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District de la Broye-Vully

District de la Broye-Vully Karte: Wikipedia Commons, Tschubby, CC BY-SA 3.0. Quelle: commons.wikimedia.org
Schwierigkeit
Leicht
Eintritt
Kostenlos

Hund im District de la Broye-Vully: Was wirklich gilt

Der District de la Broye-Vully liegt im Nordosten des Kantons Waadt, eingeklemmt zwischen dem Murtensee im Norden und der weiten Broyeebene im Süden. In der modernen Gemeinde Avenches im Bezirk Broye-Vully im Kanton Waadt stösst man auf Spuren vergangener Zeiten. Der Bezirk grenzt an den Kanton Freiburg, das macht ihn zur Grenzzone zweier Kantone mit unterschiedlichen Traditionen. Für Hundehalter bedeutet das: Wer hier lebt oder zu Besuch kommt, bewegt sich auf Waadtländer Boden. Es gilt konsequent kantonales Recht.

Die Landschaft ist flacher als anderswo im Kanton. Kornfelder, Rebhänge am Mont Vully, Schilfufer entlang der Broye. Die geschützten Naturschutzgebiete entlang der Broye und am Ufer des Neuenburgersees bieten Ruhe für Spaziergänger und Naturliebhaber. Genau das macht den Bezirk attraktiv, und genau da lauern die Fallstricke für Hundehalter. Naturschutzgebiete, Brutgebiete, kommunale Verbote: Die Regeln sind vielfältig. Dieser Artikel erklärt, was gilt.

Leinenpflicht im District de la Broye-Vully: Was kommunal gilt

Der Kanton Waadt setzt den Rahmen, die Gemeinden konkretisieren. Seit dem 1. Januar 2008 gilt im Kanton Waadt eine revidierte Hundegesetzgebung. Die Verordnung wurde 2014 nochmals revidiert. Jede Gemeinde im Bezirk kann darüber hinaus eigene Reglements erlassen. Die Beschilderung vor Ort hat immer Vorrang.

Avenches und die Gemeinden des Bezirks

Avenches ist das administrative Zentrum des Bezirks. Frühmorgens riecht die Broyeebene nach feuchter Erde. Kaum ein anderer Ort im Kanton Waadt hat so viel flaches Gelände für Hunde zum Austoben, aber eben auch klare Regeln.

Hundehaltende müssen ihre Hunde jederzeit kontrollieren können und haben sicherzustellen, dass ihre Hunde ausreichend sozialisiert sind (Art. 16 LPolC/VD). Das ist keine leere Formel. Wer die Kontrolle verliert, riskiert behördliche Massnahmen.

Halter sind verpflichtet, eine Privathaftpflichtversicherung abzuschliessen (Art. 15 LPolC/VD) und für die Haltung eines Hundes eine Hundesteuer zu bezahlen (Art. 1 RICC/VD). Die kommunale Leinenpflicht in Ortszentren, auf Spielplätzen und an Schulanlagen ist durch Beschilderung markiert. Jede Gemeinde ist eigenverantwortlich für das Aufstellen von Hinweisschildern hinsichtlich einer Leinenpflicht und genereller Verbotszonen für Hunde. Prüfe beim ersten Besuch eines neuen Quartiers die Schilder, gerade in Avenches mit seinem dichten historischen Stadtkern.

Ob dein Hund in den Innenräumen von Sehenswürdigkeiten wie dem Römermuseum Avenches mitdarf, klärst du direkt auf der offiziellen Website von Aventicum. Behauptungen dazu wären hier fehl am Platz.

Wald: Brut- und Setzzeit ist entscheidend

Hier wird es ernst. Im Kanton Waadt gilt eine der strengsten Saisonregelungen der Deutschschweiz und Westschweiz.

Hunde müssen im Wald, am Waldrand und auf angrenzenden Wiesen in landwirtschaftlichen Flächen vom 1. April bis 15. Juli an der Leine geführt werden (Art. 7b Abs. 3 RLFaune/VD).

Das ist breiter als in vielen anderen Kantonen. Im Kanton Waadt gilt die Leinenpflicht zusätzlich am Waldrand und auf angrenzenden Wiesen. Wer also am Rand eines Feldes nahe dem Wald entlangläuft, ist im April bereits leinenpflichtig. Die Broyeebene hat viele solche Übergangszonen.

