Wernigerode liegt am nördlichen Rand des Harzes und zieht Menschen mit Hund magisch an: bunte Fachwerkhäuser, ein markantes Schloss auf dem Hügel und rund um die Stadt der weite Wald des Nationalparks Harz. Das Holz knistert in den Cafés, der Westerbach plätschert durch die Altstadt, und auf den Wanderwegen beginnt schon wenige Minuten nach dem Stadtzentrum echter Bergwald. Wer mit seinem Hund Urlaub oder einen Tagesausflug plant, findet hier eine Mischung aus mittelalterlichem Stadtflair und unmittelbarer Naturerfahrung, die kaum ein anderer Ort in Mitteldeutschland so dicht bündelt.
Die Stadt zählt rund 33 000 Einwohner und ist gleichzeitig Tor zum Harz und beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen in Richtung Brocken, Ilsetal und Eckertaler Klippen. Hunde gehören hier zum Stadtbild — auf dem Marktplatz, in der Fußgängerzone und auf den breiten Forstwegen begegnen sich täglich Mensch und Tier. Trotzdem gelten in Schutzgebieten und in der Altstadt eigene Regeln, die du kennen und beachten solltest, bevor du losläufst.
Diese Seite gibt dir einen ehrlichen Überblick: wo du mit deinem Hund streifen kannst, welche Regeln in Wernigerode und dem angrenzenden Nationalpark gelten, und was du praktisch vor Ort brauchst. Halte die aktuellen Verordnungen der Stadt und des Nationalparks immer selbst im Blick — Regelungen ändern sich, und nur die offiziellen Quellen sind verbindlich.
Tagesausflüge mit Hund in Wernigerode
Der Harz riecht nach Fichtennadeln und feuchtem Moos, und kaum verlässt du die Stadtgrenzen Wernigerodes, öffnet sich ein Netz aus Forststraßen und Wanderpfaden, das für Hunde schier endlos wirkt. Täler wechseln sich mit Kammlagen ab, Bachläufe laden zur Abkühlung ein, und historische Ruinen am Wegesrand machen jede Tour zu einem kleinen Abenteuer. Plane deine Routen trotzdem bewusst — Nationalpark-Kernzonen sind für Hunde tabu, und ausgewiesene Wege schützen Wildtiere wie auch deinen Hund.
Ilsetal — das grüne Herztal des Harzes
Das Ilsetal gehört zu den bekanntesten und schönsten Wanderzielen rund um Ilsenburg, das von Wernigerode aus in kurzer Fahrzeit erreichbar ist. Der Weg durch das Tal folgt der Ilse, die über Felsen und zwischen Wurzeln hindurchrauscht — für Hunde ein akustisches und olfaktorisches Erlebnis. Trittsichere Hunde lieben die Felsstufen und die kühlen Wasserstellen im Bachbett. Wichtig: Das Ilsetal liegt im Nationalpark Harz; dort gilt eine strenge Wegegebotspflicht, das heißt du darfst ausschließlich auf den ausgewiesenen Wegen laufen und musst deinen Hund an der Leine führen. Prüfe die aktuellen Nationalparkregeln direkt auf der offiziellen Website: nationalpark-harz.de.
Der Einstieg in Ilsenburg bietet Parkplätze, eine Gaststätte und erste Bänke — gut für eine kurze Rast vor dem Aufstieg. Die Strecke bis zur Ilsefälle und weiter zur Plessenburg ist anspruchsvoll, aber gut markiert. Schuhwerk mit Grip ist für dich Pflicht, ein sicheres Geschirr für deinen Hund empfehlenswert. Beachte, dass in bestimmten Jahreszeiten (besonders Frühling) Teilsperrungen zum Schutz von Brutvögeln gelten können.
Eckertaler Klippen und Mühlental — Felsen und Forst vor der Haustür
Wer direkt von Wernigerode aus starten möchte, ohne das Auto zu nehmen, folgt dem Mühlental in Richtung Süden. Über gut ausgebaute Forstwege gelangt man in die ruhigeren Lagen oberhalb der Stadt, wo Buchenmischwald und Nadelwald abwechseln. Die Eckertaler Klippen sind ein lohnender Aussichtspunkt, den du über eine moderate Wanderung erreichst. Der Weg ist breiter Forstweg und für Hunde jeder Fitnessstufe geeignet, solange sie trittsicher sind. In der Nähe der Klippen kann es durch den Harzklub-Wanderweg belebt sein — halte deinen Hund in Begegnungssituationen sicher unter Kontrolle.
