Ingolstadt (Kreisfreie Stadt)
KI-generiertes Beispielbild für Ingolstadt. Du kennst diesen Ort? Schick uns dein Foto – wir tauschen es gerne aus. Hund in Ingolstadt: Was wirklich gilt
Früh morgens schlägt das Wasser gegen die Kaimauern der Schloßlände. Der Boden ist noch feucht, die Festungsmauern ragen grau in den Dunst. Ingolstadt ist kreisfreie Stadt in Oberbayern, rund 140.000 Einwohner, Audi-Hauptsitz, und überraschend grün: Donauauen, Klenzepark, Glacis-Grünanlagen und ein Kranz von Baggerseen im Süden bilden das Rückgrat für den Alltag mit Hund.
Rechtlich sitzt Ingolstadt klar in Bayern. Kein Landesgesetz schreibt eine allgemeine Leinenpflicht vor, aber Art. 18 LStVG erlaubt den Kommunen, eine solche zu erlassen. Ingolstadt hat das getan. Das solltest du kennen, bevor du den Hund von der Leine lässt.
Leinenpflicht in Ingolstadt: Was kommunal gilt
Das Fundament ist bayerisches Landesrecht. Die entscheidende Schicht ist kommunal. Seit Herbst 2020 gilt in Ingolstadt eine Verordnung, die das freie Umherlaufen von großen Hunden und Kampfhunden in bestimmten Bereichen untersagt.
Anleinverordnung der Stadt Ingolstadt (Stand: 09.09.2020)
Die Verordnung erfasst alle Hunde ab 50 cm Schulterhöhe sowie Kampfhunde im Sinne der bayerischen Kampfhundeverordnung. In öffentlichen Anlagen, auf Kinderspielplätzen und in der Ingolstädter Innenstadt gilt Leinenpflicht für diese Tiere.
Konkret dürfen große Hunde und Kampfhunde in folgenden Bereichen nicht frei laufen:
- Alle öffentlichen Anlagen im Stadtgebiet
- Badeanlagen vom 15. Mai bis 15. September
- Alle öffentlichen Kinderspielplätze und deren unmittelbare Umgebung
- Die Ingolstädter Altstadt, begrenzt durch Jahnstraße, Auf der Schanz, Dreizehnerstraße, Esplanade, Heydeckplatz, Roßmühlstraße und Schloßlände
In diesen Bereichen führst du deinen Hund an einer reißfesten Leine. Maximal 150 cm Länge. Halsband oder Geschirr müssen schlupfsicher sitzen.
Auf Kinderspielplätzen gilt eine verschärfte Regel: Große Hunde und Kampfhunde dürfen dort nicht einmal angeleint mitgeführt werden. Das ist schärfer als in vielen anderen bayerischen Städten. Wer dagegen verstößt, zahlt eine Geldbuße.
Hunde unter 50 cm Schulterhöhe ohne Kampfhunde-Einstufung fallen nicht unter die Anleinverordnung. Einzelfallanordnungen bleiben möglich. In öffentlichen Einrichtungen kann der Träger eigene Hausregeln setzen.
Zuständig für Kontrollen ist das Amt für Ordnung, Gewerbe und Verbraucherschutz der Stadt Ingolstadt (Rathausplatz 4, Tel. 0841 305-1511).
Wald und Naturschutz: Brut- und Setzzeit beachten
Im bayerischen Waldrecht gibt es keine allgemeine Leinenpflicht für Hunde. Wer aber mit dem Hund durch die Donauauen oder Richtung Naturpark Altmühltal streift, sollte den Kalender kennen. Teilflächen der Donauauen unterliegen dem Naturschutzgebietsstatus. Dort gelten verschärfte Betretungsregeln, besonders in der Brut- und Setzzeit von März bis Juli. Sobald Schilf oder Hochstaudenfluren beginnen, ist die Leine die sichere Wahl. Verstöße in Naturschutzgebieten sind bußgeldbewehrt. Hinweisschilder am Rand der Schutzgebiete informieren über aktuelle Verbote.
Listenhunde in Ingolstadt: Bayerisches Recht, kommunale Umsetzung
Bayern regelt gefährliche Hunde seit 1992 über die „Verordnung über Hunde mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit“. Es gibt zwei Kategorien.
