Region Moesa
Karte: Wikipedia Commons, Tschubby, CC BY-SA 3.0. Quelle: commons.wikimedia.org Hund in der Region Moesa: Was wirklich gilt
Die Region Moesa ist eine Verwaltungseinheit des Kantons Graubünden, die seit dem 1. Januar 2016 besteht und das Misox sowie das Calancatal umfasst. Sie liegt auf der Alpensüdseite in der sogenannten «Svizzera italiana», der italienischsprachigen Schweiz. Im Süden grenzt die Region an den Kanton Tessin und an Italien. Das Klima ist entsprechend milder als im übrigen Graubünden: Kastanienwald, Steingrotti und Rebhänge prägen das Tal, bevor es nach Norden hin rasch alpiner wird.
Für Hundehalter bedeutet diese Lage: zwei sehr unterschiedliche Landschaften auf engem Raum. Das breite Misox, die Moesa entlang bis Bellinzona, und das enge, stille Calancatal, das sich 27 Kilometer nach Norden zieht. Im Kanton Graubünden gilt es vor allem die jeweiligen Regelungen auf Gemeindeebene zu beachten, die eine generelle Leinenpflicht beziehungsweise Leinenpflicht im bewohnten Gebiet vorschreiben können. Der Kanton setzt den Rahmen, die Gemeinden konkretisieren.
Leinenpflicht in der Region Moesa: Was kommunal gilt
Graubünden kennt kein kantonales Hundegesetz mit einheitlicher Leinenpflicht im ganzen Kantonsgebiet. Es gibt keine kantonale Hundegesetzgebung; Regelungen liegen primär auf Gemeindeebene. Das heisst: Jede Gemeinde in der Region Moesa – Mesocco, Lostallo, Roveredo, Grono, Cama, San Vittore, Castaneda, Buseno, Santa Maria in Calanca, Calanca, kann eigene Polizeiregeln erlassen. Bevor du einen neuen Ort im Tal ansteuerst, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Gemeindewebseite.
Roveredo – Hauptort der Region
Die Moesa fliesst zwischen flachen Kiesbetten durchs Dorf, im August riecht der Stein nach Hitze. Roveredo gehört zur Region Moesa und liegt nahe bei Bellinzona im unteren Teil des Misox. Als Hauptort der Region ist Roveredo die grösste Gemeinde. Ob Leinenpflicht im Ortszentrum gilt, legt das kommunale Polizeireglement fest. Aktuelle Regeln erfährst du direkt bei der Gemeindeverwaltung Roveredo. Generell gilt in der ganzen Schweiz: In allen Schweizer Kantonen herrscht eine generelle Leinenpflicht für «bissige» Hunde und für solche, bei denen eine Leinenpflicht behördlich angeordnet ist.
Wald, Wildtiere und Brut- und Setzzeit
April in der Calanca. Rehkitze liegen im hohen Gras. Der Boden ist noch nass vom Schmelzwasser. Genau jetzt ist Vorsicht geboten. Wer die gesetzlich auferlegte Leinenpflicht missachtet, begeht eine strafrechtliche Übertretung, die mit einer Busse bestraft wird, und zwar unabhängig davon, ob der Hund tatsächlich gejagt oder gewildert hat. Beisst ein Hund ein Reh oder ein anderes Tier, müssen die Hundehaltenden ausserdem für den durch ihren Hund verursachten Wildschaden aufkommen.
Im Kanton Graubünden gibt es keine einheitliche kantonale Wald-Leinenpflicht für Frühjahrs- oder Sommermonate. Die Kantone haben die Möglichkeit, gewisse Regelungen betreffend Hundehaltung den Gemeinden zu überlassen. Es gilt daher, sich bei der jeweiligen Gemeinde über das kommunale Recht zu informieren und örtliche Beschilderungen zu befolgen. Im Zweifelsfall: Leine anlegen. Im Wald und auf Alpweiden ist das die sicherste Wahl.