Das Mühlental selbst bietet auch jenseits der Klippen viele Abzweigungen, die du nach Belieben kombinieren kannst. Bachläufe kreuzen den Weg und ermöglichen Hunden das Trinken und Planschen. Beachte, dass du außerhalb der offiziell ausgewiesenen Nationalpark-Pufferzonen andere Regeln antreffen kannst — prüfe stets aktuelle Aushänge und Schilder vor Ort.
Schloss Wernigerode und Schlossberg — Stadtspaziergang mit Weitblick
Das Schloss Wernigerode thront weithin sichtbar auf einem bewaldeten Hügel über der Stadt und ist zu Fuß durch den Schlosspark erreichbar. Der Aufstieg über den Schlossweg ist für Hunde an der Leine gut machbar und bietet schöne Ausblicke auf die Altstadt und den Harz. Rund um den Schlossberg führt ein Ringweg durch lichteren Wald, der sich für eine entspannte Morgenrunde eignet. Für den Besuch des Schlossinneren gelten separate Regeln — ob und unter welchen Bedingungen Hunde das Schlossgelände betreten dürfen, erfährst du direkt beim Veranstalter oder an der Schlosskasse; verlasse dich nicht auf veraltete Angaben.
Die Fußgängerzone und die Altstadt Wernigerodes mit ihren farbigen Fachwerkhäusern lässt sich gut zu Fuß erkunden. Auf öffentlichen Gehwegen und Plätzen triffst du deinen Hund häufig an — beachte jedoch die geltenden Leinenpflicht-Regelungen im belebten Innenstadtbereich (mehr dazu im Regelabschnitt weiter unten). Cafés und Restaurants mit Außenbereich nehmen Hunde manchmal mit — frag vor dem Hinsetzen kurz nach.
Bodetalsperre und Rappbodetalsperre — Wasserreservoirs und Weitwandern
In weiterer Tagesausflugsdistanz von Wernigerode (ca. 30–40 Minuten Fahrt) liegt die Rappbodetalsperre, die größte Trinkwassertalsperre Deutschlands. Rund um das Staubecken führen Forstwege, die auch für Hunde zugänglich sind. Die Zufahrt und manche Uferbereiche können jedoch aus Trinkwasserschutzgründen gesperrt sein — prüfe vor der Fahrt die aktuellen Zugangsmöglichkeiten. Das Umfeld bietet trotzdem schöne Waldwege ohne Nationalpark-Einschränkungen, was es für Hunde mit etwas mehr Freilauf-Bedarf attraktiv macht.
Auch die Bodetalsperre und die Stauseen bei Königshütte bilden Ausgangspunkte für ruhige Touren abseits der Haupttouristenströme. Diese Gegenden sind weniger bekannt und entsprechend weniger frequentiert — ideal für Hunde, die Menschenansammlungen weniger mögen. Informationen zu Zugang und Regeln in diesen Bereichen findest du über den Tourismusverband Harz.
Hund und lokale Regeln in Wernigerode
Wernigerode riecht nach frischem Waffeleisen und Holzrauch — aber bevor du durch die Gassen schlenderst, lohnt sich ein kurzer Blick in die lokalen Vorschriften. Städtische Satzungen, Nationalparkverordnungen und Sachsen-Anhalts Landesrecht greifen hier ineinander, und als Hundehaltender bist du verantwortlich, dass du und dein Vierbeiner die Regeln kennen. Das Folgende gibt dir eine Orientierung — verbindlich ist immer die aktuell gültige Verordnung, die du bei der Stadt oder dem zuständigen Veterinäramt direkt erfragen solltest.
Leinenpflicht in der Stadt und im Nationalpark
In Wernigerode gilt auf öffentlichen Straßen, Plätzen und in der Innenstadt eine allgemeine Leinenpflicht. Das bedeutet: Dein Hund muss in der Regel angeleint sein, sobald du dich im belebten öffentlichen Raum bewegst. Die genauen Regelungen — etwa welche Bereiche konkret betroffen sind oder ob bestimmte eingezäunte Flächen ausgenommen sind — regelt die Polizeiverordnung der Stadt Wernigerode. Schau dazu auf die offizielle Stadtwebsite oder frage beim Ordnungsamt nach: wernigerode.de.
