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Miosis (Verengung der Pupille)

Miosis bezeichnet eine unnatürlich enge Pupille, bei der die Pupille verengt bleibt, auch wenn die Lichtsituation dies nicht verlangt.

4 Min Lesezeit
Miosis (Verengung der Pupille)
Inhalt
  1. Wann ist eine enge Pupille normal?
  2. Welche Ursachen kann Miosis beim Hund haben?
  3. Welche weiteren Symptome können auftreten?
  4. Wie wird Miosis beim Hund diagnostiziert?
  5. Wie wird Miosis beim Hund behandelt?

Miosis bezeichnet eine Verengung der Pupille. Bei Hunden ist eine kleinere Pupille bei hellem Licht zunächst eine normale Reaktion. Die Pupille reguliert auf diese Weise, wie viel Licht ins Auge gelangt. Wird sie dagegen auch bei geringer Helligkeit oder dauerhaft ungewöhnlich eng, kann dies auf eine Erkrankung, Schmerzen oder die Wirkung bestimmter Medikamente hinweisen.

Die Pupillenweite wird durch das Zusammenspiel des sympathischen und parasympathischen Nervensystems gesteuert. Veränderungen können deshalb sowohl direkt am Auge als auch durch Medikamente oder Störungen der Nervenversorgung entstehen.

Miosis ist daher keine eigenständige Erkrankung, sondern zunächst ein klinisches Symptom, dessen Ursache abgeklärt werden muss.

Wann ist eine enge Pupille normal?

Bei hellem Licht verengt sich die Pupille eines gesunden Hundes. Dieser Pupillenlichtreflex schützt die lichtempfindlichen Strukturen des Auges vor zu starker Lichteinwirkung. Im Dunkeln weitet sich die Pupille dagegen, damit möglichst viel Licht auf die Netzhaut gelangt.

Eine vorübergehende Pupillenverengung bei Lichteinfall ist deshalb völlig normal. Auffällig wird es, wenn die Pupille unabhängig von den Lichtverhältnissen ungewöhnlich klein bleibt, sich zwischen den Augen deutlich unterscheidet oder weitere Symptome auftreten.

Der Tierarzt beurteilt deshalb nicht nur die Pupillenweite, sondern auch, ob beide Pupillen auf Licht reagieren und ob die Reaktion zwischen rechtem und linkem Auge unterschiedlich ausfällt.

Welche Ursachen kann Miosis beim Hund haben?

Entzündungen und Schmerzen am Auge

Eine häufige Ursache ist eine Uveitis, also eine Entzündung der mittleren Augenhaut. Besonders eine Entzündung der vorderen Uvea, zu der Iris und Ziliarkörper gehören, führt typischerweise zu einer verengten Pupille.

Betroffene Hunde zeigen häufig zusätzlich Schmerzen, kneifen das Auge zusammen, blinzeln vermehrt oder reagieren empfindlich auf Licht. Auch eine Rötung des Auges, eine Trübung der Hornhaut oder Veränderungen in der vorderen Augenkammer können auftreten.

Auch schmerzhafte Erkrankungen der Hornhaut, beispielsweise ein Hornhautgeschwür, können über einen Nervenreflex eine Pupillenverengung auslösen.

Miosis ist deshalb nicht auf Erkrankungen der Iris beschränkt.

Medikamente

Bestimmte Medikamente können eine Miosis verursachen. Dazu gehören insbesondere Opioide, die unter anderem als Schmerzmittel eingesetzt werden. Bei einer Opioidvergiftung können neben verengten Pupillen weitere Symptome wie Benommenheit, Erbrechen, Koordinationsstörungen und eine verlangsamte Atmung auftreten.

Auch bestimmte Augentropfen können die Pupille gezielt verengen. Dazu gehören sogenannte Parasympathomimetika wie Pilocarpin. Andere Wirkstoffgruppen haben dagegen den gegenteiligen Effekt und führen zu einer Pupillenerweiterung.

Störungen der Nervenversorgung

Die Pupillenweite wird unter anderem durch die sympathische Nervenversorgung des Auges beeinflusst. Ist diese gestört, kann eine Miosis auftreten. Ein Beispiel ist das Horner-Syndrom.