Kategorie I umfasst Pitbull/American Pitbullterrier, Bandog, Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier, Tosa-Inu sowie alle Kreuzungen. Wer einen solchen Hund halten will, braucht eine Genehmigung nach Art. 37 LStVG. Die Wohnsitzgemeinde erteilt diese nur in Ausnahmefällen.
Kategorie II umfasst unter anderem Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Bullterrier, Cane Corso, Dogo Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Mastiff und Rottweiler. Diese Rassen gelten nicht als Kampfhunde, wenn ein Sachverständigengutachten keine gesteigerte Aggressivität nachweist. Das Ergebnis ist das sogenannte Negativzeugnis.
In Ingolstadt beantragst du das Negativzeugnis oder die Haltegenehmigung direkt beim Amt für Ordnung, Gewerbe und Verbraucherschutz. Kampfhunde der Kategorie I dürfen nur mit Erlaubnis der Stadt gehalten werden. Das gilt auch für Kategorie-II-Hunde ohne Negativzeugnis. Halter von Kampfhunden schließen außerdem eine Hundehaftpflichtversicherung ab und legen die Police beim Antrag vor.
Mehr zu Bayerns Rasseliste und den landesweiten Regeln für Listenhunde findest du in der Übersicht Bayern auf rundum.dog.
Hundesteuer und Anmeldung in Ingolstadt
Ein neuer Hund im Haushalt? Die Uhr läuft sofort. Du meldest deinen Hund unverzüglich an. Bei Welpen unter vier Monaten gilt: Anmeldung spätestens einen Monat nach Vollendung des vierten Lebensmonats. Das läuft online oder persönlich über die Kämmerei der Stadt Ingolstadt (Münchener Straße 94, 85051 Ingolstadt) unter ingolstadt.de/hundesteuer.
Die Steuersätze gelten auf Basis der Hundesteuersatzung vom 30. September 2021, in Kraft seit 1. Januar 2022:
- Erster Hund: 65 Euro jährlich
- Jeder weitere Hund: 84 Euro jährlich
- Kampfhunde: 677 Euro jährlich
Die Steuerschuld wird jeweils zum 1. April fällig. Steuerbefreiungen und -ermäßigungen gibt es auf Antrag. Besonders großzügig: Wer einen Hund aus dem Ingolstädter Tierheim aufnimmt, bleibt zwei Jahre lang von der Hundesteuer befreit. Diese Regelung gilt ausdrücklich für Hunde aus dem Ingolstädter Tierheim, nicht für Tiere aus anderen Einrichtungen oder aus dem Ausland.
Die besten Routen in Ingolstadt, mit korrekter Rechtslage
Donauufer und Schloßlände: Wo das Wasser die Richtung vorgibt
Früh morgens liegt Dunst über dem Fluss. Das Kopfsteinpflaster der Schloßlände ist noch nass. Zu dieser Stunde gehören diese Wege fast ausschließlich den Hundehaltern. Das Donauufer ist die klassische Ingolstädter Alltagsroute: beidseitig begehbar, von der Altstadt bis hinaus in die westlichen Stadtteile. Auf der Nordseite verlaufen asphaltierte Promenadenwege. Auf der Südseite werden die Pfade schnell naturnaher. Kies knirscht, der Boden federt, weiter draußen rauscht Schilf im Wind.
Die Schloßlände liegt im Altstadt-Geltungsbereich der Anleinverordnung. Für Hunde ab 50 cm Schulterhöhe und Kampfhunde gilt Leinenpflicht (max. 150 cm). Kleine Hunde können hier noch frei laufen. Sobald du in die Auen abbiegst und Schutzgebiete näher kommen, ist die Leine die sichere Wahl, besonders zwischen März und Juli.
Klenzepark: Stadtgrün mit Bodenhaftung
Auf dem Gelände der ehemaligen Landesgartenschau liegt Ingolstadts grünstes Stadtherz. Der Klenzepark zieht sich über mehrere Hektar, bietet geschwungene Wege, Wasserelemente und Rasenflächen, die auch nach einem Regentag noch grün stehen. Im Herbst hängt Nebel zwischen den Bäumen. Im Sommer riecht der Boden nach Harz und warmem Gras.
