Organperfusion
Organperfusion ist die Durchblutung von Organen und Geweben – der lebenswichtige Prozess, der Herz, Gehirn, Nieren und andere Organe mit Sauerstoff versorgt.
Inhalt
Organperfusion bezeichnet die Durchblutung von Organen und Geweben – der lebenswichtige Prozess, der Herz, Gehirn, Nieren und andere Organe mit Sauerstoff versorgt.
Für dich als Hundehalter wird Organperfusion dann relevant, wenn sie gestört ist. Ein Hund mit Durchblutungsproblemen zeigt meist deutliche Warnsignale, die du kennen solltest.
Woran erkenne ich Durchblutungsprobleme bei meinem Hund?
Schlechte Durchblutung zeigt sich am deutlichsten am Zahnfleisch. Drücke kurz mit dem Finger auf das Zahnfleisch deines Hundes – normalerweise wird die blasse Stelle innerhalb von 1–2 Sekunden wieder rosa. Dauert es länger oder bleibt das Zahnfleisch blass, stimmt etwas nicht.
Weitere Alarmzeichen:
- Kalte Pfoten oder Ohren, obwohl es warm ist
- Ungewöhnlich schneller Herzschlag (im Ruhezustand über 120 Schläge pro Minute bei mittelgrossen Hunden – Richtwert)
- Schwäche oder Taumeln ohne erkennbaren Grund
- Hecheln ohne Anstrengung oder Hitze
Was stört die Durchblutung bei Hunden?
Durchblutungsprobleme entstehen meist durch eines von drei Hauptproblemen: Das Herz pumpt zu schwach, es ist zu wenig Blut vorhanden oder die Gefässe sind blockiert.
Zu wenig Blut: Nach Unfällen, bei starkem Durchfall oder Erbrechen. Der Körper verfügt schlicht nicht mehr über genug Flüssigkeit, um alle Organe zu versorgen.
Schwaches Herz: Bei älteren Hunden oder nach Herzerkrankungen. Das Herz schafft es nicht mehr, genug Blut durch den Körper zu pumpen.
Verstopfte Gefässe: Seltener, aber möglich bei Blutgerinnseln oder sehr hohem Blutdruck.
Welche Organe sind besonders gefährdet?
Gehirn und Herz reagieren am schnellsten auf Durchblutungsmangel. Ein Hund mit schlechter Hirndurchblutung wirkt verwirrt oder schwankt beim Gehen. Unregelmässiger Herzschlag oder plötzliche Schwäche können auf Herzprobleme hinweisen.
Die Nieren sind unauffälliger, aber genauso kritisch. Sie benötigen konstante Durchblutung zum Entgiften. Ein Hund mit Nierenproblemen durch schlechte Durchblutung trinkt oft auffällig viel oder wenig.
Was kann ich als Notfallmassnahme tun?
Erkennst du Zeichen schlechter Durchblutung, bringe deinen Hund sofort in eine ruhige Position. Lege ihn auf die Seite, Kopf leicht erhöht. Halte ihn warm, aber überhitze ihn nicht.
Miss die Kapillarfüllzeit alle paar Minuten. Wird sie nicht besser oder verschlechtert sie sich, fahr direkt zum Tierarzt. Durchblutungsprobleme können innerhalb von Minuten lebensbedrohlich werden.
Gib kein Wasser, falls der Hund bewusstlos ist – Erstickungsgefahr.
Wann wird es lebensbedrohlich?
Bei einem Schock versagt die Durchblutung komplett. Der Hund ist dann meist bewusstlos oder extrem schwach, das Zahnfleisch ist weiss oder grau, die Atmung sehr schnell oder sehr langsam.
Das ist ein absoluter Notfall – jede Minute zählt. Selbst erfahrene Tierärzte haben bei fortgeschrittenem Schock oft nur begrenzte Erfolgsaussichten.
Können Durchblutungsprobleme vorgebeugt werden?
Direkt vorbeugen kannst du Durchblutungsstörungen nicht – sie entstehen meist durch Unfälle oder Krankheiten. Das Risiko lässt sich aber senken: Regelmässige Tierarztchecks decken Herzprobleme früh auf. Ausreichend Bewegung hält das Herz-Kreislauf-System fit.
Bei älteren Hunden achte besonders auf erste Anzeichen von Herzschwäche: verminderte Belastbarkeit, nächtliches Hecheln oder häufigeres Ausruhen bei Spaziergängen.
Mehr aus dem Wiki
Alle Wiki-Einträge →Giftnotruf für Hunde, DACH-Übersicht
Was tun bei Verdacht auf Vergiftung beim Hund: Sofortmaßnahmen, was du nicht tun solltest, Notfall-Nummern für …
Pflege
Wie erkenne ich, ob ein Welpe gesund ist?
Ein gesunder Welpe zeigt spezifische körperliche und verhaltensbasierte Merkmale, die du systematisch überprüfen kannst, bevor ein …