Hintergrund zur Region
Gaggenau liegt im nördlichen Schwarzwald, dort wo die Murg durch ein breites Tal nach Westen drängt und die Hügel beiderseits dicht bewaldet aufsteigen. Die Stadt ist kein Tourismusmagnet, aber genau das macht sie für Hundehaltende so angenehm: Wege, die nicht überlaufen sind, Luft, die nach Harz und Fluss riecht, und eine Umgebung, die sich morgens früh noch völlig ruhig anfühlt. Wer hier lebt oder einen Ausflug plant, findet eine naturnahe Alltagswelt direkt vor der Haustür.
Die Stadt selbst setzt sich aus mehreren Stadtteilen zusammen — von Ottenau im Norden bis Hörden im Süden zieht sich das Murgufer als grüner Faden durch das Siedlungsband. Dazwischen liegen Streuobstwiesen, Waldränder und kleine Bäche, die sich für Morgenspaziergänge mit Hund fast aufdrängen. Das Tempo ist gemächlich, die Wege sind gut zu Fuß erschlossen, und viele Flächen laden zum Schnüffeln und Erkunden ein — sofern die jeweiligen Regelungen eingehalten werden, was an dieser Stelle immer mitgedacht werden sollte.
Wer mit Hund nach Gaggenau kommt oder dort wohnt, lebt im Spannungsfeld zwischen südwestdeutscher Waldkultur und städtischem Alltag. Die Murg verbindet die Stadtteile, der Schwarzwald beginnt buchstäblich am Ortsrand, und die Nähe zu Rastatt und Baden-Baden eröffnet weitere Ausflugsmöglichkeiten. Diese Seite bündelt, was du für einen entspannten Alltag oder Besuch mit Hund wissen musst — von Auslauforten bis zu lokalen Regeln.
Tagesausflüge mit Hund in Gaggenau
Die Murg rauscht, der Wald duftet, und die Wege wechseln zwischen Schotterweg und Waldpfad — Gaggenau hat für Hund und Mensch eine erstaunliche Bandbreite, wenn man bereit ist, die Stadtteile und die nähere Umgebung wirklich zu erkunden. Die folgenden Orte und Routen sind lokal verankert und lohnen sich für Tagestouren oder ausgedehnte Spaziergänge.
Das Murgtal und der Murguferweg
Die Murg ist das prägende Element Gaggenaus — und für Hunde besonders attraktiv, weil der Fluss an mehreren Stellen zugänglich ist. Der Murguferweg führt in Abschnitten entlang des Flusses durch verschiedene Stadtteile und bietet abwechslungsreiche Eindrücke: mal Auen mit weichem Untergrund, mal befestigte Wege nahe der Bebauung. Hunde, die gern ins Wasser gehen, finden an manchen Stellen flache Uferzugänge — prüfe vor Ort, ob der Zugang frei ist und ob Leinen- oder Badeverbot besteht, da sich Regelungen je nach Abschnitt unterscheiden können. Die Murg fließt von Gaggenau weiter nach Rastatt und in den Rhein, was den Murguferweg auch als Teil längerer Wanderungen interessant macht.
Besonders angenehm ist die Strecke in den frühen Morgenstunden, wenn der Fluss noch im Dunst liegt und kaum andere Spaziergänger unterwegs sind. Hunde können die wechselnden Gerüche am Ufer intensiv erkunden — feuchte Erde, Schilf, Flussgestein. Achte auf Ufervegetation und Brutgebiete besonders im Frühjahr und verhalte dich entsprechend der Beschilderung vor Ort. Informationen zu Wegführung und Schutzzonen findest du beim offiziellen Stadtportal Gaggenau.
Wälder rund um Hörden und Michelbach
Die südlichen Stadtteile Hörden und Michelbach liegen bereits im Übergangsbereich zum eigentlichen Schwarzwald — die Waldwege sind hier breiter, der Baumbestand dichter, und die Stille hält länger an als in den talgelegenen Stadtteilen. Viele dieser Wege sind Teil des gut ausgeschilderten Wanderwegenetzes des Schwarzwaldvereins und eignen sich für Touren von einer bis zu mehreren Stunden. Der Boden ist je nach Jahreszeit weich und federt gut — angenehm für ältere Hunde oder Hunde mit Gelenkproblemen.
