Bellinzona empfängt dich und deinen Hund mit dem Duft von Kastanien, warmem Stein und einem Hauch Südwind vom Lago Maggiore. Die Tessiner Hauptstadt liegt im Herz des Mittellands zwischen den grossen Alpentälern — eingebettet zwischen dem Ticino-Fluss, bewaldeten Hügeln und den drei UNESCO-Welterbe-Burgen, die das Stadtbild so unverkennbar prägen. Wer hier mit einem Hund unterwegs ist, spürt sofort: Das Tempo ist langsamer, die Schatten der Platanen länger, und die Trattorien auf den Plätzen öffnen früher ihre Türen.
Die Stadt zählt zu den grössten Gemeinden des Kantons Tessin und vereint Altstadt-Charme mit moderner Infrastruktur. Für Hundehaltende bedeutet das: breite Flussufer-Wege entlang des Ticino und der Moesa, weitläufige Parkanlagen ausserhalb des Zentrums und kurze Autofahrten in die umliegenden Täler Valle Mesolcina, Riviera oder Bellinzonese. Die Kombination aus urbaner Dichte und unmittelbarer Natur ist selten — und macht Bellinzona zu einem echten Geheimtipp für einen Tagesausflug mit Hund.
Gleichzeitig gelten hier klare Regeln: Der Kanton Tessin hat eigene Vorschriften für Leinenpflicht, Hundeabgabe und bestimmte Rassen. Wer sich vorbereitet, erlebt entspannte Stunden — ob auf dem Piazza Nosetto, am Flussufer oder auf einem Waldpfad hoch über den Burgtürmen. Diese Seite gibt dir einen ehrlichen Überblick, damit du nichts dem Zufall überlässt.
Tagesausflüge mit Hund in Bellinzona
Der Morgennebel hängt noch über den Rebhügeln, wenn die ersten Hunde am Ticino-Ufer ihre Runden drehen. Bellinzona ist kein Ziel für stilles Sitzen — die Stadt lädt zum Gehen, Entdecken und Innehalten an Orten ein, die sich ein Filmregisseur nicht besser ausdenken könnte.
Am Ticino entlang: Flussufer-Wege zwischen Natur und Stille
Der Fluss Ticino begleitet Bellinzona auf seiner Westseite und bietet einen der schönsten Auslaufkorridore der ganzen Region. Breite Kiesufer, gesäumt von Erlen und Weiden, laden zu langen Spaziergängen ein — morgens fast menschenleer, nachmittags belebt von Familien und Joggern. Der Uferweg lässt sich gut in beide Richtungen verlängern: Richtung Süden in die Magadinoebene, richtung Norden ins Valle di Blenio. Dein Hund findet hier flaches Wasser zum Planschen und weichen Kiesboden für die Pfoten — prüfe aber vor Ort die aktuelle Beschilderung, da bestimmte Abschnitte saisonal unterschiedliche Nutzungsregeln haben können.
Die Magadinoebene südlich der Stadt ist besonders interessant: Sie gehört zu einem der bedeutendsten Feuchtgebiete der Schweiz und steht unter Naturschutz. Auf den offiziell ausgeschilderten Wegen ist ein ruhiger Spaziergang mit Hund meist möglich — abseits der Wege gilt jedoch strikter Schutz, besonders während der Brut- und Setzzeit. Informiere dich beim Ufficio della natura e del paesaggio des Kantons Tessin über die aktuellen Schutzbestimmungen. Kurz: Schöner geht es kaum — aber Respekt vor der Natur ist hier Pflicht.
Die drei Burgen: Castelgrande, Montebello und Sasso Corbaro
Kein Besuch in Bellinzona ist vollständig ohne einen Blick auf die drei mittelalterlichen Burgen, die seit 2000 zum UNESCO-Welterbe gehören. Das Castelgrande liegt direkt über der Altstadt und ist über einen Lift oder einen Fussweg erreichbar — der Ausblick über die Dächerwelt und die Flusstäler ist atemberaubend. Hunde sind auf dem Aussengelände der Burgen grundsätzlich willkommen, solange sie an der Leine geführt werden; die genauen Zugangsregeln für Innenbereiche und Museen können jedoch variieren, also frage vor Ort nach.
