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Rückenmarksinfarkt

1 Min Lesezeit
Rückenmarksinfarkt
Inhalt
  1. Ursachen
  2. Symptome
  3. Diagnose
  4. Therapie
  5. Prognose

Ein Rückenmarksinfarkt – in der Tiermedizin oft als Fibrocartilaginous Embolism (FCE) bezeichnet – ist eine plötzliche Durchblutungsstörung des Rückenmarks. Dabei wird ein Blutgefäss durch Knorpelmaterial oder ein Blutgerinnsel verstopft. Die Folge: Nervenzellen im betroffenen Bereich erhalten keinen Sauerstoff mehr und sterben ab. Das führt zu akuten Lähmungserscheinungen, die für Hundehalter meist völlig überraschend auftreten.

Ursachen

  • Fibrocartilaginöse Embolie: Vermutlich gelangen kleine Knorpelpartikel aus den Bandscheiben in die Blutgefässe des Rückenmarks.
  • Gefässverschluss durch Thromben: Selten sind Blutgerinnsel beteiligt.
  • Risikofaktoren: Häufig mittelgrosse bis grosse Rassen, oft in Bewegung oder beim Spielen; eher junge bis mittelalte Hunde.

Symptome

  • Plötzlich einsetzende Lähmung einer oder mehrerer Gliedmassen
  • Keine oder nur geringe Schmerzen
  • Asymmetrische Ausfälle (z. B. nur ein Hinterbein betroffen)
  • Reflex- und Sensibilitätsstörungen je nach Lokalisation

Diagnose

  • Neurologische Untersuchung zur Lokalisation des Schadens
  • MRT (Magnetresonanztomografie) als Goldstandard
  • Ausschluss anderer Ursachen wie Bandscheibenvorfall, Trauma oder Entzündung

Therapie

Eine gezielte ursächliche Behandlung gibt es nicht. Im Vordergrund stehen:

  • Strikte Ruhe in der Akutphase
  • Physiotherapie und Bewegungsübungen zur Regeneration
  • Unterstützende Massnahmen: Blasenentleerung, Lagerung, Vermeidung von Druckstellen
  • Medikamente gegen Schwellung oder sekundäre Entzündungen können eingesetzt werden, wirken aber begrenzt

Prognose

Die Heilungschancen hängen stark von der Schwere der Ausfälle und der Lokalisation ab. Viele Hunde erholen sich innerhalb von Wochen bis Monaten teilweise oder vollständig. Je schneller eine physiotherapeutische Unterstützung erfolgt, desto besser die Aussichten. Bei vollständigem Verlust der Tiefensensibilität ist die Prognose jedoch ungünstig.