Neuchâtel liegt dort, wo der Jurasüdfuss auf den grössten See der Schweiz trifft. Die goldgelben Sandsteinfassaden der Altstadt spiegeln sich im Wasser, Möwen ziehen über den Quai, und dein Hund schnuppert an allem, was der See und die Rebhänge hinter der Stadt an Gerüchen aufbieten. Wer hier mit einem Hund lebt oder zu Besuch kommt, merkt schnell: Neuchâtel ist eine Stadt mit zwei Gesichtern — mondäne Uferpromenade und wilder Jurahang liegen keine zwanzig Gehminuten voneinander entfernt.
Die Stadt zählt rund 45 000 Einwohnerinnen und Einwohner und ist gleichzeitig Hauptort des Kantons Neuenburg. Studierendenalltag, Uhrenindustrie und Weinbau prägen den Charakter der Stadt — und all das beeinflusst auch, wie das Leben mit Hund hier aussieht. Auf dem Quai flanieren Familien mit Welpen, oben auf dem Châtelet-Wanderweg traben Hunde durch Laubwald, und in manchen Bistros am Hafen ist der Vierbeiner am Nebentisch keine Seltenheit. Neuchâtel ist keine reine Hundemetropole, aber wer die richtigen Orte kennt, lebt und reist hier sehr gut mit Tier.
Diese Seite gibt dir einen konkreten Überblick: Wo kannst du mit deinem Hund raus? Was sagt der Kanton zu Leinenpflicht und Hundeabgabe? Welche Eigenheiten der Stadt solltest du kennen, bevor du losziehst? Die Angaben basieren auf dem aktuellen Stand, aber Regeln ändern sich — prüfe offizielle Quellen immer direkt vor deinem Ausflug oder Umzug.
Tagesausflüge mit Hund in Neuchâtel
Der Jurasee liegt vor dir, die Krete des Juras über dir — und dazwischen warten Wälder, Rebwege und Seeufer, die je nach Jahreszeit und Wetterlage ganz unterschiedliche Stimmungen tragen. Neuchâtel ist ein hervorragender Ausgangspunkt für Ausflüge mit Hund, weil du weder Auto noch Bahn brauchst, um in echte Natur zu gelangen.
Uferpromenade und Quai Ostervald
Der Quai Ostervald und die angrenzende Uferpromenade gehören zu den bekanntesten Spazierwegen Neuchâtels. Auf mehreren Kilometern folgt der Weg dem Seeufer, gesäumt von alten Platanen, Sportanlagen und dem weiten Blick auf die Alpen jenseits des Sees. Für deinen Hund bedeutet das: flaches Terrain, kaum Steigungen, viel zu beschnuppern. Leineführigkeit ist hier Pflicht — der Quai ist stark frequentiert, Velofahrer und Jogger teilen denselben Weg, und an schönen Tagen ist es auch für gut sozialisierte Hunde eine Reizüberflutung. Prüfe die aktuellen Regeln für den Zugang zum Seeufer und zu den Strandbereichen direkt bei der Stadt, denn einzelne Abschnitte können saisonal gesperrt sein.
Am Ende des Quais Richtung Osten öffnet sich das Gelände zur Plage des Jeunes-Rives. Der offizielle Badestrand ist für Hunde in der Regel während der Badesaison gesperrt — aber das Gelände rund um den Strand bietet auch abseits davon Spazierraum. Informiere dich auf der Website der Stadt Neuchâtel (neuchatelville.ch), welche Abschnitte des Seeufers aktuell für Hunde zugänglich sind und wo Leinenpflicht gilt.
Bois de la Rochette und Jurahang über der Stadt
Wer den Quai hinter sich lässt und die Gassen der Altstadt hinaufsteigt, erreicht nach kurzer Zeit den Jurahang über Neuchâtel. Das Waldgebiet Bois de la Rochette beginnt praktisch dort, wo der letzte Rebhang endet. Breite Forstwege wechseln sich mit schmalen Pfaden ab, Bäche queren den Weg, und die Stille ist deutlich spürbar — selbst an Wochenenden. Für Hunde, die gern schnüffeln und Auslauf brauchen, ist dieser Hang ein Gewinn: unebenes Gelände, Gerüche von Reh und Fuchs, Wurzelwege. Achte auf Wildwechsel, besonders in der Dämmerung, und halte deinen Hund in Setz- und Brutzeiten an der Leine — der Kanton Neuenburg schreibt in bestimmten Gebieten und Jahreszeiten eine Leinenpflicht zum Schutz der Wildtiere vor.
