Operation von Tumoren
Tumorchirurgie beim Hund ist die operative Entfernung von gut- oder bösartigen Gewebswucherungen durch einen Tierarzt unter Vollnarkose.
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Tumorchirurgie beim Hund ist die operative Entfernung von gut- oder bösartigen Gewebswucherungen durch einen Tierarzt unter Vollnarkose.
Bei Hauttumoren – den häufigsten Operationen – liegt die Erfolgsrate bei vollständiger Entfernung zwischen 85-95%. Mastzelltumoren erfordern einen Sicherheitsabstand von mindestens zwei Zentimetern zum gesunden Gewebe. Mammatumore bei Hündinnen haben eine Heilungsrate von etwa 90%, wenn sie vor der dritten Läufigkeit operiert werden.
Wann ist eine Tumor-Operation beim Hund notwendig?
Die Entscheidung fällt anhand der Biopsie-Ergebnisse. Bösartige Tumore erfordern eine sofortige Entfernung, gutartige nur bei Beschwerden oder schnellem Wachstum. Ein Tumor, der innerhalb von vier Wochen seine Größe verdoppelt, gehört immer ins OP-Labor – unabhängig vom ersten Verdacht.
Alter allein ist kein Ausschlusskriterium. Hunde über zwölf Jahre tolerieren Operationen oft besser als monatelange Schmerzen durch wachsende Tumore.
Welche OP-Verfahren gibt es bei Hundetumoren?
Oberflächliche Hauttumore werden meist in einer 30-60-minütigen Operation entfernt. Der Chirurg schneidet den Tumor mit einem Sicherheitsabstand heraus und verschließt die Wunde schichtweise.
Tieferliegende Tumore erfordern aufwendigere Eingriffe. Bei Milztumoren wird oft die gesamte Milz entfernt – Hunde leben problemlos ohne dieses Organ. Knochentumore können eine Amputation notwendig machen, wobei sich Dreibeiner meist innerhalb weniger Wochen an die neue Situation gewöhnen.
Die Kryochirurgie mit flüssigem Stickstoff eignet sich für kleine, oberflächliche Tumore. Das Gewebe wird auf -196°C eingefroren und stirbt ab. Diese Methode hinterlässt keine Narben, funktioniert aber nur bei Tumoren unter einem Zentimeter Durchmesser.
Was passiert in den ersten Tagen nach der Tumor-OP?
Dein Hund braucht 10-14 Tage Leinenzwang und einen Halskragen, damit er die Wunde nicht beleckt. Die Fäden werden nach zehn Tagen gezogen, bei selbstauflösendem Material entfällt dieser Termin.
Schwellungen um die Operationsstelle sind normal – aber nur in den ersten drei Tagen. Danach deutet zunehmende Schwellung auf eine Infektion hin. Die Wunde sollte trocken bleiben und nicht übelriechend werden.
Futter bekommt dein Hund erst zwölf Stunden nach der Narkose, dann in kleinen Portionen. Erbrechen nach Tumoroperationen ist ungewöhnlich und ein Grund für den sofortigen Tierarztbesuch.
Wann sind zusätzliche Behandlungen nach der OP nötig?
Bei unvollständiger Entfernung bösartiger Tumore folgt meist eine Bestrahlung. Die Strahlentherapie läuft über drei bis vier Wochen mit täglichen Sitzungen. Kosten: 3000-5000 Euro, abhängig von der Tumorgröße.
Chemotherapie kommt bei Lymphomen oder metastasierten Tumoren zum Einsatz. Anders als beim Menschen verlieren Hunde dabei nicht das Fell und leiden seltener unter Übelkeit. Die Behandlung läuft meist ambulant über mehrere Monate.
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