Ligatur
Eine Ligatur ist das chirurgische Abbinden von Blutgefäßen oder anderen Körperkanälen mit Fäden oder speziellen Clips.
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Eine Ligatur ist das chirurgische Abbinden von Blutgefässen oder anderen Körperkanälen mit Fäden oder speziellen Clips. Der Begriff taucht vor allem bei grösseren Operationen wie der Kastration oder Tumorentfernungen auf – der Tierarzt bindet dabei gezielt Blutgefässe ab, um Blutungen zu stoppen oder bestimmte Körperfunktionen dauerhaft zu unterbrechen.
Einsatz bei Hunden
Die Ligatur kommt in verschiedenen chirurgischen Situationen zum Einsatz. Am häufigsten während der Kastration: Bei Rüden wird der Samenleiter abgebunden, bei Hündinnen die Blutversorgung der Eierstöcke unterbrochen. Das macht die Fortpflanzung dauerhaft unmöglich.
Bei Tumoroperationen bindet der Tierarzt die Blutgefässe ab, die das Tumorgewebe versorgen. Das verhindert starke Blutungen und ermöglicht eine saubere Entfernung. Auch bei Notoperationen nach Unfällen oder bei Magen-Darm-Eingriffen setzt der Chirurg Ligaturen ein, um Blutungen zu stoppen.
Ablauf während der Operation
Der Tierarzt identifiziert zunächst das Blutgefäss oder den Kanal, der abgebunden werden muss. Dann legt er einen chirurgischen Faden oder einen Metallclip um die entsprechende Stelle und zieht diesen fest zu. Anschliessend prüft er, ob die Ligatur korrekt sitzt und kein Blut mehr durchfliesst.
Bei der Kastration einer Hündin beispielsweise bindet der Tierarzt die Blutgefässe ab, bevor er die Eierstöcke entfernt. Die Ligaturen bleiben dauerhaft im Körper und lösen sich nicht auf. Bei temporären Blutstillungen kann der Chirurg die Abbindung auch wieder lösen.
Verwendete Materialien
Für Ligaturen nutzt der Tierarzt verschiedene Materialien. Chirurgische Fäden aus synthetischem oder natürlichem Material sind Standard – sie werden fest um das Gefäss geknotet. Alternativ kommen kleine Clips aus Metall oder Kunststoff zum Einsatz, die um das Gefäss geklemmt werden.
Die Wahl des Materials hängt von der Art des Eingriffs ab. Bei dauerhaften Ligaturen wie der Kastration verbleiben die Materialien im Körper. Der Organismus toleriert sie in der Regel problemlos.
Mögliche Risiken
Ligaturen gelten als etabliertes chirurgisches Verfahren, doch wie bei jedem Eingriff bestehen Risiken. Löst sich eine Ligatur, kann es zu Nachblutungen kommen – das erfordert eine erneute Operation. An der Operationsstelle können Infektionen auftreten, die sich meist durch Schwellungen oder eitrigen Ausfluss zeigen.
In seltenen Fällen kann Gewebe absterben, wenn die Blutversorgung komplett unterbrochen wurde. Das nennt man Nekrose. Solche Komplikationen zeigen sich durch ungewöhnliche Schwellungen, Verfärbungen oder anhaltende Schmerzen.
Nachsorge nach der Operation
Die Operationswunde sollte in den ersten Tagen beobachtet werden. Eine normale Heilung zeigt sich durch eine saubere, trockene Wunde ohne starke Schwellung. Bei Blutungen, eitrigem Ausfluss oder zunehmender Schwellung sollte sofort der Tierarzt kontaktiert werden.
Der Hund sollte nicht an der Wunde lecken – ein Halskragen hilft dabei. Die Fäden oder Clips der Ligatur heilen von innen. Nur die äussere Wunde benötigt Aufmerksamkeit.
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