Der Klenzepark ist eine öffentliche Anlage im Sinne der Ingolstädter Anleinverordnung. Hunde ab 50 cm Schulterhöhe müssen hier an der Leine bleiben (max. 150 cm). Kleinere Hunde bewegen sich ohne Pflichtleine, respektiere aber die Beschilderung vor Ort. Kinderspielplätze im Parkgelände sind für große Hunde und Kampfhunde tabu, auch angeleint.
Glacis-Grünanlagen: Festungsring als Gassi-Route
Wer in Ingolstadt aufgewachsen ist, läuft das Glacis im Schlaf. Die Grünanlagen rund um den historischen Stadtwall bilden einen halb geschlossenen grünen Ring um die Altstadt. Breite Rasenflächen, alte Baumreihen, kaum Lärm. Im April blühen die Kirschbäume entlang der Wälle. Im Oktober liegt Laub zentimeterdick auf den Wegen. Der Boden ist selbst nach Regen fest genug für eine zügige Runde.
Die Glacis-Flächen liegen teils innerhalb, teils außerhalb des Altstadt-Geltungsbereichs. Im Altstadt-Teil gilt die Anleinpflicht für große Hunde. Auf den äußeren Grünstreifen jenseits des Walles können kleine Hunde freier laufen. Städtische Schilder zeigen, was wo gilt. Im Zweifel: Leine anlegen, das entspricht der Verordnung und spart Ärger.
Baggerseen südlich von Ingolstadt: Hitze, Wasser und Abkühlung
Im Sommer, wenn die Stadt glüht, zieht es viele Ingolstädter nach Süden. Jahrzehnte des Kiesabbaus haben rund um die Stadt eine Seenlandschaft entstehen lassen. Das Wasser ist klar, die Ufer flach genug, dass auch ein mittelgroßer Hund problemlos reingeht.
Die Regeln variieren je nach See und Betreiber. An offiziell ausgewiesenen Badestellen greift die Anleinverordnung: Große Hunde und Kampfhunde dürfen dort vom 15. Mai bis 15. September nicht frei laufen. An naturbelassenen, nicht ausgeschilderten Ufern ist die Lage lockerer. Verbindlich sind die Schilder vor Ort. Wer unsicher ist, legt die Leine an und sucht einen ruhigeren Abschnitt.
Naturpark Altmühltal: Tagesausflug, 30 Kilometer südwestlich
Nach einer halben Stunde Fahrt Richtung Südwesten wechselt die Landschaft radikal. Die flache Donauebene gibt nach. Jurafelsen schieben sich aus dem Waldboden, das Altmühltal öffnet sich. Der Naturpark Altmühltal gehört zu den größten Naturparks Deutschlands. Wanderwege führen durch Wacholderheiden, über Kalkfelsen und entlang des gleichnamigen Flusses. Im September, wenn die Heide lila leuchtet und die Luft nach Kalk und feuchtem Laub riecht, sind die Wege deutlich ruhiger als im Hochsommer.
Für Hunde gibt es hier viel Raum, aber auch klare Grenzen. In ausgewiesenen Naturschutzgebieten innerhalb des Parks gilt Leinenpflicht. In der Brut- und Setzzeit gelten verschärfte Regeln. In Schutzgebietsbereichen gilt die Leine ganzjährig. Schilder an den Einstiegspunkten informieren. Aktuelle Wegebedingungen und Detailrouten findest du beim Naturpark Altmühltal direkt. Weitere Ausflugsziele rund um Ingolstadt findest du bei Erlebe Bayern.
Was in Ingolstadt anders ist als im Rest Bayerns
Ingolstadt hat eine eigenständige Anleinverordnung. Sie geht über das hinaus, was viele Städte vergleichbarer Größe in Bayern geregelt haben. Die klare Zonierung – Altstadt, öffentliche Anlagen, Badestellen im Sommer, Kinderspielplätze, gibt Planungssicherheit. Sie schafft aber auch konkrete Fallstricke für Hundehalter, die die Grenzen nicht kennen.
Auffällig ist die fehlende Hundefreilauffläche. Ingolstädter Hundehalter fordern seit Jahren eine ausgewiesene Hundewiese. In fast allen deutschen Großstädten gibt es solche Flächen, in Ingolstadt fehlen sie bisher. Das städtische Hundesteueraufkommen liegt bei rund 230.000 Euro jährlich. Wer echten Freilauf will, weicht in die Donauauen aus oder fährt Richtung Altmühltal.
