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Tellington TTouch

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Tellington TTouch
Definition

Tellington TTouch ist eine Körperarbeitsmethode für Tiere, die Linda Tellington-Jones in den 1970er Jahren entwickelte.

Inhalt
  1. Wie funktioniert TTouch bei Hunden?
  2. Bei welchen Hundeproblemen wird TTouch eingesetzt?
  3. Wer darf TTouch anwenden?
  4. Was unterscheidet TTouch von anderen Methoden?

Tellington TTouch ist eine Körperarbeitsmethode für Tiere, die Linda Tellington-Jones in den 1970er Jahren entwickelte. Sie basiert auf kreisförmigen Berührungen und Bewegungsübungen, die Stress reduzieren und das Körperbewusstsein fördern sollen.

Die Methode entstand aus Tellington-Jones‘ Arbeit mit Pferden und wurde später für andere Tiere adaptiert. Sie kombiniert Elemente aus der Feldenkrais-Methode mit eigenen Beobachtungen über Tierverhalten. In der Hundewelt wird TTouch vor allem bei verhaltensauffälligen und ängstlichen Tieren eingesetzt.

Wie funktioniert TTouch bei Hunden?

TTouch arbeitet mit spezifischen Berührungstechniken am ganzen Hundekörper. Sanfte, bewusste Berührungen sollen das Nervensystem beeinflussen und neue neuronale Verbindungen schaffen. So kann ein Hund lernen, anders auf Stress oder Schmerz zu reagieren.

Die drei Hauptkategorien sind Touches (kreisende Berührungen), Lifts (Heben von Hautpartien) und Slides (gleitende Bewegungen). Jede Technik hat einen eigenen Namen: „Clouded Leopard“ für sanfte Kreise mit den Fingerkuppen oder „Raccoon“ für feinere Berührungen an empfindlichen Stellen wie den Ohren.

Ein typisches TTouch besteht aus eineinviertel Kreisen auf der Haut. Der Druck soll sehr leicht sein. Diese spezielle Ausführung unterscheidet TTouch von normalem Streicheln.

Bei welchen Hundeproblemen wird TTouch eingesetzt?

TTouch wird hauptsächlich bei Stress- und Angstproblemen angewendet. Hundetrainer nutzen die Methode bei Hunden, die sich nicht anfassen lassen, bei Tierarztangst oder bei hyperaktiven Tieren, die schlecht zur Ruhe kommen.

Auch bei körperlichen Problemen kommt TTouch zum Einsatz, allerdings immer ergänzend zur tierärztlichen Behandlung. Hundehalter berichten von Entspannung bei verspannten Muskeln oder besserer Beweglichkeit bei älteren Hunden. Belastbare wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit fehlen jedoch.

Ein Beispiel: Ein Hund, der beim Bürsten zappelt und schnappt, kann durch regelmässige TTouch-Einheiten am ganzen Körper lernen, Berührungen als positiv zu empfinden. Die Methode soll das Körperbewusstsein schulen.

Wer darf TTouch anwenden?

Grundlegende TTouch-Techniken können Hundehalter nach einer Einführung selbst lernen. Es gibt zertifizierte TTouch-Practitioner, die Kurse anbieten und bei komplexeren Problemen helfen. Eine tiermedizinische Ausbildung ist für die Zertifizierung nicht erforderlich.

Hier liegt auch ein Kritikpunkt: TTouch bewegt sich im Grenzbereich zwischen Wellness und Therapie. Bei gesundheitlichen Problemen solltest du immer zuerst einen Tierarzt konsultieren. TTouch ersetzt keine medizinische Behandlung, kann diese aber ergänzen.

Die meisten Hunde tolerieren TTouch gut. Vorsicht ist bei akuten Verletzungen, Entzündungen oder sehr ängstlichen Hunden geboten, die Berührungen als Bedrohung empfinden könnten.

Was unterscheidet TTouch von anderen Methoden?

TTouch grenzt sich bewusst von der Massage ab. Während Massage tiefer in die Muskulatur geht, arbeitet TTouch hauptsächlich an der Hautoberfläche. Die Methode soll nicht entspannen durch Muskellockerung, sondern durch Beeinflussung des Nervensystems.

Anders als beim klassischen Hundetraining geht es nicht um Gehorsam oder Kommandos. TTouch zielt darauf ab, die Körperwahrnehmung des Hundes zu verändern. Ein entspannterer Hund soll automatisch besser lernfähig werden.

Die Philosophie dahinter: Verhalten entsteht nicht nur im Kopf, sondern wird vom ganzen Körper beeinflusst. Ein verspannter Hund ist oft auch ein gestresster Hund.