Hintergrund zur Region
Neukölln liegt im Süden Berlins und ist eines der lebendigsten, dichtesten und buntesten Stadtteile der deutschen Hauptstadt. Hier riecht es nach frisch gebackenem Brot aus der Bäckerei an der Ecke, nach Lindenblüten im Sommer und nach nassem Laub im Herbst entlang des Neuköllner Schifffahrtskanals. Wer mit Hund in Neukölln lebt oder zu Besuch kommt, erlebt einen Kiez, der seinen Vierbeinern viel bietet — wenn man weiß, wo man suchen muss und welche Regeln gelten.
Der Bezirk hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Auf engen Bürgersteigen begegnen sich Spaziergänger, Radfahrer und Hundehalter, in den Parks suchen Familien und Hundebesitzer gemeinsam nach einem freien Fleck Wiese. Grünflächen wie der Hasenheide-Park, die weitläufigen Uferwege am Kanal oder die nahegelegenen Ausflugsziele im Berliner Umland machen Neukölln für Hundemenschen zu einem abwechslungsreichen Alltagsrevier. Wer die richtige Mischung aus städtischem Flair und grüner Auszeit sucht, findet sie hier.
Gleichzeitig ist Neukölln ein urbaner Bezirk mit klaren Spielregeln: Leinenpflicht, Hundeabgabe und Verhaltensregeln im öffentlichen Raum sind Teil des Alltags. Wer sich gut vorbereitet, vermeidet Frust und genießt den Kiez entspannt — mit Hund an der Seite, egal ob als Neuköllner oder als Tagesbesucher aus dem Berliner Umland.
Tagesausflüge mit Hund in Neukölln
Ein neugieriges Schnüffeln am Kanalufer, Gras unter den Pfoten im Park, weite Blicke über Felder am Stadtrand — Neukölln und sein direktes Umfeld haben mehr Ausflugsoptionen für Hunde und ihre Menschen, als viele vermuten. Die folgenden Orte sind bewährte Anlaufstellen, die du mit deinem Hund erkunden kannst.
Hasenheide: Grüne Lunge mitten im Kiez
Die Hasenheide ist der bekannteste Park in Neukölln und ein täglicher Treffpunkt für Hundehalter aus dem gesamten Bezirk. Auf rund 50 Hektar findest du Wiesen, alte Bäume, geschwungene Wege und eine erstaunliche Ruhe, die den Straßenlärm schnell vergessen lässt. Hunde lieben das dichte Gebüsch, die vielen Gerüche und die weiten Rasenflächen. Prüfe vor dem Besuch die aktuellen Aushänge, denn in Teilen des Parks gelten Leinenpflicht oder saisonale Einschränkungen, die das Bezirksamt Neukölln regelmäßig aktualisiert.
Der Park wurde früher als Übungsgelände für Turner genutzt, und diese geschichtliche Tiefe spürt man noch heute in der besonderen Atmosphäre. An ruhigen Morgenstunden unter der Woche ist die Hasenheide beinahe idyllisch — die Wege füllen sich erst im Laufe des Tages. An Wochenenden ist mehr Betrieb, sodass eine gute Leinenführigkeit deines Hundes klar von Vorteil ist. Am südlichen Rand des Parks findest du mehrere Eingänge von der Hermannstraße aus, die gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind.
Neuköllner Schifffahrtskanal: Spaziergänge am Wasser
Der Neuköllner Schifffahrtskanal zieht sich als ruhige Wasserader durch den Bezirk und bietet auf beiden Ufern gut begehbare Wege für Mensch und Hund. Das leise Plätschern des Wassers, gelegentlich vorbeiziehende Boote und alte Kopfsteinpflasterabschnitte erzeugen eine entspannte, fast beschauliche Atmosphäre mitten in der Stadt. Hunde lassen sich hier gut an der Leine führen, ohne sich eingeengt zu fühlen — die Wege sind breit genug für entspanntes Schlendern. Achtung: An einigen Kanalabschnitten ist das Wasser nicht zum Baden für Hunde geeignet; informiere dich über die aktuelle Wasserqualität beim Berliner Senat für Umwelt, bevor du deinen Hund ins Wasser lässt.
Besonders schön ist der Abschnitt zwischen der Sonnenallee und dem Anschluss an den Landwehrkanal in Richtung Kreuzberg. Du kannst die Route nach Belieben verlängern oder kürzen und zwischendurch in einem der hundefreundlichen Cafés am Kanalufer Pause machen — informiere dich aber vorab beim jeweiligen Lokal über deren aktuelle Hundepolitik. Die Kanalufer eignen sich auch im Winter gut für Spaziergänge, solange die Wege nicht vereist sind.
