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Ulm (Kreisfreie Stadt)

Ulm (Kreisfreie Stadt) KI-generiertes Beispielbild für Ulm. Du kennst diesen Ort? Schick uns dein Foto – wir tauschen es gerne aus.
Schwierigkeit
Leicht
Eintritt
Kostenlos

Hund in Ulm: Was wirklich gilt

Der Fluss teilt hier zwei Bundesländer. Ulm liegt auf der badenwürttembergischen Seite, Neu-Ulm gegenüber in Bayern. Dazwischen die Donau, breit und träge im Sommer, graugrün im März. Fast 3.500 Hunde leben in Ulm, bei rund 60.000 Haushalten im Stadtgebiet heißt das: in ungefähr jedem siebzehnten Haushalt gibt es einen Hund. Wer morgens früh an den Donauwiesen entlangläuft, trifft sie alle: den Doggen-Besitzer, der gegen den Nebel ankämpft, die Frau mit zwei Terriern, die sich ständig in die Leine verbeißen. Die Leine, die hängt hier immer dran. Nicht optional.

Als kreisfreie Stadt ist Ulm direkt dem Land Baden-Württemberg unterstellt. Kein Landratsamt zwischen dir und der Behörde. Das Bürgermeisteramt übernimmt die Funktion der Ortspolizeibehörde. Wer aus dem Alb-Donau-Kreis nach Ulm zieht, merkt das spätestens beim ersten Formularkontakt: Hier läuft alles direkt über die Stadtverwaltung.

Leinenpflicht in Ulm: Was kommunal gilt

Baden-Württemberg gibt keine einheitliche stadtweite Leinenpflicht vor. Was Hunde dürfen und was nicht, ist in Ulm in der Polizeiverordnung geregelt. Die kommunale Schicht ist das, was zählt. Und die ist in Ulm außergewöhnlich klar.

Innenstadt und öffentliche Grünanlagen

Frühmorgens am Uferweg, der Metzgerturm taucht aus dem Morgendunst auf, ein paar Radler kommen entgegen. Die Leine locker in der Hand fühlt sich entspannt an. Sie ist trotzdem Pflicht. Innerhalb des Stadtgebiets, auf öffentlichen Straßen und Gehwegen, auf den Donauwiesen, in der Friedrichsau, im Blaupark und in sämtlichen anderen öffentlichen Park- und Grünanlagen, aber auch in Verkehrsgrünanlagen, an Baumreihen entlang von Straßen sowie auf Fest- und Sportplätzen dürfen Hunde generell nur an der Leine geführt werden. Das ist keine Kann-Regelung. Es ist eine namentliche, flächendeckende Leinenpflicht.

Freilauf ist nur außerhalb des Innenstadtbereichs erlaubt, dort aber auch nur, wenn eine Person dabei ist, die jederzeit durch Zuruf auf das Tier einwirken und es zurückrufen kann. Auf Kinderspielplätzen, Schulhöfen und Liegewiesen haben Hunde überhaupt nichts zu suchen, diese Orte sind für sie tabu.

Wer sich nicht daran hält, zahlt. Uneinsichtigen Haltern drohen Bußgelder von 50 bis 100 Euro. Rechtsgrundlage ist die Polizeiverordnung der Stadt Ulm zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (Stand 01/2016).

Wald und Hochsträß

Nordöstlich der Stadt, wo die Bebauung dünnert und die Felder beginnen, liegt der Hochsträß. Feldwege, Waldränder, Jogger, Radler. Viele lassen den Hund hier frei. Das Landesrecht verbietet das nicht pauschal: Im Wald in Baden-Württemberg gilt keine generelle Leinenpflicht. Du darfst deinen Hund ohne Leine in den Wald mitnehmen, musst ihn aber jederzeit kontrollieren und abrufen können. Leinenpflicht gilt in Naturschutzgebieten nach jeweiliger Gebietsverordnung und an bestimmten Erholungseinrichtungen wie Kinderspielplätzen und Liegewiesen im Wald (§ 83 LWaldG).

Zwischen dem 1. März und dem 15. Juli ist im Wald erhöhte Vorsicht angebracht. In dieser Brut- und Setzzeit reagieren Rehe, Hasen und bodenbrütende Vögel auf freilaufende Hunde ganz anders als auf Spaziergänger. Der frei laufende Hund, der „nur spielen will“, kann in dieser Zeit schweren Schaden anrichten, und für den Halter teuer werden.