Wer von Michelbach aus in den Wald eintaucht, findet schnell Abschnitte, auf denen der Hund deutlich mehr Raum hat als im Stadtgebiet. Trotzdem gilt: Wildschutzgebiete und forstwirtschaftliche Sperrzonen können einzelne Bereiche zeitweise einschränken. Halte dich an Markierungen und Hinweisschilder. Rehe, Wildschweine und Füchse sind in diesem Gebiet aktiv — ein Hund mit guter Erinnerung ist hier ein echter Vorteil. Das Wegenetz im Schwarzwald dokumentiert der Schwarzwald Tourismus übersichtlich mit Karten und Routenbeschreibungen.
Schloss Rotenfels und der Weinbergpfad bei Bad Rotenfels
Bad Rotenfels gehört zu Gaggenau und liegt nördlich des Stadtzentrums — der Ortsteil hat einen kurparkartig angelegten Grünbereich rund um den historischen Kurbereich, der für ruhige Spaziergänge genutzt werden kann. Über dem Ort thront das Schloss Rotenfels, heute als Bildungseinrichtung genutzt, aber mit einem markanten Standort oberhalb des Murtals. Der Anstieg von Bad Rotenfels hinauf durch Weinberglagen und Streuobstwiesen bietet schöne Aussichten über das Tal.
Die Wegkombination aus Talaue und Hangpfad macht diese Tour besonders abwechslungsreich: Hunde erleben Fluss, Offenlandschaft und Waldsaum auf kurzer Strecke. Gerade im Herbst, wenn die Weinreben Farbe tragen, ist dieser Abschnitt besonders reizvoll. Weinberge sind kein Auslaufgelände — bleib auf den ausgewiesenen Wegen und leint deinen Hund in der Nähe bewirtschafteter Flächen an. Die Bepflanzung und Schutzzonen können je nach Saison variieren.
Rastatter Rheinauen als Halbtagesziel
Wer von Gaggenau aus einen etwas weiteren Ausflug plant, erreicht die Rastatter Rheinauen in weniger als 20 Minuten mit dem Auto. Dieses Auengebiet entlang des Rheins zählt zu den artenreichsten Flusslandschaften Südwestdeutschlands und bietet weit ausgedehnte Wege durch Auenwälder, Altarme und Wiesen. Für Hunde ist das eine vollkommen andere Erfahrung als der Schwarzwald: flach, weit, windoffen, mit vielen Wasserangeboten.
Wichtig: Die Rheinauen bei Rastatt sind teilweise Naturschutzgebiet, was bedeutet, dass Leinenpflicht gelten kann und bestimmte Bereiche für Besucher gesperrt sind — besonders in der Brutzeit. Prüfe die aktuellen Betretungsregeln unbedingt vorab, etwa über das Landesamt für Umwelt Baden-Württemberg, das auch Informationen zu Schutzgebieten bereitstellt. Als Ergänzung zum Schwarzwald-Erlebnis ist dieser Ausflug für Mensch und Hund ein echter Kontrast.
Hund und lokale Regeln in Gaggenau
Ein Hundehalter, der die Regeln kennt, schützt sich selbst, seinen Hund und das Verhältnis zwischen Hundemenschen und anderen Stadtbewohnern. In Gaggenau gelten kommunale Regelungen, die sich aus dem Landesrecht Baden-Württembergs ableiten — und die du kennen solltest, bevor du die Leine losläßt oder die Steuererklärung vergißt.
Leinenpflicht: wo und wann sie gilt
In Baden-Württemberg gibt es keine flächendeckende landesweite Leinenpflicht für alle Hunde — das Landesrecht bildet aber den Rahmen, und die Gemeinden regeln die Details eigenständig. Die Stadt Gaggenau kann in ihrer Polizeiverordnung festlegen, wo und wann Leinenpflicht besteht. Erfahrungsgemäß gilt sie in der Regel auf belebten öffentlichen Plätzen, in Parks, auf Spielplätzen sowie in der Fußgängerzone — aber auch auf bestimmten Freiflächen und in Naturschutzgebieten.
Lass dich nicht von ruhiger Atmosphäre täuschen: Auch auf scheinbar menschenleeren Wegen kann Leinenpflicht gelten. Prüfe die jeweils aktuelle Regelung direkt beim Ordnungsamt der Stadt Gaggenau oder über das Stadtportal, da sich Verordnungen ändern können. Grundsätzlich gilt: Ein gut erzogener Hund mit sofortigem Rückruf ist überall ein Vorteil — aber er ersetzt keine Leine, wo eine vorgeschrieben ist. Für Hunde, die als gefährlich eingestuft sind, gelten in aller Regel verschärfte Auflagen (siehe Abschnitt Listenhunde).
