Wolfenbüttel liegt keine zwanzig Kilometer südlich von Braunschweig, und wer mit dem Hund hierherkommt, erlebt eine Stadt, die überraschend grün und ruhig ist. Fachwerkgassen, Wasserläufe der Oker und ausgedehnte Waldflächen im Umland schaffen eine Mischung, die Zweibeinern und Vierbeinern gleichermäßen guttut. Die historische Altstadt mit ihren gepflasterten Plätzen lädt zum Schlendern ein, wenn du die Leinenregeln kennst und deinen Hund sicher führst.
Die Oker prägt das Stadtbild: Sie schlängelt sich durch die Niederungen, begleitet von Uferwegen, auf denen Hunde je nach Abschnitt und Jahreszeit unterschiedlich viel Freiheit genießen können. Morgens, wenn der Nebel noch über dem Wasser liegt und die Kastanien am Lessingplatz tropfen, ist Wolfenbüttel für Hundehaltende fast meditativ. Kurze Wege in die Natur, ein intaktes Stadtgefüge und eine überschaubare Größe machen den Alltag mit Hund hier praktikabel.
Ob du in der Stadt wohnst oder nur für einen Tagesausflug aus der Region anreist, Wolfenbüttel hat mehr Substanz, als die bescheidene Bekanntheit vermuten lässt. Lessing lebte hier, die Herzog August Bibliothek steht hier, und dein Hund interessiert sich zwar herzlich wenig für Barockarchitektur, aber für die Uferpfade und Wiesen drum herum umso mehr. Diese Seite fasst zusammen, was du vor Ort wissen musst, damit der Ausflug oder der Alltag mit Hund reibungslos läuft.
Tagesausflüge mit Hund in Wolfenbüttel
Wolfenbüttel und sein Umland halten mehr bereit, als eine erste Karte vermuten lässt. Die Oker-Auen, der Lappwald und die Hügel des nördlichen Harzvorlandes sind gut erreichbar, oft ohne Autofahrt. Schnüffelrunden beginnen direkt hinter der Stadtgrenze.
Okerufer und Stadtgraben: Wasser mitten in der Stadt
Die Oker fließt nicht nur durch Wolfenbüttel, sie durchzieht sie: Der innerstädtische Bereich ist von einem Netz aus Stadtgräben und Kanälen durchzogen, das auf die Befestigungsanlagen der Residenzzeit zurückgeht. Am Stadtgraben-Ufer entlang der Kanzleistraße und am Herzoglichen Garten führen flache, befestigte Wege, die auch bei nassem Wetter begehbar sind. Hunde reagieren auf das stehende und fließende Wasser meist mit sofortiger Begeisterung, prüfe aber stets die Beschilderung vor Ort, ob Einstieg erlaubt ist. Südlich der Altstadt öffnet sich das Okerbett in eine breitere Auenlandschaft, die sich für längere Runden anbietet.
Der Lessingpark schließt direkt an diese Wasserläufe an und bietet schattigen Rasenflächen unter altem Baumbestand. An Werktagen ist er deutlich ruhiger als am Wochenende, gut für Hunde, die Menschenmassen noch nicht mögen. Denk an eine stabile Leine und prüfe aktuelle Hinweisschilder: Nutzungsregeln können saisonal angepasst werden.
Okeraue südlich der Stadt: Richtung Fümmelse und Halchter
Wer die Stadt hinter sich lässt und der Oker nach Süden folgt, erreicht die Okeraue zwischen Wolfenbüttel, Fümmelse und Halchter. Auf diesen Abschnitten weitet sich das Tal spürbar, Kiesbänke und Flachwasserzonen wechseln mit Kopfweidenreihen. Der Untergrund ist überwiegend Naturpfad oder Schotterweg, auch für Hunde mit empfindlichen Pfoten angenehm. Die Strecke lässt sich je nach Zeit und Kondition auf zwei bis sieben Kilometer ausbauen.
In der Brut- und Setzzeit, grob von März bis Juli, können Abschnitte nahe Röhrichten und Feldrändern durch Hinweisschilder für Hunde gesperrt oder leinenpflichtig sein. Informiere dich vor der Tour beim Stadtportal Wolfenbüttel oder direkt an den Hinweistafeln. Eine Grundausrüstung, Wasser, Kotbeutel, festes Schuhwerk, ist auf diesen Uferwegen unverzichtbar.