Der Weg zwischen den drei Burgen — über die historischen Ringmauern und Wehrpfade — ist ein echtes Erlebnis zu Fuss. Der Pfad zwischen Castelgrande und Montebello führt durch schattige Olivenhaine und an alten Mauern vorbei; von Montebello nach Sasso Corbaro geht es etwas steiler durch den Wald. Die Gesamtdistanz ist überschaubar, aber das Terrain ist anspruchsvoll genug, um auch energiegeladene Hunde zu beschäftigen. Trinkwasser mitbringen ist empfehlenswert — an den Burgen gibt es vereinzelt Brunnen, aber verlasse dich nicht darauf.
Valle Mesolcina: Wildromantisches Seitental ab Bellinzona
Wer etwas mehr Natur sucht, fährt von Bellinzona aus in wenigen Minuten ins Valle Mesolcina — das Tal der Moesa, das sich Richtung San Bernardino-Pass erstreckt. Die Strasse durch das Tal erschliesst eine Reihe kleiner Dörfer mit Wanderwegen, Bachläufen und Kastanienwäldern. Besonders die Abschnitte rund um Roveredo und Grono bieten ruhige Forstwege, auf denen Hunde weit abseits vom Strassenverkehr schnuppern können.
Das Tal ist graubündnerisch geprägt — also administrativ im Kanton Graubünden, obwohl es kulturell und geografisch stark mit dem Tessin verbunden ist. Das bedeutet: Die Gemeinderegeln können sich von Bellinzona unterscheiden. Prüfe bei längeren Aufenthalten oder spezifischen Fragen die Vorschriften der jeweiligen Graubündner Gemeinde separat. Für einen Halbtagesausflug mit Hund ist das Valle Mesolcina jedenfalls eine lohnende Entscheidung — besonders im Herbst, wenn die Kastanienwälder leuchten.
Stadtparks und Grünflächen im Zentrum
Innerhalb der Stadt bietet Bellinzona einige Grünflächen für kurze Spaziergänge. Der Parco Civico und die Uferpromenade nahe dem Bahnhof sind gut zugängliche Ruhezonen, die sich für Morgen- und Abendrunden eignen. Die Piazze der Altstadt — besonders der Piazza Collegiata und der Piazza Nosetto — laden zum Verweilen ein, sind aber je nach Tageszeit gut belebt, was für reaktive Hunde herausfordernd sein kann.
Grünanlagen innerhalb des Stadtzentrums unterliegen oft spezifischen Gemeindevorschriften bezüglich Leinenpflicht und Nutzung. Die Stadt Bellinzona stellt aktuelle Informationen dazu auf ihrer offiziellen Website bereit — wirf dort vor deinem Besuch einen Blick hinein: bellinzona.ch. So weisst du genau, wo dein Hund sich frei bewegen kann und wo die Leine obligatorisch ist. Kurze Runden im Zentrum sind gut möglich — für grosse Auslauf-Sessions nimmst du besser den Weg ans Flussufer.
Hund und lokale Regeln in Bellinzona
Im Tessin riecht der Sommer nach heissem Asphalt und Sonnencreme — und auf dem Hundehaltenden-Handy sollte die Gemeindeverordnung genauso gespeichert sein wie die Wanderkarte. Bellinzona hat klare Erwartungen an verantwortungsvolle Halterinnen und Halter.
Leinenpflicht in Bellinzona und im Kanton Tessin
Im Kanton Tessin gilt grundsätzlich eine Leinenpflicht in bewohnten Gebieten sowie auf öffentlichen Strassen und Plätzen. Das kantonale Hundegesetz regelt die Grundlagen — die Umsetzung und allfällige Verschärfungen obliegen aber den einzelnen Gemeinden. In Bellinzona können bestimmte Zonen — beispielsweise Spielplätze, Märkte oder stark frequentierte Parkanlagen — zusätzliche Einschränkungen haben.
Auf Wanderwegen ausserhalb des Siedlungsgebiets ist die Lage weniger eindeutig: Grundsätzlich empfiehlt der Kanton, Hunde auch dort an der Leine zu führen, wo andere Personen oder Wildtiere anzutreffen sind. Kontrolliere die aktuelle Regelung direkt beim Ufficio della caccia e della pesca des Kantons Tessin — besonders in der Jagdsaison und in Schutzgebieten ist konsequente Leinenführung Pflicht und keine Empfehlung. Ein Hund, der Wildtiere aufscheucht, kann empfindliche Konsequenzen für die Halterin oder den Halter haben.