Der Verstoss gegen die gesetzlich auferlegten Leinenpflichten stellt eine strafrechtliche Übertretung dar, die mit einer Busse bestraft wird, und zwar unabhängig davon, ob der Hund tatsächlich gejagt oder gewildert hat. Wer argumentiert, sein Hund sei brav gewesen, zahlt trotzdem.

Naturschutzgebiete im Bezirk

Der Bezirk hat mehrere schutzwürdige Gebiete. Entlang der Broye und am Neuenburgersee-Ufer liegen ausgedehnte Feuchtgebiete und Schilfflächen. Das Naturzentrum La Sauge des Schweizer Vogelschutzes liegt in der Nähe von Cudrefin, eine der bedeutendsten Vogelbeobachtungsstationen der Schweiz.

In Naturschutzgebieten gilt eine generelle Leinenpflicht (Art. 7b i.V.m. 2b und 2c RLFaune/VD). Das gilt das ganze Jahr. Nicht nur zur Brutzeit.

Die Kantone haben die Möglichkeit, gewisse Regelungen betreffend Hundehaltung den Gemeinden zu überlassen. Es gilt daher, sich bei der jeweiligen Gemeinde zusätzlich über das kommunale Recht zu informieren und örtliche Beschilderungen zu befolgen.

Ob du mit deinem Hund das Naturzentrum La Sauge bei Cudrefin betreten kannst, klärst du auf der offiziellen Seite des Schweizer Vogelschutzes.

Listenhunde im District de la Broye-Vully: Kantonale Bewilligungspflicht

Der Kanton Waadt ist von Seiten der Hundegesetzgebung relativ liberal eingestellt. Die Behörden stufen aktuell nur drei Hunderassen als Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotential ein.

In seiner Hundegesetzgebung sieht der Kanton Waadt seit 2008 eine Liste bewilligungspflichtiger Rassen vor. Als potenziell gefährlich und somit als bewilligungspflichtig gelten: American Staffordshire Terrier (Amstaff), American Pit Bull Terrier und Rottweiler sowie deren Kreuzungen (Art. 3 Abs. 1 LPolC i.V.m. Art. 2 Abs. 1 RLPolC).

Das ist eine kurze Liste verglichen mit anderen Kantonen. Trotzdem: Wer einen dieser drei Typen hält, braucht eine Bewilligung des kantonalen Veterinäramts Waadt. Neben einem bewilligungspflichtigen Hund darf ein weiterer Hund nur mit ausdrücklicher Bewilligung des Veterinäramtes gehalten werden (Art. 12 Abs. 3 LPolC/VD).

Ausserkantonale Halter von Listenhunden können einreisen. Wenn das Halten eines Listenhundes im Wohnkanton bewilligt ist und alle damit zusammenhängenden Auflagen erfüllt sind, kann kein anderer Kanton das Einreisen oder den zeitweisen Aufenthalt verbieten, auch wenn die Hunderasse dort auf einer Liste steht. Die Regelungen des Wohnkantons gelten. Aber: Die kantonale Leinenpflicht im Wald und in Schutzgebieten gilt für alle Hundehalter gleichermassen.

Mehr zu den kantonalen Hunderecht-Details findest du in der Übersicht Waadt auf rundum.dog.

Hundesteuer und Anmeldung

Im Kanton Waadt ist die Hundesteuer gesetzlich verankert. Jede Gemeinde im Bezirk erhebt sie selbst. Halter sind verpflichtet, eine Privathaftpflichtversicherung abzuschliessen (Art. 15 LPolC/VD) und eine Hundesteuer zu bezahlen (Art. 1 RICC/VD).

Die Höhe der Hundetaxe legt jede Gemeinde eigenständig fest. Aktuelle Tarife für Avenches, Cudrefin, Salavaux oder andere Gemeinden des Bezirks erfährst du direkt beim jeweiligen Gemeindesekretariat. Verlass dich nicht auf veraltete Zahlen aus dem Internet.

Zusätzlich brauchst du eine Privathaftpflichtversicherung, die Hundeschäden abdeckt. Das ist im Kanton Waadt Pflicht, nicht optional. Wer keinen Nachweis hat, riskiert Probleme bei einer Kontrolle.