Elm: das Waldgebirge vor der Haustür
Der Elm ist das waldreiche Höhenzugmassiv östlich von Wolfenbüttel, etwa fünfzehn Kilometer entfernt und mit dem Auto bequem erreichbar. Das Naturschutzgebiet und der umgebende Buchenmischwald bieten ein dichtes Wegenetz, das für lange Wanderungen mit Hund geeignet ist. Buchenhallenwald, Lichtungen und vereinzelte Aussichtspunkte wechseln sich ab, die Wegatmosphäre ist urwüchsiger als im flachen Okerbecken.
Im Elm gilt in Kernzonen des Naturschutzgebiets Leinenpflicht, und Wild ist ganzjährig präsent. Halte deinen Hund deshalb sicher an der Leine, sobald Hinweisschilder darauf aufmerksam machen, das schützt das Wild und verhindert unangenehme Begegnungen. Aktuelle Regelungen findest du beim Niedersachsen Tourismus. Parkplätze am Elm-Rand bei Schöppenstedt oder Evessen sind die üblichen Einstiegspunkte.
Asse und Heeseberg: Hügelland mit Weitblick
Der Höhenzug Asse liegt westlich der Stadt und überrascht mit Buchenwäldern, Streuobstwiesen und Panoramablicken ins flache Niedersachsen. Die Rundwege rund um die Asse sind gut markiert und überwiegend ruhig, ideal für Hunde, die Ruhe und Nase brauchen. Der benachbarte Heeseberg im Landkreis Wolfenbüttel bietet ähnliche Qualitäten mit einem kleinen Naturlehrpfad.
Beide Höhenzüge sind jagdlich bewirtschaftet; verlasse die markierten Wege nicht unkontrolliert und achte auf Jagdschilder und Sperrhinweise in der Schonzeit. Hunde sollten in der Dämmerung, die Hauptaktivitätszeit des Wilds, sicher geführt oder gerufen werden können. Die Kombination aus Asse-Runde und Rast in einem der umliegenden Dörfer macht aus dem Ausflug problemlos einen halben Tag.
Hund und lokale Regeln in Wolfenbüttel
Wolfenbüttel ist eine niedersächsische Kreisstadt mit kommunalen Regelungen, die sich aus dem Niedersächsischen Gesetz über das Halten von Hunden (NHundG) und der örtlichen Satzung zusammensetzen. Wer die Basics kennt, spart Ärger und handelt fair gegenüber Mitbürgerinnen und Mitbürgern.
Leinenpflicht in der Stadt und im öffentlichen Raum
In Wolfenbüttel gilt auf öffentlichen Straßen, Wegen, Plätzen und in öffentlichen Anlagen grundsätzlich Leinenpflicht für Hunde. Das Niedersächsische Hundegesetz schreibt für bestimmte Hunderassen eine verschärfte Anleinpflicht vor, unabhängig vom Verhalten des einzelnen Tieres. Für alle anderen Hunde kann die Stadt in konkreten Bereichen ebenfalls Leinenpflicht anordnen; diese ist durch Schilder kenntlich gemacht.
Auf Spielplätzen, Friedhöfen und im Bereich der Fußgängerzone ist Hundemitnahme in der Regel nicht erlaubt oder mit strikter Leinenpflicht verbunden, prüfe die Beschilderung vor Ort, da Regelungen punktuell abweichen können. Die verlässlichste Auskunft gibt die Stadt Wolfenbüttel direkt. Handle im Zweifelsfall nach dem Prinzip: Leine an, bis du sicher bist.
Anmeldung und Hundesteuer in Wolfenbüttel
Wer in Wolfenbüttel mit Hauptwohnsitz gemeldet ist und einen Hund hält, muss diesen bei der Stadtverwaltung anmelden. Die Anmeldepflicht gilt ab dem ersten Tag des Haltens und ist keine Formalie, Verstöße können mit einem Bußgeld geahndet werden. Die Stadt erhebt eine Hundesteuer; die genaue Höhe regelt die jeweils gültige Hundesteuersatzung der Stadt Wolfenbüttel, und du solltest den aktuellen Betrag direkt bei der Stadtverwaltung erfragen, da Satzungen geändert werden können.
Nach der Anmeldung erhältst du eine Steuermarke, die dein Hund im öffentlichen Raum tragen sollte. Für als gefährlich eingestufte Hunde gelten gesonderte Anforderungen, dazu mehr im folgenden Abschnitt. Die Anmeldung ist auch online über das Serviceportal der Stadt möglich; prüfe den aktuellen Stand auf der städtischen Website.
