Hintergrund zur Region
Neu-Ulm liegt direkt an der Donau, Rücken an Rücken mit dem württembergischen Ulm — getrennt durch einen Fluss, verbunden durch eine der schönsten Flusslandschaften Süddeutschlands. Für dich und deinen Hund bedeutet das: weite Uferpromenaden, grüne Auenwälder und kurze Wege in eine lebendige Innenstadt, die beide Städte zusammenwachsen lässt. Wer hier lebt oder zu Besuch kommt, spürt schnell, dass die Donau nicht nur Kulisse ist — sie ist der eigentliche Taktgeber des Alltags.
Die bayerische Grenzstadt hat gut 60 000 Einwohner und überrascht immer wieder mit ihrer Mischung aus entspannter Vorstadtatmosphäre und urbaner Nähe. Kaum bist du mit deinem Hund auf dem Glacis-Gelände unterwegs, riechst du feuchtes Gras vom Fluss, hörst Möwen und siehst drüben das Ulmer Münster am Horizont. Dieser ständige Dialog zwischen zwei Städten macht Spaziergänge hier besonders: Du bewegst dich in Bayern, schaust nach Baden-Württemberg — und dein Hund interessiert sich ohnehin für beides gleich stark.
Ob du täglich mit deinem Vierbeiner hier lebst oder nur für einen Wochenendausflug anreist: Neu-Ulm bietet eine erstaunliche Dichte an hundetauglichen Routen, Grünflächen und Ausflugzielen, die weder in jedem Reiseführer stehen noch überlaufen sind. Die folgenden Abschnitte zeigen dir, wo du mit deinem Hund am besten unterwegs bist, was die lokalen Regeln verlangen und wie du den Alltag hier gut organisierst.
Tagesausflüge mit Hund in Neu-Ulm
Die Donau zieht sich wie ein blauer Faden durch die gesamte Region — und an ihr hängen die schönsten Ausflugsziele, die du mit deinem Hund erkunden kannst. Auwälder, Kiesinseln, Parkanlagen und historische Festungsanlagen wechseln sich ab. Wer tiefer in die Region schaut, findet Naturschutzgebiete, ruhige Waldwege und kleine Orte, in denen Hund und Mensch gleichermaßen willkommen sind.
Donauufer und Glacis-Grünanlagen
Das Donauufer ist der erste Anlaufpunkt für jeden hundebegeisterten Besucher Neu-Ulms. Vom Stadtgebiet aus erreichst du auf kurzen Wegen breite Uferpfade, die sich in beide Richtungen über mehrere Kilometer erstrecken. Der Glacis-Park — entstanden auf dem Gelände der ehemaligen Bundesfestung Ulm — bietet weitläufige Rasenflächen, alte Baumgruppen und eine besondere historische Kulisse aus Wällen und Kasematten. Gerade in den frühen Morgenstunden ist die Stimmung hier unvergleichlich: Donaunebel über dem Wasser, kaum Betrieb, dein Hund zieht gespannt an der Leine.
Entlang des Ufers kannst du gut mehrere Kilometer am Stück laufen, ohne die befestigten Wege verlassen zu müssen. Der Belag wechselt zwischen Schotter, Asphalt und Wiese — ideal für Hunde, die unterschiedliche Untergründe mögen. Beachte jedoch: In Parkanlagen und öffentlichen Grünflächen kann eine Leinenpflicht gelten. Prüfe die aktuell ausgeschilderte Regelung direkt vor Ort, insbesondere in eingezäunten oder bespielten Bereichen. Offizielle Hinweise zu Grünflächennutzung und Hundehaltung findest du auf der Website der Stadt Neu-Ulm.
Der Übergang von Neu-Ulm nach Ulm über die Adenauerbrücke oder die Gänstorbrücke ist problemlos zu Fuß möglich. So kannst du eine Runde planen, die beide Ufer einschließt — Neu-Ulmer Glacis hin, Ulmer Donauufer zurück. Diese Schleife hat je nach Tempo zwischen zwei und vier Stunden Dauer und bietet deinem Hund viel Abwechslung.
