Bad Gastein liegt im Herzen des Nationalparks Hohe Tauern — Österreichs größtem Schutzgebiet — und überrascht Hundehaltende mit einer Kulisse, die kaum zu überbieten ist. Gründerzeitliche Villen thronen über tief eingeschnittenen Schluchten, der Gasteiner Wasserfall donnert mitten durch den Ort, und ringsum türmen sich Almwiesen und Gipfel über 3.000 Meter. Wer hier mit Hund unterwegs ist, erlebt alpine Natur auf engstem Raum — von der Talsohle bis zur Baumgrenze oft in weniger als einer Stunde.
Das Gasteinertal ist kein anonymes Touristenziel, sondern ein lebendiges Tal mit vier Gemeinden: Bad Gastein, Bad Hofgastein, Dorfgastein und Bad Bruck. Für Hundehaltende bedeutet das: kurze Wege zwischen Ort und Natur, aber auch klare Regeln, die du vor jedem Ausflug kennen solltest. Nationalpark, Schutzgebiete und belebte Promenaden verlangen unterschiedliche Rücksicht — und die Kombination macht den Reiz genauso wie die Verantwortung aus.
Ob du hier wohnst oder nur für einen Tag heraufkommst: Bad Gastein belohnt Hund und Mensch gleichermaßen. Der Geruch von Bergkräutern nach dem Regen, das Rauschen des Wasserfalls beim Morgenspaziergang, die kühle Luft schon im Frühsommer — das alles macht das Tal zu einem der stimmungsvollsten Ausflugsziele im Salzburger Land. Gleichzeitig fordert die Bergwelt Vorbereitung: gutes Schuhwerk, Leine, Wasservorrat und ein Blick auf die Wettervorhersage gehören dazu.
Tagesausflüge mit Hund in Bad Gastein
Das Tal öffnet sich in alle Richtungen — nach oben in die Felswände, nach unten durch dichte Lärchenwälder, seitwärts in stille Nebentäler. Hier findest du konkrete Ausgangspunkte für Ausflüge, die du mit deinem Hund in Angriff nehmen kannst.
Gasteiner Wasserfall und Promenadeweg
Der Gasteiner Wasserfall ist das Wahrzeichen des Ortes und fällt in mehreren Stufen fast 140 Meter in die Tiefe — direkt im Ortskern. Der Promenadeweg führt an ihm vorbei und lässt sich gut mit dem Hund ablaufen, auch wenn du das Tempo an Touristenmassen anpassen musst. Besonders ruhig ist es früh am Morgen oder nach der Hauptsaison, wenn der Weg fast menschenleer ist und der Wasserduft noch in der Luft hängt. Prüfe aktuelle Absperrungen vor Ort, da bei Hochwasser oder Instandhaltungsarbeiten einzelne Abschnitte gesperrt sein können.
Vom Wasserfall aus kannst du die Kaiser-Wilhelm-Promenade entlang hangwärts nehmen — ein historischer Wanderweg aus dem 19. Jahrhundert, der malerisch durch den Wald führt. Der Untergrund ist gut ausgebaut, das Gefälle moderat, und der Weg eignet sich auch für Hunde, die an Steigungen noch üben. Denk daran, dass in der unmittelbaren Ortszone Leinenpflicht gilt; mehr dazu im Abschnitt zu den lokalen Regeln.
Graukogel — der stille Berg über Bad Gastein
Der Graukogel auf der Ostseite des Tals ist weniger bekannt als die großen Skigebiete, dafür umso ruhiger und hundefreundlicher. Eine Gondelbahn bringt dich zur Mittelstation — ob Hunde mitgenommen werden, erfährst du direkt beim Betreiber, da sich Regelungen saisonal ändern können. Vom Bergrestaurant aus führen gut markierte Wanderwege durch Latschenkieferfelder und über offene Almböden, mit Blick auf die Tauernhauptkette. Der Abstieg ins Tal dauert etwa zwei bis drei Stunden und ist für trittsichere Hunde gut machbar.
Im Sommer ist der Graukogel auch als Laufberg beliebt, was Begegnungen mit schnellen Läufern auf schmalen Wegen bedeuten kann. Eine gut sitzende Leine und ein zuverlässiger Rückruf sind hier kein Luxus. Sobald du in höhere Lagen kommst, achte auf Schneefelder, die im Frühjahr noch lang liegen bleiben und für Hunde rutschig werden können.
