Tübingen riecht nach Neckar, altem Sandstein und frischer Morgenluft — und wer hier mit Hund lebt oder zu Besuch kommt, merkt schnell: Diese Stadt hat Charakter. Die mittelalterliche Altstadt thront über dem Fluss, enge Gassen winden sich zwischen Fachwerkhäusern hindurch, und kaum eine halbe Stunde zu Fuß vom Marktplatz entfernt öffnen sich Wälder, Weinberge und weite Wiesen. Für Hundehaltende verbindet Tübingen das Beste aus zwei Welten: urbanes Leben mit echter Natur vor der Tür.
Die Universitätsstadt zählt gut 90.000 Einwohner und ist damit überschaubar genug, um sie mit dem Hund zu Fuß zu erkunden. Studierendenflair, Buchläden und Cafés prägen das Stadtbild — und wer seinen Hund kennt, findet fast täglich neue Routen entlang des Neckars oder durch die Hügel des Schönbuchs. Das Stadtbild wechselt rasch: Kopfsteinpflaster, dann Uferwiese, dann Waldweg. Kein Tag gleicht dem anderen.
Gleichzeitig bringt eine lebhafte Stadt wie Tübingen Regeln und Rücksichtnahme mit sich. Leinenpflicht, Hundeabgabe und Schutzzeiten sind fester Bestandteil des Alltags für Hundehalter hier. Wer sich vorab informiert und die geltenden Vorschriften kennt, erlebt Tübingen mit Hund entspannt und konfliktfrei — auf dem Neckarufer genauso wie in den umliegenden Naturräumen.
Tagesausflüge mit Hund in Tübingen
Der Schönbuch rauscht, der Neckar glitzert, und die Weinberge am Stadtrand glühen im Herbstlicht — Tübingen liegt inmitten einer Region, die Vielfalt für Hund und Mensch bereithält. Ob kurze Runde vor dem Frühstück oder ganztägige Tour mit Rucksack: Die Auswahl an Wegen rund um die Stadt ist groß, und jede Jahreszeit bringt neue Reize.
Neckarufer und Platanenallee
Das Tübinger Neckarufer ist die meistgenutzte Alltagsstrecke für Hundehalter in der Stadt. Die Platanenallee auf der Neckarinsel zieht sich als grünes Band durch das Herz der Stadt und bietet auch an heißen Sommertagen angenehmen Schatten. Hunde lieben den weichen Grasboden neben dem Kiesufer — und bei Niedrigwasser gibt es flache Stellen, an denen viele Vierbeiner gerne ins Wasser waten. Prüfe vor Ort, ob am jeweiligen Abschnitt Leinenpflicht gilt oder ob freies Bewegen erlaubt ist, da sich die Regelungen je nach Bereich unterscheiden können.
Die Strecke entlang des Neckars lässt sich in beide Richtungen verlängern: flussaufwärts nach Bebenhausen oder flussabwärts Richtung Hirschau. So entstehen Rundwege von zwei bis über zehn Kilometern Länge, je nach Kondition von Hund und Halter. Befestigte Wege wechseln sich mit Trampelpfaden ab — für abenteuerlustige Hunde eine willkommene Abwechslung. In den Morgen- und Abendstunden ist das Ufer deutlich ruhiger als mittags, wenn Ausflügler und Studierende die Wiesen bevölkern.
Naturschutzgebiet Schönbuch
Keine zehn Kilometer von der Tübinger Innenstadt entfernt beginnt der Naturpark Schönbuch — eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Baden-Württembergs. Breite Forst- und Wanderwege durchziehen den Mischwald, Wildschweine, Rehe und Füchse sind keine Seltenheit. Genau deshalb gilt im Schönbuch in Teilen Leinenpflicht, vor allem während der Brut- und Setzzeiten im Frühjahr und Sommer. Die geltenden Regelungen für den Naturpark findest du auf der offiziellen Website des Naturparks unter naturpark-schoenbuch.de.
Besonders beliebt ist die Route von Tübingen-Bebenhausen durch den Wald zum Kloster Bebenhausen. Das mittelalterliche Kloster liegt eingebettet in den Waldrand und ist von außen frei zugänglich — ob Hunde auf das Klostergelände selbst dürfen, prüfe bitte vor Ort oder beim zuständigen Besucherdienst. Der Weg dorthin führt über schattige Pfade und lässt sich zu einem Rundweg verlängern, der auch bei bedecktem Wetter lohnend ist. Gutes Schuhwerk ist empfehlenswert, da die Wege nach Regen lehmig werden können.
