es die Regionalpolizei Leuk-Leukerbad, die einen benachbarten Teil des Bezirks abdeckt. Jede Gemeinde im Bezirk legt ihren eigenen Tarif fest. Die Taxe für Sierre selbst erfragst du direkt bei der Gemeindeverwaltung. Im Wallis liegt der Rahmen für die kommunale Hundetaxe erfahrungsgemäss zwischen CHF 120.– und CHF 175.– pro Jahr.

Die Hundetaxe wird jährlich Ende März fällig. Abgabepflichtig sind alle Hunde ab dem sechsten Lebensmonat, auch Hunde aus eigener Zucht ab dem sechsten Lebensmonat.

Bei Zuzug oder bei Anschaffung eines neuen Hundes meldest du den Hund innert 10 Tagen bei der jeweiligen Gemeinde an. Für die Anmeldung brauchst du eine Kopie des Heimtierausweises und einen Nachweis über die AMICUS-Registrierung. Alle Mutationen – Halterwechsel, Wohnortswechsel, Tod des Hundes, meldest du der Gemeinde und AMICUS innert 10 Tagen.

Seit dem 1. Januar 2020 ist im Kanton Wallis für neue Hundebesitzer der Abschluss eines Hundehalterkurses (SKN) obligatorisch. Wer zum ersten Mal einen Hund hält, muss diesen Kurs absolvieren. Infos und Anmeldung über das kantonale Veterinäramt.

Die Haltung eines Hundes bedingt eine gültige Haftpflichtversicherung. Ohne Versicherung läuft nichts.

Die besten Routen im Bezirk Sierre, mit korrekter Rechtslage

Pfynwald – Föhren, Rhone, Schotter

Der Schotter unter den Pfoten klingt anders als Sand. Im Pfynwald ist er grobkörnig, fast laut. Die Rhone gurgelt durch flache Arme, das Licht zieht sich am Morgen durch Föhrenäste. Die wilde Rhone und die Weiher prägen das Gebiet, ebenso Steppen, Auen und blütenreiche Wiesen. Das Kernstück des Naturparks ist der Schutzwald Pfynwald, einer der grössten Föhrenwälder der Alpen.

Die Regel ist klar: Im Naturpark Pfyn-Finges gilt Leinenpflicht. Wer die Schilder ignoriert, riskiert eine Busse. Vor dem Besuch die aktuellen Zonenpläne auf pfyn-finges.ch prüfen.

Weinbergterrassen Salgesch – Reben, Trockenwiesen, Herbstlicht

Im September liegt Nebel in den Senken. Die Reben hängen schwer. Salgesch – Salquenen auf Deutsch, ist das Weinzentrum des deutschen Wallis. Die Trockenmauern wärmen sich tagsüber auf, nachts kühlt der Hund die Pfoten an den Steinplatten. Die Weinterrassen zwischen Salgesch und Sierre sind Wandergebiet und Arbeitszone zugleich.

In den Reben und auf landwirtschaftlichen Flächen bist du Gast. Nutztiere stehen auf manchen Weiden. Dort anleine, ohne Ausnahme. Ob auf einem konkreten Abschnitt weitere Einschränkungen gelten, zeigt die Beschilderung vor Ort. Detailrouten für die Region gibt es bei SchweizMobil.

Val d’Anniviers – Höhendörfer, Kiefernwald, Stille

Wer in Sierre die Brücke überquert und ins Val d’Anniviers abbiegt, fährt eine Strasse hoch, die sich in engen Kurven durch Kiefernwald schraubt. Grimentz, Zinal, Ayer, kleine Dörfer, grosse Stille. Im Oktober riecht der Boden nach Feuchtigkeit und Pilzen. Der Hund läuft auf Nadeln, die leise federn.

Das Tal gehört noch zum Bezirk Sierre. Im Kanton Wallis besteht keine flächendeckende Leinenpflicht im Wald, nur in ausgeschilderten Gebieten. Trotzdem: Auf Weideflächen mit Nutztieren ist die Leine Pflicht. Wer sein Tier frei laufen lässt und Wild aufscheucht, riskiert mehr als eine Busse, im Kanton Wallis ist keine vorgängige Verwarnung notwendig, bevor Massnahmen gegen wildernde Hunde ergriffen werden.

