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Braunschweig (Kreisfreie Stadt)

Braunschweig (Kreisfreie Stadt) Bild: Wikimedia Commons – Braunschweig Kohlmarkt.jpg · CC BY-SA 4.0
Schwierigkeit
Mittel
Eintritt
Kostenlos

Hund in Braunschweig: Was wirklich gilt

Die Oker zieht sich durch das Stadtgebiet wie ein grüner Faden. Mal schlängelt sie sich durch naturnahe Auen, mal streift sie historische Stadtmauern. Braunschweig, mit rund 249.000 Einwohnern kreisfreie Stadt in Niedersachsen, liegt als Oberzentrum zwischen Hannover und Magdeburg. Großflächige Parks, eine ausgedehnte Auenlandschaft und ausgewiesene Hundefreilaufflächen machen den Alltag mit Hund komfortabel, wenn du die Regeln kennst.

Östlich der Stadtgrenze liegt der Naturpark Elm-Lappwald, rund 470 Quadratkilometer, geografisch den Landkreisen Helmstedt und Wolfenbüttel zugeordnet. Als kreisfreie Stadt regelt Braunschweig Leinenpflicht und Hundefreilaufflächen eigenständig. Dabei geht die Stadt über das niedersächsische Landesrecht hinaus. Wer das nicht weiß, erklärt sich schnell vor dem Zentralen Ordnungsdienst.

Leinenpflicht in Braunschweig: Was kommunal gilt

Das Niedersächsische Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung (NWaldLG) bildet die Basis. Vom 1. April bis zum 15. Juli muss jeder Hund in der freien Landschaft an der Leine geführt werden. Braunschweig legt per Park- und Grünanlagensatzung (PGS) fest, wo Leinenpflicht auch außerhalb dieser Zeit gilt. Das kommunale Regelwerk ist eng.

Innerhalb der Stadt: Parks, Satzung und Ordnungsdienst

Der Bürgerpark klingt offen, ist es aber nur bedingt. Im Abschnitt vom Lessingplatz bis zum Friedrich-Kreiß-Weg sowie am Kreißberg gilt ganzjährig Leinenzwang. Dasselbe gilt für den Inselwallpark, den Löwenwall, den Prinz-Albrecht-Park, außer der Hundewiese Franzsches Feld/Nußberg –, den Ostteil des Richmondparks, den Museumspark, den Theaterpark und Viewegs Garten. Wer dagegen verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Der Zentrale Ordnungsdienst kontrolliert das.

Die Rechtsgrundlage liegt in der Braunschweiger PGS, ergänzt durch das NHundG und, in Naturschutzgebieten, durch die jeweilige Naturschutzgebietsverordnung. Anhang A und B der PGS listen alle betroffenen Flächen auf. Du findest sie auf braunschweig.de.

Hundefreilaufflächen: drei ausgewiesene Zonen

Die Stadt hat drei Grünflächen als Hundefreilaufflächen ausgewiesen. Dort darf dein Hund ganzjährig ohne Leine laufen.

  • Hundewiese Franzsches Feld / Nußberg (nördlich des Prinz-Albrecht-Parks): Fast 54.000 Quadratmeter offene Wiese. Nicht eingezäunt, aber seit Jahrzehnten etabliert.
  • Bienrode, Großes Moor 15: Gegenüber dem Bienroder Kiesteich. Rund 6.000 Quadratmeter, durch einen Zaun abgegrenzt.
  • Madamenweg 70 / Dorntriftweg: Komplett eingefriedet, rund 5.000 Quadratmeter. Eingang Richtung Madamenweg, mit Bänken, Abfallbehältern und Hundestation.

Wald und freie Landschaft

Feld- und Waldwege ohne öffentliche Widmung gehören nach § 2 NWaldLG zur freien Landschaft. Dort gilt Leinenpflicht vom 1. April bis 15. Juli. Ausgenommen sind Jagd-, Rettungs- und Hütehunde, Polizei- und Zollhunde sowie Assistenzhunde nach dem Behindertengleichstellungsgesetz. Innerhalb der Stadtgrenzen zählen der Westteil des Richmondparks, der Ölpersee, der Westpark, der Heidbergpark und der Südsee zur freien Landschaft.

NSG Riddagshausen

Im März raschelt das Schilf, Kraniche überwintern auf den flachen Teichen. Das Naturschutzgebiet Riddagshausen liegt im Osten der Stadt. Hier gilt kein Saisonrecht, sondern Dauerrecht. Nördlich der Bahnlinie und im von Bahngleisen eingeschlossenen Bereich westlich der Ebertallee besteht ganzjährig Leinenzwang. Die Wege dürfen nicht verlassen werden. Wer den Hund freilaufen lässt, riskiert ein Bußgeld.

