District de la Riviera-Pays-d’Enhaut
Karte: Wikipedia Commons, Tschubby, CC BY-SA 3.0. Quelle: commons.wikimedia.org Hund im District de la Riviera-Pays-d’Enhaut: Was wirklich gilt
Zwischen dem Genfersee und den Voralpen liegt der Bezirk wie ein langes Band durch den Kanton Waadt. Unten das Blau des Lac Léman, zwischen Vevey und Villeneuve breiter werdend. Oben das enge Tal der Hongrin, die Weiden rund um Château-d’Oex, wo der Herbstnebel wochenlang in den Mulden hängt. 753 km², zwei Welten: das dicht besiedelte Seeufer mit Montreux und Vevey, die weitläufigen Alpweiden des Pays-d’Enhaut.
Für dich mit Hund hat das zwei Gesichter. Am See trifft Massentourismus auf strenge kommunale Polizeireglements. In den Alpentälern bestimmt das kantonale Wildtierschutzrecht den Rhythmus. Beide Zonen bauen auf derselben Grundlage auf: der Loi sur la police des chiens (LPolC, 133.75), in Kraft seit 1. Januar 2008.
Leinenpflicht im District de la Riviera-Pays-d’Enhaut: Was kommunal gilt
Der Kanton Waadt setzt den Rahmen, die Gemeinden konkretisieren. Die Gemeinden können öffentliche Orte bezeichnen, an denen Hunde verboten sind oder Leinenpflicht gilt. Das ist die Praxis-Schicht, die dich täglich betrifft. Dazu kommen kantonale Pflichten, die überall im Bezirk gelten.
Montreux und Vevey: Leine im öffentlichen Raum
Montagmorgen auf dem Quai de la Rouvenaz: Touristengruppen, Rennradfahrer, Familien mit Kinderwagen. Genau dort greift die LPolC. Als Halter bist du verantwortlich für Pflege, Erziehung, Sozialisation und Alltagskontrolle deines Hundes, unabhängig von Alter, Grösse oder Rasse. Du brauchst eine Haftpflichtversicherung und meldest deinen Hund bei der Wohnsitzgemeinde sowie in der nationalen Datenbank AMICUS an.
Leinenpflicht gilt im Kanton Waadt mindestens:
- In öffentlich zugänglichen Gebäuden
- In öffentlichen Verkehrsmitteln
- Auf Schulhöfen und Kinderspielplätzen
- Bei öffentlichen Veranstaltungen
Im Kanton Waadt müssen alle Hunde an öffentlichen Orten kurz an der Leine geführt werden. Grosse oder potenziell gefährliche Hunde tragen in der Menschenmenge zusätzlich einen Maulkorb. Die Anmeldefrist nach Erwerb eines Hundes beträgt zwei Wochen. Zu spät oder gar nicht gemeldet: Busse.
Wald und Waldrand: April bis Juli, die heikle Saison
Im April werden die Weiden oberhalb von Montreux grün. Gleichzeitig beginnt die Periode, die viele Hundehalter unterschätzen. Hunde müssen im Wald, am Waldrand und auf angrenzenden Wiesen in landwirtschaftlichen Flächen vom 1. April bis 15. Juli an der Leine geführt werden (Art. 7b Abs. 3 RLFaune/VD).
Im Kanton Waadt gilt die Leinenpflicht zusätzlich am Waldrand und auf angrenzenden Wiesen, nicht nur im Wald selbst. Das ist ein Unterschied zu vielen anderen Kantonen. Ein Hund auf der Alpweide neben dem Waldrand steht in der gleichen Pflicht wie einer zwischen den Tannen. Betroffen sind die Wälder über Vevey und Montreux genauso wie die Waldlichtungen und Waldrandwiesen im Pays-d’Enhaut.
Wer die Leinenpflicht ignoriert, zahlt eine Busse. Viele Hundehalter unterschätzen, was für ein enormer Stress eine Hetzjagd durch einen Hund für Wildtiere bedeutet. Im Frühling sind die Tiere nach den langen Wintermonaten geschwächt. In der Brut- und Setzzeit sind Jungtiere für jagende Hunde leichte Beute. Auch wenn Hunde nicht zubeissen, kann es bei gehetzten Tieren zu einem Herzstillstand oder einem Abort kommen.