Böcksteiner Tal und der Weg zur Nassfelder Alm
Von Böckstein, dem südlichsten Zipfel der Gemeinde Bad Gastein, öffnet sich das Nassfeld — ein weites Hochtal, das zum Nationalpark Hohe Tauern gehört. Der Talweg entlang der Gasteiner Ache ist flach, schattig und auch an heißen Sommertagen angenehm. Hunde können an vielen Stellen ins Wasser, müssen aber an Leine bleiben, sobald du das Nationalparkgebiet betrittst — die Nationalparkregeln sind verbindlich und schützen Wildtiere, Brutvögel und alpine Vegetation.
Die Nassfelder Alm ist ein klassisches Ausflugsziel mit Jausenmöglichkeit; ob Hunde auf der Terrasse willkommen sind, klärst du am besten telefonisch im Voraus. Der Weg dorthin führt durch eine der eindrucksvollsten Gletscherlandschaften des Salzburger Landes — breite Kare, Gletscherschliffe und Bäche überall. Plane ausreichend Zeit ein und kehre rechtzeitig um, bevor Nachmittagsgewitter aufziehen.
Kötschachtal — das ruhige Nebental
Das Kötschachtal zweigt kurz unterhalb von Bad Gastein nach Westen ab und ist eines der schönsten Nebentäler des Gasteiner Raums. Ein breiter Forstweg führt durch dichten Bergwald, an rauschenden Bächen und kleinen Wasserfällen vorbei, bis hin zum Kötschachsee, einem stillen Bergsee auf etwa 1.500 Metern. Der Weg ist meist gut begehbar und auch für Hunde ohne großes Klettererfahrung geeignet, solange du auf die Absicherung an steileren Stellen achtest.
Im oberen Teil des Kötschachtals wirst du auf Weidezäune und Almvieh treffen — bring deinen Hund unbedingt an die Leine, bevor du Rinder oder Schafe siehst. Das gilt nicht nur aus Rücksicht, sondern auch zu deiner eigenen Sicherheit: Kühe mit Kälbern können bei Hunden aggressiv reagieren. Das Tal ist auch im Herbst besonders schön, wenn die Lärchen goldgelb leuchten und kaum noch Ausflügler unterwegs sind.
Hund und lokale Regeln in Bad Gastein
Das Thermometer zeigt Bergluft, die Leine liegt bereit — und trotzdem lohnt sich ein kurzer Blick auf die Regeln, bevor du loswanderst. Bad Gastein ist Teil der Gemeinde Bad Gastein im Salzburger Bezirk St. Johann im Pongau, und die Vorschriften kommen von verschiedenen Ebenen: Gemeinde, Land Salzburg, Nationalpark.
Leinenpflicht in Bad Gastein
Im Ortsgebiet von Bad Gastein gilt grundsätzlich Leinenpflicht — auf Gehwegen, in Parks, auf der Promenade und in der Fußgängerzone. Das Salzburger Hundehaltergesetz schreibt vor, dass Hunde im Ortsgebiet an der Leine zu führen sind, sofern keine ausgewiesene Freilaufzone vorhanden ist. Prüfe die aktuell geltende Regelung auf der Gastein Tourismus Website oder direkt beim Gemeindeamt Bad Gastein.
Noch strenger ist die Regelung im Nationalpark Hohe Tauern: Hier sind Hunde im gesamten Kerngebiet ganzjährig an der Leine zu führen, und in bestimmten Schutzzonen ist das Betreten mit Hund ganz untersagt — insbesondere während der Brut- und Setzzeit im Frühjahr. Die genauen Zonengrenzen und Verbotsbereiche findest du auf der offiziellen Website des Nationalparks Hohe Tauern. Diese Regeln sind keine Empfehlung, sondern rechtlich bindend, und Verstöße können geahndet werden.
Auf Forstwegen und Almweiden außerhalb des Nationalparks gilt im Land Salzburg ebenfalls, dass Hunde in der Nähe von Weidetieren zu sichern sind. Kurz: Eine gut sitzende Leine ist in Bad Gastein zu jeder Jahreszeit dein wichtigstes Ausrüstungsstück.
Anmeldung und Hundeabgabe
Wer in Bad Gastein mit seinem Hund Hauptwohnsitz oder Nebenwohnsitz hat, muss den Hund bei der Gemeinde anmelden. Das Salzburger Landesgesetz verpflichtet Hundehaltende zur Registrierung; die Gemeinde erhebt dafür eine Hundeabgabe, deren genaue Höhe in der örtlichen Abgabenordnung festgelegt ist. Informiere dich direkt beim Gemeindeamt Bad Gastein über den aktuellen Betrag und die Zahlungsmodalitäten — konkrete Beträge nennen wir hier bewusst nicht, da Verordnungen sich ändern können.