Listenhunde und das Niedersächsische Hundegesetz
Das Niedersächsische Gesetz über das Halten von Hunden (NHundG) unterscheidet zwischen Hunden mit erhöhtem Gefährdungspotenzial und anderen Hunden. Bestimmte Rassen, darunter American Pit Bull Terrier, American Staffordshire Terrier und Staffordshire Bullterrier, gelten nach dem NHundG als gefährlich und unterliegen strengeren Haltungspflichten: unter anderem Wesenstest, Sachkundenachweis des Halters, Leinenpflicht und Maulkorbpflicht im öffentlichen Raum.
Zudem kann ein Hund jeder Rasse durch das Veterinäramt individuell als gefährlich eingestuft werden, wenn er einen Menschen oder ein Tier ernsthaft verletzt hat. Die zuständige Behörde ist das Veterinäramt des Landkreises Wolfenbüttel. Die vollständigen und aktuellen Regelungen findest du beim Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Halte deinen Impfschutz und Heimtierausweis aktuell, das erleichtert jede Überprüfung.
Hinterlassenschaften, Tüten und Entsorgung
Die Pflicht zur sofortigen Beseitigung von Hundekot im öffentlichen Raum ist in Wolfenbüttel wie überall in Niedersachsen durch kommunale Satzung und Landesrecht geregelt. Verstöße können mit Bußgeldern belegt werden, die Höhe legt die jeweilige Satzung fest. Im Stadtbereich und in den Parks stehen Kotbeutelspender und Abfallbehälter bereit; nutze sie konsequent.
Im Wald und auf Feldwegen außerhalb der Ortslagen gilt: Hinterlassenschaften abseits von Wegen und Erholungsinfrastruktur können dort belassen werden, wo sie niemandem schaden, auf befestigten Wegen, Spielwiesen und in der Nähe von Picknickbereichen gilt das jedoch nicht. Trage stets eigene Beutel mit, denn Spender können leer sein. Ein kleiner Vorrat im Rucksack ist die einfachste Versicherung gegen eine unangenehme Situation.
Praktisches vor Ort in Wolfenbüttel
Wer mit Hund in Wolfenbüttel lebt oder zu Besuch ist, möchte im Ernstfall schnell wissen: Wo ist der nächste Tierarzt? Wo darf mein Hund rennen? Und wer kümmert sich ums Tier, wenn ich verhindert bin? Die folgende Übersicht hilft dir, den Alltag mit Hund in der Fachwerkstadt unkompliziert zu organisieren.
Tierärzte und tierärztlicher Notfalldienst
In Wolfenbüttel und dem unmittelbar angrenzenden Stadtgebiet findest du mehrere Tierarztpraxen, die Kleintiere und damit auch Hunde behandeln. Für die reguläre Versorgung, Impfungen, Routineuntersuchungen, Parasitenschutz, empfiehlt es sich, frühzeitig eine Praxis in der Nähe zu wählen und dich dort als Patient anzumelden. Lange Wartezeiten lassen sich so vermeiden.
Außerhalb der Sprechzeiten und an Wochenenden greift in Niedersachsen der tierärztliche Notdienst, der regional organisiert ist. Die zuständige Tierärztekammer Niedersachsen veröffentlicht aktuelle Notdienstlisten auf ihrer Website, prüfe diese vor einem Ausflug oder Umzug, damit du im Notfall keine Zeit verlierst. Den Notdienstplan findest du unter tknds.de.
Für komplexe Eingriffe oder Intensivmedizin ist die nächstgelegene Tierklinik mit erweitertem Spektrum in Braunschweig erreichbar, das nur rund 12 Kilometer entfernt liegt. Diese kurze Distanz ist ein echter Vorteil für Wolfenbütteler Hundehalter. Halte die Adresse und Telefonnummer einer Klinik griffbereit, am besten direkt im Handy gespeichert.
Reist du mit deinem Hund an und bist von außerhalb? Informiere dich vorab über den aktuellen Notdienst in der Region Wolfenbüttel-Braunschweig. Die Kassenärztliche Bereitschaftsnummer 116 117 gilt für Menschen, nicht für Tiere, ruf im Zweifel direkt bei einer Tierklinik an.
