Landau in der Pfalz (Kreisfreie Stadt)
Hund in Landau in der Pfalz: Was wirklich gilt
Früh morgens, wenn der Nebel noch in den Rebzeilen hängt und die Weinberge westlich der Stadt in einem blassen Grau verschwimmen, liegt Landau noch ganz ruhig. Kaum zehn Minuten zu Fuß vom Hauptbahnhof entfernt beginnt die freie Landschaft. Entweder in Richtung der Hügel mit ihren Riesling-Terrassen, oder westwärts, wo der Pfälzerwald mit seinen Kiefern und Eichen fast unmerklich anfängt. Diese Lage ist selten: Vom Stadtzentrum aus stehst du in weniger als einer Viertelstunde mitten in einem UNESCO-Biosphärenreservat.
Landau in der Pfalz ist eine kreisfreie Stadt mit rund 47.000 Einwohnern im südlichen Rheinland-Pfalz. Im Westen liegt der Pfälzerwald, im Osten die Rheinebene. Der Landkreis Südliche Weinstraße umschließt die Stadt vollständig. Landau ist eine Insel im Weinland. Diese Lage am größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands hat für Hundehalter konkrete Folgen: Waldrecht, Naturschutzgebietsverordnungen und die kommunale Gefahrenabwehrverordnung greifen ineinander. Wer das nicht kennt, riskiert eine unschöne Begegnung mit dem Ordnungsamt.
Leinenpflicht in Landau in der Pfalz: Was kommunal gilt
Rheinland-Pfalz kennt keine flächendeckende Leinenpflicht für alle Hunde. Das Landeshundegesetz befasst sich ausschließlich mit gefährlichen Hunden. Ein einheitliches Landesgesetz, das alle Hundehalter zum Anleinen verpflichtet, gibt es nicht. Kommunen dürfen eigene Regelungen aufstellen. Für Landau heißt das: Das Land setzt den Rahmen, die städtische Gefahrenabwehrverordnung füllt ihn mit Praxis.
Innerorts: Gefahrenabwehrverordnung der Stadt Landau
Der Schlossgarten liegt in der Mittagssonne voll. Kinder auf dem Weg, Jogger auf der Runde um den alten Baumbestand, und mittendrin ein Hund ohne Leine. Genau das ist hier nicht erlaubt. Die Gefahrenabwehrverordnung der Stadt Landau gilt seit dem 12. Mai 1999. Du findest sie auf der Stadtwebseite.
In seiner Sitzung vom 3. Februar 2015 hat der Stadtrat die Verordnung erweitert, gültig ab dem 1. März 2015. Außerhalb bebauter Ortslagen darfst du deinen Hund unangeleint führen, solange du jederzeit so auf ihn einwirken kannst, dass keine Gefährdung entsteht. Innerhalb der Bebauung und in öffentlichen Grünanlagen gilt generelle Anleinpflicht. Die Fußgängerzone und Parks wie der Schlossgarten fallen darunter. Wer das ignoriert, zahlt ein Bußgeld.
Im Wald: Pfälzerwald und Landesforstrecht
Die Nadeln riechen harzig nach Sommer. Der Boden federt unter den Pfoten. Im Pfälzerwald beginnt beim ersten Schritt ins Unterholz eine rechtlich eigene Welt. Rheinland-Pfalz schreibt keine allgemeine Leinenpflicht vor, auch nicht im Wald. Das klingt großzügig. Die Einschränkungen kommen durch den Naturschutz.
In Naturschutzgebieten regelt jede eigene Rechtsverordnung, was gilt. In den meisten ist Anleinen Pflicht. Das Landesforstamt Rheinland-Pfalz empfiehlt: Halte deinen Hund im Einflussbereich, besser noch angeleinst, besonders in der Brut- und Setzzeit von April bis Juli. Das Biosphärenreservat Pfälzerwald empfiehlt das Anleinen generell. Das ist keine gesetzliche Pflicht, aber ein klarer Hinweis auf den Schutzzweck. Wer im April oder Mai seinen Hund unangeleint durch Dickicht schickt, riskiert zweierlei: eine Konfrontation mit Revierjägern und die Einstufung des Hundes als wilderndes Tier.