Weinberge und Hügel rund um den Österberg und Spitzberg
Direkt am Stadtrand, kaum zehn Gehminuten vom Schloss Hohentübingen entfernt, steigen die Weinberge am Österberg steil in den Himmel. Die Wege zwischen den Rebzeilen sind schmal, bieten aber weite Blicke über die Stadt und den Neckar. Hunde an der Leine können diese Pfade gut bewältigen — außerhalb der Weinberge selbst gibt es Graswege, die mehr Bewegungsfreiheit erlauben. Respektiere die Pflanzungen und halte deinen Hund von den Rebstöcken fern, besonders zur Lese im Herbst.
Der benachbarte Spitzberg ist ein weiterer Hügel mit Waldanteil und ruhigen Wegen, der sich für ausgedehnte Spaziergänge eignet. Von der Kuppe aus öffnen sich Panoramen, die bei klarem Wetter bis zur Schwäbischen Alb reichen. Die Kombination aus Weinberg und Waldweg macht diese Route abwechslungsreich, ohne dass du die Stadt verlassen musst. Auch im Winter, wenn die Weinberge kahl dastehen, hat die Aussicht von hier oben ihren eigenen Reiz.
Ammer und Golderbach — Wandern im Ammertal
Das Ammertal südwestlich von Tübingen ist ein Geheimtipp unter Hundespaziergängern. Der Fluss Ammer schlängelt sich durch eine sanfte Tallandschaft mit Wiesen, Kopfweiden und kleinen Gehölzstreifen. Wer von Tübingen-Derendingen oder vom Stadtteil Lustnau aus startet, erreicht schnell ruhige Abschnitte, auf denen weniger Betrieb herrscht als am Neckar. Hunde mit Wasserfreude kommen hier auf ihre Kosten, da die Ammer an mehreren Stellen flach und zugänglich ist.
Entlang des Golderbachs, einem Seitenarm der Ammer, gibt es schmale Pfade, die auch für kleine Hunde gut begehbar sind. Die Strecken sind weniger ausgeschildert als die großen Wanderwege im Schönbuch, was ihnen eine angenehme Stille verleiht. Für mehrstündige Touren empfiehlt sich das Mitführen von genug Wasser, da Einkehrmöglichkeiten entlang der Ammer rar sind. Die Tübingen-Tourismus-Website unter tuebingen-info.de bietet Wanderkarten und Routenvorschläge für die gesamte Region.
Hund und lokale Regeln in Tübingen
In Tübingen weht der Geruch von Hopfenkuchen und Neckarwind — und irgendwo im Hintergrund das unverkennbare Rauschen der Universitätsstadt. Wer hier mit Hund lebt, tut gut daran, die lokalen Regeln nicht nur zu kennen, sondern sie zu verstehen: Sie schützen Wildtiere, andere Stadtbewohner und letztlich auch den eigenen Vierbeiner.
Leinenpflicht in Tübingen
In Tübingen gilt in vielen öffentlichen Bereichen Leinenpflicht für Hunde. Das betrifft insbesondere belebte Straßen, Fußgängerzonen, öffentliche Parkanlagen, Kinderspielplätze und öffentliche Veranstaltungen. Die genauen Regelungen sind in der Polizeiverordnung der Stadt Tübingen festgelegt — schau dazu auf der offiziellen Website der Stadt unter tuebingen.de nach dem jeweils aktuellen Stand.
Auch außerhalb des Stadtgebietes, etwa im Naturpark Schönbuch, können saisonale und zonenbezogene Leinenpflichten gelten, die von den allgemeinen Stadtregeln abweichen. Besonders in der Brut- und Setzzeit (grob März bis Juli) sind viele Waldgebiete und Feldwege mit Anleinpflicht belegt, um Wildtiere zu schützen. Verlasse dich nicht auf Aussagen anderer Hundehalter vor Ort — prüfe die aktuellen Aushänge und Schilder direkt am Eingang von Naturschutzgebieten. Verstöße können mit Bußgeldern geahndet werden, deren Höhe die zuständige Behörde festlegt.