Britzer Garten: Weitläufige Parkanlage im Süden
Knapp außerhalb des dichten Innenstadtbereichs liegt der Britzer Garten, eine der größten Parkanlagen Berlins. Der Park bietet Hügel, Teiche, weitläufige Wiesenflächen und ein dichtes Wegenetz, das stundenlange Spaziergänge ermöglicht. Im Frühling ist er für seine ausgedehnte Tulpenblüte bekannt, im Sommer bieten schattige Baumgruppen kühle Rückzugsorte. Hunde sind im Britzer Garten an der Leine zu führen; prüfe die aktuellen Einlassbedingungen und etwaige saisonale Einschränkungen direkt beim Park oder auf der Website des Betreibers Grün Berlin, da sich Regelungen ändern können.
Der Britzer Garten ist mit der U-Bahn-Linie U7 bequem erreichbar und auch für Tagesbesucher aus anderen Bezirken gut angebunden. Plane ausreichend Zeit ein — wer einmal durch alle Bereiche laufen möchte, braucht leicht zwei bis drei Stunden. Wasseranschlüsse und Sitzgelegenheiten finden sich an verschiedenen Stellen, was die Tour auch für ältere Hunde oder solche in der Konditionierung angenehm macht.
Tempelhofer Feld: Weite und Wind für Mensch und Hund
Das Tempelhofer Feld liegt auf der Grenze zwischen Neukölln und Tempelhof und ist eine der ungewöhnlichsten Freiflächen, die Berlin zu bieten hat. Das ehemalige Flughafengelände beeindruckt mit einer fast schon surrealen Weite — der Blick reicht weit über Berliner Verhältnisse hinaus, Drachen steigen auf, Radfahrer ziehen Runden und Hunde schnüffeln in den Wiesen abseits der asphaltierten Wege. In bestimmten Abschnitten des Tempelhofer Feldes besteht Leinenpflicht, insbesondere in Bereichen mit Brut- und Wiesenschutz; die aktuellen Regeln findest du auf der Seite des Berliner Senats für Stadtentwicklung.
Die Eingänge von der Neuköllner Seite, etwa an der Oderstraße oder entlang der Herrfurthstraße, sind gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar. An Wochenenden herrscht auf dem Feld viel Betrieb, was für Hunde mit Sozialisierungsbedarf eine gute Übungsumgebung, für ängstliche Hunde aber auch eine Herausforderung sein kann. Früh morgens oder werktags ist das Feld deutlich ruhiger und der Aufenthalt entspannter.
Hund und lokale Regeln in Neukölln
Ein Hund in Berlin zu halten bedeutet, sich mit einer Reihe von Vorschriften vertraut zu machen — von der Steuer über die Leinenpflicht bis zu Regelungen im öffentlichen Nahverkehr. In Neukölln gelten dabei die allgemeinen Berliner Regelungen, die das Bezirksamt Neukölln punktuell durch lokale Verordnungen ergänzen kann. Die folgende Übersicht gibt dir einen soliden Einstieg — prüfe jedoch immer die aktuell gültige Fassung direkt bei der zuständigen Behörde.
Leinenpflicht in Parks und auf öffentlichen Flächen
In Berlin gilt keine generelle stadtweite Leinenpflicht für alle Flächen, aber es gibt zahlreiche Orte, an denen du deinen Hund zwingend anleinen musst. Dazu gehören öffentliche Spielplätze, Schulhöfe, Märkte und viele Parkanlagen oder Teilbereiche davon. Im Hasenheide-Park und auf dem Tempelhofer Feld sind bestimmte Zonen ausgewiesen, in denen Hunde an der Leine zu führen sind — die entsprechenden Schilder sind in der Regel gut sichtbar angebracht. Ignorierte Leinenpflicht kann Bußgelder nach sich ziehen, deren Höhe sich nach dem Berliner Ordnungsrecht richtet.
Ausgewiesene Hundeauslaufgebiete gibt es in Berlin an verschiedenen Stellen, auch in Neukölln und den angrenzenden Bezirken. Hier dürfen Hunde sich in der Regel frei bewegen. Eine aktuelle Liste der Auslaufgebiete und der Leinenpflichtregelungen findest du beim Ordnungsamt Neukölln oder beim Berliner Senat. Achte darauf, dass sich Regelungen saisonal ändern können, etwa während der Brut- und Setzzeit im Frühjahr.