Naturschutzgebiete und Seeufer
An den Ufern des Lac Léman von Vevey bis Villeneuve gilt: Kommunales Polizeireglement prüfen, bevor du mit dem Hund an öffentliche Badeplätze oder abgesperrte Uferzonen gehst. Die Gemeinden dürfen Orte bestimmen, an denen Hunde verboten sind oder Leinenpflicht herrscht. Ob und wo das konkret für Montreux oder Vevey gilt, erfährst du direkt beim jeweiligen Gemeindeamt. Die Beschilderung vor Ort ist verbindlich.
Listenhunde im District de la Riviera-Pays-d’Enhaut: Waadtländer Bewilligungspflicht
Die Haltung eines potenziell gefährlichen Hundes ist bewilligungspflichtig. Im Kanton Waadt betrifft das American Staffordshire Terrier (Amstaff), American Pit Bull Terrier und Rottweiler. Halter von potenziell gefährlichen Hunden müssen den TCOM (Test de conduite, d’obéissance et de maîtrise) erfolgreich absolvieren und die danach verlangten Kurse innerhalb von zwei Jahren abschliessen.
Die Bewilligung gilt jeweils nur für einen potenziell gefährlichen Hund. Wer zusätzlich einen weiteren Hund halten will, unabhängig von Rasse –, braucht dafür eine ausdrückliche Genehmigung des Departements. Import und Zucht dieser Hunde sind verboten. Nachkommen aus solchen Zuchten werden beschlagnahmt und eingeschläfert.
Die Anmeldung potenziell gefährlicher Hunde erfolgt beim Service cantonal des affaires vétérinaires (SCAV) innerhalb von zwei Wochen nach Erwerb. Mehr zur kantonalen Regelung im Artikel zum Kanton Waadt.
Hundesteuer und Anmeldung im Bezirk
Die Hundesteuern im Bezirk folgen dem waadtländischen Zweistufenmodell: kantonaler Anteil plus kommunaler Zuschlag. In der Schweiz ist die Regelung der Hundesteuer den Kantonen und Gemeinden überlassen. Die Hundesteuer beträgt je nach Kanton und Gemeinde zwischen 50 und 200 Franken pro Jahr. Der Durchschnitt liegt bei etwa 100 bis 150 Franken. Für den genauen Betrag in Vevey, Montreux oder einer anderen Gemeinde des Bezirks wendest du dich direkt an den Gemeindeschalter. Die aktuelle Höhe steht auf der jeweiligen Gemeinde-Webseite.
Du meldest deinen Hund innerhalb von zwei Wochen nach Erwerb bei der Gemeinde und in der AMICUS-Datenbank an. Wer am 1. Januar des Steuerjahres einen Hund hält, zahlt die Jahressteuer. Stirbt dein Hund oder wechselt er den Halter, meldest du das der Gemeinde. Blindenhunde und Rettungshunde sind in vielen Gemeinden von der Steuer befreit.
Seit dem 1. Januar 2024 gilt im Kanton Waadt: Wer zum ersten Mal einen Hund erwerben will, oder seit mindestens zehn Jahren keinen Hund mehr gehalten hat –, muss vor der Anschaffung einen theoretischen Kurs absolvieren und danach eine praktische Lenkbarkeitsprüfung bestehen.
Die besten Routen im District de la Riviera-Pays-d’Enhaut, mit korrekter Rechtslage
Rochers-de-Naye: Der Konditionstest über dem See
Die Zahnradbahn aus Montreux schnauft die Kehren hoch. Du steigst zu Fuss daneben auf. Nach dreissig Minuten verstummt der Lärm der Quais. Der Weg auf die Rochers-de-Naye (2042 m ü. M.) beginnt im Baumschatten, wechselt in offene Alpwiesen. Oben nur noch Fels, Geröll und Schneereste bis in den Frühsommer.
Rechtslage: Sobald du den Waldgürtel durchquerst, gilt vom 1. April bis 15. Juli Leinenpflicht, auch auf angrenzenden Alpwiesen (Art. 7b Abs. 3 RLFaune/VD). Oberhalb der Waldgrenze, auf offenem Alpgelände ohne Wildschutz-Beschilderung, kann ein sicher kontrollierbarer Hund frei laufen. Vor dem Aufstieg die Signalisation am Wegbeginn lesen. Saisonale Sperrungen sind möglich. Im Frühseptember, wenn der Berg morgens frisch ist und das erste Schneefeld auf dem Gipfelplateau erscheint, ist der Aufstieg deutlich ruhiger als im Juli. Detailrouten und aktuelle Bedingungen findest du bei Montreux Riviera Tourisme.
