Myelografie
Inhalt
Die Myelografie ist eine Röntgenuntersuchung des Rückenmarks, bei der Kontrastmittel direkt in den Wirbelkanal injiziert wird. Das Verfahren macht Bandscheibenvorfälle, Tumore und andere Rückenmarksveränderungen sichtbar, die auf normalen Röntgenbildern nicht erkennbar sind.
Wann wird eine Myelografie beim Hund durchgeführt?
Dein Tierarzt empfiehlt eine Myelografie, wenn neurologische Tests auf ein Rückenmarksproblem hindeuten, aber ein MRT nicht verfügbar ist. Typische Indikationen sind Lähmungserscheinungen in den Hinterbeinen, plötzliche Schwäche ohne erkennbare Ursache oder Verdacht auf Wirbelsäulentumore.
Bei akuten Bandscheibenvorfällen, besonders bei Dackeln oder Französischen Bulldoggen, kann die Myelografie entscheidend sein, um die genaue Stelle und das Ausmass der Kompression zu bestimmen.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Dein Hund erhält eine Vollnarkose, da er während der Kontrastmittelinjektion absolut stillliegen muss. Der Tierarzt punktiert den Wirbelkanal meist zwischen dem ersten und zweiten Lendenwirbel und injiziert das Kontrastmittel unter Röntgenkontrolle.
Anschliessend werden Röntgenbilder in verschiedenen Positionen angefertigt, dein Hund wird dafür vorsichtig gedreht. Die gesamte Prozedur dauert etwa 30 bis 45 Minuten.
Welche Risiken bestehen?
Die Myelografie birgt spezifische Risiken, die über das normale Narkoserisiko hinausgehen. Selten kann es zu Krampfanfällen durch das Kontrastmittel kommen, meist innerhalb der ersten Stunden nach dem Eingriff.
Schwerwiegender ist das Risiko einer Verschlechterung bestehender Lähmungen, wenn bereits schwere Rückenmarksschäden vorliegen. Wie hoch dieses Risiko ist, hängt stark vom Ausmass der bestehenden Schädigung ab.
Was kostet eine Myelografie?
Die Kosten liegen in Deutschland zwischen 800 und 1.500 Euro, je nach Klinik und Aufwand. Enthalten sind Narkose, Kontrastmittel, Röntgenbilder und die anschliessende Überwachung.
In der Schweiz rechne mit 1.200 bis 2.000 Franken, in Österreich mit 900 bis 1.600 Euro.
Gibt es Alternativen zur Myelografie?
Das MRT hat die Myelografie in vielen Tierkliniken ersetzt. Es liefert detailliertere Bilder ohne Kontrastmittelinjektion ins Rückenmark, allerdings zu höheren Kosten.
Ein CT-Myelogramm kombiniert die Myelografie mit einer Computertomografie und bietet schärfere Bilder als die reine Röntgen-Myelografie.
Nach der Untersuchung
Dein Hund bleibt mindestens vier Stunden zur Überwachung in der Klinik. Der Kopf wird dabei leicht erhöht gelagert, um zu verhindern, dass Kontrastmittel ins Gehirn aufsteigt.
Leichte Unruhe oder Zittern in den ersten Stunden sind normal. Krampfanfälle oder zunehmende Lähmungen müssen sofort behandelt werden.
Mehr aus dem Wiki
Alle Wiki-Einträge →Rehabilitation
Rehabilitation beim Hund bezeichnet den gezielten Aufbau von Beweglichkeit, Muskelkraft und Koordination nach Operationen, Verletzungen oder …
Lahmheitsuntersuchung
Eine Lahmheitsuntersuchung ist die systematische Analyse von Gangstörungen beim Hund durch den Tierarzt.
Passiflora
Passiflora incarnata (Echte Passionsblume) ist eine Heilpflanze aus Nord- und Südamerika, die seit Jahrhunderten in der …
Narkoseüberwachung
Die Narkoseüberwachung umfasst die kontinuierliche Kontrolle der Vitalfunktionen eines Hundes während der Anästhesie durch spezialisierte Überwachungsgeräte …