Anmeldung und Hundeabgabe in der Gemeinde
Wer in Bellinzona wohnt und einen Hund hält, ist verpflichtet, diesen bei der Gemeinde anzumelden. Der Kanton Tessin verlangt zudem die Registrierung im nationalen Tierregister ANIS — das ist für alle Hunde obligatorisch und gilt schweizweit. Halterinnen und Halter, die ihren Wohnsitz neu in Bellinzona begründen, müssen die Anmeldung zeitnah vornehmen.
Die Gemeinde erhebt eine Hundeabgabe (Tassa sul cane) — die genaue Höhe richtet sich nach der örtlichen Verordnung und kann sich ändern. Nenne hier keine festen Beträge, da diese variieren und nur die offizielle Quelle verbindliche Auskunft gibt. Alle Details zur Anmeldung und zur aktuellen Abgabe findest du direkt auf bellinzona.ch unter den Verwaltungsdienstleistungen. Eine nicht angemeldete Hundehaltung kann gebüsst werden — lass es gar nicht erst dazu kommen.
Öffentlicher Verkehr und Gastronomie mit Hund
Mit dem Hund in den Zug oder Bus steigen? In der Schweiz regeln die SBB und die regionalen Transportunternehmen die Mitnahme von Hunden in ihren jeweiligen Tarifordnungen. Kleine Hunde in geeigneten Transportbehältern reisen in der Regel kostenlos mit; für grössere Hunde gilt ein Halbpreis-Billet auf den meisten Strecken. Auf lokalen Buslinien in Bellinzona und dem Autopostale ins Tal können abweichende Regeln gelten — prüfe das direkt beim jeweiligen Anbieter vor der Fahrt.
Die Tessiner Gastronomieszene ist hundefreundlicher als ihr Ruf: Viele Trattorien und Grotti — die typischen, rustikalen Tessiner Beizen — erlauben Hunde auf der Terrasse, teilweise sogar im Innenraum. Frag beim Betreten kurz nach, ob dein Hund willkommen ist — das ist in der Südschweiz eine selbstverständliche Geste und wird überall gut aufgenommen. In der Altstadt und auf den grossen Piazze gibt es Betriebe mit Aussentischen, wo du gut aufgehoben bist. Vergiss einen Wassernapf zu verlangen — die meisten Lokale füllen ihn gern.
Listenhunde und Kotentsorgung
Der Kanton Tessin führt eine Liste von Hunderassen, für die besondere Vorschriften gelten. Als potenziell gefährlich eingestufte Rassen unterliegen im Tessin spezifischen Anforderungen bezüglich Leinen- und Maulkorbpflicht im öffentlichen Raum sowie besonderen Bewilligungsverfahren für die Haltung. Diese Regelungen basieren auf der kantonalen Hundehaltungsverordnung und können sich ändern — informiere dich als erstes auf der offiziellen Seite des Kantons, bevor du mit einem betroffenen Hund in die Stadt reist.
Zur Kotentsorgung: Bellinzona stellt im Stadtgebiet Tütenspender und entsprechende Entsorgungsbehälter bereit — deren Abdeckung kann aber lückenhaft sein, besonders auf weniger frequentierten Wegen. Nimm immer eigene Beutel mit, damit du in keiner Situation unvorbereitet bist. Das Liegenlassen von Hundekot auf öffentlichen Flächen ist in der ganzen Schweiz bussenpflichtig. Ein voller Beutel am Wegrand ist keine Lösung — trage ihn bis zum nächsten Abfallkübel.
Praktisches vor Ort in Bellinzona
Wer mit Hund in Bellinzona lebt oder zu Besuch ist, merkt schnell: Die Stadt ist überschaubar, aber die wichtigen Anlaufstellen kennst du am besten, bevor du sie brauchst. Von der nächsten Tierarztpraxis bis zur Hundebetreuung — hier findest du die wichtigsten Orientierungspunkte für den Alltag mit Hund.
Tierärzte und Notfallversorgung in Bellinzona
Bellinzona verfügt als Kantonshauptstadt über mehrere Tierarztpraxen, die Hunde im Alltag versorgen. Für den tierärztlichen Notfall ausserhalb der Öffnungszeiten ist es wichtig, dass du die Notfallnummer deiner Praxis kennst — frage bei der Erstregistrierung danach. Im Kanton Tessin gibt es einen organisierten tierärztlichen Notfalldienst; die zuständige Praxis wechselt je nach Wochentag und Region. Die aktuelle Notfalldienstliste findest du beim Ufficio del veterinario cantonale (Kantonaler Veterinärdienst Tessin).
