Wiki · Gesundheit & Pflege

Influenzavirus

3 Min Lesezeit
Influenzavirus
Definition

Das Influenzavirus verursacht bei Hunden eine hochansteckende Atemwegserkrankung, die als Canine Influenza oder Hundegrippe bezeichnet wird.

Inhalt
  1. Wie erkennt man Hundegrippe beim eigenen Hund?
  2. Wie stecken sich Hunde mit dem Influenzavirus an?
  3. Welche Behandlung hilft bei Caniner Influenza?
  4. Ist die Hundegrippe-Impfung in Deutschland verfügbar?
  5. Wie lange muss ein kranker Hund isoliert werden?
  6. Können Menschen sich bei Hunden mit Influenza anstecken?

Das Influenzavirus verursacht bei Hunden eine hochansteckende Atemwegserkrankung, die als Canine Influenza oder Hundegrippe bezeichnet wird. Die beiden Hauptstämme H3N8 und H3N2 führen zu Husten, Fieber und Nasenausfluss – in Deutschland ist die Erkrankung bislang selten dokumentiert, das Risiko steigt jedoch durch internationale Hundeimporte und Reisen.

Wie erkennt man Hundegrippe beim eigenen Hund?

Ein trockener, bellender Husten ist meist das erste Anzeichen. Anders als beim normalen Zwingerhusten hält dieser Husten oft wochenlang an, selbst wenn der Hund sich bereits besser fühlt.

Weitere Symptome entwickeln sich innerhalb von 1-4 Tagen:

  • Fieber zwischen 39-40°C (messe rektal für genaue Werte)
  • Gelber oder grünlicher Nasenausfluss (klarer Ausfluss ist weniger bedenklich)
  • Appetitlosigkeit und Mattigkeit für mehrere Tage
  • Augenausfluss – oft zusammen mit Bindehautentzündung

Bei schweren Verläufen kommen Atemnot und bläuliches Zahnfleisch dazu. Das passiert vor allem bei Welpen unter 6 Monaten und älteren Hunden über 8 Jahren.

Wie stecken sich Hunde mit dem Influenzavirus an?

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über Tröpfchen beim Husten, Bellen oder Niesen infizierter Hunde. Das Virus überlebt bis zu 48 Stunden auf Oberflächen wie Futterschüsseln oder Spielzeug.

Besonders riskant sind Orte mit vielen Hunden auf engem Raum: Pensionen, Ausstellungen, Hundeschulen. Ein einziger infizierter Hund kann binnen weniger Tage ein ganzes Rudel anstecken.

Hunde sind bereits 1-2 Tage vor den ersten Symptomen ansteckend – deshalb verbreitet sich das Virus so schnell in Hundegruppen.

Welche Behandlung hilft bei Caniner Influenza?

Eine spezifische antivirale Behandlung gibt es nicht. Die Therapie zielt darauf ab, das Immunsystem zu stützen und Komplikationen zu verhindern.

Was du als Halter tun kannst:

  • Ruhe verordnen: Mindestens 2 Wochen keine Spaziergänge mit anderen Hunden
  • Viel trinken lassen: Warme Hühnerbrühe (ohne Zwiebeln/Gewürze) animiert zum Trinken
  • Luftfeuchtigkeit erhöhen: Ein Luftbefeuchter oder nasse Handtücher im Raum lindern den Hustenreiz

Bei schwerem Husten oder Fieber über 40°C ist der Tierarztbesuch binnen 24 Stunden nötig. Antibiotika helfen nur, wenn sich Bakterien zusätzlich ansiedeln – das erkennt der Tierarzt an einer Verschlechterung nach anfänglicher Besserung.

Ist die Hundegrippe-Impfung in Deutschland verfügbar?

Nein, die Impfstoffe gegen H3N8 und H3N2 sind in Deutschland nicht zugelassen. In den USA gehört die Canine-Influenza-Impfung zum Standard-Programm für Hunde in Pensionen und auf Ausstellungen.

Deutsche Tierärzte können die Impfung nur in Ausnahmefällen über spezielle Import-Verfahren besorgen – das lohnt sich meist nur für Züchter oder professionelle Hundehaltungen mit hohem Infektionsrisiko.

Wie lange muss ein kranker Hund isoliert werden?

Mindestens 21 Tage nach Auftreten der ersten Symptome. Hunde können das Virus noch ausscheiden, wenn sie bereits wieder fit wirken.

Praktisch bedeutet das: Kein Kontakt zu anderen Hunden, separate Gassi-Zeiten (früh morgens oder spät abends), eigenes Spielzeug und Futter-/Wassernäpfe. Auch Familienmitglieder sollten nach dem Kontakt mit dem kranken Hund Hände waschen, bevor sie andere Hunde berühren.

Können Menschen sich bei Hunden mit Influenza anstecken?

Bisher ist keine Übertragung von Caniner Influenza auf Menschen dokumentiert. Die Virusstämme H3N8 und H3N2 sind speziell an Hunde angepasst.

Trotzdem macht Handhygiene nach dem Kontakt mit kranken Hunden Sinn – nicht wegen der Hundegrippe, aber wegen anderer Keime, die sowohl Hunde als auch Menschen befallen können.