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Hund im Bundesland Salzburg: Was wirklich gilt Salzburg lebt vom Kontrast. Im Norden flacht der Flachgau zwischen Wallersee und Wolfgangsee zu sanften Moränenhügeln aus, im Süden steigen die…

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Hund im Bundesland Salzburg: Was wirklich gilt

Salzburg lebt vom Kontrast. Im Norden flacht der Flachgau zwischen Wallersee und Wolfgangsee zu sanften Moränenhügeln aus, im Süden steigen die Hohen Tauern bis über dreitausend Meter. Dazwischen klingt das Glockenspiel der Residenz über die Salzach, und auf den Almböden des Pinzgaus läutet eine Kuhglocke. Du kannst an einem Tag mit deinem Hund durch barocke Gassen schlendern und am nächsten in eine Karstschlucht steigen, in der der Boden auch im August kalt bleibt.

Genau das macht die Rechtslage interessant. Salzburg kennt keine Rasseliste, kein Bundesland östlich von Vorarlberg ist hier so liberal. Dafür ist die Landschaft anspruchsvoller: der Nationalpark Hohe Tauern stellt mit 1.856 km² den größten Nationalpark Österreichs dar, und dort gilt für deinen Hund eine Regel ohne Wenn und Aber.

Leinenpflicht im Bundesland Salzburg: Drei Regelebenen, die zusammenspielen

In Salzburg gibt es keine landesweit einheitliche Leinenpflicht im Sinne eines Hundegesetzes wie in Wien. Stattdessen greifen drei Ebenen ineinander: Landessicherheitsgesetz, Gemeindeverordnungen und Schutzgebietsrecht. Wer das einmal sortiert hat, plant entspannter.

Ebene 1: Landesrecht und das Salzburger Landessicherheitsgesetz

Die Grundnorm steht im Landessicherheitsgesetz. Hundehalter haben ihre Tiere so zu beaufsichtigen und zu verwahren, dass Dritte nicht belästigt oder gefährdet werden. Als Belästigung gilt auch die Verunreinigung von Kinderspielplätzen und vergleichbaren Flächen. Eine generelle Anleinpflicht im Wald oder in der freien Natur gibt es nicht. Die Gemeinde kann, soweit dies zur Vermeidung von Gefahren für Menschen oder Sachen erforderlich ist, anordnen, dass Hunde außerhalb von Gebäuden und ausreichend eingefriedeten Grundstücken oder an bestimmten Orten an einer Leine geführt werden und einen Maulkorb tragen müssen.

Heißt: Das Land setzt den Rahmen, die Gemeinden füllen ihn aus. Deshalb kann der Spaziergang in Mühlbach am Hochkönig anders aussehen als in Thalgau, fünfzig Kilometer weiter nördlich.

Ebene 2: Gemeinde- und Stadtrecht

In der Landeshauptstadt Salzburg regelt die Erste Hundehalteverordnung den Alltag. Gemäß § 17 Abs. 1 des Salzburger Landessicherheitsgesetzes müssen Hunde in der Stadt Salzburg außerhalb von Gebäuden und außerhalb von ausreichend eingefriedeten Grundflächen entweder mit einem Maulkorb versehen sein oder so an der Leine geführt werden, dass eine jederzeitige Beherrschung des Tieres möglich ist. Das ist die berühmte „entweder Leine oder Beißkorb"-Regel, die Salzburg von Wien unterscheidet. In der Stadt Salzburg gilt ENTWEDER Leinenpflicht – ODER Maulkorbpflicht.

Auf den städtischen Kinderspielplätzen ist die Sache strenger. Nach der 10. Ortspolizeilichen Verordnung gemäß § 38 Abs. 6 des Salzburger Stadtrechtes ist das Mitführen oder freie Laufenlassen von Hunden auf im Stadtgebiet gelegenen öffentlichen Kinderspielplätzen verboten. Bei Hundekot greift Verordnung Nummer 11: Wer einen Hund führt, hat den Kot außerhalb von Gebäuden und ausreichend eingefriedeten Grundflächen unverzüglich zu beseitigen. Diese Verpflichtung gilt nicht für bewaldete Flächen und für Flächen unter Büschen und Sträuchern.

Außerhalb der Stadt wird es bunt. In Thalgau herrscht generelle Leinenpflicht. Radstadt verordnet auf allen öffentlichen Wegen und Plätzen Leinenzwang, mit Ausnahme für Halter, die mit ihrem Hund eine Begleithundeprüfung absolviert haben. Mittersill geht ortsteilgenau vor und listet jeden Spazierweg einzeln auf. Im engeren Gemeindegebiet Rauris besteht keine Leinenpflicht – aber Pisten und Loipen sind tabu. Vor jeder Tour lohnt ein kurzer Blick aufs Gemeinde-Amtsblatt.