Die besten Routen im District de la Broye-Vully, mit korrekter Rechtslage

Mont Vully – Weinberge, Gipfelpanorama und der Murtensee zu Füssen

Der Mont Vully steht zwischen zwei Seen. Im September, wenn die Weinlese beginnt, riecht der Aufstieg durch die Rebhänge nach Most. Unten schimmert der Murtensee graugrün, dahinter die Freiburger Voralpen. Mit seinen 653 Metern bietet der Mont Vully ein weites Panorama auf den Murtensee, den Neuenburgersee, den Jura und die Alpen.

Die aussichtsreiche Wanderung von Sugiez dem Murtensee entlang nach Praz und über den Mont Vully zurück nach Sugiez ist eine klassische Rundtour. Der Aufstieg durch Weinberge ist steil, der Rücken oben breit genug für einen lockeren Schritt.

Wichtig für Hundehalter: Der Mont Vully selbst liegt grösstenteils im Kanton Freiburg, aber der Zugang von der Waadtländer Seite unterliegt kantonalem Recht Waadt. Waldabschnitte auf dem Weg nach oben fallen vom 1. April bis 15. Juli unter die Leinenpflicht (Art. 7b Abs. 3 RLFaune/VD). Vor Ort die Beschilderung beachten. Aktuelle Routen-Informationen bei SchweizMobil.

Broyeebene und Naturschutzgebiet La Sauge – Flachland mit Vogelstimmen

Im Grossen Moos, östlich von Avenches, liegt eine andere Welt. Die Kanäle der Broyeebene verlaufen schnurgerade durch Gemüsefelder. Im Frühsommer brüten Rohrsänger im Schilf. Am Weg liegen das Naturschutzzentrum La Sauge des Schweizer Vogelschutzes und das Naturschutzgebiet Chablais.

Hier gilt das härteste Regime: In den Naturschutzgebieten entlang der Broye und des Neuenburgersees gilt ganzjährige Leinenpflicht (Art. 7b i.V.m. 2b und 2c RLFaune/VD). Kein Freilauf, auch im August nicht. Zur warmen Jahreszeit ist die Mückenplage auf dem Teilstück La Sauge–Cudrefin etwas lästig, ein Hinweis, dass du hier sowieso lieber kurze Hosen daheim lässt. Dein Hund merkt davon weniger, aber den Weg kennt er schnell auswendig.

Ob Hunde in den Bereich des Naturzentrums La Sauge mitdürfen, prüfst du auf der Website des Schweizer Vogelschutzes.

Murtensee-Ufer zwischen Avenches und Sugiez – Flaches Wasser, offene Ufer

Die Gemeinde Avenches liegt am Südrand der Broyeebene am Murtensee mit einem Campingplatz und einem Hafen für Sportboote. Das Ufer zwischen Avenches und Sugiez ist flach. Im Juli trocknet der Strandabschnitt aus, das Wasser steht warm. Der Hund läuft voraus, die Leine schleift auf dem Kiesweg.

Ob Hunde an bestimmten Strandabschnitten oder Badeplätzen am Murtensee mitdürfen, hängt von der jeweiligen Gemeinde und der Saison ab. Die Beschilderung vor Ort entscheidet. Aktuelle Informationen auch bei der Tourismusorganisation der Region Murtensee, erreichbar unter SchweizMobil für Routenplanung.

Broyekanal zwischen Sugiez und Salavaux – Flacher Weg, Kanallandschaft

Der Broye-Kanal verbindet den Murtensee mit dem Neuenburgersee. Der Weg entlang des Kanals ist flach und breit. Im Frühling zieht Morgennebel über das Wasser. Keine Steigungen, keine Felsstufen. Gut geeignet für Hunde jeder Grösse.

Die geschützten Naturreservate entlang der Broye bieten Ruhe für Spaziergänger und Naturliebhaber. Der Kanalweg selbst ist meist ausserhalb der ausgewiesenen Schutzflächen. Trotzdem: Schilder beachten, besonders wo der Weg an Schilfflächen vorbeiführt. Die Leinenpflicht in Naturschutzgebieten gilt unmittelbar.

