Sollen Hunde Zähne putzen?
Zähneputzen beim Hund bezeichnet die regelmässige Reinigung der Zähne mit einer Hundezahnbürste und spezieller Hundezahnpasta und hilft, Zahnbelag, Zahnstein und Zahnfleischentzündungen vorzubeugen.
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Zähneputzen gehört zur wirksamsten Zahnpflege beim Hund. Am besten reinigst du die Zähne täglich mit einer Hundezahnbürste und einer enzymhaltigen Zahnpasta. Falls das im Alltag nicht gelingt, sind auch zwei- bis dreimal pro Woche deutlich besser als gar keine Zahnpflege. Damit bist du ohnehin in der Minderheit: Selbst dort, wo Tierärzte das Zähneputzen ausdrücklich angeleitet haben, putzt nur etwa jeder zweite Halter regelmässig.
Der schwierigste Schritt ist oft nicht das eigentliche Putzen, sondern die Gewöhnung daran. Viele Hunde müssen erst lernen, Berührungen am Maul entspannt zu akzeptieren. Mit etwas Geduld lässt sich das bei den meisten Tieren schrittweise aufbauen.
Warum überhaupt Zähne putzen beim Hund?
Untersucht man Hunde über drei Jahren unter Narkose gründlich, findet man bei 84 bis 86 Prozent Anzeichen einer Zahnfleisch- oder Zahnbetterkrankung, meist Zahnstein oder Zahnfleischentzündungen. Fortgeschritten ist der Befund nur bei rund 7 Prozent. Am wachen Hund in der Sprechstunde fällt deutlich weniger auf. Dort werden nur 9 bis 18 Prozent erfasst. Die Untersuchungsmethode bewegt diese Zahl also stärker als das Alter.
Bakterien aus entzündetem Zahnfleisch wandern über den Blutkreislauf zu Herz, Leber und Nieren. Pathologen finden diese Mundbakterien regelmässig in erkrankten Organen verstorbener Hunde.
Ist Zahnstein bereits stark ausgeprägt, reicht Zähneputzen allein nicht mehr aus. Dann ist meist eine professionelle Zahnreinigung unter Narkose notwendig. Je nach Aufwand und Region können dabei Kosten von mehreren hundert Euro entstehen.
Wie gewöhne ich meinen Hund an das Zähneputzen?
Beginne mit kleinen Schritten. Berühre zunächst nur die Lefzen von aussen, ohne das Maul zu öffnen. Bleibt dein Hund entspannt, belohnst du ihn und beendest die Übung. Erst wenn dieser Schritt zuverlässig klappt, gewöhnst du ihn langsam daran, auch die Zähne zu berühren.
Viele Hunde akzeptieren Berührungen an den hinteren Backenzähnen zunächst besser als im Bereich der Fangzähne. Nimm dir deshalb genügend Zeit und arbeite immer im Tempo deines Hundes.
Verwende ausschliesslich Zahnpasta für Hunde. Enzymhaltige Produkte unterstützen die Reinigung auch dann, wenn dein Hund noch keine längeren Putzbewegungen zulässt.
Menschenzahnpasta ist ungeeignet, da sie Inhaltsstoffe wie Fluorid oder Xylit enthalten kann, die für Hunde gesundheitsschädlich sind.
Was mache ich, wenn mein Hund das Zähneputzen verweigert?
Nicht jeder Hund lässt sich problemlos an die Zahnbürste gewöhnen, besonders wenn die Zahnpflege erst im Erwachsenenalter beginnt. Das bedeutet jedoch nicht, dass auf Zahnpflege komplett verzichtet werden muss.
In solchen Fällen sind Zahnpflege-Kauartikel eine realistische Lösung. Eine gute Orientierung bietet das VOHC-Siegel (Veterinary Oral Health Council). Produkte mit dieser Auszeichnung wurden nach wissenschaftlichen Kriterien auf ihre Wirksamkeit gegen Zahnbelag oder Zahnstein geprüft.
Rohe Knochen reinigen zwar auch die Zähne, können aber Zähne brechen oder Verstopfungen verursachen.
Sprich im Zweifel mit deinem Tierarzt darüber, welche Zahnpflege für deinen Hund am besten geeignet ist.
Wie erkenne ich Zahnprobleme rechtzeitig?
Anhaltender Mundgeruch gehört häufig zu den ersten Anzeichen einer Zahnerkrankung. Auch gelblicher oder bräunlicher Zahnbelag sowie gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch können auf Probleme hinweisen.
Viele Hunde zeigen Zahnschmerzen erst spät. Manche kauen bevorzugt auf einer Seite, lassen Futter fallen oder schlucken grössere Brocken, ohne gründlich zu kauen. Solche Veränderungen fallen oft erst auf, wenn man das Fressverhalten bewusst beobachtet.
Wann reicht häusliche Zahnpflege nicht mehr aus?
Fester Zahnstein lässt sich mit einer Zahnbürste nicht mehr entfernen. In diesem Fall ist eine professionelle Zahnreinigung beim Tierarzt erforderlich.
Auch lockere Zähne, eitriger Ausfluss aus dem Maul oder eine plötzliche Futterverweigerung sollten tierärztlich abgeklärt werden. Dahinter können schmerzhafte Entzündungen oder andere Erkrankungen der Maulhöhle stecken.
Zahnpflege-Spielzeug kann die tägliche Zahnpflege sinnvoll ergänzen. Es ersetzt jedoch weder das regelmässige Zähneputzen noch die Kontrolle des Gebisses beim Tierarzt.
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