Illerkanal und Illermündung
Westlich der Donau mündet die Iller in den großen Fluss — ein Bereich, der von vielen Neu-Ulmern für Spaziergänge genutzt wird, aber außerhalb der Stadt kaum bekannt ist. Der Illerkanal begleitet den Fluss auf einem langen Streckenabschnitt und bietet ruhige, gut begehbare Uferwege. Hier ist das Grün dichter, die Wege sind weniger frequentiert, und dein Hund kann die Gerüche der Flussaue in vollen Zügen genießen.
Die Illermündung selbst liegt in einem naturnahen Bereich, der ökologisch sensibel ist. Schilf, Feuchtwiesen und Kiesbänke bieten Lebensraum für Brut- und Rastvögel. Halte deinen Hund in solchen Bereichen unbedingt an der Leine und verlass die ausgeschilderten Wege nicht. Die Naturschutzbehörde des Landkreises Neu-Ulm informiert über geltende Schutzgebietsregelungen — Informationen dazu findest du beim Landratsamt Neu-Ulm.
Für einen Halbtagesausflug eignet sich die Route vom Stadtrand Neu-Ulms entlang des Illerkanals bis zur Mündung besonders gut. Der Weg ist flach, schattig und im Sommer angenehm kühl. Nimm genug Wasser für deinen Hund mit, denn direkte Trinkmöglichkeiten am Weg sind spärlich gesät.
Leibi-Tal und Umgebung von Illertissen
Etwa 20 Kilometer südlich von Neu-Ulm öffnet sich das Leibi-Tal — ein kleines, stilles Flusstal, das zu den unbekanntesten Naturjuwelen der Region gehört. Die Leibi ist ein Bach, der in weiten Schleifen durch Wiesen und Wälder fließt. Die Wanderwege entlang des Tals sind gut ausgeschildert, schmal und naturnah — nichts für Hunde, die breite Alleen brauchen, aber ideal für neugierige Nasen und trittsichere Pfoten.
Der Ausgangspunkt Illertissen bietet Parkmöglichkeiten und ist mit dem Auto schnell erreichbar. Von dort führen mehrere Runden in das Tal hinein, zwischen drei und zwölf Kilometern Länge. Im Frühling blühen die feuchten Wiesen, im Herbst leuchten die Hänge ockergelb und rostrot. Dein Hund wird die Abwechslung lieben — Sand, Schlamm, Wasser und dichter Bewuchs wechseln sich ständig ab.
Auch hier gilt: Teile des Leibi-Tals stehen unter Naturschutz. Während der Brutzeit von März bis Juli gelten besondere Rücksichtspflichten. Informiere dich vorab über aktuelle Sperrungen oder Hinweisschilder direkt am Wegesrand und halte deinen Hund auf befestigten Wegen an der Leine.
Stadtwald Neu-Ulm und Richtung Pfuhl
Wer nicht weit fahren möchte, findet auch direkt vor der Haustür grüne Auslaufmöglichkeiten. Der Stadtwald im Nordosten Neu-Ulms bietet schattige Waldwege, die auch bei Regenwetter gut begehbar sind. Das Waldgebiet verbindet sich mit der Umgebung des Stadtteils Pfuhl, wo Felder und ruhige Wirtschaftswege für längere Spazierrunden genutzt werden können.
Besonders wertvoll für den Alltag: Diese Routen sind auch mit dem Fahrrad kombinierbar, falls du deinen Hund gerne neben dem Rad laufen lässt. Die Wege sind breit genug, die Steigungen minimal. Im Herbst liegt hier das Laub hoch, im Winter kann Schnee die Orientierung leicht erschweren — plane dann kürzere Runden und prüfe vorab die Bedingungen. Für weitere Informationen zu Grünflächen und Freizeitwegen in Neu-Ulm lohnt sich ein Blick auf die Tourismusseiten des Donau-Iller-Tourismus.