Innerhalb von Naturschutzgebieten — etwa Teilen der Murgufer oder der nahegelegenen Auengebiete — kann die Leinenpflicht ganzjährig bestehen, unabhängig von der kommunalen Verordnung. Hinweisschilder am Gebietseingang geben Auskunft; ignoriere sie nicht, da Verstöße bußgeldbewehrt sind.
Hundeanmeldung und Hundesteuer in Gaggenau
Wer in Gaggenau seinen Wohnsitz hat und einen Hund hält, ist verpflichtet, diesen bei der Stadtverwaltung anzumelden und Hundesteuer zu entrichten. Das ist keine Besonderheit Gaggenaus, sondern deutschlandweit gängige Praxis — aber die genaue Höhe der Steuer ist eine kommunale Entscheidung und in der Hundesteuersatzung der Stadt geregelt. Konkrete Beträge nennen wir hier nicht, da sie sich ändern können; die aktuell gültige Satzung findest du direkt beim Stadtportal Gaggenau.
Die Anmeldung erfolgt in der Regel beim Einwohnermeldeamt oder der zuständigen Stelle der Stadtverwaltung. Du erhältst nach Anmeldung und Zahlung der Steuer eine Hundesteuermarke, die dein Hund am Halsband tragen sollte. Vergißt du die Anmeldung oder zahlst die Steuer nicht, riskierst du ein Bußgeld. Bitte beachte: Auch wenn du nur vorübergehend in Gaggenau wohnst (z. B. länger als einige Wochen), kann eine Meldepflicht entstehen — kläre das im Zweifelsfall direkt mit der Verwaltung.
Hunde im ÖPNV und in der Gastronomie
Gaggenau ist über den Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) an das regionale Nahverkehrsnetz angebunden — Buslinien verbinden die Stadtteile untereinander und mit Rastatt sowie der weiteren Region. Für Hunde im KVV gilt: Kleine Hunde in geschlossenen Transportbehältern fahren in der Regel kostenlos oder zu reduzierten Konditionen; größere Hunde benötigen meist ein eigenes (reduziertes) Ticket und müssen angeleint sein. Die genauen Beförderungsbedingungen können sich ändern — prüfe sie vor der Fahrt direkt beim KVV.
In Gaststätten und Cafés in Gaggenau und Umgebung ist die Hundefreundlichkeit Sache des jeweiligen Betreibers. Es gibt keine gesetzliche Pflicht, Hunde zuzulassen — und es gibt auch kein generelles Verbot. Frage im Zweifel vor dem Betreten kurz nach; viele ländlich geprägte Lokale sind unkompliziert, aber es gibt keine Garantie. Terrassen sind häufig zugänglicher als Innenräume. Ein ruhig liegender Hund, der nicht stört, wird in der Regel wohlwollender aufgenommen als ein aufgeregtes Tier.
Listenhunde, Kampfhunderegelung und Entsorgungspflicht
Baden-Württemberg kennt keine eigenständige „Rasseliste" im Sinne eines absoluten Haltungsverbots, unterscheidet aber zwischen Hunden mit gesteigerter Aggressivität (per Einzelfallprüfung) und bestimmten Rassen bzw. Rassekreuzungen, für die erhöhte Anforderungen gelten können. Das Polizeigesetz Baden-Württemberg sowie die Gefahrenabwehrverordnung des Landes bilden den rechtlichen Rahmen. Rassen wie American Staffordshire Terrier, Bullterrier oder Pitbull Terrier (sowie Kreuzungen) unterliegen besonderen Auflagen — Leinen- und Maulkorbpflicht in der Öffentlichkeit sowie Sachkundenachweis des Halters sind typische Anforderungen.
Wer einen Hund dieser Kategorien hält, sollte sich unbedingt direkt beim Ordnungsamt der Stadt Gaggenau oder beim Regierungspräsidium Karlsruhe über die aktuell geltenden Auflagen informieren — die Regelungen können sich ändern und sind im Einzelfall zu prüfen. Verlasse dich nicht auf Hörensagen oder veraltete Quellen. Die Entsorgungspflicht für Hundekot gilt in ganz Gaggenau auf öffentlichen Wegen, Plätzen und Grünanlagen ohne Ausnahme. Tüten und Mülleimer sind an manchen Stellen vorhanden — trage aber sicherheitshalber eigene Tüten mit, da die Ausstattung nicht überall flächendeckend ist. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.
