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Sterilisation

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Definition

Bei der Sterilisation werden Eileiter oder Samenleiter durchtrennt. Der Hund wird unfruchtbar, die Keimdrüsen bleiben aber drin und produzieren weiter Hormone. Werden Eierstöcke oder Hoden entfernt, heisst das Kastration.

Inhalt
  1. Was passiert bei der Sterilisation genau?
  2. Welche Kosten kommen auf mich zu?
  3. Wann ist der richtige Zeitpunkt?
  4. Welche Gesundheitsvorteile bringt die Sterilisation?
  5. Welche Risiken gibt es?
  6. Wie läuft die Nachsorge ab?

Was passiert bei der Sterilisation genau?

Fachlich heisst Sterilisation nur: die Leiter werden durchtrennt. Bei der Hündin sind das die Eileiter, beim Rüden die Samenleiter. Eierstöcke und Hoden bleiben im Körper und produzieren weiter Hormone. Der Hund wird unfruchtbar, bleibt aber läufig beziehungsweise deckfreudig.

Was Tierärzte in der Praxis meistens machen und was die meisten Hundehalter meinen, wenn sie von «sterilisieren lassen» sprechen, ist fast immer die Kastration: Bei der Hündin kommen die Eierstöcke und meist auch die Gebärmutter raus (Ovariohysterektomie), beim Rüden die Hoden. Damit fallen auch die Hormone weg. Der Eingriff dauert 30-60 Minuten und läuft unter Vollnarkose.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

In Deutschland kosten Sterilisationen zwischen 300-600 Euro, abhängig von Geschlecht und Gewicht deines Hundes. Hündinnen sind teurer (400-600€), da der Eingriff aufwändiger ist. Rüden liegen bei 300-450 Euro. Dazu kommen Voruntersuchung (50-80€) und Nachkontrollen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Bei Hündinnen empfehlen Tierärzte meist 6-12 Monate nach der ersten Läufigkeit. Zu frühe Sterilisation (vor 6 Monaten) erhöht das Risiko für Knochenkrebs um das 2-3fache. Bei grossen Rassen warten viele bis nach dem 18. Monat, da die Wachstumsfugen noch offen sind.

Rüden können ab 6-8 Monaten sterilisiert werden. Hier spielt das Timing eine geringere Rolle – ausser du willst bestimmte Verhaltensweisen noch abwarten oder korrigieren.

Welche Gesundheitsvorteile bringt die Sterilisation?

Ob eine frühe Sterilisation vor Mammatumoren schützt, ist fachlich umstritten; belastbare Prozentzahlen dazu gibt es nicht. Eine Pyometra (Gebärmutterentzündung) verhindert der Eingriff ebenfalls nicht: Eierstöcke und Gebärmutter bleiben erhalten und arbeiten weiter. Wer dieses Risiko senken will, spricht mit der Tierarztpraxis über eine Kastration.

Bei Rüden verhindert die Kastration Hodenkrebs vollständig und reduziert Prostataprobleme um etwa 80%. Das Risiko für Perinealhernien sinkt ebenfalls deutlich.

Welche Risiken gibt es?

Etwa 20-30% der sterilisierten Hunde nehmen zu, weil sich ihr Stoffwechsel verlangsamt. Harninkontinenz betrifft 5-20% der sterilisierten Hündinnen, meist grössere Rassen. Bei Rüden kann sich Aggressivität gegenüber anderen Rüden in 10-15% der Fälle sogar verstärken.

Seltener, aber möglich: Schilddrüsenunterfunktion tritt bei sterilisierten Hunden 1,5-3mal häufiger auf. Das Fellwachstum kann sich verändern – besonders bei langhaarigen Rassen.

Wie läuft die Nachsorge ab?

Dein Hund braucht 10-14 Tage Ruhe. Kein Springen, Rennen oder Baden. Die Wunde kontrollierst du täglich auf Schwellung oder Ausfluss. Fäden werden nach 10-12 Tagen gezogen – bei selbstauflösenden Fäden entfällt das.

In den ersten Tagen kann dein Hund appetitlos oder müde sein. Das ist normal. Bedenklich wird es bei Verweigerung von Wasser, starkem Hecheln oder blasser Schleimhaut.