Lob
Lob ist die bewusste Bestätigung erwünschten Verhaltens beim Hund durch Stimme, Berührung oder Belohnung, um dieses Verhalten zu verstärken und die Wahrscheinlichkeit seiner Wiederholung zu erhöhen.
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Lob ist die bewusste Bestätigung erwünschten Verhaltens beim Hund durch Stimme, Berührung oder Belohnung, um dieses Verhalten zu verstärken und die Wahrscheinlichkeit seiner Wiederholung zu erhöhen.
Ein Hund, der nach dem Rückruf kommt und dann zwei Minuten später ein Leckerli bekommt, verknüpft die Belohnung nicht mit dem Kommen. Er denkt, er wird fürs Stillstehen belohnt. Diese Fehlverknüpfung passiert häufiger als Hundehalter denken.
Wann ist Lob zu spät?
Hunde haben ein Verknüpfungsfenster von maximal 3 Sekunden. Was danach passiert, wird mit dem aktuellen Verhalten verknüpft, nicht mit dem gewünschten von vor 10 Sekunden.
Ein Beispiel aus der Praxis: Dein Hund setzt sich auf Kommando. Du kramst im Beutel nach dem Leckerli. In der Zwischenzeit steht er wieder auf und guckt einen Passanten an. Gibst du jetzt das Leckerli, lobst du das Anstarren von Fremden.
Die Lösung liegt im Markersignal. Ein klares „Ja“ oder „Top“ im Moment der korrekten Ausführung überbrückt die Zeit bis zur physischen Belohnung. Das Markerwort wird zur Ankündigung, dass eine Belohnung folgt.
Wie oft loben ohne Wirkungsverlust?
Permanentes Lob verliert seinen Wert. Hunde gewöhnen sich an Dauerberieselung und reagieren weniger darauf.
Bei neuen Kommandos: Jede korrekte Ausführung wird belohnt. Nach etwa 20-30 erfolgreichen Wiederholungen wechselst du zu intermittierender Verstärkung. Das bedeutet: Mal wird gelobt, mal nicht – aber der Hund weiß nie wann.
Diese Unvorhersagbarkeit erhält die Motivation tatsächlich länger als konstante Belohnung. Spielautomaten funktionieren nach demselben Prinzip.
Welche Lobformen wirken am stärksten?
Nicht jeder Hund findet Streicheln toll. Manche empfinden Berührung als störend, wenn sie konzentriert arbeiten. Andere brauchen körperliche Bestätigung.
Die Rangfolge der Belohnungsarten testest du einfach: Biete deinem Hund gleichzeitig ein Leckerli und deine Stimme an. Was wählt er? Bei den meisten Hunden gewinnt Futter, aber bei manchen Arbeitsrassen liegt verbales Lob vorn.
Hochwertiges Lob kombiniert mehrere Kanäle: „Fein!“ in freudiger Stimme plus Leckerli plus kurze Berührung. Aber nur, wenn der Hund alle drei Komponenten schätzt.
Was sind typische Lob-Fallen?
Viele Halter loben ungewollt Unsicherheit mit. Wenn der Hund zögerlich auf ein Kommando reagiert und trotzdem gelobt wird, verstärkt das die Zögerlichkeit.
Ein weiterer Fehler: Lob für selbstverständliches Verhalten. Wenn du deinen Hund lobst, weil er nicht bellt, während ihr zu Hause sitzt, machst du Nicht-Bellen zu etwas Besonderem. Das kann dazu führen, dass er öfter bellt, um dann gelobt zu werden, wenn er aufhört.
Timing-Falle Nummer drei: Lob für das Ende einer Übung statt für die Übung selbst. Wenn du „Bleib“ übst und deinen Hund erst lobst, wenn er zu dir kommt, lobst du das Kommen, nicht das Bleiben.
Wie erkenne ich ob mein Lob ankommt?
Effektives Lob verändert das Verhalten messbar. Das gewünschte Verhalten tritt häufiger und schneller auf. Wenn sich nach einer Woche intensiven Lobens nichts ändert, stimmt etwas nicht.
Körpersprache verrät viel: Ohren nach vorn, Rute in neutraler bis freudiger Haltung, Blickkontakt – so sieht ein Hund aus, der Lob richtig empfängt. Zusammengekniffen oder weggedreht signalisiert, dass deine Lobform nicht passt.
Manche Hunde zeigen ihre Freude über Lob durch verstärktes Anbieten von Verhalten. Sie setzen sich öfter hin, ohne dass du es verlangst, oder kommen häufiger von selbst zu dir. Das ist ein gutes Zeichen.
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