In der Altstadt und auf dem Marktplatz ist dein Hund zwar häufig anzutreffen, aber Anleinpflicht ist auch hier zu beachten. Gerade in engen Gassen und bei Marktbetrieb ist eine kurz gehaltene Leine sowohl höflich als auch sicherer für alle Beteiligten. Einzelne Grünanlagen in den Stadtteilen können gesonderte Regelungen haben — frag im Zweifel beim Bürgeramt nach.
Anmeldung und Hundeabgabe
Wer in Tübingen einen Hund hält, ist zur Anmeldung beim städtischen Steueramt verpflichtet. Die Anmeldung muss in der Regel innerhalb weniger Wochen nach dem Einzug oder der Aufnahme des Hundes erfolgen. Im Gegenzug erhältst du eine Hundemarke, die dein Tier jederzeit am Halsband tragen sollte — sie dient als Nachweis der Anmeldung und erleichtert die Rückführung im Verlustfall.
Die Stadt Tübingen erhebt eine Hundeabgabe (Hundesteuer). Die genaue Höhe dieser Abgabe richtet sich nach der aktuellen Satzung der Stadt — verbindliche Beträge nenne ich hier nicht, da sie sich ändern können und du die aktuelle Summe direkt bei der Stadt erfragen oder auf tuebingen.de nachschlagen solltest. Für als gefährlich eingestufte Hunde können abweichende, in der Regel höhere Steuersätze gelten. Wer seinen Hund nicht anmeldet, riskiert Nachzahlungen und Bußgelder.
Die Hundesteuer ist in der Regel jährlich fällig und wird per Bescheid festgesetzt. Ändert sich deine Situation — Umzug, Tod des Tieres, Abgabe — muss der Hund auch wieder abgemeldet werden. Das klingt bürokratisch, schützt dich aber vor unnötigen Nachforderungen. Der zuständige Ansprechpartner sitzt im Rathaus der Stadt Tübingen.
Öffentlicher Nahverkehr und Gastronomie
Im öffentlichen Nahverkehr von Tübingen, also in Stadtbussen und in den Zügen des Naldo-Verbundes, dürfen Hunde in der Regel mitgenommen werden — allerdings gelten dabei bestimmte Bedingungen. Kleine Hunde, die in einer geschlossenen Transportbox oder Tasche befördert werden, reisen meist ohne zusätzliches Ticket. Größere Hunde benötigen in der Regel einen eigenen Fahrschein und müssen angeleint sein. Die genauen Beförderungsbedingungen findest du beim Naldo-Verbund direkt — verlasse dich nicht auf mündliche Aussagen von Fahrern, da die Regeln variieren können.
Tübingens Gastronomieszene ist lebendig, aber nicht überall hundefreundlich. Viele Cafés und Restaurants erlauben Hunde auf der Terrasse, weniger im Innenraum. Es lohnt sich, vorher kurz anzurufen oder nachzufragen — besonders wenn du mit einem größeren Hund unterwegs bist. Wassernapf mitbringen ist immer eine gute Idee, da nicht jedes Lokal automatisch eines bereitstellt. In der Altstadt gibt es zahlreiche Außenbestuhlung, wo du deinen Hund oft unkompliziert dabei haben kannst.
An warmen Tagen solltest du deinen Hund niemals im abgestellten Auto lassen — auch nicht für kurze Besorgungen. Tübingen hat eine Innenstadt mit Parkraumnot, und der Weg vom Auto zu Café oder Laden zieht sich oft länger als geplant. Nimm deinen Hund lieber mit oder plane Pausen bewusst ein.
Listenhunde und Entsorgungspflicht
In Baden-Württemberg gilt das Polizeigesetz Baden-Württemberg als rechtliche Grundlage für den Umgang mit sogenannten gefährlichen Hunden. Es gibt in Baden-Württemberg keine landesweite "Rasseliste" im klassischen Sinne wie in anderen Bundesländern — die Einstufung als gefährlich erfolgt in der Regel aufgrund von Vorfällen oder behördlicher Feststellung, nicht allein aufgrund der Rasse. Dennoch können bestimmte Hunderassen oder -typen besonderer Prüfung unterliegen. Die aktuellen Regelungen für Baden-Württemberg findest du beim Regierungspräsidium oder auf der Seite des Landes unter landratsamt-tuebingen.de.