Der Weg auf den Crêt-du-Plan bietet eine lohnende Aussicht über den See und die Stadt. Der Aufstieg ist moderat, aber du solltest festes Schuhwerk tragen — und deinen Hund in konditionell guter Verfassung wissen. Oben angekommen ist die Aussicht auf den Neuenburgersee mit den Alpengipfeln dahinter aussergewöhnlich. Kein Restaurant wartet an diesem Aussichtspunkt, also bring Wasser für euch beide mit.
Rebweg zwischen Hauterive und Cortaillod
Südöstlich von Neuchâtel zieht sich der Rebweg entlang des Jurasüdfusses durch die Weinbaugemeinden des Kantons. Von Hauterive bis Cortaillod — und weiter bis Bevaix — folgt ein gut markierter Weg den Rebhängen, immer mit Blick auf den See. Die Parzellen sind eingezäunt, der Weg selbst ist offen, und die Atmosphäre ist besonders im Frühling, wenn die Reben austreiben, und im Herbst, während der Lese, ausgesprochen schön. Während der Weinlese im September und Oktober sind die Wege teils stärker frequentiert, und Traktoren überqueren die Pfade regelmässig — bleib mit deinem Hund aufmerksam. In den Rebbergen gilt es, den Hund eng zu führen, da die Wege direkt an bewirtschaftetem Land entlangführen.
Der Weg ist mit öffentlichem Verkehr gut erreichbar: Aus Neuchâtel fährst du mit Bus oder S-Bahn nach Hauterive und kehrst von Cortaillod zurück. Das macht die Strecke auch ohne Auto machbar. Informiere dich vor der Abfahrt auf neuchatelville.ch oder bei Tourisme neuchâtelois über aktuelle Wegsperrungen.
Gorges de l'Areuse im Val-de-Travers
Rund 25 Kilometer südwestlich von Neuchâtel liegt eine der eindrücklichsten Wanderrouten im Kanton: die Gorges de l'Areuse. Die Areuse hat sich über Jahrtausende tief in den Jurakalk gefressen und dabei eine Schlucht geschaffen, die auch erfahrene Wanderinnen und Wanderer in Staunen versetzt. Der Wanderweg durch die Schlucht ist gut ausgebaut, aber stellenweise eng und ausgesetzt — mit einem unruhigen oder wenig trittsicheren Hund solltest du besondere Vorsicht walten lassen. Leinenpflicht empfiehlt sich auf den exponierten Abschnitten unbedingt, auch wenn kein Schild explizit dazu verpflichtet.
Die Schlucht ist ganzjährig begehbar, aber nach starken Regenfällen kann der Wasserstand der Areuse schnell steigen — prüfe die Bedingungen vor dem Aufbruch. Der Ausgangspunkt Noiraigue ist mit der S-Bahn von Neuchâtel aus erreichbar, was den Ausflug auch ohne Auto möglich macht. Am Ende der Schlucht wartet Boudry, ein kleines Städtchen mit Beizli und Bänken — ein schöner Abschluss für Mensch und Hund nach einem anspruchsvollen Ausflug. Weitere Informationen zu Routen im Kanton findest du auf der Webseite des kantonalen Tourismus (neuchateltourisme.ch).
Hund und lokale Regeln in Neuchâtel
Der Geruch von frisch gemähtem Rasen, Kinderstimmen im Park, ein Velokurier, der um die Ecke biegt — in der Stadt ist die Regeldichte für Hunde höher als auf dem Jurahang. Was im Wald unter Eigenverantwortung läuft, ist im Stadtgebiet oft klar geregelt: Leine, Anmeldung, Entsorgung. Wer die wichtigsten Punkte kennt, bewegt sich entspannter.
Leinenpflicht im Stadtgebiet und in Schutzgebieten
Im Stadtgebiet von Neuchâtel gilt eine allgemeine Leinenpflicht an öffentlich genutzten Orten — auf Plätzen, an der Uferpromenade, in Parks und in der Altstadt. Die genaue Regelung ist in der kommunalen Polizeiverordnung festgehalten. Verlasse dich nicht auf Gewohnheit oder Hörensagen — prüfe die aktuelle Fassung direkt auf neuchatelville.ch, bevor du dich mit deinem Hund im Stadtgebiet bewegst. Ausserhalb des Siedlungsgebiets, in Wäldern und auf landwirtschaftlichen Flächen, gelten die kantonalen Regelungen des Kantons Neuenburg.