Im Nationalpark Harz gilt darüber hinaus eine besonders strenge Regelung: Hunde müssen auf allen offiziell freigegebenen Wegen durchgängig an der Leine geführt werden, und das Verlassen der Wege ist verboten — für Hund und Mensch gleichermaßen. Diese Regelung schützt empfindliche Tier- und Pflanzenarten wie Luchs, Wildkatze und Auerhahn. Verstöße können mit Bußgeldern geahndet werden. Informiere dich vor jeder Nationalparktour aktuell auf nationalpark-harz.de.
Hundeanmeldung und Hundeabgabe
Als Hundehaltender in Wernigerode bist du gesetzlich verpflichtet, deinen Hund bei der Stadt anzumelden. Die Anmeldung erfolgt beim zuständigen Fachdienst der Stadtverwaltung Wernigerode. Die Stadt erhebt eine Hundeabgabe (Hundesteuer) — die genaue Höhe richtet sich nach der örtlichen Hundesteuersatzung. Nenne keine Beträge ohne Prüfung der aktuell gültigen Satzung; erfrage die Höhe direkt bei der Stadtverwaltung oder sieh auf der städtischen Website nach.
Für als gefährlich eingestufte Hunderassen (sogenannte Listenhunde) können höhere Steuersätze gelten, außerdem greifen dann die besonderen Anforderungen des Sachsen-Anhalter Landesrechts (mehr dazu im nächsten Abschnitt). Wer nur zu Besuch in Wernigerode ist, muss in der Regel keine ortsansässige Hundesteuer entrichten — prüfe aber, ob du in deiner Heimatgemeinde korrekt angemeldet und steuerpflichtig bist.
Listenhunde und besondere Auflagen in Sachsen-Anhalt
Sachsen-Anhalt regelt den Umgang mit sogenannten gefährlichen Hunden im Gesetz zur Vorsorge gegen die von Hunden ausgehenden Gefahren (HundeG LSA). Das Gesetz unterscheidet zwischen Hunden, die aufgrund ihrer Rasse bestimmten Auflagen unterliegen, und Hunden, die durch Verhalten als gefährlich eingestuft wurden. Zu den Rassen, die besondere Anforderungen auslösen können, gehören unter anderem Pitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier — prüfe die aktuelle Liste und die konkreten Pflichten beim zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Harz.
Für betroffene Hunde können unter anderem folgende Auflagen gelten:
- Leinen- und Maulkorbpflicht im öffentlichen Raum
- Nachweis eines Wesenstests durch eine anerkannte Stelle
- Sachkundenachweis für die Halterin oder den Halter
- Besondere Anforderungen an die Haltung und Unterbringung
Die aktuell gültigen Regelungen findest du beim Veterinäramt des Landkreises Harz — die offizielle Behörde ist Anlaufstelle für alle Fragen rund um Haltungserlaubnisse und Auflagen. Verlasse dich nicht auf inoffizielle Quellen, da sich Gesetzeslagen ändern können.
Öffentlicher Nahverkehr, Gastronomie und Kotentsorgung
Im öffentlichen Nahverkehr des Landkreises Harz (Busse und die Harzer Schmalspurbahnen, kurz HSB) gelten eigene Beförderungsbedingungen für Hunde. In der Regel dürfen Hunde gegen einen Aufpreis mitgenommen werden, müssen aber angeleint und bei Bedarf mit einem Maulkorb gesichert sein. Kleine Hunde in geeigneten Transporttaschen oder -boxen werden häufig als Gepäck behandelt. Prüfe die aktuellen Beförderungsbedingungen der HSB und des Nahverkehrs direkt beim Anbieter — Ausnahmen und Einschränkungen (z. B. zu bestimmten Stoßzeiten oder auf bestimmten Linien) können jederzeit gelten.
In der Wernigeröder Gastronomie entscheidet jede Betreiberin und jeder Betreiber selbst, ob Hunde willkommen sind. Viele Restaurants mit Außenbereich dulden Hunde — frag jedoch immer vorher nach, bevor du deinen Hund an den Tisch bindest. Im Inneren von Cafés und Restaurants ist Hundehaltung an die Erlaubnis des Hauses geknüpft; ein Anruf vorab spart Enttäuschungen.
Für die Kotentsorgung stellt die Stadt Wernigerode an verschiedenen Punkten im Stadtgebiet Spender mit Hundekotbeuteln und entsprechende Behälter bereit — Standorte können variieren. Grundsätzlich gilt: Hinterlasse deinen Hund nirgends ohne Aufräumen, und entsorge die Beutel ausschließlich in vorgesehenen Behältern oder im Restmüll. Das Liegenlassen von Hundekot im öffentlichen Raum kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.
