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Parese

Parese bezeichnet eine teilweise Lähmung oder Muskelschwäche, die durch eine Nervenschädigung ausgelöst wird und bei der betroffene Hunde noch eine gewisse Restbeweglichkeit und Muskelkontrolle besitzen.

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Inhalt
  1. Ursachen einer Parese bei Hunden
  2. Symptome einer Parese bei Hunden
  3. Diagnose der Parese bei Hunden
  4. Behandlung der Parese bei Hunden
  5. Prognose

Parese bezeichnet eine teilweise Lähmung oder Muskelschwäche, die durch eine Nervenschädigung ausgelöst wird. Der entscheidende Unterschied zur Paralyse – also zur vollständigen Lähmung – liegt darin, dass betroffene Hunde noch eine gewisse Restbeweglichkeit und Muskelkontrolle besitzen. Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit, macht in der Praxis aber einen grossen Unterschied – sowohl für die Therapiechancen als auch für den Alltag des Hundes. Die zugrunde liegenden Nervenschädigungen können sehr unterschiedliche Ursachen haben und äussern sich meist als eingeschränkte Beweglichkeit im betroffenen Körperbereich.

Ursachen einer Parese bei Hunden

Verletzungen und Tumoren sind die häufigsten Ursachen; daneben kommen weitere Auslöser in Frage:

Traumatische Verletzungen: Unfälle – Verkehrsunfälle, Stürze, Bisswunden – können Nerven im Rückenmark oder im peripheren Nervensystem so stark beschädigen, dass eine Parese entsteht.

Bandscheibenvorfall (Diskopathie): Verrutscht oder reisst eine Bandscheibe zwischen zwei Wirbeln, drückt sie auf die Rückenmarksnerven und kann eine Parese auslösen.

Tumore: Ein Tumor im Rückenmark oder Gehirn übt Druck auf die Nerven aus. Wie schwer die Parese ausfällt und welche Körperbereiche betroffen sind, hängt massgeblich von Lage und Grösse des Tumors ab.

Nervenverletzungen: Schnitte oder Quetschungen an den Extremitäten – also periphere Nervenverletzungen – können die Muskeln in diesem Bereich partiell lähmen.

Symptome einer Parese bei Hunden

Was man sieht, hängt stark davon ab, wie schwer die Nervenschädigung ist und welcher Bereich betroffen wurde. Typische Anzeichen sind:

Schwäche in den Gliedmassen: Der Hund bewegt ein oder mehrere Beine deutlich kraftloser – Pfoten schleifen über den Boden, der Gang wirkt unsicher.

Schwierigkeiten beim Aufstehen und Gehen: Das Hochkommen aus der Liegeposition fällt schwer, der Gang ist unkoordiniert oder schwankend. Stolpern und Ausrutschen häufen sich.

Veränderte Körperhaltung: Hunde kompensieren instinktiv – sie nehmen eine ungewöhnliche Haltung ein, um das betroffene Bein zu entlasten. Das sieht manchmal seltsam aus, ist aber ein deutliches Signal.

Verlust von Reflexen: Knie- oder Pfotenreflex sind abgeschwächt oder ganz ausgefallen. Das prüft der Tierarzt routinemässig bei der Untersuchung.

Muskelschwund (Atrophie): Fällt die Nervenversorgung aus, setzt der Muskelabbau schon innerhalb weniger Tage ein und verläuft schneller und schwerer als der blosse Abbau durch Nichtgebrauch.

Inkontinenz: Betrifft die Parese den unteren Rücken oder das Becken, können auch die Nerven für Blase und Darm in Mitleidenschaft gezogen sein – unkontrolliertes Wasserlassen oder Probleme beim Kotabsatz sind dann möglich.

Diagnose der Parese bei Hunden

Eine Parese zuverlässig zu diagnostizieren, erfordert mehr als einen kurzen Blick. Der Tierarzt geht dabei schrittweise vor:

Klinische Untersuchung: Reflexe testen, Schwäche und Lähmungszeichen abklären, die Gehfähigkeit beurteilen – das ist der erste und oft schon sehr aussagekräftige Schritt.

Bildgebende Verfahren: Röntgenaufnahmen helfen, Wirbelsäulenverletzungen oder Knochenveränderungen einzugrenzen. Für Tumoren im Bereich der Nervengeflechte an Vorder- oder Hinterhand ist die MRT (Magnetresonanztomographie) laut MSD Veterinary Manual das beste Verfahren.

Bluttests: Blutuntersuchungen helfen, andere systemische Erkrankungen auszuschliessen.

Elektromyographie (EMG): Sie lässt sich 7 bis 10 Tage nach der Nervenschädigung einsetzen, um den Ausfall der Nervenversorgung im Muskel nachzuweisen.

Nervenleitgeschwindigkeitstests: Diese Tests prüfen, wie gut die peripheren Nerven noch funktionieren – und zeigen, ob und wo eine Nervenverletzung vorliegt.

Behandlung der Parese bei Hunden

Die Therapie richtet sich nach Ursache und Ausmass der Nervenschädigung – es gibt keine Einheitslösung:

Medikamente: Bei Entzündungen oder Infektionen kommen entzündungshemmende Mittel (zum Beispiel Kortikosteroide) oder Antibiotika gegen die Grunderkrankung zum Einsatz. Zusätzlich können Schmerzmittel helfen, die Beschwerden zu lindern.

Operation: Ist ein Nerv durch einen Bruch oder ein orthopädisches Implantat eingeklemmt, ist eine rasche Operation zur Entlastung angezeigt.

Physiotherapie: Bei den meisten Verletzungen peripherer Nerven besteht die Behandlung aus Zeit und Physiotherapie. Tägliche passive Bewegungsübungen helfen, Muskel- und Gelenkverkürzungen zu verringern.

Pflege und Alltagsunterstützung: Aus der Praxis: Bei schwerer Parese brauchen Hunde oft konkrete Hilfe im Alltag, Schleppgeschirre oder Hunderollstühle ermöglichen mehr Selbstständigkeit.

Prognose

Wie gut die Chancen stehen, hängt von Ursache und Ausmass der Nervenschädigung ab. Bei den meisten Verletzungen peripherer Nerven besteht die Behandlung aus Zeit und Physiotherapie; ist ein Nerv durch einen Bruch oder ein Implantat eingeklemmt, ist eine rasche Entlastungsoperation angezeigt.