Ebene 3: Nationalpark Hohe Tauern

Im Pinzgau, Pongau und Lungau verlässt du das Ermessen der Gemeinden und betrittst Nationalparkrecht. Es gilt das Wegegebot und Leinenpflicht für Hunde. Punkt. Keine Ausnahme für gut erzogene Hunde, keine Diskussion mit dem Ranger. Hunde müssen im Nationalpark immer an der Leine geführt werden. An sich gilt das für den gesamten Alpenraum. Denn auch wenn man selber der Meinung ist, dass der eigene vierbeinige Freund nichts und niemandem etwas zuleide tun würde, sieht das die heimische Tierwelt erfahrungsgemäß ein bisschen anders. Um Störung von vornherein zu vermeiden, gilt hier absolute Leinenpflicht.

Daneben tickt das Jagdrecht. Das Salzburger Jagdgesetz 1993 enthält in § 102 die Bestimmung zu wildernden Hunden. Nach § 102 Salzburger Jagdgesetz können wildernde Hunde (und Katzen) im Jagdgebiet von Jagdausübungsberechtigten getötet werden. Das ist keine Drohung, sondern geltendes Recht – und der Grund, warum du auf Almböden im Pongau auch ohne Schild den Hund besser an der Leine führst.

Listenhunde im Bundesland Salzburg: keine Rasseliste

Hier ist Salzburg eindeutig: Es gibt keine Liste „gefährlicher Rassen". Wer mit einem American Staffordshire Terrier oder einem Rottweiler nach Saalfelden zieht, braucht keinen Sachkundenachweis nur wegen der Rasse. Auffällig wird ein Hund erst durch sein Verhalten. Tatsachen, die eine Gefährlichkeitsannahme begründen, sind insbesondere die wiederholte Bestrafung wegen Verstößen, ausgenommen Verstöße gegen ein Leinen- oder Maulkorbgebot, oder eine einschlägige Verurteilung, wenn die Tat auf mangelnde Beaufsichtigung zurückzuführen ist.

Wird ein Hund auffällig, kann die Behörde Auflagen verhängen, eine Haftpflichtversicherung mit höherer Deckungssumme verlangen und im Wiederholungsfall ein Halteverbot aussprechen. Geldstrafen können bis 5.000 € reichen. Wer also seinen Beißkorb-Bescheid ignoriert, riskiert deutlich mehr als ein Knöllchen.

Hundeabgabe und Anmeldung

Ein Hund muss gechipt und registriert werden und ab Beginn der Haltung angemeldet und bei Endigung wieder abgemeldet werden. Die An- und Abmeldung zur Hundesteuer erfolgt dabei gleichzeitig. Die Hundeanmeldung in Salzburg kann online erledigt werden und sollte innerhalb von einer Woche ab Haltung durchgeführt werden. Zuständig ist das Amt für öffentliche Ordnung in der Schwarzstraße 44.

Die Stadt Salzburg staffelt die Abgabe nach Anzahl der Hunde im Haushalt. In der Stadt Salzburg gelten (Stand 2020/2024) 50 € für den ersten, 90 € für den zweiten und 120 € ab dem dritten Hund. Wer pendelt: In St. Gilgen sind es (2025) gestaffelt 83 €, 124,50 € und 155,50 €, in St. Johann im Pongau (2023) 25 €. Du siehst: Auf 50 Kilometer Luftlinie verdreifacht sich der Tarif.

Seit dem 1. Jänner 2013 gilt landesweit: Wer sich einen Hund anschafft, muss das Tier binnen einer Woche bei der Gemeinde anmelden. Dafür ist der Sachkundenachweis (Hundeführschein) vorzuweisen. Ohne Sachkundenachweis kommt der Hund nicht ins Register.

Die besten Routen im Bundesland Salzburg – mit korrekter Rechtslage

Mönchsberg und Kapuzinerberg in der Stadt

Frühmorgens, wenn die ersten Cellisten in den Bühnenhäusern stimmen, ist der Mönchsberg leer. Du gehst über Sandsteinplatten, links unten die Salzach, rechts die Festung. Hunde dürfen auf die Wege, Maulkorb oder Leine, je nach Wahl. Der Kapuzinerberg ist sogar jagdrechtlich entschärft: Das Gebiet des Kapuzinerberges wurde aus dem Gemeinschaftsjagdgebiet ausgegliedert, mit Grenzen entlang Linzer Gasse, Schallmooser Hauptstraße, Doblerweg, Eberhard-Fugger-Straße, Pausingerstraße, Arenbergstraße und Steingasse. Heißt: Hier kein wildernder-Hund-Risiko durch Jäger.

Wolfgangsee – Uferpfad zwischen St. Gilgen und Fürberg

Im Mai liegt noch Tau auf den Holzplanken, später knirschen die Kieselbänke. Der Pfad zieht sich am Nordufer entlang, kein Auto kommt durch, nur Fischerboote tuckern vorbei. Im Sommer sind die Badestrände für Hunde gesperrt, aber dazwischen findest du Buchten. Frei zugängliche Hundebadeplätze gibt es zum Beispiel am Südufer in Schwand bei Abersee. Im Waldbad Führberg sind Hunde mit Leinenpflicht erlaubt, ebenso am Strand vom Seecamping Appesbach und beim Badeplatz Franzosenschanze. Im Gemeindegebiet St. Gilgen herrscht außerhalb von Gebäuden Leinenpflicht – also den Karabiner gleich beim Auto einklicken.