Praktisches vor Ort in Wernigerode
Wer mit Hund in Wernigerode unterwegs ist, merkt schnell: Die Stadt ist gewachsen mit dem Tourismus, und das Angebot an Infrastruktur für Vierbeiner wächst mit. Tierarztpraxen, Hundeschulen und Auslaufflächen sind vorhanden — du musst nur wissen, wo du suchen sollst.
Tierärzte und Notfallversorgung in Wernigerode
In Wernigerode selbst gibt es mehrere tierärztliche Praxen, die Hunde in der Regelversorgung behandeln. Für geplante Besuche empfiehlt sich eine Terminvereinbarung, besonders in der Ferienzeit, wenn mehr Hunde mit in die Stadt kommen. Bei einem tierärztlichen Notfall außerhalb der Sprechzeiten greifst du am besten auf den regionalen Notdienst zurück — Informationen dazu findest du auf den Praxis-Websites oder beim diensthabenden Tierarzt, den dir die Stadtverwaltung oder eine Tierarztpraxis vor Ort nennen kann. Die nächste Kleintierklinik mit Notaufnahme befindet sich in Halberstadt oder Magdeburg, rund 40 bis 90 Kilometer entfernt. Speichere dir die Nummer einer lokalen Praxis schon vor dem Ausflug ab — das spart im Ernstfall Zeit.
- Tierarztpraxen in Wernigerode: Verzeichnis über die Stadtverwaltung Wernigerode
- Notfalldienst: Nachfrage beim behandelnden Tierarzt oder über die Tierärztekammer Sachsen-Anhalt
- Nächste Klinik: Halberstadt oder Magdeburg für Spezialfälle
Für Reisende, die mit dem Hund in den Harz kommen, lohnt sich ein Blick auf die Tierärztekammer Sachsen-Anhalt. Dort findest du aktuelle Notdienstlisten, geordnet nach Region. Halte außerdem den Impfpass deines Hundes griffbereit, falls ein Tierarzt ihn einsehen möchte.
Hundeschulen und Training rund um Wernigerode
In Wernigerode und dem näheren Umland gibt es Anbieter für Hundetraining und Verhaltensberatung. Die Auswahl ist nicht so groß wie in einer Großstadt, aber für Grundkurse, Welpenspielstunden und Einzeltraining wirst du fündig. Frag bei der lokalen Touristeninformation oder in Tierarztpraxen nach — dort hängen häufig Aushänge von Trainern aus der Region. Wenn du nur zu Besuch bist, ist ein Kurs weniger relevant; als Zuzügler lohnt es sich, frühzeitig einen Platz in einer Welpenschule zu sichern, weil die Gruppen oft klein sind. Achte bei der Wahl eines Trainers auf anerkannte Qualifikationen — etwa eine Ausbildung nach BHV- oder VDH-Standard.
Für das tägliche Training bietet die Umgebung von Wernigerode ideale Bedingungen: Waldwege, offene Wiesen und ruhige Feldpfade rund um den Harz lassen sich gut für Lerneinheiten nutzen, in denen du an Ablenkungen und Impulskontrolle arbeitest. Hunde, die das erste Mal im Gebirge sind, sollten langsam an unebenes Terrain und Begegnungen mit Wildtieren herangeführt werden. Grundlegendes Rückruftraining ist im Harz besonders wichtig — hier gibt es Rehe, Wildschweine und Hasen, und die Ablenkungen sind groß.
Hundeauslaufzonen und freie Flächen
Wernigerode hat ausgewiesene Hundeauslaufbereiche, in denen Hunde ohne Leine laufen dürfen — prüfe jedoch die aktuell gültige Beschilderung vor Ort, da sich Flächen und Regelungen ändern können. Die Stadtverwaltung gibt Auskunft darüber, welche Bereiche offiziell als Freilaufflächen ausgewiesen sind. Außerhalb dieser Zonen gilt in Wernigerode generell Leinenpflicht in öffentlichen Anlagen, auf Spielplätzen und in der Innenstadt — mehr dazu im Abschnitt zu den lokalen Regeln. Für größere Freilaufflächen weichen viele Hundehalter auf die Waldwege rund um den Stadtrand aus, wo die Regelungen offener sein können, aber ebenfalls geprüft werden sollten.
Beachte: In Naturschutz- und FFH-Gebieten im Harz gelten eigene Regeln, die von den allgemeinen Stadtregeln abweichen. Der Nationalpark Harz beispielsweise schreibt ganzjährige Leinenpflicht auf allen Wegen vor. Informiere dich vor deinem Ausflug auf der Website des Nationalparks Harz, welche Bereiche du mit Hund betreten darfst und welche Wege tabu sind.