Hundeschulen und Training in Wolfenbüttel
Für Welpen, Junghunde und Hunde mit besonderem Trainingsbedarf gibt es im Raum Wolfenbüttel und in der angrenzenden Region Braunschweig eine Auswahl an Hundeschulen und Trainern. Die Angebote reichen von klassischen Welpenstunden über Begleithundeprüfungen bis zu Einzeltraining bei Verhaltensauffälligkeiten. Schaue bei der Suche gezielt auf zertifizierte Trainer, Berufsverbände wie der BHV (Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater) oder der VDH listen geprüfte Fachleute.
Einige Hundevereine im Landkreis Wolfenbüttel bieten regelmäßige Übungsstunden auf vereinseigenen Geländen an. Solche Vereine sind oft eine günstige und soziale Alternative zur privaten Hundeschule, und du lernst gleichzeitig andere Hundehalter aus der Nachbarschaft kennen. Eine erste Übersicht zu Vereinen findest du über den VDH-Vereinsfinder unter vdh.de.
Hunde, die in Niedersachsen als Listenhunde eingestuft sind, brauchen je nach Rasse einen behördlichen Wesenstest, bevor sie ohne Maulkorb geführt werden dürfen. Trainingseinheiten, die gezielt auf diesen Test vorbereiten, bieten manche spezialisierten Trainer in der Region an. Informiere dich bei der Stadt Wolfenbüttel oder dem Landkreis, welche Anforderungen konkret für deine Rasse gelten.
Wer neu nach Wolfenbüttel zieht, findet über lokale Facebook-Gruppen und Nachbarschaftsportale oft schnell Empfehlungen für Trainer. Mundpropaganda funktioniert in einer überschaubaren Stadt wie Wolfenbüttel gut, frag ruhig andere Hundehalter im Park oder an der Oker.
Auslaufzonen und Freilaufflächen
Wolfenbüttel ist von Grünzügen, Wiesen entlang der Oker und weitläufigen Waldgebieten umgeben, die viel Bewegungsraum bieten. Innerhalb des Stadtgebiets gibt es jedoch auch Bereiche, in denen eine Leinenpflicht gilt, etwa in Parkanlagen, auf Spielplätzen und in der Innenstadt. Prüfe die aktuell gültigen Regelungen direkt bei der Stadt Wolfenbüttel, da sich Satzungen ändern können.
Ausgewiesene eingezäunte Hundefreilaufflächen sind in vielen deutschen Kleinstädten noch rar, auch in Wolfenbüttel. Wer eine sichere Fläche zum Toben ohne Leine sucht, weicht häufig auf ruhige Feldwege im Umland aus, auf denen wenig Verkehr und Wildwechsel kalkulierbar sind. Beachte dabei die Setzzeit im Frühjahr und Herbst: In dieser Zeit sind Hunde in Wald- und Feldnähe in vielen Bundesländern per Jagdrecht zur Leinenpflicht verpflichtet.
Die Okerauen westlich und südlich der Stadt bieten naturnahe Spaziergänge mit Wasseranschluss, viele Hunde lieben das flache Ufer zum Planschen. Halte deinen Hund dennoch im Blick: Strömung, Algenblüte im Sommer und andere Tiere am Gewässerrand können zur Gefahr werden. Informiere dich über aktuelle Blaualgen-Warnungen beim Landkreis Wolfenbüttel, bevor dein Hund ins Wasser geht.
Für größere Freilaufflächen lohnt sich ein kurzer Weg nach Braunschweig, wo städtische Hundewiesen ausgewiesen sind. Die Stadt Braunschweig informiert auf ihrer Website über Standorte und Regelungen. Wolfenbütteler Hundehalter nutzen diese Angebote regelmäßig, da die Strecke kurz und die Anbindung gut ist.
Hundebetreuung, Pensionen und Gassiservice
Wer beruflich viel unterwegs ist oder Urlaub ohne Hund plant, braucht verlässliche Betreuungsoptionen. Im Raum Wolfenbüttel und Braunschweig gibt es Hundepensionen, Tagesbetreuungen und private Gassiservices, die Auswahl variiert, und die Qualität solltest du persönlich prüfen. Besuche eine Pension immer vorab, bevor du deinen Hund dort abgibst: Platz, Hygiene und der Umgang mit den Tieren verraten viel.
Bei der Wahl eines Gassiservices lohnt es sich, nach Referenzen zu fragen und darauf zu achten, ob der Anbieter eine Haftpflichtversicherung für Schäden durch betreute Hunde hat. In Deutschland gibt es keine einheitliche Zulassungspflicht für Tiersitter, Sorgfalt beim Auswählen liegt also bei dir. Plattformen wie das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) geben Hinweise zu tierschutzrechtlichen Anforderungen bei gewerblicher Tierhaltung unter laves.niedersachsen.de.