Praktisches vor Ort in Gaggenau
Gaggenau liegt im nördlichen Schwarzwald, eingebettet zwischen dem Murgtal und bewaldeten Höhenzügen. Wer hier mit Hund lebt oder zu Besuch ist, braucht verlässliche Anlaufstellen — für den Alltag, den Ernstfall und die Beschäftigung des Vierbeiners. Die folgenden Hinweise helfen dir, dich schnell zu orientieren.
Tierärzte und tierärztlicher Notfalldienst
In Gaggenau und der näheren Umgebung gibt es mehrere Tierarztpraxen, die Hunde sowohl für Routineuntersuchungen als auch bei akuten Beschwerden behandeln. Für Notfälle außerhalb der regulären Öffnungszeiten ist es wichtig, dass du die Notdienstnummer deiner Praxis kennst oder den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst der Region anfragst. Die nächste Tierklinik mit Notaufnahme findest du im Raum Karlsruhe, der etwa 30 Kilometer entfernt liegt und in dringenden Fällen erreichbar ist. Speichere die Nummer deiner Praxis und der nächsten Klinik im Voraus — das erspart im Ernstfall wertvolle Zeit. Aktuelle Notdienstlisten veröffentlicht die Tierärztekammer Baden-Württemberg auf ihrer Website.
Vor einem Ausflug in den Schwarzwald lohnt es sich, deinen Hund auf Zeckenschutz und Parasitenprophylaxe zu prüfen. Die Wälder rund um Gaggenau sind Zeckengebiete — dein Tierarzt berät dich zu geeigneten Mitteln und zum Impfschutz gegen FSME, der in dieser Region empfohlen wird. Nach jedem Waldspaziergang gilt: Hund gründlich absuchen, besonders Ohren, Achseln und Pfoten.
Hundeschulen und Trainingsangebote
Im Raum Gaggenau und den angrenzenden Gemeinden im Murgtal gibt es Hundeschulen und Trainer, die sowohl Welpen- und Junghundekurse als auch Weiterbildung für erwachsene Hunde anbieten. Viele arbeiten nach modernen, belohnungsbasierten Methoden und bieten Einzel- wie Gruppentraining an. Es lohnt sich, mehrere Anbieter zu vergleichen und nach Probestunden zu fragen, bevor du dich festlegst. Achte bei der Wahl auf anerkannte Ausbildungen des Trainers — beispielsweise über den Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) oder vergleichbare Verbände.
Auch der örtliche Hundesport ist eine gute Möglichkeit, deinen Hund auszulasten und soziale Kontakte zu knüpfen. Im Umkreis von Gaggenau sind Hundevereine aktiv, die Agility, Obedience oder Begleithundeprüfungen anbieten. Eine Anfrage beim Stadtamt oder ein Blick in lokale Vereinsregister hilft dir, passende Gruppen zu finden. Der regelmäßige Kontakt zu anderen Hundehaltern erleichtert außerdem den Austausch über aktuelle Regeln und gute Auslaufgebiete.
Hundeauslaufzonen und öffentliche Grünflächen
Gaggenau bietet als Murgtalgemeinde naturnahe Möglichkeiten zur Bewegung — direkt an der Murg entlang und in den angrenzenden Wäldern. Offizielle eingezäunte Hundeauslaufzonen, wie sie in Großstädten üblich sind, sind in Gaggenau nicht flächendeckend vorhanden. Du solltest deshalb vor Ort prüfen, welche Grünflächen für das Leinenloslaufen freigegeben sind und wo Leinenpflicht gilt. Die Stadt Gaggenau informiert auf ihrer offiziellen Website über Regelungen im öffentlichen Raum — besuche www.gaggenau.de für aktuelle Hinweise.
In den Wäldern rund um Gaggenau gelten außerhalb von ausgewiesenen Wegen teils saisonale Leinenpflichten, besonders während der Brut- und Setzzeit im Frühjahr. Diese werden durch die Forstbehörden angeordnet und können von Jahr zu Jahr leicht variieren. Informiere dich beim zuständigen Forstamt oder über die Hinweisschilder an den Waldeingängen. Nur so schützt du Wildtiere und vermeidest Bußgelder.
