Zervix
Die Zervix ist der Gebärmutterhals der Hündin – eine Art Tor zwischen Gebärmutter und Scheide, das sich nur zur Paarung und Geburt öffnet.
Inhalt
Die Zervix ist der Gebärmutterhals der Hündin – eine Art Tor zwischen Gebärmutter und Scheide. Dieses kleine Organ hat eine grosse Aufgabe: Es schützt die Gebärmutter vor Bakterien und öffnet sich nur, wenn Spermien passieren sollen oder Welpen geboren werden.
Für dich als Hundehalter wird die Zervix vor allem dann relevant, wenn etwas schiefläuft. Bestimmte Erkrankungen können lebensbedrohlich werden – früh erkannt sind sie behandelbar.
Was macht die Zervix bei deiner Hündin?
Die Zervix arbeitet wie ein Schutztor mit Timer. Die meiste Zeit bleibt sie fest verschlossen und hält Bakterien aus der Gebärmutter fern. Nur während der fruchtbaren Tage öffnet sie sich für Spermien – und vor der Geburt für die Welpen.
Öffnung und Schliessung werden von Hormonen gesteuert. Bei gesunden Hündinnen läuft das automatisch ab. Problematisch wird es, wenn die Zervix zur falschen Zeit offen bleibt oder sich nicht richtig schliesst.
Woran erkennst du Probleme mit der Zervix?
Zervixprobleme zeigen sich meist durch ungewöhnlichen Ausfluss aus der Scheide. Bei folgenden Warnzeichen gehst du sofort zum Tierarzt:
- Eitriger, übelriechender Ausfluss (besonders ausserhalb der Läufigkeit)
- Blutiger Ausfluss ohne erkennbaren Grund
- Apathie kombiniert mit vermehrtem Trinken
- Fieber oder Erbrechen
- Schmerzen beim Berühren des Bauches
All das kann auf eine Gebärmutterentzündung (Pyometra) hindeuten – ein Notfall, der ohne Behandlung tödlich endet.
Welche Erkrankungen betreffen die Zervix?
Die häufigste und gefährlichste Erkrankung ist die Pyometra – eine bakterielle Infektion der Gebärmutter. Sie tritt meist bei unkastrierten Hündinnen über fünf Jahren auf, kann aber auch jüngere Tiere treffen.
Bei einer geschlossenen Pyometra sammelt sich Eiter in der Gebärmutter, weil die Zervix verschlossen bleibt. Das ist besonders tückisch: Den Ausfluss siehst du nicht. Die Hündin wird lethargisch, trinkt viel und kann binnen Stunden lebensbedrohlich krank werden.
Seltener sind Entzündungen nur der Zervix (Zervizitis) oder Tumore. Auch sie zeigen sich durch ungewöhnlichen Ausfluss und Verhaltensänderungen.
Wie wird eine Zervix-Erkrankung diagnostiziert?
Der Tierarzt führt eine Ultraschalluntersuchung durch und nimmt Blut ab. Bei Verdacht auf Pyometra ist die mit Eiter gefüllte Gebärmutter im Ultraschall gut erkennbar.
Ein Scheidenabstrich kann zusätzlich Aufschluss über den Erreger geben. Bei akuten Fällen wartet der Tierarzt damit aber nicht lange – Pyometra ist ein Notfall.
Kannst du Zervix-Problemen vorbeugen?
Die wirksamste Vorbeugung ist die Kastration vor der ersten Läufigkeit. Damit eliminierst du das Pyometra-Risiko praktisch vollständig.
Wenn du züchten möchtest, achte besonders nach jeder Läufigkeit auf Veränderungen. Pyometra tritt meist vier bis acht Wochen nach der Läufigkeit auf, wenn die Progesteronwerte noch hoch sind.
Regelmässige Tierarztbesuche helfen, Probleme früh zu erkennen. Bei Zuchthündinnen sind jährliche Ultraschalluntersuchungen der Gebärmutter sinnvoll.
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