Dazu kommt der Audi-Faktor. Die Stadt ist geprägt durch hohe Pendlerdichte. Parks und Uferwege sind an Wochenenden deutlich stärker frequentiert als in ländlicheren bayerischen Kreisen. Früh morgens oder nach 19 Uhr ist das Donauufer merklich ruhiger als am frühen Nachmittag.
Häufig gestellte Fragen
Ab welcher Körpergröße gilt in Ingolstadt die Anleinpflicht für Hunde?
Ab 50 cm Schulterhöhe greift die städtische Anleinverordnung. Maßgeblich ist das individuelle Maß deines Hundes. Kampfhunde im Sinne der bayerischen Kampfhundeverordnung fallen unabhängig von der Körpergröße unter die Verordnung. Die Leine darf maximal 150 cm lang sein. Halsband oder Geschirr müssen schlupfsicher sitzen.
Gibt es in Ingolstadt ausgewiesene Hundefreilaufflächen?
In fast allen deutschen Großstädten gibt es öffentliche Freilaufflächen für Hunde. In Ingolstadt fehlen sie bisher. Hundehalter setzen sich seit Jahren für eine ausgewiesene Hundewiese ein, bislang ohne Ergebnis. Als praktische Alternative bieten sich naturnahe Abschnitte entlang der Donauauen außerhalb der Altstadt sowie die Baggerseen im Umland an. Aktuelle Informationen zum Stand der Planung gibt das Ordnungsamt der Stadt Ingolstadt.
Wie hoch ist die Hundesteuer in Ingolstadt und wann muss ich meinen Hund anmelden?
Die Hundesteuer beträgt 65 Euro jährlich für den ersten Hund, 84 Euro für jeden weiteren und 677 Euro für Kampfhunde (Hundesteuersatzung vom 30.09.2021). Du meldest deinen Hund unverzüglich an. Bei Welpen unter vier Monaten gilt: Anmeldung einen Monat nach Vollendung des vierten Lebensmonats. Anmeldung online oder persönlich über die Kämmerei der Stadt Ingolstadt (hundesteuer@ingolstadt.de).
Welche Rassen gelten in Bayern als Kampfhunde der Kategorie I, und was bedeutet das in Ingolstadt konkret?
Kategorie I umfasst Pitbull/American Pitbullterrier, Bandog, Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier und Tosa-Inu sowie alle Kreuzungen. Für diese Rassen ist eine Haltegenehmigung Pflicht. In Ingolstadt beantragst du diese beim Amt für Ordnung, Gewerbe und Verbraucherschutz (Rathausplatz 4). Für Kategorie-II-Hunde wie Rottweiler, Cane Corso oder Bullmastiff gibt es die Möglichkeit eines Negativzeugnisses nach bestandenem Wesenstest.
Sind Hunde an den Baggerseen rund um Ingolstadt erlaubt?
An vielen Baggerseen südlich von Ingolstadt können Hunde ans Wasser. Die Regeln variieren je nach Betreiber und offiziellem Status des Uferbereichs. An ausgewiesenen Badestellen gilt vom 15. Mai bis 15. September Leinenpflicht für große Hunde und Kampfhunde. An naturbelassenen, nicht ausgeschilderten Ufern ist die Lage lockerer. Schilder vor Ort sind verbindlich. Im Zweifel: Leine anlegen und den nächsten freien Uferabschnitt suchen.
Quellen
- Stadt Ingolstadt – Hunde, Kampfhunde und andere gefährliche Tiere (Amt für Ordnung, Gewerbe und Verbraucherschutz, Stand: 09.01.2026)
- Stadt Ingolstadt – Hundesteuer: An- und Abmeldung (Hundesteuersatzung vom 30.09.2021, in Kraft seit 01.01.2022)
- Bayern – Landesstraf- und Verordnungsgesetz (LStVG), Art. 18: Ermächtigung der Kommunen zur Anleinpflicht (zuletzt geändert 09.12.2024)
- Naturpark Altmühltal, offizielle Seite (Wanderwege, Schutzgebiete, Leinenpflicht)
Saisonale Hinweise
Beste Jahreszeit: Frühling|Sommer|Herbst