Wiki · Gesundheit & Pflege

Mitralklappen-Erkrankung (MVD)

Die Mitralklappen-Erkrankung (MVD) ist eine degenerative Herzerkrankung, bei der die Mitralklappe zwischen linker Herzkammer und linkem Vorhof undicht wird und Blut zurückfliesst.

2 Min Lesezeit
Inhalt
  1. Wie häufig tritt MVD bei Hunden auf?
  2. Welche Symptome zeigen betroffene Hunde?
  3. Wie stellt der Tierarzt die Diagnose?
  4. Welche Medikamente werden eingesetzt?
  5. Wie ist die Prognose bei MVD?

Die Mitralklappen-Erkrankung – kurz MVD – ist eine degenerative Herzerkrankung, bei der die Mitralklappe zwischen linker Herzkammer und linkem Vorhof nach und nach undicht wird. Blut fliesst dann zurück, statt ordentlich weitergepumpt zu werden. Klingt technisch, trifft aber eine erschreckend grosse Zahl von Hunden.

Wie häufig tritt MVD bei Hunden auf?

MVD ist alters- und rassenabhängig: Ältere Hunde kleiner Rassen sind deutlich häufiger betroffen als grosse und junge. Besonders früh erwischt es Cavalier King Charles Spaniels – bei ihnen können sich erste Anzeichen bereits mit vier Jahren zeigen. Das ist kein Ausnahmefall, sondern beim Cavalier fast schon die Regel.

Welche Symptome zeigen betroffene Hunde?

Der Beginn ist meist unspektakulär: Der Tierarzt hört beim Routinecheck ein Herzgeräusch – der Hund selbst wirkt noch völlig fit. Husten kommt dazu, wenn der linke Vorhof sich vergrössert und auf die Luftröhre drückt. Typisch: nachts oder direkt nach dem Aufstehen. Und dann ist da diese schleichende Veränderung bei Spaziergängen – eine Runde, die früher locker lief, endet plötzlich in heftigem Hecheln.

Im fortgeschrittenen Stadium wird es deutlicher: bläuliche Schleimhäute, Atemnot selbst in Ruhe, und manchmal auch Bauchwassersucht. Dann ist keine Zeit mehr zu verlieren.

Wie stellt der Tierarzt die Diagnose?

Goldstandard ist das Echokardiogramm. Es zeigt, wie verdickt die Klappensegel sind und wie stark die Undichtigkeit bereits ist. Ergänzend kommen Röntgenaufnahmen des Brustkorbs, die eine Herzvergrösserung sichtbar machen – und im schlimmsten Fall ein beginnendes Lungenödem.

Welche Medikamente werden eingesetzt?

ACE-Hemmer wie Enalapril senken den Blutdruck und nehmen dem Herzen so etwas Last ab. Pimobendan stärkt die Herzkontraktion und weitet gleichzeitig die Blutgefässe – in einer grossen Studie verzögerte Pimobendan bei Hunden mit vergrössertem Herzen den Beginn der Herzinsuffizienz um rund 15 Monate; eingesetzt wird es, sobald der linke Vorhof deutlich vergrössert ist. Das ist keine Kleinigkeit. Bei Wasseransammlungen kommt zusätzlich ein Entwässerungsmittel wie Furosemid zum Einsatz.

Wie ist die Prognose bei MVD?

Ohne Symptome können Hunde durchaus noch Jahre mit der Diagnose leben – die Erkrankung schreitet unterschiedlich schnell voran. Sobald erste Anzeichen auftreten, leben viele Hunde unter konsequenter Therapie noch über ein Jahr; die Überlebenszeit schwankt allerdings stark. Was dabei wirklich den Unterschied macht: der Zeitpunkt des Behandlungsbeginns. Wer früh anfängt, hat deutlich bessere Karten.

Kann man MVD vorbeugen?

Echte Vorbeugung gibt es kaum – ausser bei der Zucht. Bei genetisch belasteten Rassen ist konsequente Zuchtauslese das einzige wirksame Mittel; betroffene Tiere sollten nicht zur Zucht eingesetzt werden. Für alle anderen gilt: Jährliche Herzuntersuchungen ab dem fünften Lebensjahr sind keine Überreaktion, sondern schlicht sinnvoll. Früh erkannt lässt sich deutlich mehr tun.