Für ausgewiesene Naturschutzgebiete im Biosphärenreservat gilt: Wege nicht verlassen, Hund anleinen, Hinweisschilder beachten. Das Landesjagdgesetz Rheinland-Pfalz (LJG) verpflichtet Hundehalter, das Wildern und Stören von Wildtieren zu verhindern.
Naturschutzgebiete und FFH-Gebiete
Im Stadtgebiet Landau und in der direkten Umgebung liegen mehrere ausgewiesene Schutzgebiete. Darunter FFH-Flächen entlang der Queich sowie Teile des Biosphärenreservats mit Kern- und Pflegezonen. Für jede Schutzzone gilt eine eigene Rechtsverordnung. Die meisten schreiben Anleinpflicht vor und verbieten das Verlassen markierter Wege. Aktuelle Informationen zu den einzelnen Gebieten liefert das Ordnungsamt der Stadt Landau oder die Verwaltung des Biosphärenreservats Pfälzerwald.
Listenhunde in Landau in der Pfalz: Bundesland-Basis und kommunale Praxis
Das Landeshundegesetz Rheinland-Pfalz (LHundG) regelt ausschließlich die Haltung gefährlicher Hunde (§ 1). Dazu zählen Hunde, die durch Aggression oder Bissverhalten auffällig geworden sind, Hunde mit übersteigerter Kampfbereitschaft sowie bestimmte Rassen: American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Pitbull-Terrier. Für diese Tiere gilt im gesamten Bundesland Leinen- und Maulkorbpflicht außerhalb des eigenen Grundstücks (§ 5 LHundG).
Wer einen als gefährlich eingestuften Hund halten will, braucht eine behördliche Erlaubnis. Diese setzt Sachkunde- und Zuverlässigkeitsnachweis voraus, außerdem eine Hundehaftpflichtversicherung. Die Mindestversicherungssumme beträgt laut § 4 Abs. 2 LHundG 500.000 Euro bei Personenschäden und 250.000 Euro bei sonstigen Schäden.
Verstöße können mit bis zu 10.000 Euro Bußgeld geahndet werden. Mehr zur landesweiten Rechtslage für Listenhunde findest du in der Übersicht Rheinland-Pfalz auf landesrecht.rlp.de (LHundG).
Hundesteuer und Anmeldung in Landau
Wer in Landau einen Hund hält, meldet ihn beim Steueramt der Stadtverwaltung an. Die Frist beträgt 14 Tage nach Beginn der Hundehaltung oder nach dem Zuzug in die Stadt. Nach der Anmeldung erhältst du eine Hundesteuermarke. Du führst sie mit und zeigst sie auf Verlangen vor. Bei Abmeldung gibst du die Marke zurück.
Laut der Kommunaldatenbank 2024 des Bundes der Steuerzahler liegt der Steuersatz für den ersten Hund in Landau bei 144 Euro jährlich. Das ist einer der höheren Werte in Rheinland-Pfalz. Für gefährliche Hunde beträgt der erhöhte Steuersatz aktuell 612 Euro jährlich. Wer einen Hund aus dem Landauer Tierheim übernimmt, profitiert seit dem 1. Januar 2025 von einer temporären Steuerbefreiung, so hat es der Stadtrat beschlossen.
Wer die Anmeldefrist vorsätzlich oder fahrlässig versäumt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. An- und Abmeldungen laufen über die Kassen- und Steuerabteilung der Stadtverwaltung Landau, Marktstraße 50, 76829 Landau in der Pfalz.
Die besten Routen in Landau in der Pfalz, mit korrekter Rechtslage
Pfälzerwald ab Stadtrand: der Einstieg am Queichtal
Der Pfälzerwald beginnt nicht mit einem Schild, sondern mit einem Geruch. Harze, feuchtes Moos und der leichte Moderton der Kiefernnadeln, sobald die letzten Häuser von Landau-Mörlheim zurückbleiben, wechselt die Welt. Das Queichtal führt vom Stadtrand westwärts in den Wald. Der Weg steigt sanft an, der Bach murmelt im Frühjahr klar und frostig über Kiesel. Im August ist er kaum mehr als ein Rinnsal.