Der Kanton Neuenburg schreibt zudem in bestimmten Naturschutzgebieten und Wildtierschutzgebieten eine ganzjährige oder saisonale Leinenpflicht vor. Besonders in der Brut- und Setzzeit von März bis Juli können auch Gebiete ausserhalb der eigentlichen Schutzperimeter Einschränkungen unterliegen. Informiere dich beim kantonalen Amt für Wald und Natur (OFOR) über die aktuell geltenden Schutzzonen und deren Leinenpflichtregelungen. Die entsprechenden Informationen findest du auf der kantonalen Website unter ne.ch.
Hundeabgabe und Anmeldepflicht im Kanton Neuenburg
Wer im Kanton Neuenburg einen Hund hält, ist zur Anmeldung des Tieres bei der Gemeinde verpflichtet. Diese Pflicht gilt ab dem Zeitpunkt der Übernahme des Hundes. Die Gemeinde Neuchâtel erhebt eine Hundeabgabe — die genaue Höhe richtet sich nach der örtlichen Verordnung, und du solltest sie direkt bei der Stadtverwaltung erfragen oder auf der offiziellen Website nachschlagen. Nenne dabei deinen Wohnsitz, da die Abgabe je nach Gemeinde variiert.
Zusätzlich zur kommunalen Anmeldung gilt in der Schweiz die Kennzeichnungspflicht per Mikrochip sowie die Pflicht zur Registrierung im nationalen Tierhalter-Informationssystem ANIS. Wenn du einen Hund übernimmst oder zuzieht, muss die ANIS-Registrierung aktuell sein. Die gesetzlichen Grundlagen auf Bundesebene findest du über die offiziellen Kanäle des Bundes — der Kanton setzt diese Vorgaben um und kann eigene Regelungen ergänzen. Prüfe daher sowohl die eidgenössischen als auch die kantonalen Vorschriften.
Öffentlicher Verkehr und Gastronomie mit Hund
Der öffentliche Verkehr in Neuchâtel wird durch die TransN (Transports publics neuchâtelois) abgedeckt. Hunde sind im Stadtbus und in der Standseilbahn grundsätzlich gegen ein reduziertes Ticket transportierbar, müssen aber an der Leine geführt werden und dürfen andere Fahrgäste nicht beeinträchtigen. Kleine Hunde in geeigneten Transporttaschen reisen oft unter erleichterten Bedingungen. Die genauen Regeln variieren je nach Linie und können sich ändern — frage direkt bei TransN nach oder prüfe deren Website vor deiner Fahrt.
In der Gastronomie ist Neuchâtel durchaus hundefreundlich gesinnt — aber das ist keine Selbstverständlichkeit. Viele Restaurants und Bistros in der Altstadt und am Hafen dulden Hunde auf der Terrasse, einige akzeptieren sie auch im Innenraum. Frag immer vorher, denn es besteht kein gesetzliches Recht auf Zutritt mit Hund in Gastronomiebetriebe. Besonders belebte Lokale am Wochenende neigen dazu, Hunde abzuweisen, wenn der Platz knapp ist. Ein kurzes Nachfragen beim Eintreten vermeidet Unannehmlichkeiten.
Listenhunde, Kotentsorgung und Sorgfaltspflicht
Der Kanton Neuenburg kennt keine eigene Rasseliste auf Kantonsebene, aber der Bund schreibt für bestimmte Hunderassen und -typen besondere Sorgfaltspflichten und Sachkundenachweise vor. Wer einen Hund hält, der als potenziell gefährlich eingestuft wird, muss sich über die bundesrechtlichen Anforderungen informieren und kann zusätzlich mit kantonalen oder kommunalen Auflagen konfrontiert sein. Zuständig ist das kantonale Veterinäramt — Informationen dazu findest du unter ne.ch.