Die nächste Tierklinik mit erweiterter Ausstattung befindet sich im Grossraum Lugano oder Locarno — beide sind von Bellinzona in rund 30 bis 45 Minuten erreichbar. Für Diagnostik wie Röntgen oder Ultraschall ist das in vielen Fällen der nächste Schritt nach der Erstversorgung. Halte die Adresse und Telefonnummer einer solchen Klinik griffbereit, bevor ein Notfall eintritt. Ein kurzer Anruf vorab klärt, ob ein Spezialist verfügbar ist.
Reist du mit deinem Hund aus dem Ausland an, denk an die Einreisevorschriften der Schweiz: EU-Heimtierausweis, Mikrochip und gültige Tollwutimpfung sind Pflicht. Die genauen Regeln regelt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen — prüfe die aktuellen Vorgaben direkt auf blv.admin.ch, bevor du reist.
Hundeschulen und Training in der Region
Im Raum Bellinzona und im Sottoceneri gibt es Hundeschulen und Hundesportvereine, die Kurse auf Italienisch anbieten — das ist im Tessin die Regel. Wer kein Italienisch spricht, sollte beim ersten Kontakt nachfragen, ob die Kursleitung auch Deutsch oder Englisch versteht. Viele Tessiner Hundeschulen sind beim Schweizerischen Kynologischen Verband (SKG) affiliiert, was ein gutes Qualitätsmerkmal ist.
Für Welpen empfiehlt sich eine Welpenstunde oder Junghundegruppe möglichst früh — die Sozialisation in der Region mit anderen Hunden, Fahrzeugen und urbanen Reizen wie dem Bahnhofsbetrieb Bellinzonas ist wertvoll. Erkundige dich bei der Gemeinde oder beim kantonalen Veterinärdienst, ob im Kanton Tessin ein Pflichtkurs für Hundehalter vorgeschrieben ist; die Regelung kann sich ändern und ist individuell zu prüfen. Die kantonalen Anforderungen sind auf der offiziellen Website des Kantons Tessin einsehbar.
Agility, Mantrailing oder Nasenarbeit — solche Angebote findest du vereinzelt im Tessiner Mittelland. Stöbere in lokalen Facebook-Gruppen oder frage beim zuständigen Gemeindeamt, welche Vereine in der Nähe aktiv sind. Direkter Kontakt mit Vereinen vor Ort liefert aktuellere Infos als jede Liste im Netz.
Auslaufzonen und hundefreundliche Freiflächen
Bellinzona hat als kompakte Kantonshauptstadt keine weitläufigen eingezäunten Hundeparks im grossen Stil, wie man sie aus Zürich oder Bern kennt. Grünflächen und kleinere Parkanlagen — etwa entlang des Ticino oder in Wohnquartieren — bieten aber Raum zum Austoben. Prüfe vor Ort die ausgehängten Schilder: In vielen öffentlichen Anlagen gilt eine Leinenpflicht, die du einhalten musst.
Für mehr Bewegungsfreiheit lohnt sich der Weg in die Umgebung der Stadt: Die Hügel und Wälder rund um Bellinzona, etwa Richtung Gorduno oder Claro, bieten naturnahe Wege, auf denen Hunde je nach Jahreszeit und Schutzgebiet frei laufen dürfen. Informiere dich beim Municipio Bellinzona oder auf der städtischen Website über designierte Auslaufbereiche — diese können sich ändern, und die aktuellste Information hast du direkt von der Gemeinde.
Der Ticino-Uferweg ist ein beliebter Spazierweg, der auch für Hunde attraktiv ist. Beachte aber: In Schutz- und Naturzonen entlang des Flusses können saisonale Betretungsverbote oder Leinenpflichten gelten, besonders während der Brut- und Setzzeit im Frühling. Halte Ausschau nach offiziellen Hinweistafeln und respektiere diese — auch für die Wildtiere in der Magadino-Ebene nebenan.
Hundebetreuung, Pensionen und Tiersitting
Wer beruflich viel unterwegs ist oder einen Kurzurlaub ohne Hund plant, braucht eine zuverlässige Hundebetreuung in der Region. Im Tessin gibt es spezialisierte Hundepensionen, oft in ländlicheren Gemeinden rund um Bellinzona. Besuche die Unterkunft vor der Buchung persönlich — so bekommst du einen realistischen Eindruck von Platz, Hygiene und dem Umgang mit den Tieren.