Hundeanmeldung und Hundesteuer in Berlin
Wer in Berlin einen Hund hält, ist gesetzlich verpflichtet, diesen beim Finanzamt Berlin anzumelden und die Hundesteuer zu entrichten. Die Anmeldung muss innerhalb von zwei Wochen nach der Aufnahme des Hundes erfolgen. Die Höhe der Hundesteuer richtet sich nach der aktuellen Hundesteuersatzung des Landes Berlin — konkrete Beträge solltest du direkt bei der zuständigen Behörde oder auf der offiziellen Website des Berliner Senats erfragen, da sich Satzungen ändern können. Nach der Anmeldung erhältst du eine Hundesteuermarke, die dein Hund im öffentlichen Raum am Halsband tragen muss.
Für bestimmte Hunde gelten erhöhte Steuersätze — in Berlin betrifft das sogenannte „gefährliche Hunde" im Sinne des Berliner Hundegesetzes. Welche Rassen und Kreuzungen darunter fallen, regelt das Berliner Hundegesetz (HundeG Bln), dessen aktuellen Text du beim Berliner Senat einsehen kannst. Die Nichtanmeldung eines Hundes kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden — informiere dich daher frühzeitig und umfassend.
Listenhunde und das Berliner Hundegesetz
Berlin hat mit dem Berliner Hundegesetz eine eigene Regelung für Hunde geschaffen, die als potenziell gefährlich eingestuft werden. Das Gesetz unterscheidet zwischen Hunden, bei denen aufgrund von Vorfällen eine Gefährlichkeit festgestellt wurde, und bestimmten Rassen oder Kreuzungen, die einer erhöhten Steuerpflicht unterliegen. Eine allgemeine Rasseliste mit absolutem Haltungsverbot existiert in Berlin derzeit nicht, aber die Haltung bestimmter Hunde kann mit Auflagen verbunden sein — prüfe dies unbedingt vor der Anschaffung oder vor dem Umzug nach Berlin direkt beim zuständigen Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt.
Für Hunde, bei denen eine individuelle Gefährlichkeit festgestellt wurde, gelten in Berlin strenge Auflagen: unter anderem Leinen- und Maulkorbpflicht im öffentlichen Raum sowie besondere Anforderungen an die Haltung. Die zuständige Behörde für Fragen rund um das Berliner Hundegesetz ist das Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt des jeweiligen Bezirks. Für Neukölln erreichst du diese Stelle über das Bezirksamt Neukölln. Die aktuell gültige Fassung des Berliner Hundegesetzes findest du im Berliner Vorschriftendienst.
Hund im ÖPNV und in der Gastronomie
In den Bussen und Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sind Hunde grundsätzlich zugelassen, jedoch gelten klare Bedingungen: Kleine Hunde dürfen in einer geeigneten Transportbox kostenfrei mitgenommen werden. Für größere Hunde ist in der Regel ein Kinderfahrschein zu lösen, und der Hund muss angeleint sein. Beachte außerdem, dass der Hund andere Fahrgäste nicht behindern oder gefährden darf — zu den Stoßzeiten im Berufsverkehr kann es auf stark frequentierten Linien wie der U8 durch Neukölln eng werden. Die aktuellen Beförderungsbedingungen findest du direkt auf der Website der BVG.
In der Gastronomie entscheidet jeder Betrieb selbst, ob er Hunde im Innen- oder Außenbereich erlaubt. In Neukölln gibt es viele Cafés und Restaurants mit Außenterrassen, die häufig hundefreundlich sind — aber eine Garantie ist das nie. Frage immer vor dem Betreten, ob dein Hund willkommen ist, und respektiere eine Ablehnung. Auf belebten Märkten wie dem Wochenmarkt am Maybachufer ist ebenfalls Rücksicht geboten: Viele Menschen, enge Wege und Lebensmittelstände machen eine kurze Leine und ruhiges Verhalten deines Hundes zur Pflicht.
Praktisches vor Ort in Neukölln
Neukölln ist dicht, laut und lebendig — und wer hier mit Hund lebt, braucht verlässliche Anlaufstellen in der Nähe. Von der Tierarztpraxis um die Ecke bis zur Hundeschule im Hinterhof: Das Angebot ist vorhanden, wenn man weiß, wo man sucht.