Die Kotentsorgungspflicht gilt im gesamten Stadtgebiet von Neuchâtel und ist klar geregelt: Hundekot ist unverzüglich aufzunehmen und in den Abfalleimern zu entsorgen. Die Stadt stellt an mehreren Orten der Promenade und in Parks Beutelspender auf — verlasse dich aber nicht darauf, dass sie immer gefüllt sind, und nimm eigene Tüten mit. Wer der Pflicht nicht nachkommt, riskiert eine Ordnungsbusse. Das klingt selbstverständlich, ist es aber in der Praxis nicht immer — gerade in der Hauptsaison, wenn viele Auswärtige unterwegs sind, entstehen Konflikte, die das Leben für alle Hundehaltenden schwieriger machen.
Praktisches vor Ort in Neuchâtel
Neuchâtel riecht nach Seeufer und Sandstein, und wer hier mit Hund lebt oder zu Besuch ist, merkt schnell: Die Stadt ist überschaubar, aber gut vernetzt. Wo du deinen Vierbeiner im Notfall hinbringst, wo er schwimmen lernt oder gut betreut wird — das findest du hier.
Tierärzte und Notfallversorgung in Neuchâtel
Im Stadtgebiet und in der näheren Agglomeration gibt es mehrere Tierarztpraxen, die Hunde in der Grundversorgung betreuen. Für akute Zwischenfälle ausserhalb der regulären Öffnungszeiten ist der Notfalldienst des kantonalen Veterinärwesens der erste Anlaufpunkt — dort erfährst du, welche Praxis gerade Pikettdienst hat. Für schwere Fälle, die eine spezialisierte Klinik erfordern, ist die Vetsuisse-Klinik in Bern rund eine Stunde entfernt und bietet Notaufnahme rund um die Uhr. Informiere dich bereits vor dem Ausflug beim Kanton Neuenburg über aktuelle Notfallnummern: www.ne.ch — Service cantonal de la sécurité alimentaire et des affaires vétérinaires.
- Halte die Telefonnummer einer lokalen Praxis griffbereit, bevor du in die Region reist.
- Frage bei der Anmeldung explizit nach Notfall- und Wochenenddienst.
- Für Vergiftungsverdacht gilt die Tierarzneimittel-Auskunft Tox Info Suisse (044 251 51 51) als erste Anlaufstelle.
Wer regelmässig in Neuchâtel unterwegs ist, sollte seinen Hund beim Haustierarzt mikrochippt und in der nationalen AMICUS-Datenbank registriert haben. Das erleichtert im Notfall die Identifikation erheblich und ist in der Schweiz für Hunde gesetzlich vorgeschrieben.
Hundeschulen und Training rund um Neuchâtel
Das Mittelland und die Jurahänge rund um Neuchâtel bieten gute Rahmenbedingungen für Hundetraining im Freien. Mehrere Hundeschulen und Kynologievereine sind in der Region aktiv — von Welpenspielgruppen bis zu Begleithundkursen. Der kantonale Kynologieverband sowie der Schweizerische Kynologische Verband (SKG) listen akkreditierte Vereine, bei denen die Ausbilder zertifiziert sind. Prüfe vor der Anmeldung, ob Kurse auf Deutsch oder Französisch angeboten werden — Neuchâtel ist mehrheitlich frankophon, und viele Angebote laufen auf Französisch.
Für Besucher, die nur einen Tag in der Stadt sind, lohnt sich ein Blick auf Online-Angebote wie Drop-in-Spielgruppen oder offene Trainingsabende, die manche Vereine auch Nichtmitgliedern öffnen. Verhaltensauffällige Hunde sollten ausserhalb der Gruppenstunden individuell betreut werden — frage gezielt nach Einzelstunden mit tierschutzkonform ausgebildeten Trainern. Eine gute Orientierung bietet die Dachorganisation SKG — Schweizerischer Kynologischer Verband.
Auslaufzonen und hundefreie Zonen in Neuchâtel
Neuchâtel verfügt über einige ausgewiesene Hundeauslaufgebiete, in denen Hunde ohne Leine rennen dürfen — vorausgesetzt, sie gehorchen zuverlässig. Diese Zonen sind in der Regel durch Schilder markiert; prüfe stets die aktuelle Beschilderung vor Ort, da sich Regelungen ändern können. Gleichzeitig gibt es in der Stadt leinenpflichtige und hundefreie Bereiche — darunter bestimmte Parkanlagen, Spielplätze und der unmittelbare Seeuferbereich je nach Abschnitt.