Hundebetreuung, Pensionen und Übernachtung mit Hund
Wer für einen längeren Aufenthalt in den Harz kommt oder den Hund einmal tagsüber unterbringen möchte, findet im Raum Wernigerode Hundebetreuungsangebote und Pensionen. Die Auswahl ist regional geprägt — private Hundesitter und kleinere Pensionen dominieren. Plattformen wie die örtliche Touristeninformation oder regionale Tierarztpraxen können dir Empfehlungen geben. Wer mit dem Hund übernachten möchte, fragt am besten direkt bei der Unterkunft nach: Viele Gasthöfe, Ferienwohnungen und Hotels in Wernigerode und dem Umland sind hundefreundlich, verlangen aber teils eine Zusatzgebühr oder haben Einschränkungen für bestimmte Rassen. Buche frühzeitig, vor allem in der Harz-Hauptsaison von Frühsommer bis Herbst und an Wochenenden rund um Walpurgis.
Für Tagesausflügler ohne Übernachtung ist es sinnvoll, Trinkwasser und einen Napf einzupacken, da öffentliche Hundewasserstellen nicht flächendeckend vorhanden sind. Viele Cafés und Restaurants in Wernigerode dulden Hunde auf der Terrasse — frag aber immer kurz nach, bevor du dich mit Hund an einen Tisch setzt.
Saisonal in Wernigerode
Der Harz hat vier ausgeprägte Jahreszeiten, und jede bringt für Hundehaltende eigene Herausforderungen und Freuden mit sich. Wer weiß, was ihn erwartet, kommt besser vorbereitet — und hat mehr von der Zeit mit seinem Hund in dieser Mittelgebirgslandschaft.
Frühling: Brut- und Setzzeit im Harz
Ab März erwacht der Harz und mit ihm beginnt die Brut- und Setzzeit — eine der sensibelsten Phasen des Jahres für Wildtiere. Rehe, Hasen und bodenbrütende Vögel sind jetzt besonders störungsanfällig. Im Nationalpark Harz und in ausgewiesenen Naturschutzgebieten rund um Wernigerode gilt deshalb strikte Leinenpflicht auf allen Wegen, und diese wird auch kontrolliert. Verlasse die markierten Wege nicht, auch wenn dein Hund gut erzogen ist — ein frei laufender Hund kann allein durch seine Anwesenheit brütende Vögel vom Nest treiben oder Rehkitze aufscheuchen.
Im Frühjahr lockt außerdem die Walpurgisnacht am 30. April viele Besucher nach Wernigerode. Die Innenstadt und die Wanderwege rund um den Brocken sind dann sehr belebt. Für sensible Hunde kann der Trubel stressig sein — plane deinen Ausflug entweder auf die Tage davor oder danach, oder suche ruhigere Bereiche abseits der Hauptrouten. Die Hasenkleer Waldwege westlich der Stadt sind zu dieser Zeit oft ruhiger als die touristischen Hauptachsen.
Der Frühling bringt auch Zecken in großer Zahl. Der Harz mit seinem dichten Unterholz und den hohen Gräsern ist ein ausgeprägtes Zeckengebiet. Schütze deinen Hund mit einem geeigneten Mittel — frag deinen Tierarzt nach der passenden Prophylaxe — und überprüfe ihn nach jedem Waldspaziergang gründlich. Frühsommerliche Meningoenzephalitis (FSME) ist im Harz relevant; auch wenn Hunde seltener an FSME erkranken, können sie Zecken in die Wohnung tragen.
Sommer: Hitze, Wasser und volle Wege
Der Sommer in Wernigerode ist die Haupttouristensaison. Die Innenstadt mit dem bunten Fachwerkensemble und der Weg zur Wernigeröder Harzbahn sind dann stark frequentiert. Für Hunde, die Menschenmassen nicht gewohnt sind, kann das Stress bedeuten. Plane Spaziergänge in der Innenstadt für die frühen Morgenstunden oder den späten Abend — dann ist es ruhiger und kühler.
An heißen Tagen ist Überhitzung ein ernstes Thema. Die Wälder rund um Wernigerode bieten auch im Sommer kühlen Schatten, aber die Temperaturen können im Hochsommer auch hier steigen. Halte immer ausreichend Frischwasser für deinen Hund bereit. Verzichte bei Hitze auf den Aufstieg zum Brocken über ungeschützte Südhänge — dort gibt es kaum Schatten, und Asphalt- oder Schotterbelag heizt sich stark auf. Die Ilse und andere Harzbäche bieten im Sommer willkommene Abkühlung; prüfe aber vorher, ob Badeverbote oder Leinenpflicht am jeweiligen Gewässer gelten.