Für kurzfristige Betreuung, etwa wenn du einen Termin hast, gibt es in der Region auch private Hundesitter, die über Vermittlungsplattformen buchbar sind. Diese Option kann flexibler sein als eine Pension, erfordert aber genauso sorgfältige Auswahl. Vereinbare immer ein Kennenlerntreffen, bevor dein Hund zum ersten Mal betreut wird.
Wolfenbüttel hat eine überschaubare Stadtgröße, das bedeutet kurze Wege, aber auch ein kleineres lokales Angebot als in einer Großstadt. Für spezialisierte Dienste wie Hundetagesstätten mit Betreuungsprotokoll oder tierärztlich begleitete Pensionen schaust du am besten im Raum Braunschweig. Die Nähe zur Großstadt macht diesen Aufwand jedoch gut handhabbar.
Saisonal in Wolfenbüttel
Die Region um Wolfenbüttel zeigt alle vier Jahreszeiten deutlich, feuchte Winter, ein lebhafter Frühling in den Okerauen, sommerliche Hitze auf offenen Feldern und ein goldener Herbst im Elm-Lappwald. Für Hundehalter bedeutet das: Die Jahreszeit bestimmt, wo und wie du mit deinem Hund unterwegs bist.
Frühling: Brut- und Setzzeit in Wald und Flur
Wenn die Oker-Wiesen im März und April grüner werden, erwacht auch die Tierwelt rund um Wolfenbüttel. Rehe setzen ihre Kitze, Vögel brüten in Hecken und auf dem Boden, und ein freilaufender Hund kann diese empfindliche Phase massiv stören. Das Niedersächsische Jagdgesetz verpflichtet Hundehalter, ihre Tiere im Wald und in Feldnähe während der Brut- und Setzzeit (grob März bis Mitte Juli) an der Leine zu führen. Prüfe die genauen Zeiträume und Ausnahmen bei der zuständigen Jagdbehörde des Landkreises Wolfenbüttel.
Die Okerauen erwachen im Frühling besonders schön, Wildblumenwiesen, Uferwege und viel Vogelgesang machen jeden Morgenspaziergang zu einem Erlebnis. Gerade deshalb solltest du deinen Hund an diesen ökologisch wertvollen Uferbereichen konsequent an der Leine führen. Störungen durch Hunde können Bruterfolge ganzer Vogelarten gefährden.
Im Frühjahr stellt sich nach dem Winter auch die Frage nach dem Zeckenschutz. Die Region Wolfenbüttel liegt in einem Gebiet mit natürlichem Zeckenvorkommen. Sprich mit deiner Tierarztpraxis über geeignete Prophylaxe, ob Spot-on, Halsband oder Tablette hängt von Hund und Gewohnheit ab. Kontrolliere deinen Hund nach jedem Ausflug ins Grüne sorgfältig.
Der Frühling ist außerdem die Zeit, in der Hunde nach dem Winter wieder mehr Bewegung wollen, und manchmal mehr als ihnen guttut. Überbelastung der Gelenke, besonders bei jungen oder älteren Hunden, ist ein häufiges Frühjahrsproblem. Steigere die Bewegungsintensität langsam und beobachte, wie dein Hund reagiert.
Sommer: Hitze, Wasser und Sonnenschutz
Die offene Landschaft rund um Wolfenbüttel bietet im Hochsommer wenig Schatten auf Feldwegen und in der Ackerebene. An heißen Tagen kann sich der Asphalt in der Innenstadt und auf Parkplätzen stark aufheizen, teste mit dem Handrücken, ob der Boden für deine Hundetatzen noch erträglich ist. Faustregel: Wenn du die Wärme nach sieben Sekunden nicht mehr aushältst, ist es zu heiß für deinen Hund.
Die Oker und ihre Nebenarme sind im Sommer beliebte Abkühlstationen für Hunde. Viele Stellen bieten flachen Zugang zum Wasser. Achte aber auf Hinweisschilder zu Blaualgen (Cyanobakterien): Bei warmem Wetter können diese giftige Toxine bilden, die für Hunde lebensgefährlich sind. Der Landkreis Wolfenbüttel und das Niedersächsische Landesgesundheitsamt informieren über aktuelle Belastungen, schau dort nach, bevor dein Hund ins Wasser geht.