Listenhunde in Braunschweig: keine Landesrasseliste, aber kommunale Steuer-Verschärfung

Niedersachsen ist bundesweit einer der wenigen Sonderfälle. Es gibt keine Rasseliste, kein generelles Verbot und keinen rassebasierten Leinen- oder Maulkorbzwang. Das NHundG setzt auf Einzelfallbewertung. Gibt es einen Hinweis auf gesteigerte Aggressivität, prüft die Fachbehörde. Ergibt sich ein begründeter Verdacht, stellt sie den Hund als gefährlich fest. Dann brauchst du als Halter eine Erlaubnis.

Was das NHundG offen lässt, füllt Braunschweig kommunal aus. Halter von Bullterriern, Pit Bulls, American Staffordshire Terriern, Staffordshire Bullterriern und deren Kreuzungen zahlen 600 Euro Hundesteuer pro Jahr. Das ist kommunale Steuerpolitik, keine Landesregelung. Sie gilt unabhängig davon, ob der Hund je auffällig war.

Das NHundG schreibt für alle Hundehalter in Niedersachsen drei Pflichten fest:

  • Sachkundenachweis („Hundeführerschein“): theoretischer Teil vor dem Erwerb, praktische Prüfung im ersten Haltungsjahr
  • Chip-Pflicht ab dem sechsten Lebensmonat
  • Haftpflichtversicherungspflicht ab dem sechsten Lebensmonat

Mehr zu den allgemeinen niedersächsischen Regelungen findest du im NHundG-Überblick des LAVES.

Hundesteuer und Anmeldung in Braunschweig

Du ziehst nach Braunschweig oder schaffst dir einen Hund an? Dann hast du 14 Tage Zeit. Du meldest deinen Hund unter Angabe der Rasse an. Danach bekommst du eine Steuermarke mit Registriernummer. Die trägst du außerhalb des eigenen Grundstücks mit oder befestigst sie am Halsband.

Die Steuersätze nach Stand der Hundesteuersatzung:

  • Erster Hund: 120 Euro pro Jahr
  • Zweiter Hund: 204 Euro pro Jahr
  • Jeder weitere Hund: 204 Euro pro Jahr
  • Als gefährlich eingestufte Rassen: 600 Euro pro Hund und Jahr

Hunde aus dem Braunschweiger Tierheim sind für ein Jahr von der Steuer befreit. Blindenführhunde und anerkannte Rettungshunde kannst du auf Antrag dauerhaft befreien lassen. Die Anmeldung läuft über das Steueramt der Stadt Braunschweig, persönlich im Bürgerbüro, online oder per Post.

Die besten Routen in Braunschweig und Umgebung, mit korrekter Rechtslage

Hundewiese Franzsches Feld / Nußberg, der Klassiker nördlich der Innenstadt

Sonntagmorgens, wenn der Tau noch auf dem Gras liegt und die ersten Radler die Wolfenbütteler Straße entlangrollen, füllt sich das Franzsche Feld ruhig und gleichmäßig. Fast 54.000 Quadratmeter, kein Zaun, eine lange Tradition. Leine weg, Hund laufen lassen. Der angrenzende Prinz-Albrecht-Park ist Leinenpflicht-Zone. Die Grenze verläuft dort, wo die Wiese endet. Wer sie übersieht, erklärt das dem ZOD-Beamten.

Okerauen – Wasser, Schlick und ein langer gerader Weg

Die Oker riecht im Frühjahr nach aufgewühlter Erde. Ihr Uferweg ist kein glamouröser Aussichtspfad. Er ist eine Alltagsroute, stadtquerend, gut in den Mittagsspaziergang einzubauen. An vielen Abschnitten kommt der Hund vom Damm herunter ans Wasser. Plantschen gehört dazu. Achtung: Der Bereich der Braunschweiger Oker Aue ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Dort gilt laut PGS ganzjährig Leinenpflicht. Die Grenzen sind ausgeschildert. Wer unsicher ist, bleibt auf dem markierten Weg.

NSG Riddagshausen – Vogelrufe und ganzjährige Leinenpflicht

Morgens um sieben, wenn der Nebel noch über den Klosterteichen liegt, hörst du Reiher, Rohrdommeln, manchmal Kraniche. Die Teiche sind uralt. Zisterziensermönche des Klosters Riddagshausen legten sie im 12. Jahrhundert an. Heute ist das Gebiet eines der bedeutendsten Binnenfeuchtgebiete Niedersachsens. Hunde dürfen auf den ausgeschilderten Wegen mitlaufen, müssen aber immer an der Leine geführt werden. Die Wege dürfen nicht verlassen werden. Wer das ernst nimmt, verbringt hier gute Stunden.