Tierheime, Hundebetreuung und Pensionen
Wenn du verreist oder verhindert bist, brauchst du eine verlässliche Betreuung für deinen Hund. Im Raum Gaggenau und dem angrenzenden Landkreis Rastatt gibt es Tierheime, die bei der Vermittlung von Gassigehern oder Pflegestellen helfen können. Das Tierheim des Tierschutzvereins Rastatt und Umgebung ist ein regionaler Ansprechpartner, der auch bei der Vermittlung von Betreuungsangeboten unterstützt. Außerdem sind im Murgtal private Hundepensionen und Hundesitter tätig — Empfehlungen erhältst du oft über lokale Tierarztpraxen oder Hundeschulen.
Für kürzere Abwesenheiten bieten sich Tagespflegeplätze bei erfahrenen Hundehaltern an. Plattformen, die solche Dienste vermitteln, helfen dir, geprüfte Angebote in deiner Nähe zu finden. Vereinbare immer ein Kennenlerntreffen, bevor du deinen Hund in fremde Obhut gibst — so siehst du, ob die Chemie stimmt und der Betreuungsort geeignet ist. Denke daran, alle wichtigen Informationen wie Futterplan, Tierarztkonatkt und Besonderheiten deines Hundes schriftlich mitzugeben.
Saisonal in Gaggenau
Das Murgtal zeigt sich im Jahresverlauf von sehr unterschiedlichen Seiten — von feuchten Wintertagen über üppig grüne Sommerwälder bis zu goldenen Herbstlandschaften. Für Hundehalter bedeutet das: Die Anforderungen an Vorbereitung und Verhalten im Freien wechseln mit den Jahreszeiten. Hier erfährst du, worauf du in Gaggenau je nach Saison besonders achten solltest.
Frühling: Brut- und Setzzeit im Schwarzwald
Ab März erwacht die Natur rund um Gaggenau und das Murgtal. Gleichzeitig beginnt die Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere — Rehe setzen ihre Kitze, Bodenbrüter legen ihre Eier in Wiesen und Waldränder. In dieser Zeit sind Hunde, die unkontrolliert durch Unterholz streifen, eine ernsthafte Gefahr für Jungtiere. Die Forstbehörden in Baden-Württemberg ordnen in dieser Phase regelmäßig Leinenpflicht abseits der Wege an — halte deinen Hund konsequent an der Leine, auch wenn du denkst, die Umgebung sei ruhig.
Hinweisschilder an Waldeingängen zeigen dir, wo besondere Rücksicht gefordert ist. Aktuelle Informationen zur Bejagungszeit und zu Schutzgebieten erhältst du beim Forstamt Gaggenau oder auf den Seiten des Landratsamts Rastatt. Nutze die langen Frühlingsspaziergänge lieber auf befestigten Wegen entlang der Murg oder auf gut ausgeschilderten Wanderpfaden. So genießt du die Natur, ohne Wildtiere zu stören.
Der Zeckendruck steigt im Frühling schnell an, sobald die Temperaturen über acht Grad klettern. Langes Gras, Waldränder und Uferböschungen entlang der Murg sind klassische Zeckenhabitate. Prüfe deinen Hund nach jedem Ausflug sorgfältig und stelle sicher, dass der vereinbarte Parasitenschutz noch wirksam ist. Zecken können in der Region auch das gefährliche Babesiose-Erreger übertragen — sprich mit deinem Tierarzt über das individuelle Risiko.
Sommer: Hitze, Wasser und schattige Wege
Die Sommer im Murgtal können heiß werden. Heiße Asphalt- und Pflasterflächen in der Gaggenauer Innenstadt belasten die Pfoten deines Hundes erheblich — teste mit dem Handrücken, ob der Belag zu heiß ist, bevor du weiterlaufst. Plane Spaziergänge in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden, wenn es deutlich kühler ist. Schattige Waldwege an den Hängen des Murgtals sind auch mittags noch angenehmer als offene Flächen.