Naturpark Calancatal
2024 entstand der Naturpark Calancatal, der die Natur- und Kulturlandschaft des Tales schützen und zugleich bekannt machen soll. Das Calancatal ist eine wilde, noch sehr unberührte Landschaft. Das Gebirge ist durch zahlreiche Berg- und Wanderwege erschlossen; bekannt ist vor allem der Sentiero Alpino Calanca. Als Naturpark gelten dort erhöhte Schutzauflagen. Ob und wo innerhalb des Parkperimeters besondere Regeln für Hunde gelten, prüfst du auf der offiziellen Seite des Naturpark Calancatal oder bei der zuständigen Gemeinde. Vor Ort die Beschilderung lesen, sie ist verbindlich.
Listenhunde in der Region Moesa: Was gilt?
Das Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit Graubünden (Stand 2025) führt keine Rasseliste. Massnahmen erfolgen einzelfallbezogen, etwa nach Beissvorfällen oder auf Beschwerde. Das ist ein klarer Unterschied zu Kantonen wie Zürich, Genf oder dem Tessin. Es gibt Kantone, wie Bern, Graubünden oder St. Gallen, die weder pauschale Verbote noch eine Bewilligungspflicht für gewisse Rassen kennen.
Das heisst konkret: Du kannst mit einem American Staffordshire Terrier, einem Rottweiler oder einem Cane Corso in die Region Moesa reisen, ohne vorher eine kantonale Sonderbewilligung einzuholen, sofern dein Wohnkanton die Haltung erlaubt. Für Listenhundbesitzer wichtig: Wenn das Halten des Listenhundes im Wohnkanton bewilligt ist und alle damit zusammenhängenden Auflagen erfüllt sind, kann kein anderer Kanton das Halten in Frage stellen. Wer aber aus dem Kanton Tessin kommt, beachtet: Im Tessin sind 14 Rassen als potenziell gefährlich eingestuft, mit verschärften Regeln seit 01.05.2025. Die südliche Nachbarschaft ändert an der Graubündner Regelung nichts, sobald du die Kantonsgrenze in die Region Moesa übertrittst, gilt Graubündner Recht.
Mehr zur Übersicht aller Graubündner Hunderegeln findest du im Artikel zu Graubünden.
Hundesteuer und Anmeldung
Im Gegensatz zu anderen Kantonen fliesst in Graubünden kein Beitrag aus der Hundesteuer an den Kanton. Das ist alleinige Sache der Gemeinden. Jede Gemeinde in der Region Moesa legt ihre eigene Steuer fest. Die Hundesteuern schwanken von Gemeinde zu Gemeinde. Die Höhe der Steuer kann von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich sein; sie beläuft sich aber in etwa auf 100 bis 200 Franken. Als Orientierung: In Landquart kostet jedes Tier 120 Franken, maximal werden vom gleichen Halter 600 Franken eingezogen. Für die genaue Höhe in deiner Gemeinde im Misox oder Calancatal fragst du direkt bei der Gemeindeverwaltung nach.
Zur Anmeldung: Gemäss Regierungsbeschluss des Kantons Graubünden müssen alle Hunde spätestens drei Monate nach der Geburt mit einem Mikrochip gekennzeichnet und in der Datenbank AMICUS registriert werden. Blindenhunde und Rettungshunde sind oft von der Steuer befreit. Ob das in deiner Gemeinde gilt, klärt die zuständige Einwohnerkontrolle.
