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Köln (Kreisfreie Stadt)

Köln (Kreisfreie Stadt) Bild: Wikimedia Commons – Kranhäuser Cologne, April 2018 -01.jpg · CC BY-SA 4.0
Schwierigkeit
Mittel
Eintritt
Kostenlos

Hund in Köln: Was wirklich gilt

Der Rhein zieht die Stadtteile zusammen. Links davon Sülz, Ehrenfeld, Nippes, rechts Deutz, Mülheim, Porz. Dazwischen 405 Quadratkilometer kreisfreie Stadt, rund 1,08 Millionen Einwohner und, Stand 2024, über 43.000 gemeldete Hunde. Innerhalb von zehn Jahren stieg die Zahl der gemeldeten Hunde um rund 26 Prozent, von 34.507 im Jahr 2014 auf 43.545 im Jahr 2024. Köln ist damit eine der hundereichsten Großstädte Deutschlands. Das hat Konsequenzen: Die Stadt kontrolliert, das Ordnungsamt ahndet, und die Leinenpflicht gilt hier schärfer als viele Neuzugezogene erwarten. Wer das weiß, kann entspannt loslaufen.

Köln liegt im Westen Nordrhein-Westfalens, grenzt an den Rhein-Erft-Kreis, den Rheinisch-Bergischen Kreis und den Leverkusen-Streifen im Norden. Als kreisfreie Stadt gibt es keine Kreisebene zwischen Stadtrat und Land, die kommunale Regelung sitzt direkt auf dem Landesrecht. Für Hundehalter bedeutet das: Das Landeshundegesetz NRW (LHundG NRW) gilt, die Stadt Köln konkretisiert es durch eigene Verordnungen, und die Kombination aus beidem entscheidet, was draußen wirklich erlaubt ist.

Leinenpflicht in Köln: Was kommunal gilt

Der Kanton setzt den Rahmen, hier: das Land. Hunde sind nach § 2 Abs. 1 LHundG NRW so zu halten, zu führen und zu beaufsichtigen, dass von ihnen keine Gefahr für Leben oder Gesundheit von Menschen oder Tieren ausgeht. Die Anleinpflicht im Stadtgebiet geht darüber hinaus.

Gesamtes Stadtgebiet Köln

Kein Interpretationsspielraum. Im gesamten Stadtgebiet Köln besteht eine Anleinpflicht für jeden Hund. Diese Leinenpflicht ist nur für besonders ausgewiesene Freilaufflächen ausgesetzt, die Flächen sind auf der Webseite der Stadt Köln einsehbar. Das bestätigt das Ordnungsamt der Stadt Köln direkt.

Hunde sind nach § 2 Abs. 2 LHundG NRW an einer geeigneten Leine zu führen: in Fußgängerzonen, Haupteinkaufsbereichen und anderen innerörtlichen Bereichen mit Publikumsverkehr; in der Allgemeinheit zugänglichen Park-, Garten- und Grünanlagen einschließlich Kinderspielplätzen mit Ausnahme ausgewiesener Hundeauslaufbereiche; bei öffentlichen Versammlungen, Volksfesten und Veranstaltungen mit Menschenansammlungen.

Zusätzlich gilt: Innerhalb von Landschaftsschutzgebieten darf der Hund nicht frei laufen. Hier gilt aufgrund der Kölner Stadtordnung die Leinenpflicht für Hunde. Und: In Köln ist es nicht erlaubt, den Hund in den Botanischen Garten, Forstbotanischen Garten, Vogelschauen und Wildparks sowie auf ausgewiesene Spiel- und Liegewiesen, Spiel- und Bolzplätze und Friedhöfe mitzunehmen.

Was droht, wenn du es ignorierst? Ein Verstoß gegen die Anleinpflicht ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Verwarngeld bis 55 Euro oder einem Bußgeld bis 500 Euro geahndet werden kann. Wer den Hundekot nicht beseitigt, dem droht ein Verwarngeld von mindestens 45 Euro. Auf Kinderspielplätzen kann es bis zu 500 Euro betragen.

Wald: Landesforstrecht NRW

Der Stadtwald im Westen, der Königsforst im Osten, das Gebiet rund um Dünnwald im Norden – Köln hat überraschend viel Waldfläche. Im Wald gilt nicht die kommunale Verordnung, sondern das Landesforstgesetz. § 2 des Landesforstgesetzes NRW schreibt im Wald außerhalb von Wegen Leinenpflicht vor. Auf Waldwegen dürfen viele Hunde ohne Leine laufen, wenn sie sicher kontrollierbar sind. Abseits der Wege dürfen Hunde im Wald dagegen nur angeleint mitgeführt werden. Wer seinen Hund in den Unterbewuchs schickt, Waldkaninchen, Rehe, Fasane gibt es im Stadtwald tatsächlich, macht sich angreifbar. Die Jagdsaison endet nicht im Stadtgebiet.