La Veveyse: Schlucht mit knirschendem Kies
Der Fluss Veveyse schneidet südlich von Châtel-Saint-Denis ein enges Tal in die Molasse. Das Wasser ist laut und nah, die Farne wuchern fast über den Weg. Der Boden wechselt: feuchte Erde, dann Kiesplatten, dann wieder Wurzeln. Für Hunde ist das Bachrauschen magnetisch. Der Fuss landet schnell im Wasser.
Rechtslage: Der Kanton Freiburg grenzt hier direkt an. Solange du auf Waadtländer Boden wanderst, gilt die Waadtländer Logik: Leinenpflicht im Wald und an Waldrandwiesen vom 1. April bis 15. Juli. Ausserhalb dieser Periode ist der Hund frei, wenn er unter Kontrolle bleibt und keine kommunale Beschilderung etwas anderes vorschreibt. Uferstreifen entlang der Veveyse können Naturschutzzone sein. Im Zweifel: Schild lesen.
Pays-d’Enhaut: Weitläufige Alpweiden rund um Château-d’Oex
Wer zum ersten Mal das Tal hochfährt und die Wiesen rund um Château-d’Oex sieht, fragt sich, wieso der Rest der Westschweiz das nicht weiss. Breit, grün, kaum Getümmel. Im September liegt Morgennebel in den Senken. Die Kuhglocken klingen weit über die Hänge. Für Hunde mit viel Bewegungsdrang ist das Pays-d’Enhaut eine andere Welt.
Aber auch hier gilt: Alpweiden sind landwirtschaftliches Land. In Sichtweite von Rindern, Pferden und Schafen bleibt der Hund an der Leine, das ganze Jahr. Wer das missachtet und der Hund scheucht Weidevieh auf, verletzt das Tierschutzgesetz. Der Schaden kann hoch werden. Vom 1. April bis 15. Juli kommt die kantonale Leinenpflicht in Wald und Waldrandwiesen dazu. Im Pays-d’Enhaut gibt es ausgewiesene Schutzzonen. Die Beschilderung vor Ort ist verbindlich. Saisonale Eigenheiten und Routen im Bergteil führt Pays-d’Enhaut Région.
Seeufer zwischen Vevey und Villeneuve: Quais und Naturufer
Am frühen Morgen liegen die Dampfer noch still. Der See ist spiegelglatt. Der Weg auf dem Quai in Vevey mit Hund ist dann eine ruhige Sache. Im Juli sieht das anders aus: Velofahrer, Familien, Ausflügler aus der ganzen Romandie auf demselben Trottoir.
Auf öffentlichen Promenaden gilt die kantonale Pflicht: Hund an die kurze Leine. Zwischen Villeneuve und Montreux gibt es weniger frequentierte Uferabschnitte ausserhalb der Stadtkerne. Ob Hunde ins Château de Chillon mitdürfen, klärst du direkt auf der offiziellen Schloss-Webseite. An Badeplätzen gelten temporäre Verbote, die Schilder vor Ort lesen. Wer zur falschen Zeit am falschen Ort steht, zahlt eine Busse.
Was im District de la Riviera-Pays-d’Enhaut anders ist als im Rest des Kantons Waadt
Der Bezirk ist einer der touristisch am stärksten frequentierten des Kantons. Montreux zieht Festivalpublikum, Kreuzfahrttouristen und Tagestouristen aus der ganzen Romandie an. Das hat Folgen. Promenaden sind voller. Die kommunale Bereitschaft, Hunde aus Fussgängerzonen herauszuhalten oder die Leinenpflicht durchzusetzen, ist höher als in ländlichen Waadtländer Bezirken. Wer das Beste der Region mit Hund erleben will, kommt früh morgens oder ausserhalb der Hochsaison.
Gleichzeitig hat der Bezirk etwas, das rein städtische Zonen nicht bieten können: den direkten Übergang von der Seepromenade in die Voralpen. Du verlässt Montreux zu Fuss. Eine Stunde später bist du in einer Landschaft, die still und weit ist. Das macht den Bezirk attraktiv für Hundehalter mit aktiven Hunden, die täglich viel Raum brauchen. Die Kehrseite: Im Pays-d’Enhaut teilen sich Wanderrouten häufiger mit Weidevieh als anderswo im Kanton. Die Dichte an Wildschutzzonen ist im Berggebiet hoch. Wer mit dem Hund von der Seepromenade in die Alpweide wechselt, denkt die Regeln konsequent mit.