Donauauen und Naturschutzgebiete

Entlang der Donau gibt es geschützte Auenbereiche. du bist Lebensraum für Wasser- und Watvögel. In ausgewiesenen Naturschutzgebieten kommen Verbote nach Landesrecht hinzu. Die Beschilderung vor Ort ist maßgeblich. Für die Donauwiesen im Stadtgebiet gilt die Ulmer Leinenpflicht. Was in einzelnen Auenschutzabschnitten jenseits der Stadtgrenze gilt, steht auf den Infotafeln an den Zugangsbereichern, lies sie, bevor du die Leine abmachst.

Listenhunde in Ulm: PolVOgH als Grundlage, Bürgermeisteramt als Anlaufstelle

Die Haltung von gefährlichen Hunden ist in Baden-Württemberg in der Polizeiverordnung über das Halten gefährlicher Hunde geregelt. Diese Verordnung (PolVOgH, in Kraft seit 3. August 2000) kennt zwei Kategorien. Drei Hunderassen gelten aufgrund ihrer rassetypischen Merkmale in Baden-Württemberg als gefährlich und aggressiv und damit als Kampfhunde: American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Pit Bull Terrier und Kreuzungen dieser Rassen untereinander oder mit anderen Hunden (§ 1 Abs. 2 PolVOgH).

In Kategorie 2 fallen: Bullmastiff, American Staffordshire Bullterrier, Dogo Argentino, Bordeaux Dogge, Fila Brasileiro, Mastin Espanol, Mastino Napoletano, Mastiff und Tosa Inu.

Ein Unterschied zu anderen Bundesländern: Bei Rassen, die laut Verordnung als Kampfhunde gelten, kann eine Verhaltensprüfung durchgeführt und die vermutete Kampfhundeeigenschaft widerlegt werden. Für Hunde, bei denen die Kampfhundeeigenschaft nicht widerlegt ist, besteht Leinen- und Maulkorbzwang.

Hunde der betroffenen Rassen gelten über einem Alter von 6 Monaten als Kampfhund. Ab diesem Zeitpunkt brauchst du eine Halteerlaubnis, sofern die Kampfhundeeigenschaft nicht bereits durch eine bestandene Verhaltensprüfung widerlegt ist. Die Verhaltensprüfung führt ein im öffentlichen Dienst beschäftigter Tierarzt gemeinsam mit einem sachverständigen Beamten des Polizeivollzugsdienstes durch.

Zuständig für die Prüfung ist in Stadtkreisen das Bürgermeisteramt. In Ulm also direkt die Bürgerdienste der Stadt Ulm, Olgastraße 66. Mehr zur Rasseliste und den Landesregeln findest du in der Übersicht Baden-Württemberg.

Hundesteuer und Anmeldung in Ulm

Du nimmst einen Hund auf. Die Uhr läuft. Du musst den Hund innerhalb eines Monats anmelden. Die Steuerpflicht beginnt frühestens mit Ablauf des Kalendermonats, in dem der Hund drei Monate alt wird. Rechtsgrundlage ist § 9 Kommunalabgabengesetz (KAG) in Verbindung mit der Satzung über die Erhebung der Hundesteuer in Ulm (Hundesteuersatzung) vom 16. Oktober 1996 in der Fassung vom 24. Juni 2020.

Die Sätze laut ulm.de (Stand: freigegeben 29.01.2024):

  • Ersthund: 108 Euro pro Jahr
  • Jeder weitere Hund: 216 Euro pro Jahr
  • Zwingersteuer bis zu 5 Hunden: 324 Euro
  • Zwingersteuer bei 6 bis 10 Hunden: 648 Euro

Bei der Festsetzung der Hundesteuer spielt die Rasse sowie die Größe eines Hundes in Ulm keine Rolle. Jeder Hund wird mit demselben Steuersatz besteuert. Das gilt auch für gefährliche Hunde beziehungsweise sogenannte Kampfhunde. Das ist ungewöhnlich. Viele andere Kommunen erheben für Listenhunde erhebliche Aufschläge.

Sobald du einen Hund im Ulmer Tierheim übernimmst, kannst du auf eine Steuerbefreiung hoffen. Diese gilt zumindest zeitweise, für ein Jahr, ab dem Monat der Übernahme. Aktuelle Steuersätze immer direkt auf ulm.de prüfen.