Alternativ gibt es Tiersitter-Dienste, die deinen Hund bei dir zu Hause oder bei sich aufnehmen. Plattformen für solche Dienste sind verbreitet, aber prüfe immer, ob die Betreuungsperson Erfahrung mit der Grösse und dem Typ deines Hundes hat. Ein Probelauf — etwa eine kurze Betreuungsstunde vor dem ersten langen Einsatz — ist immer sinnvoll.
Für Hundehalter, die regelmässig pendeln: Im Kanton Tessin dürfen Hunde im öffentlichen Verkehr mitgenommen werden, grundsätzlich mit gültigem Ticket und an der Leine oder in einer Transportbox. Die genauen Bedingungen — Maulkorbpflicht je nach Grösse, Platzbedarf — regelt der Transportunternehmer; prüfe die aktuellen Konditionen direkt bei sbb.ch oder beim regionalen Busunternehmen. So vermeidest du Überraschungen beim Einsteigen.
Saisonal in Bellinzona
Das Klima im Tessin — milder Winter, heisse Sommer, intensive Frühlingsstürme — macht Bellinzona zu einem Ort, der deinen Alltag mit Hund im Jahresverlauf stark beeinflusst. Jede Jahreszeit bringt eigene Chancen und Risiken, und wer sie kennt, ist besser vorbereitet.
Frühling: Brut- und Setzzeit in der Magadino-Ebene
Der Frühling kommt im Tessin früher als nördlich der Alpen. Schon im März blühen die ersten Magnolien in Bellinzona, und die Wälder erwachen rasch. Für Hunde bedeutet das: Die Brut- und Setzzeit beginnt früh — und damit auch die Sensibilität der lokalen Fauna. Besonders in der Magadino-Ebene südwestlich der Stadt brüten Wasser- und Wiesenvögel, und in den Wäldern ziehen Rehe ihre Kitze gross.
Halte deinen Hund von April bis Juli in Waldrandnähe und im Naturschutzgebiet konsequent an der Leine. In ausgewiesenen Schutzgebieten des Kantons Tessin gilt dies als Pflicht, und Ranger kontrollieren regelmässig. Auch ein kurzes Streunen deines Hundes kann für ein Nest oder ein Kitz verheerend sein — nicht aus böser Absicht, sondern aus Instinkt.
Frühling ist auch Zeckensaison: Im Tessin sind Zecken bereits ab Ende Februar aktiv, früher als in vielen anderen Schweizer Regionen. Prüfe deinen Hund nach jedem Ausgang gründlich, besonders in den Ohrmuscheln, zwischen den Zehen und am Bauch. Sprich mit deinem Tierarzt über eine geeignete Zeckenprophylaxe — die Angebote reichen von Spot-on-Präparaten bis zu Zeckenschutzhalsbändern.
Ein weiteres Frühlingsthema im Tessin: Eichenprozessionsspinner und Pinienprozessionsspinner können in wärmeren Lagen vorkommen. Die Brennhaare dieser Raupen sind für Hunde (und Menschen) gefährlich — Kontakt mit Haut oder Schleimhaut führt zu starken Reaktionen. Meid Raupen-Prozessionen auf Wegen, und melde Vorkommen dem zuständigen Forstamt.
Sommer: Hitze, Wasser und Schatten
Bellinzona gehört zu den wärmsten Orten der Schweiz. Temperaturen über 30 Grad sind im Juli und August keine Ausnahme, und die Hitze staut sich in der Stadt zwischen den Burgen und den Hausfassaden. Für Hunde ist das eine ernste Belastung — besonders für kurzschnauzige Rassen wie Bulldoggen oder Möpse, die ohnehin Mühe mit der Thermoregulation haben.
Verleg Spaziergänge in den frühen Morgen oder späten Abend. Asphalt und Pflastersteine in der Altstadt können sich auf über 60 Grad aufheizen — ein einfacher Test: Hältst du deinen Handrücken 7 Sekunden lang auf den Boden, ohne ihn wegziehen zu müssen, ist der Untergrund für Pfoten tragbar. Ansonsten: Gras und schattige Wege bevorzugen, oder Pfotenschutz nutzen.