Die Murg lädt auf den ersten Blick zum Plantschen ein. Prüfe jedoch vor dem Baden, ob dein Hund an der jeweiligen Stelle ins Wasser darf — nicht alle Uferabschnitte sind für Hunde freigegeben, und an manchen Stellen gelten Naturschutzregelungen. Strömungen in der Murg können nach Regenfällen oder bei Hochwasser stärker sein als sie wirken. Halte deinen Hund in solchen Situationen sicher und vermeide riskante Einstiege ins Wasser. Frisches Trinkwasser im Rucksack ist an heißen Tagen Pflicht — viele Hunde trinken an Gewässern gerne, aber stehende Wasserstellen können Blaualgen oder andere Belastungen enthalten.
Vergiss auch an heißen Tagen nie: Hunde dürfen nie in einem geparkten Auto zurückgelassen werden. Im Sommer steigt die Temperatur in einem geschlossenen Fahrzeug innerhalb weniger Minuten auf lebensbedrohliche Werte. Das gilt auch bei leicht geöffnetem Fenster und selbst an bewölkten Tagen. Wenn du Besorgungen erledigst, plane immer eine sichere und schattige Alternative für deinen Hund.
Herbst: Jagdsaison, Pilze und matschige Pfade
Im Herbst färben sich die Wälder rund um Gaggenau leuchtend gelb und rot — ein wunderschöner Anblick für Mensch und Hund. Gleichzeitig beginnt die Hochjagdsaison in Baden-Württemberg, die in der Regel von Oktober bis Januar andauert. In dieser Zeit ist es besonders wichtig, deinen Hund sicher an der Leine zu führen und Waldstücke zu meiden, die aktiv bejagt werden. Höre auf Signalhörner oder Schüsse und verlasse solche Gebiete ruhig und zügig.
Herbstwälder sind auch Pilzsammelgebiete. Einige Wildpilze sind für Hunde hochgiftig, darunter der Knollenblätterpilz und der Pantherpilz, die im Schwarzwald vorkommen. Trainiere bei deinem Hund ein zuverlässiges „Lass es" oder sichere ihn an der Leine, wenn er neugierig Pilze beschnüffelt oder anknabbert. Symptome einer Pilzvergiftung zeigen sich oft erst Stunden nach der Aufnahme — reagiere sofort und kontaktiere einen Tierarzt, wenn du einen Verdacht hast.
Nach Regentagen werden viele Waldwege und Uferstreifen an der Murg matschig und rutschig. Festes Schuhwerk für dich und Aufmerksamkeit für deinen Hund verhindern Stürze an abschüssigen Hängen. Trockne deinen Hund nach nassen Ausflügen gut ab und prüfe die Pfoten auf kleine Verletzungen durch Geäst oder Steine. Die kürzer werdenden Tage machen außerdem ein Leuchthalsband oder eine reflektierende Leine für Abend- und Morgenspaziergänge sinnvoll.
Winter: Kälte, Streusalz und kurze Tage
Winter im Murgtal bedeutet oft feuchte Kälte, gelegentlichen Schnee und Frost. Die Temperaturen sinken, und der Boden wird an vielen Stellen glatt. Für deinen Hund ist der Winter eine Zeit, in der Pflegemaßnahmen besonders wichtig sind: Streusalz auf Gehwegen und Straßen greift die Pfoten an und kann zu schmerzhaften Rissen führen. Wasche die Pfoten deines Hundes nach jedem Spaziergang gründlich mit lauwarmem Wasser und trage bei Bedarf schützende Pfotencreme auf.
Hunde mit kurzem Fell oder ältere Tiere frieren in der Kälte schneller. Ein gut sitzender Hundemantel ist dann kein modischer Schnickschnack, sondern eine sinnvolle Schutzmaßnahme. Achte darauf, dass der Mantel nicht scheuert und die Bewegungsfreiheit nicht einschränkt. Kurze, aber häufigere Spaziergänge sind bei starkem Frost besser als lange Touren — so bleibt dein Hund in Bewegung, ohne auszukühlen.
In schneebedeckten Wäldern rund um Gaggenau kann es verlockend sein, deinen Hund laufen zu lassen — doch gerade im Winter gilt: Wildtiere sind geschwächt und können bei Verfolgung durch Hunde in ernsthafte Not geraten. Das Aufscheuchen von Rehen oder Hirschen im Winter kostet diese Tiere oft mehr Energie, als sie aufnehmen können. Halte deinen Hund deshalb auch in der ruhigeren Wintersaison auf Wegen an der Leine. Die Hinweisschilder des Forsts und die Regelungen des Landratsamts Rastatt geben dir verlässliche Orientierung, wo und wie Hunde im Wald geführt werden sollen.
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