Was im District de la Broye-Vully anders ist als im Rest des Kantons Waadt

Der Bezirk liegt an einer Sprachgrenze. Der Mont Vully ist offiziell freiburgisches Gebiet, die Wanderrouten von der Waadtländer Seite fallen aber unter Waadtländer Recht. Wer den Gipfel von Môtier (FR) aus begeht, wechselt in einen anderen Kanton mit anderen Regeln. Das passiert schnell, ohne dass ein Schild auf den Wechsel hinweist.

Zweite Eigenheit: Die Feuchtgebiete des Grossen Mooses und die Broye-Ufer sind ornithologisch hochsensibel. Naturschutzgebiete mit ganzjähriger Leinenpflicht liegen hier dichter beisammen als in anderen Teilen des Kantons. Wer aus dem Waadtländer Weinland kommt und denkt, die Flachlandwanderung sei entspannter als ein Ausflug ins Gebirge, unterschätzt die Schutzzonen.

Der Bezirk ist kein Hochdruckgebiet für Hundekontrollen wie etwa Lausanne oder Nyon. Aber Wildhüter des Jagdkonkordats Freiburg–Neuenburg–Waadt können grenzüberschreitend tätig werden. Aufgrund des Jagdkonkordats zwischen den Kantonen Freiburg, Neuenburg und Waadt ist es der Wildhut dieser Kantone erlaubt, auf den Gebieten der Konkordatskantone streunende Hunde abzuschiessen, die von seuchenartigen Krankheiten befallen oder schwer verletzt sind (Art. 10 Abs. 1 lit. b Konkordat über die Ausübung der Jagd). Das betrifft streuende Tiere, aber es zeigt, wie eng die drei Kantone hier zusammenarbeiten.

Häufig gestellte Fragen

Darf mein Hund im Wald beim Mont Vully frei laufen?

Nur ausserhalb der Brut- und Setzzeit. Vom 1. April bis 15. Juli gilt kantonale Leinenpflicht im Wald, am Waldrand und auf angrenzenden Wiesen (Art. 7b Abs. 3 RLFaune/VD). Das gilt für die Waadtländer Seite des Mont Vully. Wer den Gipfel von der Freiburger Seite aus begeht, untersteht kantonalem Recht Freiburg, das hat ähnliche Regelungen. Beschilderung vor Ort immer beachten.

Brauche ich für meinen Hund eine Versicherung im Kanton Waadt?

Ja. Die Privathaftpflichtversicherung ist im Kanton Waadt gesetzlich vorgeschrieben (Art. 15 LPolC/VD). Sie muss Schäden abdecken, die dein Hund an Dritten oder deren Eigentum verursacht. Eine Hundehaftpflicht allein reicht; viele Privathaftpflichten schliessen Hunde ein, prüfe deinen Vertrag.

Wie viel kostet die Hundetaxe in den Gemeinden des Bezirks?

Die Hundetaxe legt jede Gemeinde eigenständig fest. Es gibt keinen bezirksweiten Einheitssatz. Die aktuellen Beträge erfährst du direkt beim Gemeindesekretariat von Avenches, Cudrefin, Salavaux oder deiner Wohngemeinde. Die Zahlungspflicht ergibt sich aus kantonalem Recht (Art. 1 RICC/VD).

Ich halte einen Rottweiler. Darf ich damit in den Bezirk einreisen?

Ja, wenn dein Rottweiler im Wohnkanton ordnungsgemäss bewilligt ist. Ausserkantonale Halter von bewilligungspflichtigen Rassen dürfen einreisen, die Bewilligung des Wohnkantons gilt. Während des Aufenthalts im Kanton Waadt musst du dich jedoch an die kantonalen Regeln halten: Leinenpflicht in Schutzgebieten und im Wald zur Brutzeit, Versicherungspflicht, jederzeitige Kontrolle (Art. 16 LPolC/VD). Das kantonale Veterinäramt Waadt ist die zuständige Behörde: vd.ch.

Gibt es im Bezirk Broye-Vully ausgewiesene Hundeauslaufzonen?

Kommunale Hundeauslaufzonen werden von den einzelnen Gemeinden ausgewiesen und können sich ändern. Ob in Avenches oder einer anderen Gemeinde des Bezirks eine ausgewiesene Freilauffläche existiert, prüfst du am sichersten direkt bei der Gemeindeverwaltung oder vor Ort anhand der Beschilderung.

Quellen

Saisonale Hinweise

Beste Jahreszeit: Sommer