Naturschutzgebiete

In Naturschutzgebieten gelten häufig strengere Regeln. Oft besteht dort eine Pflicht, auf den Wegen zu bleiben, Hunde eng zu führen oder anzuleinen. Entscheidend sind die jeweilige Schutzgebietsverordnung und die Beschilderung vor Ort. Im Kölner Umland gibt es Naturschutzgebiete entlang des Rheins sowie im Bereich der Königsforst-Ausläufer. Die konkrete Regelung für jeden Abschnitt erfährst du aus der Beschilderung vor Ort oder bei der Stadt Köln – Seite zu Schutzgebieten.

Listenhunde in Köln: NRW-Recht trifft Stadtpraxis

Die früheren Anlagen 1 und 2 der Landeshundeverordnung mit 42 Hunderassen gibt es im aktuellen Gesetz nicht mehr. Das Gesetz unterscheidet jetzt zwischen gefährlichen Hunden, Hunden bestimmter Rassen und großen Hunden. Gefährliche Hunde sind per Definition Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie deren Kreuzungen.

Das Landeshundegesetz NRW bezeichnet außerdem Hunde der Rassen Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastino Espanol, Mastino Napoletano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler und Tosa Inu sowie deren Kreuzungen als „Hunde bestimmter Rassen“ (§ 10 Abs. 1 LHundG NRW). Diese Rassen nennt man umgangssprachlich „Liste-2-Hunde“.

Hunde der Kategorien „Gefährlicher Hund“ und „bestimmter Rassen“ unterliegen einer Maulkorb- und Anleinpflicht, von der eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden kann. Den Antrag stellst du beim Veterinäramt der Stadt Köln. Bei einem positiven Wesenstest kann der Hund unter Umständen von der Maulkorbpflicht oder anderen Beschränkungen befreit werden. Der Wesenstest ist freiwillig, und das Ergebnis kann je nach Behörde unterschiedlich gewertet werden.

Große Hunde, also Hunde ab 40 cm Widerristhöhe oder 20 kg Körpergewicht (§ 11 LHundG NRW), sind beim Ordnungsamt anzuzeigen. Für jeden gefährlichen oder großen Hund besteht in Köln eine gesetzliche Hundehaftpflichtversicherungspflicht. Auch wenn dein Hund nicht als gefährlich eingestuft ist, haftest du für alle Schäden, die er verursacht.

Mehr zu den NRW-Rasseregeln und zur Übersicht des Landeshundegesetzes findest du in unserer Übersicht Nordrhein-Westfalen.

Hundesteuer und Anmeldung in Köln

In Köln müssen alle Hunde innerhalb von vier Wochen nach Anschaffung oder Umzug angemeldet werden. Welpen aus eigener Zucht meldest du innerhalb von vier Wochen nach dem Erreichen des Alters von sechs Monaten an. Die Anmeldung läuft beim Steueramt der Stadt Köln, online, per Post oder vor Ort.

Nach der Anmeldung bekommst du eine Hundesteuermarke. Diese jeweils gültige Marke ist außerhalb der Wohnung oder des umfriedeten Grundbesitzes von dem Hund sichtbar zu tragen. Kein Marke am Hals? Das Ordnungsamt fragt nach.

Was kostet das? Laut der aktuellen Hundesteuersatzung der Stadt Köln (Stand: Dezember 2025) beträgt die Steuer jährlich 174,00 Euro für jeden gehaltenen Hund. Es ist die erste Erhöhung seit 22 Jahren. Die Steuer war seit über zwei Jahrzehnten unverändert und betrug 156 Euro jährlich. Ab dem 1. Januar 2026 stieg sie um 1,50 Euro pro Monat auf 174 Euro jährlich. Aktuelle Tarife und Befreiungsvoraussetzungen direkt bei der Stadt Köln – Hundesteuer prüfen.

