Zahnbehandlung: Wurzelfüllung
Eine Wurzelfüllung ist ein zahnmedizinisches Verfahren, bei dem der infizierte oder abgestorbene Zahnnerv entfernt und der Wurzelkanal mit Füllmaterial verschlossen wird.
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Eine Wurzelfüllung ist ein zahnmedizinisches Verfahren, bei dem der infizierte oder abgestorbene Zahnnerv entfernt und der Wurzelkanal mit Füllmaterial verschlossen wird.
Die Behandlung rettet Zähne, die sonst gezogen werden müssten. Bei Hunden betrifft das meist die großen Fangzähne oder Reißzähne – Zähne, die für das Fressen und die Verteidigung entscheidend sind.
Wann braucht dein Hund eine Wurzelfüllung?
Der häufigste Grund ist ein gebrochener Fangzahn nach einem Sturz oder Aufprall. Der Zahnnerv liegt dann frei und entzündet sich binnen Stunden.
Auch tiefe Karies kann den Nerv erreichen – das passiert bei Hunden allerdings seltener als bei Menschen. Ein drittes Szenario: chronische Zahnfleischentzündungen, die bis zur Zahnwurzel vordringen.
Erkennst du diese Anzeichen, ist schnelles Handeln gefragt: einseitiges Kauen, Maulgeruch, Schwellungen am Kiefer oder sichtbares Zurückweichen beim Berühren bestimmter Zähne.
Wie läuft die endodontische Behandlung ab?
Dein Hund wird vollnarkotisiert – eine örtliche Betäubung reicht nicht aus. Der Tierarzt röntgt zuerst den betroffenen Zahn, um die Wurzelkanäle sichtbar zu machen.
Mit speziellen Feilen, die dünner sind als bei der Humanmedizin, wird der Wurzelkanal erweitert und gereinigt. Hundezähne haben oft komplexere Wurzelstrukturen als menschliche – ein Fangzahn kann bis zu vier separate Kanäle haben.
Nach der Reinigung füllt der Tierarzt die Kanäle mit Guttapercha, einem gummiähnlichen Material. Der Zahn wird anschließend mit einer Krone oder Füllung verschlossen.
Die gesamte Behandlung dauert zwischen 90 und 180 Minuten, je nach Anzahl der Wurzelkanäle.
Was kostet eine Wurzelfüllung beim Hund?
In Deutschland liegen die Kosten zwischen 800 und 1.500 Euro pro Zahn. Fangzähne sind teurer als Schneidezähne, da sie komplexere Wurzelsysteme haben.
Die Vollnarkose macht etwa 200-300 Euro aus, Röntgenbilder weitere 100-150 Euro. Spezialisierte Tierkliniken mit dentalem Röntgengerät verlangen oft einen Aufschlag von 20-30 Prozent.
Manche Tierkrankenversicherungen übernehmen die Kosten – aber nur, wenn die Behandlung medizinisch notwendig ist, nicht bei kosmetischen Eingriffen.
Wie erfolgreich ist die Behandlung?
Studien zeigen Erfolgsraten von 85-95 Prozent bei Hunden, wenn die Behandlung innerhalb von 48 Stunden nach der Verletzung erfolgt. Nach einer Woche sinkt die Rate auf 60-70 Prozent.
Ein erfolgreich behandelter Zahn kann problemlos 10-15 Jahre halten. Versagt die Wurzelfüllung, bildet sich meist eine Zyste an der Wurzelspitze – dann muss der Zahn doch gezogen werden.
Nachkontrollen nach 6 und 12 Monaten sind Standard. Dabei prüft der Tierarzt per Röntgen, ob sich Entzündungen gebildet haben.
Alternative zur Wurzelfüllung
Die Alternative ist die Extraktion – also das Ziehen des Zahns. Das kostet nur 150-400 Euro und ist bei kleinen Zähnen oft die praktischere Lösung.
Bei Fangzähnen raten Experten jedoch zur Erhaltung, da diese Zähne für das normale Fressverhalten entscheidend sind. Ein Hund ohne Fangzähne kann Fleischstücke schlechter zerreißen.
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