Anmeldewege:

Die besten Routen in Ulm mit Hund, und die korrekte Rechtslage

Donauufer und Fischerviertel: Pflaster, Kies, Leinenpflicht

Der Weg beginnt am alten Fischerviertel. Enge Gassen, schiefe Fachwerkhäuser, die Blau mündet irgendwo in die Donau. Im Herbst riecht das Wasser nach nassem Laub und Stein. Der Uferweg Richtung Adenauerbrücke ist der Standardspaziergang für Ulmer Hundehalter. Täglich, bei jedem Wetter. Die Donauwiesen sind breit, übersichtlich, oft belebt. Hier wirkt Freilauf verlockend. Aber: Die städtische Leinenpflicht gilt auf den Donauwiesen ausdrücklich. Wer den Hund trotzdem freilaufen lässt, riskiert 50 bis 100 Euro Bußgeld. Das Ordnungsamt kontrolliert. Für freie Meter musst du erst aus dem Innenstadtbereich hinaus.

Friedrichsau: Größter Park der Stadt, alte Bäume, klare Regel

Im April, wenn die ersten Kastanienblüten aufgehen und der Boden noch weich nach dem letzten Regen ist, zieht es fast alle hierher. Die Friedrichsau ist die größte Parkanlage in Ulm. Alte Bäume, kleine Seen, viele Familien mit Kindern. Und lückenlos Leinenpflicht. Die städtische Polizeiverordnung gilt hier ohne Ausnahme. Ein unangeleinter Hund ist eine Ordnungswidrigkeit. Die Friedrichsau eignet sich für ruhige, geführte Spaziergänge, nicht für Freilaufstunden. Wer aktuelle Empfehlungen zu Laufwegen und saisonalen Bedingungen in der Region sucht, findet Hinweise bei Visit Baden-Württemberg.

Blaupark und Blautal: Wasser, Weiden, Richtung Alb

Die Blau ist ein kleiner Fluss. Sie klingt größer als sie ist. Entlang ihres letzten Stadtabschnitts zieht sich der Blaupark – Wasser links, Weiden rechts, Enten auf dem Wasser. Im Juni summt es hier. Auch im Blaupark gilt die Ulmer Leinenpflicht. Wer flussaufwärts weiterläuft und die Stadtgrenze hinter sich lässt, wechselt in den Alb-Donau-Kreis. Andere Verwaltung, andere Regeln. Das Blautal ist das Ausweichgebiet für längere Touren. Die Schwäbische Alb beginnt kurz nach Blaubeuren. Ob und wo konkrete Abschnitte dort leinenpflichtig sind, steht auf den Schildern vor Ort, oder bei der jeweiligen Gemeinde.

Hochsträß und Stadtrand: Freilauf-Potenzial mit Bedacht

Wer früh morgens zum Stadtrand fährt, findet am Hochsträß Feldwege und Waldränder. Die Luft riecht nach feuchter Erde, im Winter liegt manchmal Reif auf den Stoppelfeldern. Sobald du den geschlossenen Innenstadtbereich verlässt, endet die flächendeckende städtische Leinenpflicht. Dein Hund darf frei laufen, wenn du ihn jederzeit durch Zuruf zurückrufen kannst. Aber: Der Hochsträß wird intensiv von Joggern, Spaziergängern und Radlern genutzt. Freilaufende Hunde führen dort regelmäßig zu Konflikten. Und zwischen dem 1. März und dem 15. Juli ist im angrenzenden Wald Setzzeit. In dieser Zeit reagieren Wildtiere mit Nachwuchs auf freilaufende Hunde ganz anders als auf Spaziergänger.

Was in Ulm anders ist als im Rest Baden-Württembergs

Ulm ist einer der wenigen Stadtkreise in Baden-Württemberg. Kein Landratsamt, kein Kreis-Veterinäramt als Zwischenstufe. In Stadtkreisen übernimmt das Bürgermeisteramt die Funktion der Kreispolizeibehörde. Wer einen Listenhund hält, beantragt die Erlaubnis direkt bei der Stadtverwaltung. Das ist unmittelbarer als in Flächenlandkreisen, und schneller, wenn man rechtzeitig handelt.