Hunde können auf langen Abschnitten außerhalb von Schutzzonengrenzen frei laufen, solange der Ruf jederzeit sitzt. Sobald Naturschutzgebiets-Schilder auftauchen, gilt Anleinpflicht. Die Kernzonen des Biosphärenreservats sind durch Tafeln markiert. In der Brut- und Setzzeit von April bis Juli empfiehlt das Landesforstamt das Anleinen. Wer seinen Hund in Sichtweite eines Rehkitzes in den Wald schickt, riskiert, dass der Jäger das Tier als wildernden Hund behandelt. Aktuelle Routen und Wegbedingungen findest du bei Rheinland-Pfalz Tourismus.
Weinberge der Südlichen Weinstraße: Rebzeilen, Feldwege, weite Ausblicke
Am frühen Oktobermorgen, wenn der Frost die Weinblätter in Rot und Gold taucht und die Winzer noch schlafen, gehören die Feldwege zwischen Ilbesheim und Gleiszellen den Hunden. Die breiten Wirtschaftswege zwischen den Rebzeilen sind öffentliche Wege. Mit dem Hund auch ohne Leine begehbar, solange kein Schutzgebiet beginnt und dein Hund sicher unter Kontrolle ist.
Während der Lese im September und Oktober und beim Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln ist erhöhte Vorsicht geboten. Halte deinen Hund angeleinst und fern von frisch behandelten Flächen. Der Pfälzer Weinsteig, ein ausgewiesener Qualitätswanderweg, tangiert Landau und lässt sich gut mit Hund begehen. Die Wegbeschaffenheit ist solide, die Markierungen klar.
Schlossgarten und Queich-Promenade: Stadtleben mit Anleinpflicht
Der Schlossgarten liegt zentral, alt und schattig. Kastanien hängen im August schwer, alte Rasenflächen laden zum Dösen ein, der Brunnen zieht jeden Hund magnetisch an. Was viele nicht wissen: Im Schlossgarten gilt Anleinpflicht. Das ist keine Empfehlung, das ist die städtische Gefahrenabwehrverordnung. Wer den Hund hier loslässt, riskiert eine Begegnung mit dem Ordnungsamt und ein Bußgeld von mehreren Hundert Euro.
Die Queich-Promenade entlang des gleichnamigen Flüsschens ist eine angenehme Alternative für den Morgenspaziergang. Auch hier gilt innerorts Anleinpflicht, der Weg ist jedoch breit genug, um entspannt zu gehen. Östlich der Stadt führt die Queich durch flaches Gelände Richtung Rheinebene. Dort lockern sich die Anleinregeln, sobald die Bebauung endet und kein Schutzgebiet greift.
Bienwald: Tiefland, Stille, Forstwege
Südöstlich von Landau liegt der Bienwald, ein ausgedehntes Tieflandwaldgebiet, das kaum jemand im Kopf hat, wenn er an die Pfalz denkt. Flach, mit langen geraden Forstwegen, kaum Höhenmeter. Im Winter, wenn die Laubschicht gefroren unter den Pfoten knirscht, gehört der Bienwald fast ausschließlich Hundehaltern. Das Gebiet eignet sich besonders für ältere Hunde oder nach einer Verletzung. Teile des Bienwalds stehen unter Naturschutz. Die Schutzgebiete sind vor Ort beschildert und verlangen auf markierten Abschnitten Anleinpflicht.
Was in Landau anders ist als anderswo in Rheinland-Pfalz
In Landau treffen zwei Welten aufeinander, die sonst selten so direkt nebeneinanderliegen: die Weinstadt mit belebter Fußgängerzone und historischem Schlossgarten, und das unmittelbar angrenzende Biosphärenreservat. Innerorts gilt kommunale Anleinpflicht. Wenige Gehminuten weiter gibt es weitgehende Freilaufmöglichkeiten. Andere Städte in Rheinland-Pfalz wie Mainz oder Ludwigshafen haben entweder striktere Stadtregeln oder liegen nicht mit dieser Direktheit am Wald.