Für Touristen und Tagesgäste gilt keine gesonderte Hundegebühr; du bist jedoch auch als Gast an alle geltenden Verhaltensregeln gebunden. Wer länger bleibt und eine Ferienwohnung mietet, sollte den Hund vorab mit dem Vermieter absprechen — nicht alle Unterkünfte akzeptieren Haustiere, auch wenn sie es nicht explizit ausschließen. Aktuelle Informationen zu Abgaben und Meldepflichten erhältst du auf der Website des Landes Salzburg.
Öffentlicher Verkehr und Gastronomie
Im Salzburger Verkehrsverbund (SVV) dürfen Hunde grundsätzlich in Bussen mitfahren, müssen aber einen Maulkorb tragen oder in einer geeigneten Transportbox untergebracht sein. Kleinere Hunde in geschlossenen Behältern fahren oft kostenlos; für größere Hunde wird in der Regel ein ermäßigtes Ticket verlangt. Die genauen Beförderungsbedingungen können sich ändern — prüfe sie vor der Fahrt direkt beim jeweiligen Verkehrsunternehmen oder beim Salzburger Verkehrsverbund.
Für die Gasteiner Bergbahnen gilt: Ob und unter welchen Bedingungen Hunde mitfahren dürfen, ist von Bahn zu Bahn unterschiedlich. Manche Gondeln erlauben Hunde an der Leine oder in der Box, andere nicht — frag direkt an der Kasse. In der Gastronomie ist die Lage ähnlich individuell: Viele Almhütten und Restaurants im Gasteiner Tal heißen Hunde auf der Terrasse willkommen, einige nicht. Ruf vor dem Besuch kurz an, dann sparst du dir eine enttäuschende Überraschung nach einer langen Wanderung.
Listenhunde und Entsorgungspflicht
Das Land Salzburg führt eine Liste von Hunderassen mit erhöhtem Gefährdungspotenzial — darunter fallen je nach Verordnung unter anderem bestimmte Molosser- und Kampfhundrassen. Für diese Hunde gelten verschärfte Anforderungen: unter anderem Leinenpflicht und Maulkorbpflicht im öffentlichen Raum sowie besondere Anforderungen an Haltung und Ausbildung. Die aktuelle Liste und alle Auflagen findest du im Salzburger Hundehaltergesetz; prüfe dort, ob deine Rasse betroffen ist, bevor du nach Bad Gastein reist oder dort einziehst.
Die Entsorgungspflicht gilt überall im Gemeindegebiet: Hinterlasse keine Hinterlassenschaften auf Gehwegen, Wiesen, Spielplätzen oder Wanderwegen. Im Ort gibt es Abfallbehälter und teils auch Spenderstationen mit Kotbeuteln; auf Wanderwegen nimmst du die Beutel bis zum nächsten Mülleimer mit. Das klingt selbstverständlich, ist im Hochgebirge aber besonders wichtig, weil Hundekot die Vegetation und das Trinkwasser belasten kann — viele Bäche im Gasteiner Tal sind Quellwasser für Almhütten und Gemeinden.
Praktisches vor Ort in Bad Gastein
Bad Gastein liegt tief im Gasteiner Tal, umgeben von Dreitausendern und durchzogen vom rauschenden Gasteiner Ache. Wer hier mit Hund lebt oder zu Besuch ist, merkt schnell: Die Infrastruktur für Vierbeiner ist auf Tourismus und Natur ausgerichtet — aber du musst wissen, wo du suchen musst.
Tierärzte und tierärztliche Notversorgung
Im Ort selbst sind die tierärztlichen Kapazitäten überschaubar. Für den Alltag und Routineuntersuchungen empfiehlt sich ein Blick auf die Tierarztpraxen im Gasteiner Tal, etwa in Bad Hofgastein, das rund zehn Kilometer talwärts liegt und besser erschlossen ist. Bei echten Notfällen — Vergiftung, Trauma, plötzliche Krankheit — ist Schwarzach im Pongau der nächste Ort mit umfassenderer veterinärmedizinischer Versorgung, etwa 30 Kilometer entfernt. Plane daher bei längeren Aufenthalten vorausschauend: Notiere dir die nächstgelegene Tierarztpraxis und die Rufnummer eines Notfalldienstes, bevor du sie brauchst. Die Österreichische Tierärztekammer führt eine Suchmaske, mit der du zugelassene Praxen nach Postleitzahl filtern kannst.