- Mikrochip-Pflicht: spätestens 3 Monate nach Geburt (AMICUS-Datenbank)
- Hundesteuer: kommunal, aktuelle Höhe bei der Gemeindeverwaltung erfragen
- Steuerpflicht gilt ab einem Alter von über drei Monaten
- Lawinenhunde, Blindenführhunde und Diensthunde sind in vielen Gemeinden steuerbefreit
Die besten Routen in der Region Moesa, mit korrekter Rechtslage
Sentiero Alpino Calanca, das stille Hochtal
Wer das Calancatal kennt, fährt nicht im Juli durch, er fährt im Oktober, wenn die Kastanien fallen und der Morgendunst im Talkessel hängt. Das Calancatal ist eine wilde, sehr unberührte Landschaft. Das Gebirge ist durch zahlreiche Berg- und Wanderwege erschlossen; bekannt ist vor allem der Sentiero Alpino Calanca. Das Calancatal beginnt bei Grono auf 332 m ü. M. und zieht sich 27 km nach Norden bis zum höchsten Punkt auf 3202 m ü. M. Die Calancasca rauscht über Felsen, das Wasser riecht nach Granit und nassem Moos.
Rechtslage: Im Calancatal gelten die kommunalen Regeln der jeweiligen Gemeinden (Buseno, Castaneda, Santa Maria in Calanca, Calanca). Als anerkannter Naturpark seit 2024 gilt erhöhter Schutzbedarf. Vor Ort die Beschilderung beachten. Detailrouten und aktuelle Bedingungen erfährst du bei SchweizMobil.
Moesafluss und das Misox, vom San Bernardino bis Bellinzona
Die Moesa beginnt als Gletscherbach am San Bernardino und wächst talwärts. Mesocco liegt in der Region Moesa nördlich von Bellinzona und ist die nördlichste Gemeinde im Misox. Die Siedlungsfläche erstreckt sich entlang des Flusses Moesa und reicht bis zu alpinen Regionen am San Bernardino. Im September liegen die Kiesbetten trocken. Dein Hund zieht die Nase durch den Stein. Ein paar Schritte weiter beginnt der Wald.
Der Wanderweg entlang der Moesa führt durch mehrere Gemeindeterritorien. Spazier- und Wanderwege führen entlang der Moesa und durch alpine Landschaften bis zum San-Bernardino-Gebiet, während die Burgruine Castello di Mesocco und historische Kirchen die Geschichte der Region erlebbar machen. Ob Hunde an der Burgruine Castello di Mesocco mitdürfen, klärst du auf der offiziellen Seite der Gemeinde Mesocco. Im angrenzenden Wald gilt: Leine anlegen schützt Wildtiere und dich vor Bussgeldern.
Lostallo und der Talboden des Misox
Lostallo liegt am rechten Ufer des Flusses Moesa auf einer Höhe von 426 Metern über dem Meeresspiegel, flach genug für einen entspannten Morgenspaziergang, bevor der Hang steil wird. Im Frühling blühen die Obstbäume. Im Sommer flirrt die Luft über den Weinmauern. Einfach laufen, nichts planen.
Das Gemeindegebiet grenzt an Wälder und Alpweiden. Auf Weiden mit Nutztieren führst du deinen Hund an der Leine, das gilt kantonsübergreifend und schützt Schaf, Rind und Hund gleichermassen. Aktuelle Routen im gesamten Moesano findest du bei visit-moesano.ch, der offiziellen Tourismusseite der Region.
San Bernardino, das Alpengebiet im Norden
Oben am Pass liegt der Sommer drei Monate kürzer. Im Juni liegt noch Schnee in den Senken. Der Hund hebt die Pfoten über nasse Mulden. Busverbindungen ermöglichen Anschlüsse nach San Bernardino, Bellinzona und Roveredo. Die Nähe zur Nationalstrasse A13 ermöglicht eine schnelle Erreichbarkeit in Richtung Chur oder Tessin.
Das Gebiet um den San Bernardino umfasst Jagdbanngebiete und Wildschutzgebiete. Dort gilt Leinenpflicht, ganzjährig und konsequent beschildert. Die Beschilderung vor Ort ist verbindlich. Im Zweifel: Leine dran, Ärger weg.
Was in der Region Moesa anders ist als im Rest Graubündens
Die Region Moesa ist Graubündens einziger Zipfel mit echtem Südalpengefühl. Das Moesano umfasst die Täler Misox und Calanca und verbindet alpine Landschaft mit mediterranem Flair. Wer aus der Deutschschweiz kommt, unterschätzt das manchmal: Die Temperaturen liegen im Sommer fünf bis acht Grad über dem Bündner Mittel. Für Hunde heisst das: früh morgens laufen, mittags Schatten suchen.