Hund und lokale Regeln in Neu-Ulm
Das leise Rascheln der Leine, das Klackern der Hundekrallen auf Kopfsteinpflaster — wer mit Hund in einer bayerischen Stadt lebt, merkt schnell: Die Regeln sind präsent, aber gut handhabbar, wenn man sie kennt. Neu-Ulm folgt dem bayerischen Landesrecht und ergänzt es durch eigene kommunale Regelungen. Wer sich vorab informiert, vermeidet unangenehme Überraschungen.
Leinenpflicht in Neu-Ulm
In Bayern gilt eine allgemeine Anleinpflicht in Innenstädten, auf öffentlichen Plätzen, in Parks und auf Spielplätzen — die genaue Ausgestaltung hängt jedoch von der jeweiligen Gemeinde und der Satzung ab. In Neu-Ulm musst du deinen Hund in belebten Bereichen, auf Märkten, in der Fußgängerzone und in öffentlichen Grünflächen grundsätzlich an der Leine führen. Ausgewiesene Hundefreilaufflächen sind hiervon ausgenommen.
Wo Schilder eine Leinenpflicht anzeigen, gilt sie verbindlich — auch wenn andere Hundehalter sich nicht daran halten. Die Regelung kann je nach Jahreszeit verschärft werden, etwa in der Brut- und Setzzeit in Naturschutzgebieten. Prüfe daher immer die Beschilderung vor Ort und verlasse dich nicht auf mündliche Aussagen anderer Hundehalter. Die aktuelle Hundehaltungsverordnung findest du auf der Website der Stadt Neu-Ulm.
Zusätzlich schreibt das bayerische Landesrecht vor, dass Hunde jederzeit sicher beherrschbar sein müssen — auch außerhalb ausdrücklicher Anleinpflicht-Zonen. Wenn dein Hund nicht zuverlässig abrufbar ist, solltest du ihn im Zweifel immer anleinen, unabhängig von der jeweiligen Regelung.
Hundeabgabe und Anmeldepflicht
Wer in Neu-Ulm einen Hund hält, ist gesetzlich verpflichtet, diesen bei der Stadt anzumelden. Die Anmeldepflicht gilt ab dem Zeitpunkt der Aufnahme des Hundes in den Haushalt. Die Stadt Neu-Ulm erhebt für das Halten von Hunden eine Hundesteuer — die genaue Höhe ist in der städtischen Hundesteuersatzung festgelegt. Einen konkreten Eurobetrag nenne ich hier bewusst nicht, da Satzungen angepasst werden können; prüfe die aktuelle Höhe direkt beim Steueramt der Stadt.
Für mehrere Hunde im Haushalt steigt die Steuer in der Regel gestaffelt an. Bestimmte Hunderassen können einem erhöhten Steuersatz unterliegen — auch das regelt die Satzung. Hunde, die als Assistenzhunde, Blindenführhunde oder in ähnlichen Funktionen eingesetzt werden, können von der Hundesteuer befreit oder begünstigt werden. Halte die entsprechenden Nachweise bereit und kläre die Voraussetzungen direkt mit der zuständigen Stelle.
Neben der kommunalen Anmeldung empfiehlt sich auch die Registrierung in einer Heimtierdatenbank (zum Beispiel TASSO oder FINDEFIX) und ein lesbarer Chip — beides ist keine Pflicht durch die Hundesteuer, aber ein wichtiger Sicherheitsbaustein, falls dein Hund sich einmal verlaufen sollte.
Öffentlicher Nahverkehr und Gastronomie
Im öffentlichen Nahverkehr der Region Neu-Ulm — vor allem im Stadtbus und in der Verbindung nach Ulm — gilt grundsätzlich: Hunde dürfen in der Regel mitgenommen werden, müssen aber angeleint sein und dürfen keine anderen Fahrgäste belästigen. Große Hunde benötigen teilweise einen eigenen Fahrschein; kleine Hunde in geeigneten Transportboxen oder -taschen fahren häufig kostenfrei mit. Die genauen Bedingungen unterscheiden sich je nach Verkehrsverbund und Linie — prüfe sie vor deiner Fahrt direkt beim zuständigen Verkehrsunternehmen.