Wer einen Hund hält, der behördlich als gefährlich eingestuft wurde, muss in der Regel einen Wesenstest nachweisen, erhöhte Steuern zahlen und bestimmte Auflagen erfüllen, etwa Leinenpflicht und Maulkorbpflicht im öffentlichen Raum. Diese Auflagen sind ernst zu nehmen und werden vor Ort kontrolliert. Im Zweifelsfall wende dich ans städtische Ordnungsamt, das dir Auskunft über die für deinen Hund geltenden Anforderungen gibt.
Zur Selbstverständlichkeit des Hundealltags in Tübingen gehört die Entsorgungspflicht: Hundekot muss in der gesamten Stadt umgehend aufgenommen und in den dafür vorgesehenen Behältern entsorgt werden. Die Stadt stellt an mehreren Standorten Tütenspender und Abfallkörbe bereit, vor allem entlang des Neckars und in Parkanlagen. Wer dem nicht nachkommt, riskiert ein Bußgeld — dessen genaue Höhe die Bußgeldkatalog-Verordnung des Landes und die örtliche Satzung regeln. Nimm immer eigene Tüten mit, da die Spender gelegentlich leer sein können.
Praktisches vor Ort in Tübingen
Tübingen ist kompakt, aber gut ausgestattet — wer mit Hund hier lebt oder zu Besuch ist, findet Tierärzte, Hundeschulen und Betreuungsangebote in der Stadt und im näheren Umland. Ein bisschen Vorausplanung macht den Alltag deutlich entspannter.
Tierärzte und Notfallversorgung in Tübingen
Im Stadtgebiet gibt es mehrere tierärztliche Praxen für die Grundversorgung deines Hundes. Für geplante Termine empfiehlt sich eine Praxis in Wohnortnähe — frag am besten schon vor dem Urlaub, welche Praxis Gastpatienten aufnimmt. Wer nachts oder am Wochenende auf eine Notfallpraxis angewiesen ist, sollte sich die aktuelle Notdienstliste vorab speichern: Die Tierärztekammer Baden-Württemberg veröffentlicht unter tieraerztekammer-bw.de aktuelle Notdienstinformationen für die Region. Für komplexe Fälle ist die Universitätsklinik für Kleintiere der Universität Tübingen eine wichtige Anlaufstelle — sie verfügt über spezialisierte Diagnostik und ist regional bekannt. Speichere die Nummer deiner nächsten Notfallklinik direkt im Handy, bevor du anreist.
Apotheken in Tübingen können zwar keine verschreibungspflichtigen Tiermedikamente abgeben, aber Verbandsmaterial und einfache Pflegeprodukte sind überall erhältlich. Reise mit einem kleinen Erste-Hilfe-Set für deinen Hund — Zeckenzange, Mullbinden und ein Kühlpad kosten wenig und sparen im Notfall Zeit.
Hundeschulen und Training in Tübingen
Rund um Tübingen gibt es mehrere Hundeschulen und Trainingsangebote, die von der Welpenfrüherziehung bis zum Begleithundekurs reichen. Gerade für Hunde, die neu in die Stadt kommen und den dichten Innenstadtverkehr, die Radfahrer auf der Neckarpromenade und das Gewusel in der Altstadt kennenlernen müssen, ist frühzeitiges Training wertvoll. Viele Schulen bieten Einzelstunden an — ideal, wenn du nur kurz in Tübingen bist und gezielt an einem Problem arbeiten möchtest. Prüfe Trainingskonzept und Qualifikation der Trainer sorgfältig: Seriöse Schulen arbeiten ohne Strafmethoden und erklären dir transparent, was im Kurs passiert.
Auch der VDH-Verein für Deutsche Hunde und lokale Sportvereine bieten Trainingsplätze und Prüfungen an. Wer mit seinem Hund Nasenarbeit, Agility oder Obedience ausprobieren möchte, findet in der Region entsprechende Gruppen. Ein Blick auf die Schwarzen Bretter in Tierarztpraxen oder in lokalen Facebook-Gruppen führt oft schnell zu aktuellen Angeboten.