Der zweite Unterschied: Das Calancatal grenzt an den Kanton Tessin. Im Tessin sind 14 Rassen als potenziell gefährlich eingestuft, mit verschärften Regeln seit 01.05.2025. Sobald du über Grono Richtung Biasca abzweigst, wechselt die Rechtslage abrupt. Wer mit einem Listenhund das Calancatal besucht und einen Tagesausflug ins Tessin plant, informiert sich vorher beim Veterinäramt Tessin.
Ein dritter Punkt: Die Region ist dünn besiedelt. Viele Wanderwege führen stundenlang durch wildes Terrain ohne Beschilderung. Das fühlt sich frei an. Es bedeutet aber auch, dass Kontrollen unangekündigt kommen, Jagdaufseher und Kantonspolizei sind in der Region aktiv.
Häufig gestellte Fragen
Gibt es in der Region Moesa eine generelle Leinenpflicht?
Der Kanton Graubünden kennt keine einheitliche kantonale Leinenpflicht. Jede Gemeinde in der Region Moesa kann eigene Regeln erlassen. Im bewohnten Gebiet schreiben viele Gemeinden Leinenpflicht vor, die genauen Regeln erfährst du bei der jeweiligen Gemeindeverwaltung. Beschilderungen vor Ort sind immer verbindlich.
Sind Listenhunde in der Region Moesa verboten?
Nein. Der Kanton Graubünden führt keine Rasseliste und kennt kein pauschales Rassenverbot. Massnahmen erfolgen einzelfallbezogen, etwa nach Beissvorfällen. Wenn du mit deinem Hund aus einem anderen Kanton anreist, gilt: Die Bewilligung deines Wohnkantons bleibt massgebend. Im Kanton Graubünden selbst gelten die dortigen Regeln, also keine zusätzliche Bewilligung nötig.
Wie hoch ist die Hundesteuer in der Region Moesa?
Die Hundesteuer legt jede Gemeinde selbst fest. In Graubünden schwanken die Tarife stark von Gemeinde zu Gemeinde; als Orientierung gilt ein Bereich von rund 100 bis 200 Franken pro Hund und Jahr. Den genauen Betrag erfährst du bei der Gemeindeverwaltung deines Wohnorts im Misox oder Calancatal.
Was gilt im Naturpark Calancatal für Hunde?
Der Naturpark Calancatal wurde 2024 gegründet. Als Naturpark gelten erhöhte Schutzauflagen für Wildtiere und Naturräume. Welche konkreten Regeln für Hunde innerhalb des Parkperimeters gelten, prüfst du auf der offiziellen Webseite des Naturparks oder bei den zuständigen Gemeinden (Buseno, Castaneda, Santa Maria in Calanca, Calanca). Beschilderungen vor Ort sind verbindlich.
Muss ich meinen Hund beim Umzug in die Region Moesa ummelden?
Ja. Dein Hund ist in der AMICUS-Datenbank eingetragen. Bei einem Wohnortswechsel meldest du die neue Adresse bei der Einwohnerkontrolle der Gemeinde. Welpen müssen spätestens drei Monate nach der Geburt mit einem Mikrochip gekennzeichnet und in AMICUS registriert sein, das gilt kantonal für ganz Graubünden.
Quellen
- Kanton Graubünden – Veterinäramt, Hunderecht Graubünden
- Stiftung Tier im Recht – Leinenpflichten während der Setz- und Brutzeit (Stand April 2024)
- visit-moesano.ch, Offizielle Tourismusseite Region Moesa
- SchweizMobil, Wanderrouten Region Moesa
- ch.ch, Hundesteuer Schweiz (Bundesportal)
Saisonale Hinweise
Beste Jahreszeit: Sommer