In der Gastronomie entscheidet jedes Lokal selbst, ob Hunde im Außen- oder Innenbereich erlaubt sind. In Neu-Ulm und Ulm gibt es eine Reihe von Cafés und Restaurants, die Hunde zumindest auf der Terrasse dulden oder sogar willkommen heißen. Frag immer vorab — ein kurzes Nachfragen beim Betreten erspart Missverständnisse. Einige Lokale stellen Wassernapfe bereit; plane aber sicherheitshalber immer deinen eigenen ein.
Supermärkte, Bäckereien und die meisten Geschäfte in der Innenstadt sind für Hunde in der Regel nicht zugänglich. Binde deinen Hund draußen nie unbeaufsichtigt an, insbesondere nicht bei sommerlicher Hitze oder in der Nähe von stark frequentierten Eingängen.
Listenhunde und Entsorgung
Bayern kennt keine landesweite Rasseliste im Sinne eines festen Verbots, aber das Landesstraf- und Verordnungsgesetz (LStVG) gibt Gemeinden die Möglichkeit, für als gefährlich eingestufte Hunde besondere Auflagen zu erlassen. Bestimmte Rassen oder Hunde, die durch ihr Verhalten auffällig geworden sind, können mit Leinenpflicht, Maulkorbpflicht und weiteren Auflagen belegt werden. Informiere dich vor dem Zuzug oder Besuch beim Landratsamt Neu-Ulm über die aktuell geltenden Regelungen für deinen Hund — insbesondere wenn du eine Rasse hältst, die in anderen Bundesländern auf einer Rasseliste geführt wird.
Die Beseitigung von Hundekot ist in Neu-Ulm wie überall in Bayern Pflicht. Die Stadt stellt an vielen Wegen und in Grünanlagen Kotbeutelspender und Entsorgungsbehälter bereit — nutze sie konsequent. Wer Hundekot liegen lässt, kann mit einem Bußgeld belegt werden. Trage sicherheitshalber immer eigene Beutel bei dir, da Spender nicht an jeder Ecke verfügbar sind.
Achte außerdem darauf, dass dein Hund keine Spielplätze, Sandkästen oder Liegewiesen für Kinder als Notdürftigkeitsfläche nutzt — das ist nicht nur eine Frage der Etikette, sondern kann ordnungsrechtliche Konsequenzen haben. Ein rücksichtsvoller Umgang aller Hundehalter trägt wesentlich dazu bei, dass Hunde in öffentlichen Bereichen langfristig willkommen bleiben.
Praktisches vor Ort in Neu-Ulm
Neu-Ulm liegt direkt an der Donau, eingeklemmt zwischen Bayern und Baden-Württemberg — und wer hier mit Hund lebt, merkt schnell: Die Stadt ist kleiner als das Ulmer Pendant, aber gut vernetzt. Tierärzte, Hundeschulen und Auslaufflächen sind vorhanden, wenn auch nicht immer auf Anhieb sichtbar. Ein kurzer Überblick hilft dir, im Alltag nichts zu übersehen.
Tierärzte und tierärztlicher Notfalldienst
Im Stadtgebiet Neu-Ulm gibt es mehrere niedergelassene Tierarztpraxen, die Kleintiere und Hunde behandeln. Für geplante Routinetermine — Impfungen, Parasitenvorsorge, Jahrescheckup — findest du Praxen sowohl in Neu-Ulm selbst als auch in unmittelbarer Nähe auf der Ulmer Seite. Weil Neu-Ulm und Ulm baulich zusammengewachsen sind, nutzen viele Hundehalter das gesamte Doppelstadtgebiet für ihre Veterinärversorgung.
Für Notfälle außerhalb der Sprechzeiten gilt in Bayern ein geregelter tierärztlicher Bereitschaftsdienst. Die zuständige Tierärztekammer Bayern veröffentlicht den aktuellen Notdienstplan unter tieraerztekammer-bayern.de — prüfe dort vor einem Notfall, welche Praxis in deiner Nacht oder am Wochenende erreichbar ist. In schweren Fällen ist die nächste tierärztliche Klinik mit Nachtbereitschaft in Ulm oder im Raum Günzburg erreichbar; informiere dich bei deiner Hauspraxis über die aktuell empfohlene Notfallklinik.