Raurisertal – das hundefreundliche Tal im Nationalpark

Das Raurisertal ist die entspannteste Adresse für Hundewanderer in den Tauern. Auslauf hat dein Hund im 30 km langen Raurisertal im Nationalpark Hohe Tauern genug, auf 295 km markierten Wanderwegen entlang Wasserläufen, Wasserfällen und Bächen, in kühlen Wäldern und an blühenden Almwiesen. Unten im Talboden bist du außerhalb der Nationalpark-Kernzone, dort entscheidet die Gemeinde. Oben in der Kernzone: Leine. Immer. Der Besuch vieler Freizeitmöglichkeiten im Raurisertal und den Zonen des Nationalparks sowie der Besuch der Kitzlochklamm sind mit Hunden an der Leine erlaubt.

Krimmler Wasserfälle

380 Meter Fallhöhe, eingerahmt von Wänden, die auch im August nicht trocknen. Die Krimmler Wasserfälle haben 380 Meter Fallhöhe und sind die höchsten Wasserfälle Österreichs sowie die fünfthöchsten weltweit. Die Anreise erfolgt über Parkplätze am Ortsrand von Krimml im Nationalpark Hohe Tauern. Der Serpentinenweg ist knapp vier Kilometer lang bis zum oberen Wasserfall. Auf den Steig kommen Hunde an der Leine mit. Die Stufen sind nass, der Hund muss trittsicher sein. Brachyzephale Rassen schiebst du besser nicht durch die Gischt.

Tennengebirge und Lammertal

Karst, soweit das Auge reicht. In Scheffau gilt eine eigene Wegeregel: Hunde müssen entlang des Rad-Wander-Weges entlang der Lammer und des gesamten Mühlenrundwegs in Oberscheffau entweder mit Maulkorb oder mit Leine geführt werden, dass eine jederzeitige Beherrschung möglich ist. Höher hinauf wird es einsam, der Boden bricht in scharfkantige Lapiazfelder. Der Hund braucht Pfotenschutz oder zumindest eine sehr ehrliche Selbsteinschätzung des Halters.

Was im Bundesland Salzburg anders ist als im Rest der D-A-CH-Region

Keine Rasseliste, dafür Wahlrecht zwischen Leine und Maulkorb. Wien schreibt für gelistete Rassen Leine und Beißkorb gleichzeitig vor, Salzburg lässt dir die Wahl. Das ist halterfreundlich, aber auch eine Falle: Wenn dein Hund weder Leine noch Maulkorb gewohnt ist, hast du das Problem nur halb gelöst.

Gemeinden bestimmen viel. Nach dem Salzburger Landessicherheitsgesetz sind die Gemeinden ermächtigt, außerhalb von Gebäuden Leinen oder Maulkörbe vorzuschreiben sowie zusätzliche Leinen- und Maulkorbpflicht anzuordnen oder das Mitführen von Hunden an bestimmten Orten zu verbieten. Eine Wanderung von Thalgau über Plainfeld nach Eugendorf kreuzt drei Gemeinderecht-Regime.

Hundeführschein vor Anmeldung. Salzburg verlangt den Sachkundenachweis bei jeder Anmeldung – nicht nur für gelistete Rassen, sondern für alle. Das ist anders als in Vorarlberg oder Tirol.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es im Bundesland Salzburg eine Rasseliste?

Nein. Salzburg kennt keine Listenhunde. Die Gefährlichkeitseinstufung erfolgt verhaltensbasiert über das Landessicherheitsgesetz.

Darf mein Hund in den Nationalpark Hohe Tauern?

Ja, auf markierten Wegen. Es gilt das Wegegebot und Leinenpflicht für Hunde. Das gilt ganzjährig und in der gesamten Schutzzone, nicht nur in der Kernzone.

Wie hoch ist die Hundesteuer in der Stadt Salzburg?

In der Stadt Salzburg gelten (Stand 2020/2024) 50 € für den ersten, 90 € für den zweiten und 120 € ab dem dritten Hund. Verbindliche Auskunft erteilt das Stadtsteueramt.

Muss ich meinen Hund mit Maulkorb in den Bus nehmen?

In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt nach den Beförderungsbedingungen Maulkorb und Leine, unabhängig von der Salzburger Gemeindeverordnung. Das gilt für SLB-Busse und Lokalbahn gleichermaßen.

Brauche ich einen Hundeführschein?

Ja. Wer sich seit dem 1. Jänner 2013 einen Hund anschafft, muss das Tier binnen einer Woche bei der Gemeinde anmelden. Dafür ist der Sachkundenachweis (Hundeführschein) vorzuweisen.

Was passiert, wenn mein Hund auf einer Alm Wild jagt?

Im Ernstfall greift § 102 Salzburger Jagdgesetz. Wildernde Hunde können im Jagdgebiet von Jagdausübungsberechtigten getötet werden. Dazu kommt eine Anzeige nach Jagd- und Landessicherheitsgesetz. Das ist der Hauptgrund, warum im Tauernraum auch außerhalb formeller Leinenpflicht-Zonen Vorsicht angebracht ist.

Quellen