Hunde sollten im Sommer nie im geparkten Auto zurückgelassen werden — auch nicht für kurze Zeit. Temperaturen steigen in geschlossenen Fahrzeugen innerhalb von Minuten auf lebensbedrohliche Werte. In Wernigerode gibt es Sehenswürdigkeiten, die Hunde nicht betreten dürfen (z. B. bestimmte Museumsbereiche oder Schlossräume) — erkunde vorher, wo du deinen Hund mitnehmen kannst und wo du ihn sicher anbinden könntest, falls du kurz allein eintreten möchtest.
Herbst: Goldene Wälder und Jagdsaison
Der Herbst ist für viele die schönste Jahreszeit im Harz. Die Laubbälder rund um Wernigerode färben sich in tiefes Gold und Rostbraun, die Touristenmassen lichten sich nach den Sommerferien, und die Temperaturen sind angenehm für ausgedehnte Wanderungen. Für Hunde ist der Herbst ebenfalls eine dankbare Jahreszeit — kühl genug für längere Strecken, warm genug, dass Bäche und Pfützen noch Spaß machen.
Gleichzeitig beginnt im Herbst die Jagdsaison. Im Harz wird aktiv gejagt, und das betrifft auch Wälder in der Nähe von Wernigerode. Informiere dich über Hegegemeinschaften und Reviere, erkunde vor Wanderungen, ob in deinem geplanten Bereich an dem jeweiligen Tag Jagdbetrieb stattfindet, und halte deinen Hund in jagdlich genutzten Bereichen unbedingt an der Leine. Wildwechsel ist im Herbst intensiv — ein frei laufender Hund, der Wild aufscheucht, kann rechtliche Konsequenzen für dich als Halter haben. Die Leinenpflicht im Nationalpark gilt auch im Herbst uneingeschränkt.
Herbstliche Pilze und Beeren im Wald können für Hunde gefährlich sein. Der Harz ist reich an Pilzen, darunter auch giftige Arten wie der Knollenblätterpilz. Gewöhne deinen Hund daran, nichts vom Boden aufzunehmen, und behalte ihn beim Wandern im Auge. Schau dir auch die Eicheln und Kastanien an: Sie sind in größeren Mengen nicht bekömmlich. Falls dein Hund etwas Unbekanntes gefressen hat, wende dich sofort an einen Tierarzt.
Winter: Schnee, Kälte und besondere Rücksicht
Wernigerode und der Harz können im Winter ein ganz anderes Gesicht zeigen: Schnee, Eis und Kälte verwandeln die Region in eine Winterlandschaft. Das ist für viele Hunde ein Erlebnis — und für ihre Halter eine Herausforderung. Bergwege können vereist und rutschig sein; wähle sichere Routen und meide steile Hänge nach Frostperioden. Informiere dich vor Wanderungen über aktuelle Lawinenwarnungen oder Wegsperrungen am Brocken, auch wenn diese eher auf den Hochlagen relevant sind.
Streusalz auf Gehwegen und Straßen ist in der Innenstadt von Wernigerode im Winter verbreitet. Es reizt die Pfotenballen deines Hundes und kann bei größeren Mengen giftig sein, wenn der Hund die Pfoten ableckt. Wasche die Pfoten nach jedem Spaziergang in der Stadt gründlich mit lauwarmem Wasser ab. Pfotenpflegecreme oder spezielle Hundeschuhe können helfen, empfindliche Hunde zu schützen. Kurzhaarige Hunde oder solche mit wenig Unterfell sollten bei starker Kälte ein Hundemantel tragen.
Im Winter ist der Harz-Tourismus rund um Wintersport und Weihnachtsmärkte aktiv — Wernigerode hat einen der bekanntesten Weihnachtsmärkte der Region. Das bedeutet volle Innenstadt, Gedränge und Lärm. Bring deinen Hund nur dann in diese Situation, wenn du weißt, dass er souverän mit Menschenmassen umgeht, und halte ihn nah bei dir. Für Hunde, die Ruhe bevorzugen, sind frühmorgendliche Waldläufe rund um die Stadtrandbereiche die bessere Alternative — der Schnee liegt dann oft noch unberührt, und die Stille des Harzes ist spürbar.
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