Tierärzte und tierärztlicher Notfall in Neukölln
In Neukölln und den unmittelbar angrenzenden Stadtteilen gibt es mehrere tierärztliche Praxen, die Hunde im Alltag versorgen. Viele Praxen empfehlen, vorab einen Termin zu buchen — spontane Vorstellungen sind je nach Auslastung möglich, aber nicht garantiert. Für Notfälle außerhalb der regulären Öffnungszeiten gibt es in Berlin einen organisierten tierärztlichen Bereitschaftsdienst. Die Tierärztekammer Berlin veröffentlicht auf ihrer Website aktuelle Notdienstinformationen, die du dir am besten schon vorher abspeicherst.
- Notdienst-Infos: tieraerztekammer-berlin.de
- Für lebensbedrohliche Fälle gibt es in Berlin mehrere Tierkliniken mit 24-Stunden-Betrieb, unter anderem im nahen Treptow und in Charlottenburg.
- Notiere dir die nächste Tierklinik am besten schon beim Einzug — im Ernstfall zählt jede Minute.
Dein Hund braucht regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und im Sommer Zeckenschutz. Frag deine Praxis nach einem Erinnerungsservice — viele Neuköllner Praxen bieten das inzwischen an. Wer neu in den Bezirk zieht, sollte sich frühzeitig um eine Praxis bemühen, denn manche Tierärzte in dicht besiedelten Berliner Bezirken nehmen keine neuen Patienten mehr an.
Hundeschulen und Training in Neukölln
Neukölln hat eine aktive Hunde-Community, und entsprechend gibt es mehrere Hundeschulen und Trainer im Bezirk und in unmittelbarer Nachbarschaft. Ob Welpenkurs, Mantrailing oder Leinenführigkeit für den stadterprobten Mischling — das Angebot ist breit. Achte bei der Wahl auf zertifizierte Trainer mit fundierten Kenntnissen in lerntheoretisch basierter Arbeit; Verbände wie der BHV oder VDH geben Orientierung.
Einige Schulen arbeiten in Parks oder auf Außenflächen im Bezirk, andere haben eigene Trainingsgelände. Gruppentraining in städtischen Umgebungen — also mit Straßenlärm, anderen Hunden, Fahrrädern — ist für Neukölln-Hunde besonders wertvoll. Der Alltag im dichten Stadtgefüge fordert viel von einem Hund ab, und gute Impulskontrolle macht den Unterschied zwischen einem entspannten Spaziergang und einer stressigen Situation.
- Frag nach Schnupperstunden, bevor du dich langfristig bindest.
- Online-Bewertungen geben erste Hinweise, aber ein persönliches Gespräch mit dem Trainer ist unersetzlich.
- Manche Tierarztpraxen und Zooläden führen Empfehlungslisten lokaler Trainer.
Auslaufzonen und Hundewiesen in Neukölln
Wer in Neukölln wohnt, weiß: Platz ist knapp. Umso wichtiger sind die eingezäunten Hundeauslaufflächen, die das Bezirksamt Neukölln unterhält. Diese Flächen erlauben es, den Hund legal ohne Leine laufen zu lassen — ein echter Ausgleich für das Leben in der Mietwohnung. Die aktuellen Standorte und Öffnungszeiten findest du beim Bezirksamt Neukölln; die Situation kann sich ändern, also prüfe die Angaben direkt vor Ort oder online.
Der Tempelhofer Feld-Rand und der Volkspark Hasenheide gehören zu den bekanntesten Grünflächen nahe Neukölln, auf denen Hunde Auslauf bekommen können — allerdings gelten dort je nach Bereich unterschiedliche Regeln. Auf dem Tempelhofer Feld selbst sind Hunde auf den Wegen erlaubt, müssen aber außerhalb der ausgewiesenen Hundeauslaufflächen angeleint bleiben. Prüfe die aktuellen Regelungen auf der offiziellen Website der Grünflächen Berlin.
- Hundeauslaufflächen im Bezirk: Informationen beim Bezirksamt Neukölln
- Tempelhofer Feld: berlin.de/tempelhofer-feld
- Verhalten auf Auslaufflächen: Leinen griffbereit halten, Kot immer sofort entsorgen, andere Hunde respektieren.
Auslaufflächen sind ein Gemeinschaftsgut. Wer sie sauber hält und rücksichtsvoll nutzt, sorgt dafür, dass sie erhalten bleiben. Beschwerden aus der Nachbarschaft haben in Berlin schon zur Schließung von Hundewiesen geführt — das sollte Motivation genug sein.