Naturpark Elm-Lappwald, riesige Buchen, guter Boden, langes Wegenetz

Wer aus Braunschweig rausfährt und Richtung Königslutter biegt, spürt schon auf der Anfahrt, wie der Siedlungsdruck nachlässt. Der Elm gilt als größter Buchenwald Norddeutschlands. Im Sommer bleibt der Boden schattig und kühl, die Stille füllt sich mit Vogelstimmen. Das Wegenetz im Naturpark umfasst 97 Wanderwege mit über 800 Kilometern Gesamtlänge. Zur Rechtslage: Der Elm-Lappwald liegt in den Landkreisen Helmstedt und Wolfenbüttel, nicht im Stadtgebiet Braunschweig. Es gilt das NWaldLG, also Leinenpflicht vom 1. April bis 15. Juli. Außerhalb dieser Zeit sind die Waldwege eine der entspanntesten Auslauf-Optionen der Region. Ausgangspunkte bieten sich in Cremlingen, Bornum am Elm oder Königslutter an. Aktuelle Routen-Empfehlungen findest du bei Reiseland Niedersachsen.

Was in Braunschweig anders ist als im Rest von Niedersachsen

Niedersachsen hat eine hundehalterfreundliche Grundhaltung: keine Rasseliste, kein Rassenverbot. Braunschweig dreht kommunal in einem Punkt dagegen. Der Hundesteuersatz von 600 Euro für bestimmte Rassen ist in den Nachbarkommunen so nicht verbreitet. Wolfenbüttel, Salzgitter, Peine und Wolfsburg erheben keine Sondersteuer für bestimmte Rassen. Wer mit einem Bullterrier oder einer Staffordshire-Kreuzung aus einer der umliegenden Gemeinden nach Braunschweig zieht, sollte das einkalkulieren.

Dazu kommt: Braunschweig hat mit der PGS ein rechtlich verbindliches Dokument für Leinenpflicht in Grünanlagen geschaffen. Viele niedersächsische Kommunen ähnlicher Größe regeln das vager. Das macht die Situation übersichtlicher, aber auch strenger. Kein Schild zu sehen bedeutet noch kein grünes Licht. Anhang A und B der PGS geben die genauen Flächen vor, einsehbar auf braunschweig.de.

Häufig gestellte Fragen

Wo darf mein Hund in Braunschweig ohne Leine laufen?

Die Stadt hat drei Hundefreilaufflächen ausgewiesen: die Hundewiese Franzsches Feld/Nußberg (nördlich des Prinz-Albrecht-Parks, rund 54.000 m²), die eingezäunte Fläche am Madamenweg 70/Dorntriftweg (rund 5.000 m²) und die Fläche in Bienrode gegenüber dem Kiesteich (rund 6.000 m²). Überall sonst gilt entweder ganzjährig oder saisonal, vom 1. April bis 15. Juli – Leinenpflicht.

Wie hoch ist die Hundesteuer in Braunschweig 2025?

Für den ersten Hund zahlst du 120 Euro pro Jahr. Ab dem zweiten Hund steigt der Satz auf 204 Euro. Für als gefährlich eingestufte Rassen gilt ein erhöhter Satz von 600 Euro pro Hund. Tiere aus dem Tierheim sind für ein Jahr befreit. Du meldest deinen Hund innerhalb von 14 Tagen nach Zuzug oder Anschaffung an.

Gibt es in Niedersachsen eine Rasseliste für Hunde?

Nein. In Niedersachsen gibt es keine Rasseliste, keinen generellen Leinen- oder Maulkorbzwang für bestimmte Rassen. Das NHundG arbeitet mit Einzelfallbewertung. Kommunal erhebt Braunschweig aber einen erhöhten Hundesteuersatz für bestimmte Rassen, unabhängig vom Verhalten des Tieres.

Gilt im Naturpark Elm-Lappwald Leinenpflicht?

Der Elm-Lappwald liegt außerhalb des Braunschweiger Stadtgebiets in den Landkreisen Helmstedt und Wolfenbüttel. Es gilt niedersächsisches Landesrecht: Leinenpflicht vom 1. April bis 15. Juli in der freien Landschaft. Außerhalb dieser Zeit ist freier Auslauf auf markierten Wegen möglich. In ausgewiesenen Naturschutzgebieten innerhalb des Naturparks gilt ganzjährig Leinenpflicht.

Muss ich als Hundehalter in Niedersachsen einen Sachkundenachweis erbringen?

Ja. Jeder Hundehalter in Niedersachsen muss einen Sachkundenachweis („Hundeführerschein“) erbringen, unabhängig von der Rasse. Den theoretischen Teil legst du vor dem Erwerb ab, die praktische Prüfung findet im ersten Haltungsjahr statt. Das gilt auch beim Zuzug nach Braunschweig, wenn der Nachweis noch aussteht.

Quellen

Saisonale Hinweise

Beste Jahreszeit: Sommer