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Immunprophylaxe

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Immunprophylaxe
Definition

Immunprophylaxe bezeichnet alle Maßnahmen, die das Immunsystem deines Hundes vorbeugend auf Krankheitserreger vorbereiten – ohne dass er die Infektion durchmachen muss.

Inhalt
  1. Wie unterscheiden sich aktive und passive Immunprophylaxe?
  2. Welche Impfungen benötigt jeder Hund?
  3. Was kostet Immunprophylaxe und welche Risiken gibt es?
  4. Wann reicht passive Immunprophylaxe nicht aus?

Immunprophylaxe bezeichnet alle Massnahmen, die das Immunsystem deines Hundes vorbeugend auf Krankheitserreger vorbereiten – ohne dass er die Infektion durchmachen muss.

Stell dir vor: Dein Welpe erhält seine erste Tollwutimpfung. Sein Körper lernt dabei, Antikörper gegen das Tollwutvirus zu bilden. Begegnet er später einem infizierten Tier, erkennt sein Immunsystem den Erreger sofort und kann ihn abwehren. Genau das ist Immunprophylaxe.

Wie unterscheiden sich aktive und passive Immunprophylaxe?

Bei der aktiven Immunprophylaxe bildet dein Hund seine eigenen Antikörper. Das passiert durch Impfungen mit abgetöteten oder abgeschwächten Erregern. Der Schutz hält meist mehrere Jahre an – bei Tollwut sogar drei Jahre oder länger.

Die passive Form funktioniert anders. Dein Hund erhält fertige Antikörper von aussen – etwa über die Muttermilch oder ein Notfall-Serum nach einem Schlangenbiss. Der Schutz wirkt sofort, hält aber nur wenige Wochen an.

Ein praktisches Beispiel: Hat dein ungeimpfter Hund Kontakt zu einem tollwütigen Tier, erhält er passive Antikörper als Sofortschutz. Gleichzeitig startet die aktive Impfserie für dauerhaften Schutz.

Welche Impfungen benötigt jeder Hund?

Die Grundimmunisierung beginnt ab der 8. Lebenswoche mit drei Impfungen im Abstand von 3–4 Wochen. Geschützt wird gegen Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Parainfluenza, Leptospirose und ab der 12. Woche gegen Tollwut.

Zusätzliche Impfungen hängen vom Hundealltag ab. Geht dein Hund regelmässig in die Hundeschule oder Pension? Dann ist Zwingerhusten sinnvoll. Lebst du in einem Zeckengebiet mit hohem Borreliose-Risiko? Dann lohnt es sich, diese Impfung zu erwägen.

Auffrischungen erfolgen jährlich (Leptospirose, Zwingerhusten) oder alle drei Jahre (Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Tollwut). Dein Tierarzt erstellt einen individuellen Impfplan – abgestimmt auf Alter, Gesundheitszustand und Lebensumstände deines Hundes.

Was kostet Immunprophylaxe und welche Risiken gibt es?

Die Grundimmunisierung kostet etwa 150–200 Franken, jährliche Auffrischungen 80–120 Franken. Das ist deutlich günstiger als die Behandlung einer Parvovirose, die mit 1.000–3.000 Franken zu Buche schlagen kann – von den Kosten einer Staupe ganz zu schweigen.

Nebenwirkungen sind selten. Etwa 10 % der Hunde zeigen ein bis zwei Tage Müdigkeit oder eine leichte Schwellung an der Einstichstelle. Schwere allergische Reaktionen betreffen weniger als 0,1 % aller geimpften Hunde.

Ein Risiko entsteht paradoxerweise durch zu späte Impfungen. Welpen verlieren den Nestschutz durch Muttermilch zwischen der 6. und 16. Lebenswoche – eine kritische Phase, in der sie besonders anfällig sind.

Wann reicht passive Immunprophylaxe nicht aus?

Passive Antikörper können aktive Impfungen blockieren. Deshalb impft man Welpen erst nach dem 8. Lebensmonat gegen Tollwut – vorher würden mütterliche Antikörper den Impfstoff neutralisieren.

Bei Notfällen ist passive Immunprophylaxe jedoch lebensrettend. Ein Beispiel: Dein Hund wird von einer Kreuzotter gebissen. Das Antiserum wirkt innerhalb von Minuten und kann schwere Vergiftungen verhindern – vorausgesetzt, es wird schnell genug verabreicht.