Wichtige Ausnahmen: Zertifizierte Assistenzhunde, etwa für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Hörbehinderung oder chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Epilepsie, sind vollständig von der Hundesteuer befreit. Grundlage ist die bundesweit geltende Assistenzhundeverordnung. Auch Rettungshunde bleiben steuerfrei, sofern sie eine abgeschlossene Ausbildung nachweisen können. Wer einen Hund aus einem Kölner Tierheim holt: Wer einen Hund aus einem Kölner Tierheim übernimmt, ist zwei Jahre von der Hundesteuer befreit. Hunde, die bei der Übernahme mindestens acht Jahre alt sind, sollen sogar dauerhaft steuerfrei bleiben.

Die besten Routen in Köln, mit korrekter Rechtslage

Grüngürtel: Kölns grünes Band

Oktober, der erste Nebel liegt noch auf dem Aachener Weiher. Die Enten ziehen Kreise. Der Boden riecht nach nassem Laub und Eicheln. Rund um die Weiher des inneren Grüngürtels liegen mehrere ausgewiesene Freilaufflächen, dort darf die Leine ab. Der innere Grüngürtel bietet viel Fläche für lange Spaziergänge. Auf der rund 8.200 Quadratmeter großen Hundewiese darf auch unangeleint gespielt werden. Wenn der Hund dann müde ist, könnt ihr euch den Sonnenuntergang vom Hügel oberhalb des Aachener Weihers anschauen. Abseits der ausgewiesenen Flächen gilt: Leine dran. In den städtischen Grünanlagen müssen alle Hunde jederzeit angeleint sein. Ausgenommen davon sind nur die ausgewiesenen Hundefreilaufflächen. Die Beschilderung ist klar. Halte dich daran.

Stadtwald: Westkölner Waldpfoten

Der Stadtwald im Stadtteil Lindenthal ist dicht. Im Juli riecht er nach Harz. Im November knirscht der Frost auf den Pfützen. Hier laufen täglich Hunderte Hunde. Der beliebte Stadtwald als Naherholungsgebiet mitten in Köln bietet auch einiges für die felligen Begleiter der Kölner Bewohner. Hier ist die Straße weit weg und die Natur lässt sich spielend genießen. Auf den Waldwegen gilt NRW-Forstrecht: Freilauf möglich, wenn der Hund unter Kontrolle bleibt. Abseits der Wege dürfen Hunde im Wald dagegen nur angeleint mitgeführt werden. Die ausgewiesene Hundefreilauffläche im Stadtwald erreichst du über den Eingang Friedrich-Schmidt-Straße/Raschdorffstraße. Aktuelle Routen und Weginformationen findest du bei Tourismus NRW.

Rheinufer und Poller Wiesen

Am Rhein riecht es nach großem Wasser. Die Poller Wiesen rechtsrheinisch, zwischen Severinsbrücke und Rodenkirchener Brücke, das ist Köln auf dem Boden. Wenn sie nicht gerade überschwemmt sind, sind die Poller Wiesen ein guter Ort für einen langen Spaziergang. Hier kann gespielt und getobt werden, vielleicht auch einmal kurz die Pfote in den Rhein gehalten werden. Beim Blick auf Rhein und Dom geht die Sonne hinter dem Stadtpanorama unter. Was gilt am Rheinufer? Ob und wo genau Leinenpflicht besteht, variiert je nach Abschnitt und Schutzgebietsstatus. Vor Ort die Beschilderung lesen, oder die aktuelle Regelung auf der offiziellen Seite der Stadt Köln zu Schutzgebieten prüfen. Schwimmen im Rhein ist verboten, auch für den Hund. Der Rhein in Köln ist nicht zum Schwimmen geeignet, das ist für Hunde wie Menschen verboten. Gegen ein bisschen die Pfoten ins Wasser halten hat niemand etwas. Besonders beliebt dafür: der Hundestrand am Niehler Hafen.

Beethovenpark und Herkulesberg: Freilauf in der Stadt

Zwei Orte, die Kölner Hundehalter kennen. Der Herkulesberg, einer der Trümmerberge aus dem Zweiten Weltkrieg, aufgeschüttet aus Ruinen, heute grün bewachsen. Der Herkulesberg liegt zwischen Innerer Kanalstraße und Mediapark. Die Hundefreilauffläche ist von Bäumen gesäumt und bietet damit ein wenig Schutz vor den Straßen in der Umgebung. Der Beethovenpark in Sülz dagegen ist größer. Der Beethovenpark bietet auf rund 40 Hektar Auslaufmöglichkeiten. Die Kombination aus Wiesen, kleinen Wäldchen und ruhigen Pfaden macht ihn zu einem der vielseitigsten Parks in Köln. Besonders erwähnenswert ist die eingezäunte Hundewiese am östlichen Rand des Parks, auf der Hunde frei laufen und spielen dürfen. Ob Hunde bestimmte Bereiche des Beethovenparks nutzen dürfen, hängt von der aktuellen Beschilderung ab. Vor Ort prüfen.