- Nächste größere Tierarztdichte: Bad Hofgastein und Schwarzach im Pongau
- Notfalldienst: Tierärztekammer-Suchmaske nach aktueller Bereitschaft prüfen
- Im Urlaub: Impfpass, EU-Heimtierausweis und Krankenversicherung des Hundes griffbereit halten
Gerade im Winter, wenn Lawinenwarnungen Talstraßen kurzzeitig sperren können, ist eine tierärztliche Notfallplanung besonders wichtig. Halte die Route nach Schwarzach im Kopf und prüfe bei Anreise die aktuelle Straßenlage via Land Salzburg.
Hundeschulen und Training im Gasteiner Tal
Eine fest etablierte Hundeschule direkt in Bad Gastein ist schwer nachzuweisen — das Angebot verlagert sich eher in die breiteren Talabschnitte rund um Bad Hofgastein und Dorfgastein. Für Neuzuzügler lohnt sich eine Anfrage beim Österreichischen Kynologenverband (ÖKV), der regional aktive Vereine und Ausbildungsplätze vermittelt. Wer mit dem Hund in die Berge geht, profitiert von gezieltem Gebirgs- und Bergwandertraining — Trittsicherheit auf losem Geröll, Verhalten an Seilbahnstationen und Begegnungen mit Nutztieren sind hier relevante Übungsfelder. Kurse mit alpinem Fokus bieten gelegentlich auch Bergretter-Verbände und Alpine Vereine in der Region an.
Für Urlaubsgäste mit Trainingsbedarf ist ein Blick auf mobile Hundetrainer sinnvoll, die im Sommer ins Gasteiner Tal kommen. Frag gezielt in deiner Unterkunft nach — Hotels und Pensionen mit Hundeservice kennen oft lokale Kontakte. Grundsätzlich gilt: Recall und Leinenführigkeit sollten vor dem Bergurlaub sitzen, nicht erst hier geübt werden.
Auslaufzonen und Hundefreilaufflächen
Eingezäunte Hundefreilaufflächen im städtischen Sinne gibt es in Bad Gastein nicht — das wäre auch etwas seltsam, denn der Ort selbst ist von weitläufiger Natur umgeben. Die eigentliche Auslauffläche ist das Gasteiner Tal mit seinen Wanderwegen, Waldpfaden und Almwiesen. Dennoch: Nicht jede Fläche ist automatisch für freilaufende Hunde freigegeben. Auf Bereichen mit Wildschutz, Schonzonen oder in der Nähe von Weidevieh gilt Leinenpflicht — prüfe die Beschilderung vor Ort und informiere dich beim Tourismusverband.
Im Ortskern selbst — rund um den Wasserfall, die Promenade und die Kurparkanlage — gelten eigene Regelungen, die saisonal angepasst werden können. Der Gasteiner Kurpark ist ein beliebter Spazierort, aber auch hier können Leinenpflicht-Bereiche ausgewiesen sein. Verlasse dich nicht auf Gewohnheit oder Berichte anderer Besucher — aktuelle Schilder am Eingang sind die zuverlässigste Quelle. Für ruhigere Freilaufflächen abseits des Trubels lohnt sich der Weg in die Seitentäler, etwa Richtung Böckstein oder auf die Wege oberhalb der Ortschaft.
- Natürliche Auslaufflächen: Waldpfade, Almwege, Talwiesen (mit Leinenpflicht-Ausnahmen prüfen)
- Ortskern und Kurpark: auf aktuelle Beschilderung achten
- Seitentäler (Böckstein, Anlauftal): ruhiger, weniger Begegnungsverkehr
- Weidegebiete: Hund immer an die Leine nehmen
Hundebetreuung, Pensionen und Unterkünfte
Bad Gastein hat sich als hundefreundliches Reiseziel in der Salzburger Bergwelt einen Namen gemacht — viele Hotels und Ferienwohnungen akzeptieren Hunde, teils mit eigenem Hundeservice. Die Bedingungen variieren jedoch stark: Manche Häuser erlauben kleine Hunde im Zimmer, andere bitten um Zwingernutzung, wieder andere verlangen einen Aufpreis oder haben Größenbeschränkungen. Frag immer direkt und schriftlich nach — ein telefonisches Ja ist kein Ersatz für eine klare Buchungsbestätigung.