Die Hundesteuer fällt mit 108 Euro für den Ersthund vergleichsweise moderat aus. Kein Rasseaufschlag, auch Kampfhunde zahlen denselben Satz. In anderen Baden-Württemberg-Kommunen kostet ein Listenhund das Zwei- bis Dreifache. Dafür ist die kommunale Leinenpflicht ungewöhnlich weitreichend: Donauwiesen, Friedrichsau, Blaupark, alle öffentlichen Parks, namentlich aufgeführt, ohne Grauzone. Das Landesrecht schreibt das nicht vor. Ulm füllt diese Lücke eigenständig.

Wer auf der Neu-Ulmer Seite der Donau wohnt, lebt in Bayern. In Neu-Ulm gilt in bestimmten Bereichen eine Leinenpflicht, die sich nach Schulterhöhe richtet: Leinenpflicht besteht für Kampfhunde sowie für Hunde mit einer Schulterhöhe über 50 cm innerhalb der geschlossenen Ortsbebauung. Wer mit seinem Hund täglich zwischen den Städten pendelt, lebt unter zwei verschiedenen Regelwerken. Der Fluss trennt mehr als Bundesländer.

Häufig gestellte Fragen

Gilt in der Friedrichsau und auf den Donauwiesen Leinenpflicht?

Ja. Die Ulmer Polizeiverordnung (Stand 01/2016) schreibt für die Friedrichsau, die Donauwiesen, den Blaupark und alle weiteren öffentlichen Park- und Grünanlagen im Stadtgebiet generelle Leinenpflicht vor. Freilauf ist nur außerhalb des Innenstadtbereichs erlaubt, und auch dort nur mit ständiger Einwirkungsmöglichkeit per Zuruf. Bei Verstößen drohen 50 bis 100 Euro Bußgeld. Die Bürgerdienste kontrollieren regelmäßig.

Wie hoch ist die Hundesteuer in Ulm?

Laut ulm.de (freigegeben 29.01.2024): 108 Euro pro Jahr für den Ersthund, 216 Euro für jeden weiteren Hund. Rasse und Größe spielen keine Rolle, auch Listenhunde zahlen denselben Satz. Rechtsgrundlage ist die Hundesteuersatzung vom 16. Oktober 1996 in der Fassung vom 24. Juni 2020. Du meldest deinen Hund innerhalb eines Monats nach Aufnahme an. Aktuelle Sätze direkt auf ulm.de prüfen.

Ich halte einen American Staffordshire Terrier. Was muss ich in Ulm tun?

American Staffordshire Terrier gelten nach der Polizeiverordnung über das Halten gefährlicher Hunde (PolVOgH, in Kraft seit 3. August 2000) als Kampfhunde der Kategorie 1. Ab dem sechsten Lebensmonat brauchst du eine Halteerlaubnis der Ortspolizeibehörde, in Ulm also des Bürgermeisteramts. Die Kampfhundeeigenschaft lässt sich durch eine bestandene Verhaltensprüfung widerlegen. Solange sie nicht widerlegt ist, besteht Leinen- und Maulkorbpflicht außerhalb des eigenen Grundstücks. Den Antrag stellst du direkt bei den Bürgerdiensten der Stadt Ulm.

Wo kann mein Hund in Ulm ohne Leine laufen?

Im gesamten bebauten Stadtgebiet, in allen Parks, auf den Donauwiesen und entlang der Straßen gilt Leinenpflicht. Freilauf ist außerhalb des Innenstadtbereichs möglich, etwa am Stadtrand, im Bereich Hochsträß oder im Blautal jenseits der Stadtgrenze. Voraussetzung: Du kannst deinen Hund jederzeit durch Zuruf zurückrufen. Offizielle städtische Hundeauslaufzonen gibt es in Ulm nicht. Zwischen dem 1. März und dem 15. Juli ist im Wald zusätzlich Vorsicht wegen der Brut- und Setzzeit geboten.

Brauche ich in Baden-Württemberg eine Hundehaftpflichtversicherung?

Für Kampfhunde und als gefährlich eingestufte Hunde ist eine Haftpflichtversicherung in Baden-Württemberg gesetzlich vorgeschrieben, sie ist Bestandteil der Halteerlaubnis. Für alle anderen Hunde besteht keine gesetzliche Versicherungspflicht. Eine Haftpflicht ist trotzdem sinnvoll: Nach § 833 BGB haftest du als Halter für Schäden, die dein Hund verursacht, unabhängig davon, ob dich ein Verschulden trifft.

Quellen

Saisonale Hinweise

Beste Jahreszeit: Frühling|Sommer|Herbst