Typisch sind dabei nicht nur eine verengte Pupille, sondern häufig auch ein herabhängendes Oberlid, ein hervortretendes drittes Augenlid und ein leicht eingesunken wirkender Augapfel.

Die Ursache kann an unterschiedlichen Stellen entlang der Nervenbahn liegen und lässt sich deshalb nicht allein anhand der Pupillenveränderung bestimmen.

Weitere Augenerkrankungen

Auch Verletzungen, Veränderungen der Linse, Erkrankungen der Hornhaut oder andere Entzündungen im Auge können mit Miosis einhergehen.

Bei einer akuten Uveitis können beispielsweise neben der Pupillenverengung auch eine Rötung, Lichtempfindlichkeit, Schmerzen, Hornhautödem und eine veränderte Flüssigkeit in der vorderen Augenkammer auftreten.

Welche weiteren Symptome können auftreten?

Miosis selbst verursacht nicht zwangsläufig Beschwerden. Entscheidend sind die Begleitsymptome und die zugrunde liegende Erkrankung.

Bei einer schmerzhaften Augenerkrankung können beispielsweise folgende Anzeichen auftreten:

  • häufiges Blinzeln oder Zusammenkneifen des Auges
  • Lichtempfindlichkeit
  • gerötete Augen
  • vermehrter Tränenfluss
  • eine trübe oder bläulich wirkende Hornhaut
  • Reiben des Auges
  • sichtbare Schmerzen oder Unruhe
  • Bei neurologischen Ursachen können zusätzlich Veränderungen wie ein herabhängendes Augenlid oder ein sichtbares drittes Augenlid auftreten.
  • Bei einer Medikamenten- oder Vergiftungsreaktion sind dagegen je nach Wirkstoff auch allgemeine Symptome wie Benommenheit, Erbrechen, Koordinationsstörungen oder Atemprobleme möglich.

Eine plötzlich auftretende Pupillenveränderung zusammen mit Schmerzen, einer deutlichen Augenrötung, einer Trübung des Auges oder neurologischen Auffälligkeiten sollte zeitnah tierärztlich untersucht werden.

Wie wird Miosis beim Hund diagnostiziert?

Die Untersuchung beginnt mit einer ausführlichen Augenuntersuchung. Dabei werden unter anderem Pupillenweite und Pupillenreaktion, Hornhaut, Bindehaut und vordere Augenkammer beurteilt.

Häufig wird zusätzlich die Tränenproduktion überprüft und die Hornhaut mit Fluoreszein angefärbt, um Verletzungen oder Geschwüre zu erkennen.

Bei Verdacht auf eine Uveitis wird ausserdem der Augeninnendruck gemessen.

Zeigt die Untersuchung Hinweise auf eine neurologische Ursache, kann eine neurologische Untersuchung folgen.

Bei beidseitigen Augenveränderungen oder Verdacht auf eine systemische Erkrankung können Blutuntersuchungen und weitere diagnostische Verfahren notwendig sein.

Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt von den Begleitsymptomen und der vermuteten Ursache ab.

Wie wird Miosis beim Hund behandelt?

Miosis selbst wird in der Regel nicht behandelt. Entscheidend ist die Therapie der zugrunde liegenden Erkrankung.

Bei einer Uveitis können je nach Ursache entzündungshemmende Medikamente und pupillenerweiternde Augentropfen eingesetzt werden. Bei einer Hornhauterkrankung muss zunächst die Ursache behandelt werden. Eine bakterielle Infektion, eine Verletzung oder ein Hornhautgeschwür erfordern jeweils eine andere Therapie.

Liegt eine Vergiftung oder Überdosierung eines Medikaments vor, richtet sich die Behandlung nach dem jeweiligen Wirkstoff. Bei einer Opioidvergiftung kann beispielsweise Naloxon eingesetzt werden, um die Wirkung der Opioide aufzuheben. Betroffene Tiere müssen je nach Schweregrad überwacht und gegebenenfalls intensivmedizinisch behandelt werden.

Bei neurologisch bedingter Miosis steht die Suche nach der zugrunde liegenden Störung im Vordergrund. Die Behandlung richtet sich entsprechend nach der jeweiligen Diagnose.