Halte die Adresse und Telefonnummer deiner Praxis sowie den Notdienstplan griffbereit — am besten als Kontakt im Handy gespeichert. Gerade bei Vergiftungsverdacht, tiefen Wunden oder Hitzschlag zählt jede Minute.
Hundeschulen und Trainingsangebote
Im Großraum Neu-Ulm und Ulm sind mehrere Hundeschulen und Trainingsvereine aktiv. Das Angebot reicht von klassischen Welpen- und Junghundekursen über Mantrailing und Nasenarbeit bis hin zu Begleithundprüfungen. Weil die Region dicht besiedelt und gut vernetzt ist, wechseln manche Hundehalter auch gezielt auf die württembergische Seite, wenn dort ein passendes Kursformat angeboten wird.
Einen guten Einstieg bieten Vereine mit eigenem Übungsgelände, da du dort unter kontrollierten Bedingungen trainieren kannst und meist Kontakt zu erfahrenen Übungsleiterinnen und Übungsleitern findest. Achte bei der Auswahl auf eine tierschutzgerechte, positiv verstärkende Trainingsmethode — frage konkret nach der Ausbildung des Trainers, bevor du buchst. Die Veterinärbehörde des Landkreises Neu-Ulm gibt auf Nachfrage Auskunft, ob ein Sachkundenachweis für bestimmte Hunderassen in Bayern verlangt wird.
Für Rassen, die in Bayern als gefährlich eingestuft werden könnten, kann ein behördlich anerkannter Wesenstest oder ein Sachkundenachweis verpflichtend sein. Kläre das frühzeitig ab — die zuständige Stelle ist das Landratsamt Neu-Ulm, erreichbar über landkreis-neu-ulm.de.
Hundeauslaufzonen und eingezäunte Flächen
Frei laufen ohne Leine — das ist in Neu-Ulm an bestimmten ausgewiesenen Stellen möglich, aber nicht überall selbstverständlich. Die Stadt Neu-Ulm hat in einigen Grünanlagen und Parks Hundeauslaufbereiche eingerichtet; wo genau diese liegen und welche Regeln dort gelten, erfährst du aktuell auf der offiziellen Stadtwebsite unter neu-ulm.de. Verlasse dich nicht auf Berichte aus zweiter Hand — Flächen werden gelegentlich neu gewidmet oder gesperrt.
Besonders beliebt zum Freilauf sind Bereiche entlang der Donauwiesen und einzelne Abschnitte im Stadtgebiet, die wenig frequentiert sind. Prüfe aber stets vor Ort die aufgestellten Schilder, denn Leinenpflicht kann temporär ausgeweitet werden — etwa während der Brut- und Setzzeit im Frühjahr oder bei Großveranstaltungen. Eingezäunte Hundewiesen, wie man sie aus Großstädten kennt, sind im Neu-Ulmer Stadtbild eher selten; die offene Donaulandschaft übernimmt vielerorts diese Funktion, sofern keine Leinenpflicht gilt.
Ein Tipp für Vierbeiner mit viel Energie: Kombiniere eine Runde in der Auslaufzone mit einem anschließenden Spaziergang entlang des Donauufers. So bekommt dein Hund Bewegung, Reize und Wasser in einem Zug — und du kennst nach wenigen Wochen die besten Stellen für jede Jahreszeit.
Hundebetreuung, Pensionen und Urlaubsvorbereitung
Wer selbst verreisen möchte oder tagsüber nicht zu Hause ist, braucht verlässliche Betreuungsoptionen. Im Raum Neu-Ulm gibt es Einzelpersonen, die Tagesbetreuung in ihrem Zuhause anbieten, sowie einige gewerbliche Hundepensionen im Umland — etwa in Richtung Illertissen oder in der Günzburger Richtung. Die Nachfrage ist hoch, gerade in den Ferienzeiten der bayerischen Schulen; buche frühzeitig, wenn dein Urlaub in den Sommer- oder Weihnachtsferien fällt.