Hundepensionen und -tagesbetreuung direkt im Ort sind rar. Wenn du einen Tag allein auf dem Skigebiet oder in der Therme verbringen möchtest, plane die Betreuung im Voraus. Manche Unterkünfte vermitteln Kontakte zu privaten Hundesittern aus der Region. Für längere Aufenthalte oder regelmäßigen Bedarf lohnt eine Anfrage beim Tourismusverband Bad Gastein, der über aktuelle Angebote informieren kann. Die Plattform rundum.dog wird Einträge zu lokalen Unterkünften und Betreuungsangeboten ergänzen, sobald diese verifiziert vorliegen — prüfe die Seite vor deinem Besuch auf aktuelle Einträge.
Wer mit dem Hund in eine Therme oder Wellness-Einrichtung möchte: Hunde sind in der Regel nicht in Bade- und Wellnessbereiche zugelassen. Plane hierfür eine Lösung im Voraus — sei es eine kurze Betreuung durch einen Reisebegleiter oder eine hundefreundliche Unterkunft mit gesichertem Außenbereich.
Saisonal in Bad Gastein
Das Gasteiner Tal kennt keine halben Sachen — jede Jahreszeit bringt ihre eigene Wucht mit sich. Für Hundehaltende bedeutet das: andere Wege, andere Risiken, andere Freuden. Hier erfährst du, worauf du je nach Reisezeit besonders achten solltest.
Frühling: Brut- und Setzzeit in den Bergwäldern
Wenn der Schnee im April und Mai schmilzt und die ersten Almwege wieder begehbar werden, erwacht das Gasteiner Tal zu einem der sensibelsten Momente des Jahres. Rehkitze, Bodenbrüter und Jungwild nutzen genau diese Phase — und ein freilaufender Hund kann in kürzester Zeit enormen Schaden anrichten, ohne dass du es merkst. In Österreich gilt im Wald während der Brut- und Setzzeit (grob März bis Ende Juni) in vielen Bereichen verschärfte Leinenpflicht; die genauen Regelungen findest du beim Land Salzburg und beim örtlichen Jagdverband.
Schneeschmelze bedeutet auch matschige, aufgeweichte Wege — was Hunden gefällt, kann Wanderwege dauerhaft beschädigen. Halte dich auf befestigten Pfaden und respektiere gesperrte Routen. Der Gasteiner Ache führt im Frühjahr Hochwasser; die reißenden Pegel sind für Hunde gefährlich, auch wenn das Wasser verlockend wirkt. Halte deinen Hund an der Leine in Ufernähe. Zeckensaison startet bereits im März — stelle sicher, dass Zeckenschutz aktuell ist, und prüfe deinen Hund nach jedem Ausflug gründlich.
- Leinenpflicht im Wald während Brut-/Setzzeit beachten
- Hochwasserführende Bäche meiden
- Zeckenschutz ab März aktualisieren
- Gesperrte Frühjahrswege respektieren
Sommer: Hitze, Wasser und alpine Gefahren
Der Sommer in Bad Gastein ist für Hunde grundsätzlich angenehmer als in Niederungen — die Höhenlage sorgt für kühlere Temperaturen. Trotzdem: An windstillen Hochdrucktagen klettert das Thermometer auch hier auf Werte, die Hunden zusetzen. Starte Wanderungen früh am Morgen, bevor die Sonne die Südhänge aufheizt, und plane ausreichend Wasserpausen ein. Der Gasteiner Ache und zahlreiche Gebirgsbäche bieten natürliche Abkühlmöglichkeiten — aber prüfe, ob der jeweilige Bereich für Hunde zugänglich ist.
Auf Almen und Bergweiden begegnest du im Sommer Rindern, Schafen und Ziegen. Die Leinenpflicht in Weidenähe ist in Österreich klar geregelt und nicht verhandelbar — ein freilaufender Hund zwischen einer Mutterkuh und ihrem Kalb ist in Lebensgefahr. Halte mindestens 50 Meter Abstand und führe deinen Hund eng an der Leine vorbei. Viele Bergwege im Gasteiner Tal führen auch an Klettersteigen und exponierten Passagen vorbei, die für Hunde ungeeignet sind — informiere dich vorab über Wegbeschreibungen und wähle hundetaugliche Routen.