Hundebetreuung und Pensionen in Neukölln und Umgebung
Berufstätige Hundehalter in Neukölln greifen häufig auf Gassi-Services, Dogwalker und Tagesbetreuung zurück. Das Angebot in Berlin ist groß, und im Bezirk selbst sind mehrere professionelle Anbieter aktiv. Beim Vergleich lohnt es sich, auf Qualifikation, Versicherungsschutz und Betreuungsschlüssel (wie viele Hunde pro Person) zu achten.
Für längere Abwesenheiten — Urlaub, Dienstreisen — bieten sich Tierpensionen im Berliner Umland an. Viele Halter bevorzugen die persönlichere Atmosphäre einer Pflegefamilie, die den Hund für ein paar Tage zu sich nimmt. Plattformen vermitteln solche Kontakte, aber prüfe vorab persönlich, ob die Umgebung und die Chemie stimmen. Ein Probetag vor dem echten Aufenthalt ist Standard und seriöse Anbieter bestehen selbst darauf.
- Frage in der Hundeschule oder beim Tierarzt nach Empfehlungen für lokale Dogwalker.
- Tierpensionen im Grünen: Brandenburg liegt direkt vor der Tür und bietet viele Optionen mit Auslauf.
- Dogsharing als Alternative: Manche Berliner Netzwerke vermitteln Hundehalter, die sich gegenseitig aushelfen.
Gerade in Neukölln, wo viele Menschen in Vollzeit arbeiten und wenig Quadratmeter zur Verfügung stehen, ist ein gutes Betreuungsnetzwerk kein Luxus, sondern Teil einer verantwortungsvollen Hundehaltung.
Saisonal in Neukölln
Die Jahreszeiten verändern, wie sich das Leben mit Hund in Neukölln anfühlt — von matschigen Pfoten im Novemberregen bis zum Hecheln auf dem heißen Asphalt im August. Wer das Berliner Jahr kennt, kann seinen Hund besser schützen und die schönen Seiten jeder Saison genießen.
Frühling: Brut- und Setzzeit im Stadtgrün
Wenn die Hasenheide und die Uferbereiche des Neuköllner Schifffahrtskanals aufblühen, beginnt auch die Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere. In Berliner Parks und Grünstreifen brüten Bodenbrüter wie Stare, Amseln und gelegentlich auch seltenere Arten. Ein frei laufender Hund kann Gelege zerstören oder Jungvögel gefährden — auch unabsichtlich und ohne böse Absicht.
Das Berliner Naturschutzgesetz schützt wildlebende Tiere und ihre Fortpflanzungsstätten. Konkret bedeutet das: In sensiblen Bereichen gilt erhöhte Vorsicht, und ausgewiesene Schutzflächen solltest du mit deinem Hund weiträumig umgehen. Achte auf Hinweisschilder an den Eingängen von Parks und Grünzügen — sie informieren über temporäre Einschränkungen.
- Leine anlegen, wenn du in dichten Gebüschzonen unterwegs bist.
- Hunde, die apportieren oder jagen, sollten im Frühjahr besonders engmaschig geführt werden.
- Frühling bringt auch Zeckensaison — prüfe deinen Hund nach jedem Grünflächenbesuch.
Der Frühling ist gleichzeitig die schönste Zeit, das Berliner Umland mit dem Hund zu erkunden. Die Wälder in Brandenburg erwachen, die Wege sind noch nicht überlaufen, und die Temperaturen sind angenehm für lange Läufe. Nutze die frühen Morgenstunden — das Licht ist weich, und dein Hund hat die Wiese für sich.
Sommer: Hitze, Asphalt und Wasserabkühlung
Berliner Sommer können heiß sein — und Neukölln mit seinem hohen Versiegelungsgrad heizt sich besonders stark auf. Asphalt und Pflastersteine speichern Wärme und können die Pfoten deines Hundes verbrennen. Die Faustregel: Wenn du den Handrücken nicht sieben Sekunden auf den Boden legen kannst, ist er zu heiß für Hundepfoten.
Verlege Spaziergänge in die frühen Morgenstunden oder den späten Abend. Zwischen 12 und 17 Uhr sollten intensive Aktivitäten auf Asphalt vermieden werden. Kurze, schattige Routen — etwa durch die Alleen rund um den Körnerpark — sind jetzt besser als lange Touren. Frisches Wasser immer dabei: Hunde können schnell überhitzen, besonders brachycephale Rassen wie Bulldoggen oder Möpse.
