TTA (Kreuzbandoperation)
Die TTA-Operation (Tibial Tuberosity Advancement) verlagert einen Knochenabschnitt des Schienbeins nach vorne, um das Kniegelenk nach einem Kreuzbandriss ohne intaktes Band zu stabilisieren.
Inhalt
Die TTA-Operation (Tibial Tuberosity Advancement) verlagert einen Knochenabschnitt des Schienbeins nach vorne, um das Kniegelenk nach einem Kreuzbandriss ohne intaktes Band zu stabilisieren.
Wie funktioniert die TTA-Methode?
Der Chirurg sägt die Tibiatuberosität (den vorderen Schienbeinfortsatz) ab und verschiebt sie um 6–12 mm nach vorne. Ein Titan-Implantat – meist eine Käfigstruktur oder Titanplatte – fixiert den Knochen in der neuen Position. Die Vorverlagerung verändert die Biomechanik: Der Zug der Kniescheibensehne wirkt nun senkrecht zur Schienbeinachse, wodurch die nach vorne gerichtete Kraft wegfällt.
Anders als bei der TPLO wird kein vollständiger Kreisschnitt mit Rotation durchgeführt. Die TTA gilt als weniger invasiv, dauert etwa 60–90 Minuten und kommt mit einem kleineren Hautschnitt aus.
Für welche Hunde eignet sich die TTA?
Die TTA funktioniert am besten bei Hunden unter 50 kg Körpergewicht und einem Tibiaplateau-Winkel unter 27 Grad. Bei steileren Winkeln oder schwereren Hunden zeigt die TPLO-Methode bessere Langzeitergebnisse.
Bei geeigneten Kandidaten liegt die in der Fachliteratur berichtete Erfolgsrate bei etwa 85–90 %. Als Erfolg gilt ein normales Gangbild ohne Lahmheit nach sechs Monaten.
Was kostet eine TTA-Operation?
In Deutschland liegen die Kosten zwischen 3 000 und 5 000 Franken bzw. Euro, in Österreich und der Schweiz meist 10–20 % höher. Darin enthalten sind OP, Anästhesie, Implantate und der stationäre Aufenthalt von ein bis drei Tagen. Nachkontrollen mit Röntgen kosten zusätzlich 150–300 Euro pro Termin.
Wie läuft die Heilung ab?
Die ersten acht Wochen verlangen konsequente Zurückhaltung: nur kurze Spaziergänge an der Leine, keine Sprünge, keine Treppen. Ab Woche acht beginnt der kontrollierte Muskelaufbau. Die vollständige Knochenheilung dauert 12–16 Wochen – bei jungen Hunden schneller, bei älteren langsamer.
Komplikationen treten in etwa 15 % der Fälle auf: Implantatbruch, Infektionen oder verzögerte Knochenheilung. Bei korrekter Durchführung und Nachsorge kehren neun von zehn Hunden zu normaler Aktivität zurück.
Mehr aus dem Wiki
Alle Wiki-Einträge →Giftnotruf für Hunde, DACH-Übersicht
Was tun bei Verdacht auf Vergiftung beim Hund: Sofortmaßnahmen, was du nicht tun solltest, Notfall-Nummern für …
Pflege
Wie erkenne ich, ob ein Welpe gesund ist?
Ein gesunder Welpe zeigt spezifische körperliche und verhaltensbasierte Merkmale, die du systematisch überprüfen kannst, bevor ein …