Der Quai Osterwald und der Strandbadbereich sind beliebte Spazierwege, aber die genauen Regelungen für Hunde variieren je nach Saison und Abschnitt. Im Sommer gelten rund um Badestrände oft strengere Regeln. Informiere dich direkt bei der Stadt: www.neuchatelville.ch — Ville de Neuchâtel listet kommunale Regelungen und Grünflächen. Generell gilt: Ein Hund, der gut abrufbar ist und andere nicht belästigt, ist überall willkommener — aber das ersetzt nicht das Lesen der Beschilderung.
- Ausgewiesene Auslaufzonen: Prüfe Schilder und Gemeindewebsite vor jedem Besuch.
- Spielplätze und Badebereiche: In der Regel hundefrei oder mit strikter Leinenpflicht.
- Waldbereiche am Jurahang: Oft toleranter, aber setz- und brutzeit-bedingte Einschränkungen beachten.
Hundepensionen und Tagesbetreuung in der Region Neuchâtel
Wer für einen Ausflug in die Innenstadt, eine Museumsbesichtigung oder eine Bootsfahrt auf dem See seinen Hund nicht mitnehmen kann, ist auf lokale Betreuungsangebote angewiesen. In der Agglomeration Neuchâtel gibt es sowohl klassische Hundepensionen als auch Pflegefamilien, die über Plattformen wie Petcare oder direkt über lokale Inserate vermitteln. Für kurzfristige Tagesbetreuung empfiehlt sich eine frühzeitige Anfrage — gerade in den Sommermonaten sind gute Plätze schnell belegt.
Wähle Anbieter, die ihre Betreuungsräumlichkeiten transparent zeigen und auf Anfrage einen Vorabbesuch ermöglichen. In der Schweiz gibt es keine einheitliche staatliche Zertifizierung für Tierpensionen, aber der Tierschutz Schweiz gibt Orientierungshilfen, worauf man achten sollte. Frage konkret nach der Gruppengrösse, nach Impf- und Entwurmungsnachweisen sowie nach dem Tagesablauf. Halte die Kontaktdaten der Betreuungsperson während deines Ausflugs immer griffbereit.
Saisonal in Neuchâtel
Am Neuenburgersee wechseln die Jahreszeiten mit Ansage: Die Jurahänge leuchten im Herbst, der Bise-Wind peitscht im Winter über das Wasser, und im Frühling blühen die Rebberge in einem zarten Grün. Mit Hund erlebt man diesen Rhythmus besonders nah — und muss ihn auch respektieren.
Frühling: Brut- und Setzzeit rund um Neuchâtel
Von März bis Juni ist die Region rund um den Neuenburgersee und die Jurahänge ökologisch sensibel. Vögel brüten im Schilf des Seeufers und in den Hecken der Rebberge, Rehe setzen ihre Kitze in Waldlichtungen. Ein freilaufender Hund kann in dieser Zeit erheblichen Schaden anrichten — auch ohne böse Absicht. In Naturschutzgebieten wie dem Fanel am östlichen Seeufer gilt die Leinenpflicht besonders konsequent; prüfe die Regelung dort stets vor dem Besuch.
Halte deinen Hund auf markierten Wegen und führe ihn an der Leine, sobald du Warnhinweise oder Schutzzonen siehst. Die kantonalen Jagd- und Fischereibehörden sowie Pro Natura Neuenburg informieren über aktuelle Schutzgebiete: www.pronatura-ne.ch — Pro Natura Neuenburg. Ein gut trainierter Rückruf ist gerade im Frühling keine Kür, sondern Pflicht. Rebbergwege sind zwar vielfach öffentlich zugänglich, aber der Bewuchs am Boden kann im Frühjahr mit Pestiziden behandelt sein — lass deinen Hund dort nicht graben oder fressen.
- Schilf- und Uferbereiche: In der Brutsaison meiden oder nur auf dem Weg bleiben.
- Waldränder: Auf scharfes Beobachten achten — Rehkitze liegen reglos im Gras.
- Rebberge: Auf Behandlungsschilder achten und Hund eng führen.
Sommer: Hitze, See und Erfrischung mit Hund
Im Sommer kann Neuchâtel richtig heiss werden — der Föhneffekt und die Stadtlage sorgen dafür, dass Temperaturen von über 30 Grad keine Seltenheit sind. Asphalt und Pflastersteine in der Altstadt heizen sich stark auf; der einfache Test: Hält dein Handrücken die Fläche nicht drei Sekunden aus, ist sie zu heiss für Pfoten. Plane Spaziergänge früh morgens oder nach 19 Uhr, wenn die Hitze nachlässt.