Für Sommerfrischler lohnt ein Blick auf das Angebot der Gasteiner Bergbahnen: Manche Gondeln nehmen Hunde mit (oft gegen Aufpreis, Maulkorbpflicht möglich) — frag direkt beim Betreiber nach den aktuellen Bedingungen. Weitere Infos zu sommerlichen Ausflugszielen im Tal findest du beim Tourismusverband Gastein.
- Früh starten, Hitze meiden
- Leinenpflicht auf Almen und Weiden strikt einhalten
- Hundeuntaugliche Klettersteige vorher recherchieren
- Seilbahn-Mitnahme direkt beim Betreiber anfragen
Herbst: Goldene Wege und Jagdsaison
Der Herbst ist für viele Hundehaltende die schönste Jahreszeit im Gasteiner Tal. Die Lärchen färben sich goldgelb, die Touristenmassen dünnen aus, und die Temperaturen sind für Wanderungen mit Hund ideal. Doch der Herbst bringt auch die Hauptjagdsaison mit sich — von September bis Dezember sind Wälder und Almflächen im Gasteiner Tal aktiv bejagtes Gebiet.
In dieser Zeit gilt erhöhte Vorsicht: Halte deinen Hund an belebten Jagdtagen eng bei dir — im Zweifel an der Leine. Informiere dich über aktive Jagdbezirke, erkennbar an orangen Markierungen oder Hinweisschildern. Ein freilaufender Hund im Treiben ist nicht nur für das Wild, sondern auch für den Hund selbst gefährlich. Begegnungen mit Jägern solltest du freundlich und kooperativ gestalten — sie kennen das Gelände und können dir sagen, wo an dem Tag Betrieb ist.
Pilzsammler und Beerensucher zieht es ebenfalls in die Wälder — Hunde können dabei helfen, Pilze aufzuspüren, aber auch gelegentlich giftige Arten ankauen. Giftpilz-Ingestion ist im Herbst ein unterschätztes Risiko. Behalte im Blick, was dein Hund am Boden aufnimmt. Die Temperaturen im Hochgebirge fallen im Herbst rasch — nach Sonnenuntergang kann es bereits empfindlich kühl werden. Plane Touren so, dass du vor Einbruch der Dunkelheit zurück bist, und nimm eine dünne Hundedecke für Ruhepausen mit.
Winter: Schnee, Kälte und Skigebiet-Regeln
Bad Gastein verwandelt sich im Winter in ein lebhaftes Ski- und Wellnessziel — und das verändert die Lage für Hundehaltende grundlegend. Auf präparierten Pisten und in gesicherten Skibereichen haben Hunde nichts verloren; das ist sowohl eine Sicherheits- als auch eine Haftungsfrage. Wer mit Hund in den Winterurlaub fährt, sollte die hundefreundlichen Wanderwege und Schneeschuhpfade kennen, die abseits der Skihänge verlaufen.
Für Hunde ist tiefer Schnee zunächst ein Vergnügen — und schnell eine Erschöpfungsfalle. Kurze Pfoten kühlen in Schnee und Eis schnell aus; Pfotenpflege und gegebenenfalls Schutzsocken sind im Winter keine Luxusaccessoires, sondern sinnvoller Schutz. Streusalz auf Gehwegen und Parkplätzen greift die Pfotenballen an — spüle die Pfoten nach jedem Stadtspaziergang ab. Im Ortskern Bad Gastein sind viele Gehwege im Winter gestreut; prüfe, ob deine Unterkunft einen schneefreien Bereich zum Ausführen hat.
Lawinenbulletins betreffen auch Hundehalter: Betrete keine Lawinenhänge und gesperrten Winterwege, auch wenn der Schnee verlockend aussieht. Das Land Salzburg informiert tagesaktuell über die Lawinensituation — prüfe die Lage vor jeder Bergtour. Im schlimmsten Fall kann ein Lawinenabgang einen Hund verschütten, der viel schwerer zu orten ist als ein Mensch mit LVS-Gerät. Bleibe auf ausgewiesenen Winterwanderwegen und informiere dich beim Tourismusverband über aktuell geöffnete Hundeausflugswege.
- Skipisten sind für Hunde tabu
- Pfotenpflege und Kälteschutz konsequent einplanen
- Streusalz nach Spaziergängen abspülen
- Lawinenbulletin täglich prüfen: Lawinenwarndienst Land Salzburg
Wer im Winter Après-Ski-Trubel meidet und stattdessen die ruhigen Stunden des frühen Morgens oder späten Nachmittags nutzt, findet in Bad Gastein traumhafte Winterwege — für Hund und Mensch gleichermaßen.
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