- Der Körnerpark bietet Schatten durch alte Bäume — gut für heiße Mittage.
- Der Tempelhofer Feld ist im Hochsommer ohne Schatten — früh morgens oder abends aufsuchen.
- Planschbecken auf Hundeauslaufflächen sind mancherorts vorhanden — prüfe die aktuelle Situation beim Bezirksamt.
- Anzeichen für Hitzschlag: Starkes Hecheln, Taumeln, rote Schleimhäute — sofort in den Schatten, kühlen, Tierarzt rufen.
Für echte Abkühlung lohnt sich ein Ausflug in die Berliner Badeseen im Umland. Viele Gewässer in Brandenburg sind mit Hund zugänglich, aber prüfe vorab, ob Badestellen für Hunde freigegeben sind — an Familienstränden gilt oft ein Hundeverbot in der Hauptsaison.
Herbst: Kastanien, Nässe und trügerische Pilze
Der Herbst in Neukölln riecht nach nassem Laub und Kastanien. Hunde lieben die kühle, frische Luft — und sie schnüffeln intensiver als je zuvor. Das ist wunderbar, birgt aber auch Risiken durch giftiges Falllaub und Pilze. Rosskastanien sind für Hunde leicht giftig; in größeren Mengen gefressen, können sie Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Hüpf nicht in Panik, aber behalte im Blick, was dein Hund aufnimmt.
Wildpilze wachsen auch in Berliner Stadtparks und auf dem Tempelhofer Feld. Manche Arten sind für Hunde hochgiftig — der Knollenblätterpilz etwa wächst auch in der Stadt. Trainiere ein verlässliches „Lass es"-Kommando; im Herbst ist es buchstäblich lebenswichtig. Wenn dein Hund etwas Unbekanntes gefressen hat, rufe sofort den Tierarzt an.
- Herbst ist Jagdsaison: Im Berliner Umland, besonders in brandenburgischen Wäldern, auf Schilder achten und Hunde anleinen.
- Nasse Wege erhöhen das Verletzungsrisiko — Pfoten nach dem Spaziergang abtrocknen und kontrollieren.
- Reflexionsleuchten oder LED-Halsbänder jetzt wieder hervorholen — die Tage werden kürzer.
Der goldene Oktober ist die beste Zeit für Tagesausflüge ins Brandenburgische. Wälder leuchten, Wege sind trocken, und die Hitze ist weg. Pack eine Thermoskanne ein und genieß mit deinem Hund einen dieser langen, stillen Herbstvormittage im Wald.
Winter: Kälte, Streusalz und kurze Tage
Berliner Winter sind grau, feucht und manchmal überraschend kalt. Für Hunde ist das in der Regel kein Problem — aber Streusalz und Taumittel auf Bürgersteigen und Straßen können Pfoten reizen und aufrauhen. Wasche die Pfoten deines Hundes nach jedem Stadtspaziergang mit lauwarmem Wasser ab. Pfotenbalsam hilft, die Haut geschmeidig zu halten.
Kleine, kurzfelliges oder alte und kranke Hunde brauchen im Winter einen Mantel — das ist keine Mode, sondern Fürsorge. Achte auf Anzeichen von Kälte: Zittern, Steifheit oder das Anhalten der Pfoten. Kurze, häufigere Spaziergänge sind bei extremer Kälte besser als ein langer Marsch. Im Schnee gilt zudem erhöhte Wachsamkeit, denn Hunde verlieren im weißen Einheitsteppich manchmal die Orientierung.
- Pfoten nach jedem Stadtgang waschen und abtrocknen.
- Pfotenschutzschuhe sind eine Option — brauchen aber Eingewöhnungszeit.
- Kurze Tage bedeuten: Viele Spaziergänge finden im Dunkeln statt. Reflektoren und Licht am Hund sind Pflicht.
- Vereiste Wege sind auch für den Menschen rutschig — Verletzungen durch Stürze mit Leine sind keine Seltenheit.
Wenn Schnee liegt, verwandelt sich das Tempelhofer Feld in ein weites, weißes Spielfeld — und es gibt wenige schönere Momente als einen Hund, der im frischen Schnee tobt. Früh morgens, wenn die Fläche noch unberührt ist und die Stadt still liegt, ist das ein echtes Geschenk für alle, die in Neukölln mit Hund leben.
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