Neurohormone
Neurohormone sind chemische Botenstoffe, die Nervenzellen produzieren und über das Blut zu Zielorganen transportieren.
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Neurohormone sind chemische Botenstoffe, die Nervenzellen produzieren und über das Blut zu Zielorganen transportieren. Anders als klassische Neurotransmitter wirken sie nicht nur lokal, sondern im ganzen Körper – deshalb beeinflussen sie beim Hund alles von der Bindung zum Menschen bis zur Stressreaktion.
Wann werden Neurohormone beim Hund freigesetzt?
Dein Hund setzt Neurohormone in emotionalen oder körperlich fordernden Situationen frei. Oxytocin steigt beim Blickkontakt mit dir oder beim Spielen mit anderen Hunden. Cortisol schüttet er aus, wenn Besuch kommt oder beim Tierarztbesuch. Adrenalin mobilisiert er bei Gefahr oder intensivem Spiel.
Welche Neurohormone prägen das Verhalten?
Oxytocin verstärkt die Bindung zwischen dir und deinem Hund – messbar steigen die Werte bei beiden beim gemeinsamen Starren. Cortisol bereitet den Körper auf längeren Stress vor, kann aber bei Dauerstress zu Verhaltensänderungen führen. Vasopressin beeinflusst territoriales Verhalten und Aggression gegenüber Artgenossen.
Adrenalin und Noradrenalin aktivieren den Körper binnen Sekunden. Ein Hund, der eine Katze erblickt, zeigt erweiterte Pupillen und erhöhte Herzfrequenz – das sind diese Hormone in Aktion.
Wie erkenne ich Störungen im Hormonhaushalt?
Beim Cushing-Syndrom produziert der Körper zu viel Cortisol. Betroffene Hunde trinken übermässig, haben einen aufgeblähten Bauch und verlieren symmetrisch Fell. Sie wirken träge, obwohl sie dauernd hungrig sind.
Diabetes insipidus entsteht durch Vasopressin-Mangel. Der Hund trinkt literweise und setzt entsprechend Urin ab – nicht zu verwechseln mit altersbedingt häufigerem Wasserlassen.
Chronischer Stress durch dauerhaft erhöhtes Cortisol äussert sich in Unruhe, übermässigem Hecheln ohne erkennbaren Grund oder plötzlicher Aggression in gewohnten Situationen.
Kann ich den Hormonhaushalt meines Hundes beeinflussen?
Regelmässige Routine senkt Cortisol-Schwankungen. Körperkontakt und ruhiges Sprechen fördern Oxytocin-Ausschüttung. Auslastung ohne Überforderung hält das System in Balance.
Bei Verhaltensproblemen durch Hormonungleichgewichte ist tierärztliche Abklärung nötig. Manchmal braucht es medikamentöse Unterstützung, bevor Training greifen kann.
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