Was in Köln anders ist als im Rest von NRW

Köln ist die einzige NRW-Millionenstadt mit einer stadtweiten Anleinpflicht, die sich nicht auf einzelne Stadtteile beschränkt, sondern das gesamte Gemeindegebiet umfasst. Die Konsequenz: Auch auf Wegen, die sich ländlich anfühlen, gilt Leinenpflicht, sofern sie als Grünanlage ausgewiesen sind. Wer aus dem Umland zuzieht und gewohnt ist, im Park freilaufen zu lassen, erlebt hier einen harten Wechsel.

Die Hundesteuer ist seit 2016 nicht angepasst worden und liegt mit 174 Euro ab 2026 trotzdem im städtischen Mittelfeld, andere NRW-Großstädte wie Düsseldorf liegen teils höher. In Köln sind aktuell rund 44.000 Hunde gemeldet. Die Dichte ist groß, die Freilaufflächen sind begehrt. Freilaufflächen gibt es in jedem Kölner Stadtbezirk, das ist ein echter Vorteil gegenüber vergleichbaren Städten. Wo genau sie liegen und wie groß sie sind, erfährst du auf der Seite der Stadt Köln zu Freilaufflächen.

Ein weiteres Kölner Spezifikum: Das Rheinufer ist kein einheitlicher Raum. Zwischen Niehl im Norden und Rodenkirchen im Süden wechseln Schutzgebietsstatus, Park-Verordnungen und Beschilderungen. Was nördlich der Deutzer Brücke gilt, kann südlich davon anders aussehen. Wer mit dem Hund gezielt ans Wasser will, prüft das besser vorab.

Häufig gestellte Fragen

Gilt in Köln überall Leinenpflicht?

Im gesamten Kölner Stadtgebiet besteht Anleinpflicht für jeden Hund. Die einzigen Ausnahmen sind offiziell ausgewiesene Hundefreilaufflächen, die in jedem der neun Stadtbezirke vorhanden sind. Wo diese Flächen genau liegen, zeigt die aktuelle Karte auf der Webseite der Stadt Köln.

Was kostet die Hundesteuer in Köln 2026?

Ab dem 1. Januar 2026 beträgt die Hundesteuer in Köln 174 Euro jährlich pro Hund. Das sind 18 Euro mehr als zuvor, die erste Anpassung seit 22 Jahren. Für Menschen mit geringem Einkommen (Sozialhilfe, Grundsicherung) gilt ein ermäßigter Satz von 60 Euro. Die Hundesteuersatzung und aktuelle Befreiungsregelungen findest du direkt bei der Stadt Köln – Hundesteuer.

Muss ich meinen Hund in Köln innerhalb einer bestimmten Frist anmelden?

Ja. Du meldest deinen Hund innerhalb von vier Wochen nach Anschaffung oder Umzug nach Köln beim Steueramt an. Die Anmeldung geht online, per Post oder persönlich. Wer die Frist versäumt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, das Bußgeld kann theoretisch bis zu 10.000 Euro betragen. Nach der Anmeldung erhältst du eine Hundesteuermarke, die dein Hund außerhalb des Grundstücks sichtbar tragen muss.

Welche Rassen gelten in NRW als Listenhunde?

Das LHundG NRW unterscheidet zwei Kategorien. Liste 1 (gefährliche Hunde, § 3 LHundG NRW): Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier und deren Kreuzungen. Liste 2 (Hunde bestimmter Rassen, § 10 LHundG NRW): Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastino Espanol, Mastino Napoletano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler, Tosa Inu und deren Kreuzungen. Für beide Kategorien gelten Anlein- und Maulkorbpflicht sowie Erlaubnispflicht. Befreiung ist per Wesenstest beim Veterinäramt möglich.

Darf mein Hund im Kölner Stadtwald frei laufen?

Auf den Waldwegen im Stadtwald ist Freilauf möglich, wenn dein Hund sicher kontrollierbar ist, so regelt es das Landesforstgesetz NRW. Abseits der Wege gilt Leinenpflicht. Zusätzlich gibt es eine ausgewiesene Hundefreilauffläche im Stadtwald (Zugang: Eingang Friedrich-Schmidt-Straße/Raschdorffstraße). Für Hunde der Listenkategorien 1 und 2 gilt auch im Wald Leinenpflicht.

Quellen

Saisonale Hinweise

Beste Jahreszeit: Sommer