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Herzschwäche

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Herzschwäche
Definition

Herzschwäche beim Hund bedeutet, dass das Herz nicht mehr genug Kraft hat, um ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen.

Inhalt
  1. Warum entwickeln Hunde eine Herzschwäche?
  2. Welche Anzeichen fallen Hundehaltern zuerst auf?
  3. Wie stellen Tierärzte die Diagnose?
  4. Was bringen die verschiedenen Behandlungen?
  5. Wie lange leben Hunde mit Herzschwäche?

Herzschwäche beim Hund heisst im Kern: Das Herz schafft es nicht mehr, genug Blut durch den Körper zu befördern. Die Organe bekommen zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe – und das Heimtückische daran ist, dass sich dieser Zustand meist so langsam einschleicht, dass man als Halter lange Zeit gar nichts bemerkt.

Warum entwickeln Hunde eine Herzschwäche?

Bei kleinen Hunden unter 20 Kilogramm steckt in rund 80 Prozent der Fälle eine defekte Herzklappe dahinter. Diese sogenannte Mitralklappeninsuffizienz trifft Cavalier King Charles Spaniels besonders hart – bereits die Hälfte aller Fünfjährigen dieser Rasse ist betroffen. Grosse Rassen gehen einen anderen Weg: Bei ihnen wird häufig der Herzmuskel selbst dünn und schwach, das Herz vergrössert sich, kann sich aber kaum noch kräftig zusammenziehen. Man spricht dann von einer Kardiomyopathie.

Deutsche Doggen zeigen erste Anzeichen oft schon mit vier Jahren – erschreckend früh. Bei Dobermännern bleibt die Krankheit manchmal jahrelang still, bis es zu einem plötzlichen Kollaps kommt. Herzwürmer spielen in Deutschland praktisch keine Rolle; fast immer sind genetische Veranlagung oder schlicht altersbedingte Abnutzung die Ursache.

Welche Anzeichen fallen Hundehaltern zuerst auf?

Der Hund bleibt auf der gewohnten Gassirunde plötzlich stehen. Viele Halter denken dann: „Na ja, er wird halt älter.“ Dabei ist genau das oft schon ein deutliches Warnsignal. Dazu kommt ein nächtlicher Husten – trocken, bellend, unverkennbar. Manche Hunde setzen sich dabei hin, weil das flache Liegen die Atemnot noch verschlimmert.

Etwas, das leicht übersehen wird: eine bläuliche Verfärbung der Zunge nach Aufregung oder Bewegung. Tierärzte prüfen deshalb gezielt das Zahnfleisch. Einfacher Test: Finger draufdrücken, loslassen – dauert es länger als zwei Sekunden, bis die rosa Farbe zurückkommt, deutet das auf eine schlechte Durchblutung hin.

Wie stellen Tierärzte die Diagnose?

Das Abhören mit dem Stethoskop gibt schon erste Hinweise. Ein Herzgeräusch ab Stufe 3 auf der sechsstufigen Skala ist ernst zu nehmen. Das Röntgenbild zeigt dann, ob das Herz vergrössert ist – bei schwerer Herzinsuffizienz kann es tatsächlich doppelt so gross wirken wie normal.

Sicherheit bringt der Herzultraschall: Er klärt die genaue Ursache und misst die sogenannte Auswurffraktion. Ein gesundes Herz pumpt bei jedem Schlag etwa 60 Prozent des Blutes aus der linken Kammer. Rutscht dieser Wert unter 40 Prozent, führt an einer medikamentösen Behandlung kein Weg mehr vorbei.

Was bringen die verschiedenen Behandlungen?

ACE-Hemmer wie Enalapril entlasten das Herz, indem sie die Gefässe weiten. Die meisten Hunde vertragen sie problemlos; manchmal gibt es anfangs etwas Durchfall, das legt sich aber meist. Diuretika wie Furosemid spülen überschüssiges Wasser aus dem Gewebe – der Hund muss danach deutlich öfter raus, kann dafür aber wieder freier atmen.

Pimobendan ist das jüngere Herzmedikament, das gleich auf zwei Wegen wirkt: Es steigert die Pumpleistung und entspannt gleichzeitig die Gefässe. Laut vorliegenden Studiendaten leben Hunde, die es frühzeitig erhalten, im Schnitt 15 Monate länger als ohne diese Behandlung. Die monatlichen Kosten liegen je nach Körpergrösse des Hundes bei etwa 30 bis 80 Franken.

Flankierend hilft eine natriumarme Ernährung. Fertigfutter mit weniger als 0,3 Prozent Natrium gibt es von verschiedenen Herstellern. Selbstgekochtes Futter ist grundsätzlich auch möglich – hier sollte aber unbedingt eine tierärztliche Beratung klären, wie die Zusammensetzung aussehen muss.

Wie lange leben Hunde mit Herzschwäche?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten – entscheidend ist, in welchem Stadium die Erkrankung entdeckt wird. Hunde mit leichter Herzinsuffizienz und rechtzeitiger Behandlung können noch Jahre gut leben. Bei schwerer Herzinsuffizienz mit Lungenödem sind es häufig nur noch Monate.

Kleine Hunde mit Klappenfehlern haben in der Regel bessere Karten als grosse Hunde mit Kardiomyopathie. Ein achtjähriger Cavalier mit beginnender Mitralklappeninsuffizienz kann durchaus noch drei bis vier gute Jahre vor sich haben. Einem sechsjährigen Dobermann mit dilatativer Kardiomyopathie bleiben dagegen oft nur noch sechs bis zwölf Monate.

Die Lebensqualität lässt sich aber lange erhalten – wenn Halter die Belastung klug anpassen. Lange Spaziergänge werden durch mehrere kurze ersetzt. Schwimmen schont das Herz mehr als Laufen auf hartem Untergrund. Und den Hund komplett lahmzulegen wäre falsch: Moderate Bewegung hält den Kreislauf in Schwung, das ist auch beim kranken Herzen wichtig.