Plane Spaziergänge an Sommertagen in die frühen Morgen- oder Abendstunden, wenn die Temperaturen erträglicher sind. Mittagsspaziergänge auf sonnigen Feldwegen sind für viele Hunde Stress und können bei kurzer Schnauze (brachyzephale Rassen wie Mops oder Bulldogge) schnell zur Gefahr werden. Habe immer frisches Wasser dabei, in Wolfenbüttels Innenstadt gibt es öffentliche Brunnen, aber nicht an jeder Ecke eine Hundetränke.
Im Sommer locken auch Feste und Veranstaltungen in die Altstadt. Nicht jeder Hund ist stressresistent genug für Menschenmassen, laute Musik und enge Gassen. Schätze ehrlich ein, ob dein Hund solche Situationen mag, und gib ihm die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, wenn es zu viel wird.
Herbst: Pilze, Jagd und nasse Wege
Der Herbst färbt die Wälder rund um den Elm, der von Wolfenbüttel gut erreichbar ist, in warme Rottöne. Die kühlere Luft macht Hunde lebhafter, die Wege sind oft noch trocken, ideale Bedingungen für ausgedehnte Waldtouren. Aber Vorsicht: Auch im Herbst findet Jagd statt, oft intensiver als im Frühjahr. Informiere dich über Jagdzeiten in den umliegenden Revieren und meide Waldgebiete an Tagen mit Drückjagd.
Im Herbstwald wachsen Pilze, und viele davon sind für Hunde giftig, darunter der häufig vorkommende Knollenblätterpilz. Manche Hunde fressen Pilze ohne Zögern. Beobachte deinen Hund beim Waldspaziergang aufmerksam und halte ihn im Zweifel an der Leine, bis du den Bereich einschätzen kannst. Wenn du Vergiftung vermutest (Erbrechen, Zittern, Apathie), fahre sofort zur Tierarztpraxis.
Die Setzzeit der Rehe endet zwar im Sommer, aber Feldhasen haben im Herbst Junge, Leinenpflicht in Feldnähe bleibt auch im Oktober und November in vielen Bereichen relevant. Das Niedersächsische Jagdgesetz und örtliche Schutzgebietsverordnungen gelten unabhängig von der Jahreszeit. Schau im Zweifel auf die Beschilderung vor Ort und respektiere Schutzzonen.
Nasse Herbstwege rund um die Oker können rutschig und aufgeweicht sein. Hunde mit kurzem Fell kühlen auf nassen Wiesen schnell aus, besonders ältere Tiere oder solche nach einer Erkrankung. Ein leichtes Hundemantel kann für empfindliche Hunde sinnvoll sein. Prüfe nach dem Spaziergang auch immer die Pfoten: Eingerissene Ballen oder eingetretene Stacheln aus herbstlichem Unterholz sind häufig.
Winter: Streusalz, Kälte und kurze Tage
Wolfenbüttels Winter bringen Frost, gelegentlich Schnee und vor allem Streusalz auf Gehwegen und Straßen. Streusalz greift die Pfoten an, kann zwischen den Ballen einbrennen und ist giftig, wenn der Hund daran leckt. Spüle die Pfoten deines Hundes nach jedem Winterspaziergang in der Innenstadt gründlich mit lauwarmem Wasser ab. Pfotenwachs oder Schutzsocken können präventiv helfen.
Kurze Tage bedeuten: Viele Gassirunden finden im Dunkeln statt. Mache dich und deinen Hund sichtbar, ein Leuchtanhänger, Reflektorhalsband oder eine helle Leine erhöhen die Sicherheit im Straßenverkehr erheblich. Gerade auf den schmalen Straßen rund um Wolfenbüttels Altstadt ist Sichtbarkeit in der Dämmerung wichtig.
Schnee kann für viele Hunde ein Fest sein, die Okerwiesen und Felder rund um Wolfenbüttel bieten dann viel Raum zum Toben. Achte aber auf die Kondition deines Hundes: Kälte kostet Energie, und ältere oder kranke Tiere ermüden im Winter schneller. Kürze Spaziergänge bei extremer Kälte und biete deinem Hund nach dem Nachhausekommen eine warme Ruhemöglichkeit.
Im Winter lohnt es sich, die Impf- und Gesundheitsdokumentation deines Hundes zu überprüfen. Viele Tierarztpraxen haben im Januar und Februar weniger Andrang als im Frühjahr, ein guter Zeitpunkt für die Jahresuntersuchung, den Parasitencheck und ein Gespräch über Impfauffrischungen. Plane das Frühjahr vor, bevor die Zeckensaison startet.
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