Häufig gestellte Fragen
Gilt im District de la Riviera-Pays-d’Enhaut ganzjährig Leinenpflicht im Wald?
Nein. Aber vom 1. April bis 15. Juli gilt im Kanton Waadt Leinenpflicht im Wald, am Waldrand und auf angrenzenden landwirtschaftlichen Wiesen (Art. 7b Abs. 3 RLFaune/VD). Ausserhalb dieser Periode darf dein Hund im Wald frei laufen, wenn er unter Kontrolle bleibt und kein Schild eine Schutzzone ausweist. Wichtig: Der Kanton Waadt erfasst ausdrücklich auch Waldrandwiesen, nicht nur den Wald selbst.
Darf ich mit meinem Hund ans Seeufer in Montreux oder Vevey?
Auf Quais und Uferpromenaden führst du deinen Hund an der Leine. Öffentliche Badeplätze sperren manche Gemeinden für Hunde, besonders in der Badesaison. Was konkret gilt, erfährst du bei der Gemeinde Montreux oder Vevey, oder über die Schilder vor Ort. Ob der Hund ins Château de Chillon mitdarf, klärst du direkt auf der offiziellen Schloss-Webseite.
Wie viel kostet die Hundetaxe in den Gemeinden des Bezirks?
Die Hundetaxe besteht aus einem kantonalen Anteil und einem kommunalen Zuschlag. Den Zuschlag legt jede Gemeinde selbst fest. Schweizweit bewegt sich die Hundetaxe zwischen 50 und 200 Franken pro Jahr; der Durchschnitt liegt bei etwa 100 bis 150 Franken. Für den genauen Betrag in deiner Gemeinde, ob Vevey, Montreux oder Château-d’Oex, wendest du dich an den Gemeindeschalter oder schaust auf der Gemeinde-Webseite nach. Du meldest deinen Hund innerhalb von zwei Wochen nach Erwerb an: bei der Gemeinde und in der AMICUS-Datenbank.
Brauche ich für einen Rottweiler oder American Staffordshire Terrier eine Bewilligung im Kanton Waadt?
Ja. Die Haltung eines potenziell gefährlichen Hundes ist bewilligungspflichtig. Im Kanton Waadt betrifft das American Staffordshire Terrier (Amstaff), American Pit Bull Terrier und Rottweiler. Du meldest deinen Hund innerhalb von zwei Wochen beim SCAV an und musst den TCOM (Test de conduite, d’obéissance et de maîtrise) erfolgreich absolvieren. Details beim Service cantonal des affaires vétérinaires (SCAV).
Was gilt bei Wanderungen mit Hund auf Alpweiden im Pays-d’Enhaut?
Alpweiden sind landwirtschaftliches Land. In der Nähe von Weidevieh bleibt der Hund das ganze Jahr an der Leine. Vom 1. April bis 15. Juli kommt die kantonale Leinenpflicht in Wald und Waldrandwiesen dazu (Art. 7b Abs. 3 RLFaune/VD). Wer das missachtet und der Hund verletzt Wild, haftet für den Wildschaden. Im Pays-d’Enhaut gibt es ausgewiesene Schutzzonen. Die Beschilderung vor Ort ist verbindlich.
Muss ich als Ersthalter im Kanton Waadt einen Kurs besuchen?
Seit dem 1. Januar 2024 müssen Personen, die zum ersten Mal einen Hund erwerben wollen, oder seit mindestens zehn Jahren keinen Hund mehr gehalten haben –, vor der Anschaffung einen theoretischen Kurs absolvieren und danach eine praktische Lenkbarkeitsprüfung bestehen. Informiere dich vor dem Kauf beim kantonalen Veterinäramt.
Quellen
- Loi 133.75 sur la police des chiens (LPolC), Kanton Waadt – Volltext auf Lexfind.ch
- Service cantonal des affaires vétérinaires (SCAV), Kanton Waadt – Hundehaltung und CPD
- Stiftung Tier im Recht – Hunderecht Kanton Waadt (Art. 7b Abs. 3 RLFaune/VD)
- educationcanine-vaud.ch, Kurspflichten und LDCh-Änderung 2024
- Anmeldung Hund, Stadt Vevey, vevey.ch
Saisonale Hinweise
Beste Jahreszeit: Sommer