Für gewerbliche Tierpensionen gilt in Bayern die Erlaubnispflicht nach dem Tierschutzgesetz. Frage bei einer Pension konkret nach, ob eine behördliche Erlaubnis vorliegt — das ist kein Misstrauen, sondern ein normaler Qualitätscheck. Gute Betreiber zeigen dir die Genehmigung ohne Umschweife und laden dich zu einem Besichtigungstermin ein, bevor du buchst.
Alternativ bieten Dogwalker und Hundesitter flexible Lösungen für den Alltag an. Plattformen vermitteln solche Kontakte, aber auch lokale Hundesschulen haben oft Empfehlungen für vertrauenswürdige Betreuungspersonen. Wichtig: Lass deinen Hund vor der ersten Betreuung die Person kennenlernen — ein kurzes Kennenlerntreffen spart später Stress für alle Beteiligten.
Saisonal in Neu-Ulm
Die Donau bestimmt den Rhythmus der Stadt — Hochwasser im Frühjahr, Badehitze im August, goldenes Licht über den Auwäldern im Oktober, Eisnebel im Januar. Wer das Jahr mit Hund in Neu-Ulm verbringt, erlebt alle vier Jahreszeiten mit einer eigenen Qualität. Und jede bringt eigene Regeln, Risiken und Chancen mit sich.
Frühling: Brut- und Setzzeit an der Donau
Sobald die Temperaturen steigen, erwacht die Donauaue. Entlang der Ufer und in den feuchten Wiesenstreifen beginnen Bodenbrüter wie Kiebitz und Feldlerche ihre Nester anzulegen — oft kaum sichtbar im hohen Gras. Hunde, die frei laufen und ihr Umfeld neugierig erkunden, können Gelege zerstören, ohne dass du es bemerkst. Deshalb gilt in bestimmten Bereichen der Donauaue saisonale Leinenpflicht; prüfe die aktuell aufgestellten Schilder und beachte Hinweise des Landschaftsschutzgebiets.
Auch Rehkitze werden ab April in Wiesen und Feldrändern rund um Neu-Ulm gesetzt. Lass deinen Hund in dieser Zeit nicht unbeaufsichtigt durch hohes Gras streifen, auch wenn er grundsätzlich zuverlässig abrufbar ist — der Jagdinstinkt kann situativ stärker sein als gewohnt. Eine gute Leinenführigkeit und ein zuverlässiger Rückruf sind im Frühling wichtiger denn je.
Gleichzeitig ist der Frühling die schönste Zeit für lange Spaziergänge, bevor die Sommerhitze einsetzt. Die Donauwiesen blühen, die Wege entlang des Flusses sind oft noch ruhig, und dein Hund kann die frischen Gerüche der erwachenden Natur ausgiebig erkunden. Nutze die frühen Morgenstunden, wenn Wildtiere und Spaziergänger noch selten sind.
Sommer: Hitze, Wasser und überfüllte Ufer
Neu-Ulm liegt im süddeutschen Wärmekorridor — Hitzewellen mit Temperaturen über 30 Grad sind im Juli und August keine Seltenheit mehr. Asphalt und Stadtpflaster heizen sich auf Werte auf, die Pfoten innerhalb von Minuten schmerzhaft verbrennen können. Teste die Oberfläche mit dem Handrücken: Wenn du die Fläche nicht fünf Sekunden lang schmerzfrei berühren kannst, ist sie zu heiß für deinen Hund.
Die Donau bietet Abkühlung — aber nicht überall gefahrlos. Die Strömung ist an manchen Stellen stärker als sie wirkt, gerade nach Regen oder bei erhöhtem Wasserstand. Lass deinen Hund nicht unbeaufsichtigt ins Wasser, und wähle flache Einstiegsstellen mit ruhigem Uferbereich. Denke daran: Öffentliche Badestellen haben teils eigene Regeln für Hunde — prüfe, ob und wo Hunde offiziell zum Baden zugelassen sind, bevor du ins Wasser gehst.
