Sterilisation
Sterilisation ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem die Geschlechtsorgane des Hundes entfernt werden, um ihn dauerhaft unfruchtbar zu machen.
Inhalt
Was passiert bei der Sterilisation genau?
Bei Hündinnen entfernt der Tierarzt die Eierstöcke und meist auch die Gebärmutter (Ovariohysterektomie). Bei Rüden werden die Hoden entfernt – das nennt sich eigentlich Kastration, wird aber umgangssprachlich oft als Sterilisation bezeichnet. Der Eingriff dauert 30-60 Minuten und erfolgt in Vollnarkose.
Welche Kosten kommen auf mich zu?
In Deutschland kosten Sterilisationen zwischen 300-600 Euro, abhängig von Geschlecht und Gewicht deines Hundes. Hündinnen sind teurer (400-600€), da der Eingriff aufwändiger ist. Rüden liegen bei 300-450 Euro. Dazu kommen Voruntersuchung (50-80€) und Nachkontrollen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Bei Hündinnen empfehlen Tierärzte meist 6-12 Monate nach der ersten Läufigkeit. Zu frühe Sterilisation (vor 6 Monaten) erhöht das Risiko für Knochenkrebs um das 2-3fache. Bei grossen Rassen warten viele bis nach dem 18. Monat, da die Wachstumsfugen noch offen sind.
Rüden können ab 6-8 Monaten sterilisiert werden. Hier spielt das Timing eine geringere Rolle – ausser du willst bestimmte Verhaltensweisen noch abwarten oder korrigieren.
Welche Gesundheitsvorteile bringt die Sterilisation?
Sterilisierte Hündinnen entwickeln zu 99,5% kein Mammatumor-Risiko, wenn der Eingriff vor der ersten Läufigkeit erfolgt. Nach der zweiten Läufigkeit sinkt dieser Schutz auf etwa 74%. Pyometra (Gebärmutterentzündung) ist komplett ausgeschlossen.
Bei Rüden verhindert die Kastration Hodenkrebs vollständig und reduziert Prostataprobleme um etwa 80%. Das Risiko für Perinealhernien sinkt ebenfalls deutlich.
Welche Risiken gibt es?
Etwa 20-30% der sterilisierten Hunde nehmen zu, weil sich ihr Stoffwechsel verlangsamt. Harninkontinenz betrifft 5-20% der sterilisierten Hündinnen, meist grössere Rassen. Bei Rüden kann sich Aggressivität gegenüber anderen Rüden in 10-15% der Fälle sogar verstärken.
Seltener, aber möglich: Schilddrüsenunterfunktion tritt bei sterilisierten Hunden 1,5-3mal häufiger auf. Das Fellwachstum kann sich verändern – besonders bei langhaarigen Rassen.
Wie läuft die Nachsorge ab?
Dein Hund braucht 10-14 Tage Ruhe. Kein Springen, Rennen oder Baden. Die Wunde kontrollierst du täglich auf Schwellung oder Ausfluss. Fäden werden nach 10-12 Tagen gezogen – bei selbstauflösenden Fäden entfällt das.
In den ersten Tagen kann dein Hund appetitlos oder müde sein. Das ist normal. Bedenklich wird es bei Verweigerung von Wasser, starkem Hecheln oder blasser Schleimhaut.
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