Die Hundesteuer liegt mit 144 Euro für den ersten Hund (Stand: Kommunaldatenbank 2024) im oberen Bereich für Rheinland-Pfalz. Für Tierheim-Übernahmen bietet die Stadt seit 2025 temporäre Steuerbefreiung, bundesweit kein Standard. Was Landau von ländlicheren Umgebungen unterscheidet: Die Gefahrenabwehrverordnung wird aktiv angewendet, das Ordnungsamt ist im Stadtgebiet präsent. Das Freilauffenster liegt klar außerhalb der Bebauung.
Häufig gestellte Fragen
Gilt im Pfälzerwald generell Leinenpflicht für Hunde?
Rheinland-Pfalz schreibt keine allgemeine Leinenpflicht vor, auch nicht im Wald. Im Pfälzerwald darfst du deinen Hund auf Waldwegen frei laufen lassen, solange er sicher unter Kontrolle ist. In ausgewiesenen Naturschutzgebieten regelt jede eigene Rechtsverordnung, was gilt. In den meisten ist Anleinen Pflicht. Das Biosphärenreservat empfiehlt das Anleinen generell. Das Landesforstamt bittet besonders in der Brut- und Setzzeit von April bis Juli darum. Schilder an den Zugängen zeigen die jeweiligen Regeln an.
Wie hoch ist die Hundesteuer in Landau in der Pfalz?
Laut der Kommunaldatenbank des Bundes der Steuerzahler (Stand 2024) beträgt der Steuersatz für den ersten Hund in Landau 144 Euro jährlich. Für gefährliche Hunde gilt ein erhöhter Steuersatz von aktuell 612 Euro jährlich. Seit dem 1. Januar 2025 gilt eine temporäre Steuerbefreiung für Hunde, die aus dem Landauer Tierheim übernommen werden. An- und Abmeldungen laufen über die Kassen- und Steuerabteilung der Stadtverwaltung Landau, Marktstraße 50.
Darf ich meinen Hund im Schlossgarten Landau frei laufen lassen?
Nein. Im Schlossgarten und in allen öffentlichen Grünanlagen der Stadt gilt auf Basis der städtischen Gefahrenabwehrverordnung Anleinpflicht. Ausgewiesene Freilaufflächen, auf denen Hunde offiziell ohne Leine dürfen, erfragst du beim Ordnungsamt der Stadt Landau.
Welche Rassen gelten in Rheinland-Pfalz als Listenhunde?
Das Landeshundegesetz Rheinland-Pfalz nennt: American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Pitbull-Terrier sowie Kreuzungen dieser Rassen. Für diese Hunde gilt im gesamten Bundesland Leinen- und Maulkorbpflicht außerhalb des eigenen Grundstücks (§ 5 LHundG). Darüber hinaus kann jeder Hund unabhängig von der Rasse als gefährlich eingestuft werden, durch Bissverhalten, Hetzen von Wild oder übersteigerter Aggressivität. Die Haltung erfordert dann eine behördliche Erlaubnis, Sachkundenachweis und Haftpflichtversicherung.
Kann ich mit dem Zug nach Landau anreisen und direkt wandern?
Ja. Landau hat einen eigenen Bahnhof im Netz des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN). Vom Bahnhof aus erreichst du die Weinberge östlich und das Queichtal westwärts in Richtung Pfälzerwald schnell zu Fuß. Hunde dürfen im VRN-Netz mitfahren. Kleine Hunde in einer geeigneten Transportbox gelten meist als Handgepäck, für größere Hunde wird ein ermäßigter Fahrschein fällig. Die genauen Bedingungen prüfst du direkt beim VRN.
Quellen
- Stadtverwaltung Landau – Hundesteuer festsetzen (landau.de)
- Stadt Landau – Merkblatt Hundesteuer und gefährliche Hunde (PDF, landau.de)
- Landesgesetz über gefährliche Hunde Rheinland-Pfalz (LHundG), landesrecht.rlp.de
- Landesforsten Rheinland-Pfalz – Was Sie beim Waldbesuch wissen müssen (wald.rlp.de)
- Bund der Steuerzahler – Kommunaldatenbank Hundesteuer 2024 (PDF)
Saisonale Hinweise
Beste Jahreszeit: Winter
Bild: Wikimedia Commons –