Auslaufzonen und eingezäunte Hundewiesen
Tübingen verfügt über ausgewiesene Hundeauslaufgebiete, in denen Hunde legal ohne Leine laufen dürfen. Die genauen Standorte und aktuellen Regelungen findest du auf der offiziellen Website der Stadt unter tuebingen.de — dort werden auch Änderungen zeitnah kommuniziert. Besonders beliebt sind die Bereiche entlang des Neckars außerhalb der Kernbereiche, wo es ruhiger zugeht und der Hund sich frei bewegen kann. Beachte aber: Auch in ausgewiesenen Auslaufzonen gilt, dass du deinen Hund jederzeit unter Kontrolle haben musst.
Eingezäunte Hundewiesen, auf denen Hunde auch ohne Rückrufkompetenz sicher toben können, sind in Tübingen selbst rar — im Umland und in Nachbargemeinden gibt es vereinzelt solche Anlagen. Informiere dich in lokalen Hundegruppen, da sich das Angebot regelmäßig verändert. Für Hunde mit schwachem Rückruf oder starkem Jagdtrieb lohnt sich die Suche nach einem eingezäunten Privatgelände, das stundenweise gemietet werden kann — solche Angebote entstehen bundesweit immer häufiger.
Hundebetreuung, Pensionen und Gassi-Dienste
Wer in Tübingen wohnt und tagsüber arbeitet oder als Gast einen Ausflug ohne Hund plant, hat mehrere Optionen. Hundetagesstätten und Hundesitter sind in der Universitätsstadt relativ gut vertreten — die junge Bevölkerung und viele Studierende bieten Gassi-Dienste an, oft über Plattformen vermittelt. Für eine längere Abwesenheit sind Hundepensionen im Umland sinnvoller als Übernachtungsoptionen in der Stadt selbst. Vereinbare Schnupperbesuche, bevor du deinen Hund das erste Mal dort lässt — ein gutes Haus zeigt dir die Einrichtung offen und beantwortet Fragen zur Tagesstruktur.
Wer seinen Hund bei einer Pflegefamilie unterbringen möchte, findet über Tierschutzorganisationen in der Region manchmal Vermittlungen für Ferienbetreuung. Das ist besonders für Hunde sinnvoll, die in einem Zwinger nicht aufblühen. Frag frühzeitig an — gute Betreuungsplätze sind in den Schulferien schnell vergeben.
Saisonal in Tübingen
Tübingen liegt im Neckartal, eingebettet zwischen Schwäbischer Alb und Schönbuch-Wald — das Klima ist mild, aber deutlich spürbar in allen vier Jahreszeiten. Was für dich als schöner Wechsel gilt, bringt für Hundehaltende jeweils eigene Herausforderungen und Chancen.
Frühling: Brut- und Setzzeit im Schönbuch und auf der Alb
Ab März erwacht die Landschaft rund um Tübingen — und damit beginnt auch die Brut- und Setzzeit für Wild und Bodenbrüter. Im Naturpark Schönbuch, der Tübingen direkt im Norden grenzt, gelten in dieser Zeit besondere Rücksichtnahmegebote. Hunde müssen auf markierten Wanderwegen an der Leine geführt werden, um Rehe, Feldhasen und Bodenbrüter nicht zu stören. Prüfe die aktuellen Regelungen beim Naturpark direkt: Informationen dazu findest du auf der Website des Naturpark Schönbuch.
Auch auf den Wiesen und Äckern rund um die Stadt gilt: Felder mit aufgehendem Getreide oder frisch gemähten Flächen sind für Hunde tabu. Abseits der Wege zu laufen ist in der Brut- und Setzzeit nicht nur rechtlich problematisch, sondern schadet real den Tieren. Nutze die schönen Frühlingswege entlang des Neckars und in den Weinbergen — dort gibt es genug Platz, ohne Nester und Jungwild zu gefährden.
Der Frühjahrscheck beim Tierarzt lohnt sich jetzt: Zeckenprophylaxe auffrischen, Impfpass prüfen und ggf. Flohschutz anpassen. Im Schönbuch und auf der Alb sind Zecken früh aktiv — manchmal schon im Februar bei milden Temperaturen.
Sommer: Hitze im Neckartal und kühle Abkühlung suchen
Tübingen liegt in einem Tal — das bedeutet im Sommer Hitzestau. An schwülen Augusttagen kann es in der Innenstadt und auf dem Kopfsteinpflaster der Altstadt deutlich heißer werden als auf der Alb oder im Schönbuch. Asphalt und Pflastersteine speichern Wärme und können Hundepfoten verbrennen — prüfe die Oberfläche mit dem Handrücken: Ist sie für dich unangenehm heiß, ist sie es für die Pfoten deines Hundes erst recht.