Verlagere lange Spaziergänge auf früh morgens oder abends nach Sonnenuntergang. Mittags reicht eine kurze Runde für das Geschäft — mehr belastest du deinen Hund unnötig. Sorge für ausreichend frisches Wasser unterwegs und erkenne erste Zeichen einer Überhitzung: starkes Hecheln, Taumeln, Apathie. Bei Verdacht auf Hitzschlag sofort in den Schatten, Körper vorsichtig kühlen und tierärztliche Hilfe rufen.
Im Sommer ist auch das Blaualgen-Risiko in stehenden Gewässern der Region erhöht. Meide mit deinem Hund trübe, grünlich verfärbte Gewässer — Cyanobakterien können für Hunde lebensgefährlich sein. Aktuelle Warnhinweise gibt das Bayerische Landesamt für Umwelt unter lfu.bayern.de heraus.
Herbst: Goldene Auwälder und Jagdsaison
Der Herbst gehört zu den schönsten Hundejahreszeiten in der Neu-Ulmer Region. Die Auwälder entlang der Donau färben sich in sattes Gold und Orange, die Luft ist klar, und die Wege sind meist trocken und gut begehbar. Hunde genießen die kühleren Temperaturen sichtlich — nach dem heißen Sommer dreht die meisten Vierbeiner die ersten frischen Herbstmorgen regelrecht auf.
Gleichzeitig beginnt ab September die Jagdsaison. In den Wäldern und Feldern rund um Neu-Ulm — besonders in Richtung Illertissen, Weißenhorn und entlang der Iller — ist Jagdbetrieb möglich. Halte deinen Hund auf Feldwegen und in Wäldern in Rufweite oder an der Leine, vor allem in Dämmerungs- und Morgenstunden. Ein leuchtendes Halsband oder eine orange Warnweste für deinen Hund erhöht die Sichtbarkeit für Jäger erheblich.
Im Herbst steigt außerdem die Pilzsaison — und damit das Risiko, dass dein Hund beim Schnüffeln giftige Pilze aufnimmt. Der Knollenblätterpilz etwa wächst auch in Laubwäldern der Region und ist für Hunde hochgiftig. Beobachte, was dein Hund am Boden aufnimmt, und trainiere im Zweifel das Kommando „Aus" oder „Lass es".
Winter: Kälte, Salz und kurze Tage
Neu-Ulm zeigt sich im Winter oft grau und feucht, mit gelegentlichem Schnee und Temperaturen knapp unter null. Die Donau kann im tiefen Winter teils vereisen — betrete zugefrorene Wasserflächen nie mit deinem Hund, die Tragfähigkeit ist nicht einschätzbar. Halte deinen Hund im Winter gut sichtbar: Dunkle Hunde auf dunklen Wegen sind für Radfahrer und Autos kaum zu erkennen; ein Leuchtgeschirr oder Reflektor-Halsband ist im Winter unverzichtbar.
Streusalz auf Gehwegen und Straßen ist für Hundepfoten problematisch. Pfotenpflege nach jedem Winterspaziergang ist keine Übertreibung — wasche die Pfoten mit lauwarmem Wasser ab oder verwende eine Pfotenschutzcreme. Achte besonders auf die empfindliche Haut zwischen den Zehen, wo sich Salzkristalle eingraben können. Manche Hunde vertragen zudem Pfotenschutz-Schuhe gut; gewöhne sie behutsam daran, damit der erste Schneespaziergang kein Stresserlebnis wird.
Kurze Tage bedeuten: Fast alle Spaziergänge finden in der Dämmerung oder im Dunkeln statt. Wähle beleuchtete Wege, wenn möglich, und meide unübersichtliche Bereiche an der Donau, wo der Untergrund im Dunkeln schwer einzuschätzen ist. Trotz aller Einschränkungen hat der Winter seine eigene Qualität — ein klarer Frosttag an den menschenleeren Donauwiesen, der Atem deines Hundes als Dampfwolke in der Winterluft, ist ein Anblick, der entschädigt.
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