Lac de Géronde, Wasser, Schilf, Sommerhitze

Ein kleiner Bergsee direkt bei Sierre. Im Juli riecht das Schilf nach Wärme, die Oberfläche glänzt. Dieser See zieht viele Besucher an, Familien, Schwimmer, Hunde. Gerade deshalb gelten hier möglicherweise kommunale Zonenregelungen. Ob Hunde am Seeufer Zutritt haben und unter welchen Bedingungen, klärst du vor dem Besuch auf der offiziellen Website der Gemeinde Sierre.

Was im Bezirk Sierre anders ist als im Rest des Kantons Wallis

Sierre ist die Sprachgrenze. Nördlich spricht man Deutsch, südlich Französisch, manchmal wechselt das innerhalb einer Gemeinde. Das hat praktische Konsequenzen: Behördliche Aushänge, Schilder und Verordnungen können in beiden Sprachen ausgehängt sein. Wer die Signalisierung nicht liest, hat trotzdem keine Entschuldigung.

Der Bezirk ist ausserdem touristisch zweigeteilt. Das Rhonetal mit Pfynwald und Weinbergen zieht Tageswanderer und Velofahrer an. Das Val d’Anniviers ist alpiner Tourismus mit grossen Höhendifferenzen und Wildtieren bis auf Augenhöhe. Diese Kombination macht den Bezirk zu einem der artenreichsten im Kanton, und zu einem der sensibelsten für Freilauf.

Der Naturpark Pfyn-Finges ist ein Sonderfall. Er umfasst zahlreiche national bedeutende Schutzgebiete. Am bekanntesten ist der Wald von Pfyn-Finges mit der wilden Rhone zwischen Leuk und Sierre. Dieser Park hat eine eigene Leinenpflicht, unabhängig vom kantonalen Standard. Das unterscheidet Sierre von vielen anderen Walliser Bezirken, die keinen vergleichbaren Naturpark auf ihrem Gebiet haben.

Häufig gestellte Fragen

Gilt im Pfynwald Leinenpflicht für meinen Hund?

Ja. Im Naturpark Pfyn-Finges gilt Leinenpflicht. Das betrifft den Kernbereich mit dem Schutzwald zwischen Leuk und Sierre. Die genauen Zonengrenzen und aktuelle Beschilderungen findest du auf pfyn-finges.ch. Vor Ort die Schilder lesen, die Ausdehnung der Schutzzone kann saisonal variieren.

Muss ich meinen Hund im Wallis anleine, auch ausserhalb von Ortschaften?

Ausserorts musst du deinen Hund im Kanton Wallis nicht grundsätzlich anleine, aber er muss unter Kontrolle sein. In der Nähe von Nutztieren ist die Leine Pflicht, auch ohne Schild. In kantonalen Naturschutzgebieten und im Naturpark Pfyn-Finges gilt ebenfalls Leinenpflicht. In der Ortschaft ist die Leine immer obligatorisch (Art. 30 Abs. 1 AGTSchG/VS).

Wie melde ich meinen Hund in einer Gemeinde des Bezirks Sierre an?

Du meldest deinen Hund innert 10 Tagen nach Anschaffung bei der Gemeindeverwaltung an. Du brauchst eine Kopie des Heimtierausweises und den Nachweis der AMICUS-Registrierung. Alle Änderungen – Halterwechsel, Umzug, Tod, meldest du ebenfalls innert 10 Tagen. Infos und Kontakt auf der Website deiner Wohngemeinde oder über vs.ch, Hundewesen.

Brauche ich als neuer Hundehalter im Wallis einen Kurs?

Ja. Seit dem 1. Januar 2020 ist im Kanton Wallis für neue Hundehalter der Abschluss eines Hundehalterkurses (SKN) obligatorisch. Wer bereits früher einen Hund gehalten hat, ist davon befreit. Kursangebote und Details über das kantonale Veterinäramt auf vs.ch.

Welche Rassen sind im Bezirk Sierre verboten oder bewilligungspflichtig?

Der Walliser Staatsrat erlässt eine Liste verbotener Rassen und deren Kreuzungen, darunter der American Pit Bull Terrier. Für Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial brauchst du vor der Anschaffung eine Halteberechtigung des kantonalen Veterinärdienstes. Die aktuelle vollständige Liste findest du auf vs.ch, Hundewesen.

Quellen

Saisonale Hinweise

Beste Jahreszeit: Sommer