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Zahnerkrankungen

3 Min Lesezeit
Zahnerkrankungen
Inhalt
  1. Warum Zahnerkrankungen beim Hund ernst genommen werden sollten
  2. Die häufigsten Zahnerkrankungen beim Hund
  3. Symptome für Zahnerkrankungen beim Hund
  4. Diagnose & tierärztliche Kontrolle
  5. Behandlung von Zahnerkrankungen
  6. Vorbeugung: So bleiben Hundezähne gesund

Zahnerkrankungen zählen zu den häufigsten Gesundheitsproblemen bei Hunden und werden oft zu spät erkannt. Laut Studien leidet mehr als jeder zweite Hund über drei Jahren an einer Form von Zahnerkrankung. Die Folgen reichen von Mundgeruch und Fressunlust bis hin zu chronischen Schmerzen, Infektionen und Organschäden.

Warum Zahnerkrankungen beim Hund ernst genommen werden sollten

Hunde zeigen Zahnschmerzen meist erst sehr spät. Unbehandelte Zahnerkrankungen können:

  • chronische Schmerzen verursachen
  • zu Zahnverlust führen
  • Entzündungen im ganzen Körper begünstigen (z. B. Herz, Nieren, Gelenke)
  • die Lebenserwartung verkürzen

Die häufigsten Zahnerkrankungen beim Hund

1. Zahnstein (Tartar)

Zahnstein entsteht aus bakteriellen Zahnbelägen (Plaque), die mineralisieren. Besonders gefährdet sind kleine Rassen mit eng stehenden Zähnen. Zahnstein reizt das Zahnfleisch und begünstigt Parodontitis.

2. Gingivitis

Die Entzündung des Zahnfleisches (Gingiva) ist meist reversibel, wenn sie rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Typische Anzeichen sind gerötetes Zahnfleisch, Blutungen und Mundgeruch.

3. Parodontitis

Chronische Entzündung des Zahnhalteapparats, bei der Zahnfleisch, Wurzelhaut und Kieferknochen zerstört werden. Führt unbehandelt zu Zahnlockerung und -verlust. Die häufigste Ursache für Zahnausfall bei Hunden.

4. Zahnfrakturen

Durch Kauen auf harten Gegenständen (Geweih, Steine, Knochen) brechen Zähne oft ab, die Pulpa liegt frei. Sehr schmerzhaft und infektionsanfällig. Behandlung meist nur durch Extraktion oder Wurzelbehandlung möglich.

5. Retinierte Milchzähne

Milchzähne, die trotz Zahnwechsel nicht ausfallen. Häufig bei kleinen Rassen. Kann zu Fehlstellungen, Karies und dauerhaften Zahnproblemen führen. Muss meist chirurgisch entfernt werden.

6. FORL / Zahnresorptionen

Besonders bei Katzen verbreitet, aber auch beim Hund vereinzelt möglich. Körpereigene Zellen bauen die Zahnsubstanz ab, oft schmerzhaft und kaum sichtbar. Diagnose nur per Röntgen sicher.

7. Pulpitis / Wurzelentzündungen

Entzündung der Zahnwurzel bzw. des Zahnmarks, meist nach Fraktur oder Karies. Kann zu Abszessen und Fistelbildung führen. Muss in der Regel behandelt oder gezogen werden.

8. Malokklusionen (Fehlstellungen)

Angeboren oder durch Zahnwechsel bedingt. Kann Futteraufnahme, Zahnreinigung und Kieferentwicklung stören. In schweren Fällen kieferorthopädische Behandlung nötig.

Symptome für Zahnerkrankungen beim Hund

Typische Warnzeichen für Zahnprobleme sind:

  • Mundgeruch
  • Gerötetes oder blutendes Zahnfleisch
  • Vermehrtes Speicheln
  • Zahnbelag, Zahnstein, Zahnverfärbungen
  • Schmerzen beim Kauen, einseitiges Kauen
  • Futter fällt aus dem Maul
  • Verhaltensänderungen (Reizbarkeit, Rückzug)
  • Schwellungen im Gesicht oder am Kiefer

Auch ohne erkennbare Symptome kann eine Zahnerkrankung vorliegen, besonders bei älteren oder kleinen Hunden.

Diagnose & tierärztliche Kontrolle

Eine vollständige zahnmedizinische Untersuchung beinhaltet:

  • Inspektion der Maulhöhle (oft unter Sedation)
  • Messung von Zahnfleischtaschen (Parodontalsonde)
  • Dentalröntgen zur Beurteilung von Wurzeln und Kieferknochen

Erst durch das Röntgen werden viele entzündliche oder resorptive Prozesse sichtbar, die äusserlich unauffällig sind.

Behandlung von Zahnerkrankungen

Je nach Diagnose kann eine oder mehrere dieser Massnahmen erforderlich sein:

  • Professionelle Zahnreinigung (unter Narkose)
  • Zahnextraktionen bei stark geschädigten Zähnen
  • Wurzelbehandlungen zur Zahnerhaltung
  • Antibiotikagabe bei Abszessen
  • Behandlung von Fehlstellungen oder zurückgehaltenen Zähnen

Eine nachhaltige Zahnpflege nach der Behandlung ist entscheidend, um erneute Erkrankungen zu vermeiden.

Vorbeugung: So bleiben Hundezähne gesund

  • Tägliches Zähneputzen mit spezieller Hundezahnpasta
  • Regelmässige tierärztliche Kontrollen (mind. 1× jährlich)
  • Keine harten Kauartikel (Geweih, Steine, Nylon)
  • Geeignete Zahnpflege-Snacks oder Kauspielzeug
  • Gute Ernährung mit möglichst wenig klebrigen Kohlenhydraten

Schon Welpen kann man spielerisch an die Zahnbürste gewöhnen. Früh üben lohnt sich.