Lungenentzündung
Eine Lungenentzündung (Pneumonie) ist eine Entzündung des Lungengewebes beim Hund, die meist durch Bakterien, seltener durch Viren oder eingeatmete Fremdkörper ausgelöst wird.
Inhalt
Was löst eine Lungenentzündung beim Hund aus?
Bakterien sind die Hauptverursacher einer Pneumonie beim Hund, besonders Bordetella bronchiseptica und Pasteurella-Arten. Diese Erreger gelangen über die Atemwege in die Lunge und lösen dort eine Entzündungsreaktion aus. Viren wie das Canine Parainfluenzavirus schwächen oft das Immunsystem vor, sodass Bakterien leichter Fuss fassen können.
Eine Aspirationspneumonie entsteht, wenn der Hund Futter oder Flüssigkeit in die Lunge einatmet statt zu schlucken. Das passiert besonders bei Hunden mit Megaösophagus oder nach Narkosen, wenn der Schluckreflex noch beeinträchtigt ist. Die eingeatmete Substanz reizt das Lungengewebe und bietet Bakterien einen idealen Nährboden.
Seltenere Auslöser sind Lungenwürmer wie Angiostrongylus vasorum, die über Schnecken übertragen werden. In warmen Klimazonen können auch Pilzinfektionen durch Blastomyces oder Histoplasma auftreten.
Wie erkenne ich eine Pneumonie bei meinem Hund?
Der Husten ist das deutlichste Anzeichen einer Lungenentzündung. Er klingt meist feucht und produktiv, manchmal würgt der Hund weisslich-gelben Schleim hervor. Anders als bei einem einfachen Zwingerhusten verschwindet dieser Husten nicht nach wenigen Tagen, sondern wird eher stärker.
Die Atmung verändert sich auffällig: Der Hund hechelt auch bei kühlen Temperaturen oder atmet angestrengt mit sichtbarem Baucheinsatz. Beim Abhören der Lunge sind Rasselgeräusche und gedämpfte Atemgeräusche hörbar. Fieber zwischen 39,5 und 41°C ist typisch, der Hund wirkt matt und frisst schlecht.
Bei fortgeschrittenen Fällen färben sich Zahnfleisch und Zunge bläulich – ein Notfallzeichen für Sauerstoffmangel. Manche Hunde zeigen auch eine gestreckte Kopf-Hals-Haltung, um das Atmen zu erleichtern.
Welche Untersuchungen führt der Tierarzt durch?
Das Abhören der Lunge gibt erste Hinweise: Bei einer Pneumonie hört der Tierarzt Knister- oder Rasselgeräusche, teilweise auch gedämpfte Bereiche. Die Röntgenaufnahme des Brustkorbs zeigt charakteristische Verdichtungen im Lungengewebe – bei bakteriellen Pneumonien oft fleckige Verschattungen in den unteren Lungenlappen.
Eine Blutuntersuchung deckt die Entzündung auf: Erhöhte weisse Blutkörperchen und ein hoher CRP-Wert bestätigen den Verdacht. Bei unklaren Fällen kann eine Bronchoskopie nötig sein, bei der der Tierarzt über einen dünnen Schlauch Sekret aus den Bronchien gewinnt und auf Erreger untersucht.
Die Sauerstoffsättigung im Blut zeigt, wie schwer die Lungenfunktion beeinträchtigt ist. Werte unter 90% erfordern sofortige Sauerstofftherapie.
Wie wird eine Pneumonie beim Hund behandelt?
Antibiotika sind das Mittel der ersten Wahl bei bakteriellen Pneumonien. Amoxicillin-Clavulansäure wirkt gegen die meisten Erreger und wird mindestens 2-3 Wochen gegeben – auch wenn der Hund schon nach wenigen Tagen besser aussieht. Ein zu frühes Absetzen führt zu Rückfällen.
Bei schweren Verläufen bekommen Hunde Infusionen zur Flüssigkeitszufuhr und Hustenlöser wie Bromhexin, um das Abhusten von Sekret zu erleichtern. Kortisonpräparate sind umstritten – sie können die Heilung verzögern, helfen aber bei starken Entzündungsreaktionen.
Die Sauerstofftherapie in einer Sauerstoffbox ist lebensrettend bei schwerer Atemnot. Manche Hunde brauchen auch eine Beatmungsunterstützung, wenn die Lunge zu stark geschädigt ist.
Erholt sich mein Hund vollständig von einer Pneumonie?
Die meisten Hunde überstehen eine bakterielle Pneumonie ohne bleibende Schäden, wenn sie rechtzeitig behandelt wird. Die Heilung dauert 2-4 Wochen, in dieser Zeit sollte der Hund körperlich geschont werden. Kurze Spaziergänge sind erlaubt, aber kein Toben oder Rennen.
Aspirationspneumonien haben eine schlechtere Prognose, weil die eingeatmeten Substanzen das Lungengewebe dauerhaft schädigen können. Hier sind Rückfälle wahrscheinlich, besonders wenn die Grundursache nicht behoben wird. Bei Pilzpneumonien ist die Behandlung langwieriger und kann Monate dauern.
Ältere Hunde und solche mit geschwächtem Immunsystem haben ein höheres Risiko für Komplikationen wie Lungenabszesse oder eine Blutvergiftung.
Kann ich einer Lungenentzündung vorbeugen?
Impfungen gegen Parainfluenza und Bordetella reduzieren das Risiko deutlich – besonders vor Aufenthalten in Tierpensionen oder bei Ausstellungen. Diese Impfung wird als Nasenspray gegeben und wirkt direkt an der Eintrittspforte der Erreger.
Bei Hunden mit Schluckproblemen hilft erhöhtes Füttern: Der Napf sollte auf Brusthöhe stehen, damit das Futter leichter in die Speiseröhre gelangt. Nach dem Fressen sollten diese Hunde 10-15 Minuten aufrecht bleiben.
Stress schwächt das Immunsystem und macht anfälliger für Atemwegsinfekte. Besonders in der kalten Jahreszeit sollten empfindliche Hunde nicht zu lange der Kälte ausgesetzt werden.
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