Wasser ist im Sommer dein bester Freund. Der Ticino bietet stellenweise flache, zugängliche Uferbereiche, wo Hunde planschen und abkühlen können. Beachte aber: Nicht alle Abschnitte sind für Hunde zugänglich oder sicher — Strömung, Untiefen und Naturschutzzonen variieren. Prüfe die lokalen Hinweisschilder und wähle ruhige Abschnitte abseits stark frequentierter Badezonen. Meide Blaualgen-Warnschilder konsequent: Cyanobakterien in stehenden Gewässern können für Hunde tödlich sein — Symptome treten schnell auf.
Im Sommer sind auch Wespen- und Bienenstiche häufiger. Neugierige Hunde schnappen oft nach Insekten — ein Stich im Maul oder Rachen kann zum Notfall werden. Kenne die nächste Tierarztpraxis und deren Notfallnummer auswendig. Ein allergischer Schock entwickelt sich innert Minuten.
Herbst: Pilzsaison und Jagdzeit
Der Tessiner Herbst ist spektakulär: Die Kastanienwälder rund um Bellinzona färben sich goldbraun, und die Temperaturen werden angenehm. Ideale Wanderbedingungen — aber mit ein paar wichtigen Vorbehalten für Hundehalter. Die Jagdsaison beginnt im Herbst und betrifft grosse Teile der Tessiner Wälder. Hunde sollten in Jagdgebieten konsequent angeleint und mit einer gut sichtbaren Weste oder einem Halsband in Signalfarbe ausgestattet sein.
Die Pilzsaison ist eine unterschätzte Gefahr für Hunde. Im Tessin wachsen zahlreiche giftige Pilzarten — darunter der Grüne Knollenblätterpilz, einer der giftigsten Pilze überhaupt. Hunde schnüffeln und fressen Pilze manchmal, bevor du es bemerkst. Gewöhne deinen Hund früh daran, nichts vom Boden aufzunehmen, und halte ihn in Pilzsaison-Monaten besonders aufmerksam im Blick. Bei Verdacht auf Pilzvergiftung sofort zum Tierarzt — nicht abwarten.
Kastanien sind ein weiteres Herbstthema: Die Schalen der Esskastanie sind stachelig und können Pfoten verletzen. Rosskastanien dagegen sind für Hunde giftig — Erbrechen, Durchfall und Schwäche können auf eine Vergiftung hinweisen. Die Esskastanie (Marroni) ist im Tessin allgegenwärtig und an sich ungiftig, aber in grossen Mengen gefressen schwer verdaulich. Behalte deinen Hund beim Stöbern im Kastanienlaub im Blick.
Winter: Milde Spaziergänge und Streusalz
Der Winter in Bellinzona ist milder als auf der Alpennordseite — Schnee fällt in der Stadt selbst selten und bleibt kaum liegen. Das macht Bellinzona zu einem attraktiven Winterziel für Hundespaziergänge, wenn nördlich der Alpen alles verschneit ist. Frost gibt es aber durchaus, und in höheren Lagen rund um die Stadt — etwa Richtung Monti di Bellinzona — kann es glatt und schneereich sein.
In der Innenstadt und auf Gehsteigen wird bei Glätte Streusalz oder Splitt eingesetzt. Streusalz reizt die Pfoten und kann bei längerer Exposition zu kleinen Wunden führen. Wasche die Pfoten deines Hundes nach jedem Stadtspaziergang im Winter mit lauwarmem Wasser ab. Pflegecreme oder Pfotenwachs schützt zusätzlich — frag deinen Tierarzt nach einer Empfehlung.
Wer im Winter Ausflüge ins höher gelegene Tessiner Bergland plant — etwa ins Leventina- oder Blenio-Tal — sollte die Verhältnisse vorher prüfen. Tiefschnee ist anstrengend für Hunde, besonders für ältere Tiere oder solche mit kurzen Beinen. Kurze Spaziergänge, ausreichend Pausen und trockene Kleidung nach dem Ausflug sind in der Kälte wichtiger als sonst. Frostbeulen an Ohren und Pfoten entstehen schneller, als man denkt.
Der Winter ist ausserdem eine gute Zeit für Innenübungen und Trainingseinheiten: Wenn draussen die Tage kurz sind und das Wetter ungemütlich, profitierst du von Nasenarbeit, Clickertraining oder Suchspielen in der Wohnung. Das hält den Hund mental gefordert — und das ist oft wertvoller als ein langer, freudloser Spaziergang im Regen.
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