Der Neuenburgersee ist eine grosse Versuchung — für dich und deinen Hund. Viele Hunde lieben das Wasser, aber achte darauf, dass du nur an Stellen ins Wasser gehst, wo Hunde erlaubt sind. An offiziellen Badestränden gilt in der Regel ein Hundeverbot oder strenge Leinenpflicht; prüfe die aktuellen Schilder am Ufer. Weniger frequentierte Uferabschnitte ausserhalb der Stadt sind häufig die bessere Wahl für eine Abkühlung. Frischwasser im Gepäck ist im Sommer für jeden Ausflug Pflicht — Seewasser trinken sollte dein Hund nicht.
Vergiss nicht: Hunde dürfen nie im geschlossenen Auto warten, auch nicht kurz. Im Schatten oder bei offenem Fenster steigt die Temperatur schneller als erwartet — das ist lebensbedrohlich. In Neuchâtel gibt es in der Innenstadt kaum schattige Parkplätze, plane deine Unternehmungen also so, dass dein Hund immer dabei ist oder sicher betreut wird.
Herbst: Weinlese, Wälder und Nebel über dem See
Der Herbst ist vielleicht die schönste Jahreszeit für Hunde-Ausflüge rund um Neuchâtel. Die Jura-Höhenwege leuchten in Rot und Ocker, die Luft ist klar, und die Touristendichte sinkt merklich. Die Weinlese prägt die Region von September bis Oktober stark — in dieser Zeit sind manche Rebbergwege gesperrt oder durch Erntemaschinen belegt. Respektiere die Absperrungen und führe deinen Hund eng; in Erntegebieten ist freies Umherlaufen absolut tabu.
Im Wald beginnt gleichzeitig die Jagdsaison, die im Kanton Neuenburg je nach Wildart von September bis Januar dauert. Informiere dich über aktuelle Jagdzeiten beim Kanton, und rüste deinen Hund mit einer leuchtenden Weste oder einem Signal-Halsband aus, wenn ihr durch Waldgebiete streift. Ein oranger oder gelber Anstecker macht deinen Hund für Jäger gut sichtbar und reduziert das Risiko von Verwechslungen. Pilzsuche im Wald ist verlockend, aber: Viele Pilzarten sind für Hunde giftig — lass sie nicht schnüffeln und kauen.
- Weinlese-Periode: Rebwege prüfen, Absperrungen ernst nehmen.
- Jagdsaison: Hund an der Leine im Wald, Signalfarben tragen.
- Pilze: Keinen Hund daran kauen lassen — viele Arten sind giftig.
- Nebeltage: Auf dem Seeufer kann Nebel überraschend schnell aufziehen — halte deinen Hund in Sichtweite.
Winter: Bise, Schnee und kurze Tage am Neuenburgersee
Der Winter in Neuchâtel kommt oft mit dem Bise-Wind — einem trockenen Nordostwind, der vom See über die Stadt fegt und sich kälter anfühlt, als das Thermometer zeigt. Kurzhaarige und kleine Hunde sollten bei starkem Wind und unter null Grad einen Hundemantel tragen; das ist keine Modeerscheinung, sondern Wärmeschutz. Die Altstadt mit ihren Arkaden bietet etwas Windschutz, ist aber gepflastert und kann bei Frost rutschig werden.
An Wintertagen mit Schneefall lohnt sich ein Ausflug in die Jurahöhen — dort liegt Schnee oft zuverlässiger als in der Stadt, und Hunde können sich austoben. Achte auf Streusalz in der Innenstadt: Es greift Pfoten an. Wasche die Pfoten deines Hundes nach Stadtspaziergängen mit lauwarmem Wasser ab und kontrolliere die Zwischenzehenräume auf Risse. Pfotenbalsam hilft vorbeugend.
Die Tage sind kurz, und Gassirunden finden häufig im Dunkeln statt. Ein LED-Halsband oder eine Blinkleuchte am Hund macht ihn für Autos und Velofahrer sichtbar — gerade auf den wenig beleuchteten Uferwegen ist das wichtig. Denk auch daran, dass Zeckensaison in milden Wintern früher beginnt als erwartet; wer die Jurahänge im Januar aufsucht, sollte seinen Hund nach dem Spaziergang gründlich absuchen.
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