Verlagere Spaziergänge konsequent in die frühen Morgenstunden und den Abend. Die Neckarpromenade bietet stellenweise Zugang zum Wasser — viele Hunde nutzen das gerne zur Abkühlung. Prüfe aber vor Ort, ob das Einsteigen in den Neckar erlaubt ist und ob die Strömung sicher ist. Stehende Gewässer in der Umgebung können im Hochsommer Blaualgen (Cyanobakterien) entwickeln, die für Hunde lebensgefährlich sein können — bei trübem, blau-grünlichem oder schaumigem Wasser sofort Abstand halten und trinken sowie schwimmen verbieten.
Im Sommer sind auch Jakobskreuzkraut und andere giftige Pflanzen auf Wiesen und Böschungen rund um Tübingen zu finden. Das leuchtend gelbe Kraut ist besonders für Pferde gefährlich, kann aber auch Hunden schaden, wenn sie größere Mengen fressen. Halte deinen Hund davon fern und informiere dich über häufige Giftpflanzen der Region.
Herbst: Pilzsaison, Jagd und goldene Wälder
Der Schönbuch und die Wälder der Schwäbischen Alb verwandeln sich im Herbst in ein rot-goldenes Spektakel — perfekt für ausgedehnte Wanderungen mit Hund. Gleichzeitig beginnt die Jagdsaison, die im Herbst und Winter ihren Höhepunkt erreicht. Erkundige dich über aktive Jagdzeiten in den Revieren rund um Tübingen, halte deinen Hund in bejagten Gebieten an der Leine und meide einsame Waldwege in den frühen Morgenstunden und Abendstunden.
Die Pilzsaison bringt eine unterschätzte Gefahr: Viele Pilze, die im Laub halbverborgen liegen, sind für Hunde giftig. Besonders der Grüne Knollenblätterpilz ist in Wäldern der Region zu finden und kann schon in kleinen Mengen tödlich sein. Gewöhne deinen Hund daran, nichts vom Boden zu fressen — und beobachte ihn nach Waldausflügen aufmerksam. Bei Erbrechen, Durchfall oder plötzlicher Schwäche nach einem Waldspaziergang sofort zum Tierarzt.
Im Herbst kühlen die Temperaturen rasch ab — kurzhaarige oder alte Hunde brauchen bei nasskaltem Wetter ggf. einen Mantel. Die Neckarpromenade ist im Herbst oft nebelig und feucht; Pfoten und Fell gut abtrocknen nach dem Spaziergang.
Winter: Streusalz, Kälte und Ruhezonen im Wald
Tübingen liegt nicht selten unter Schnee oder zumindest im grauen Temperaturtief des Schwäbischen Winters. Streusalz auf Gehwegen und Straßen ist eine echte Belastung für Hundepfoten — es verursacht Risse, Entzündungen und brennt in kleinen Wunden. Spüle die Pfoten nach jedem Stadtspaziergang mit lauwarmem Wasser ab und prüfe die Zwischenzehenräume auf Eisklumpen oder Salzrückstände. Pfotenschutzwachs kann vorbeugend helfen und ist in Zoofachgeschäften erhältlich.
Im Winter gilt im Naturpark Schönbuch und auf der Schwäbischen Alb noch erhöhte Rücksicht gegenüber Wild: Rehe und andere Tiere haben wenig Energiereserven und leiden stark unter Stress durch freilaufende Hunde. Leinenpflicht im Wald gilt hier das ganze Jahr, im Winter aber ist die Einhaltung besonders wichtig. Halte dich an ausgewiesene Wege und vermeide Dickichte und ruhige Waldrandbereiche, die als Einstandsgebiete für Wild bekannt sind.
Kurze Wintertage bedeuten, dass viele Gassi-Runden in der Dämmerung oder Dunkelheit stattfinden. Rüste deinen Hund mit einem blinkenden Halsband oder einer LED-Leine aus — besonders an der belebten Neckarpromenade, wo Radfahrer auch abends unterwegs sind. Du selbst solltest mit heller oder reflektierender Kleidung gut sichtbar sein. Für weitere Informationen zu Tierschutz und Halterverantwortung in Baden-Württemberg empfehlen wir den Blick auf die Seiten des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg.
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