Hemizellulose
Hemizellulose ist ein halbverdaulicher Ballaststoff aus pflanzlichen Zellwänden, der im Dünndarm nur teilweise aufgespalten wird und im Dickdarm als Futter für Darmbakterien dient.
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Hemizellulose ist ein halbverdaulicher Ballaststoff aus pflanzlichen Zellwänden. Im Dünndarm wird sie nur teilweise aufgespalten; im Dickdarm dient sie den Darmbakterien als Nahrungsgrundlage.
Was unterscheidet Hemizellulose von anderen Ballaststoffen?
Anders als reine Zellulose lässt sich Hemizellulose teilweise von Darmbakterien abbauen. Das macht sie zum präbiotischen Ballaststoff: Sie füttert gezielt die nützlichen Bakterien im Darm deines Hundes. Das Pektin und das Lignin wirken auf andere Weise. Das Pektin quillt stark auf; das Lignin passiert den Darm nahezu unverdaut.
Wie viel Hemizellulose benötigt ein Hund?
Der Hemizellulosegehalt sollte bei 3 bis 8 % der Trockenmasse liegen. Für einen 20 kg schweren Hund entspricht das etwa 6 bis 16 Gramm täglich. Die meisten Fertigfutter enthalten bereits ausreichend Hemizellulose, ein Blick auf die Rohfaseranalyse gibt Aufschluss.
Bei Durchfall reduzierst du die Menge vorübergehend. Verstopfung kann ein Hinweis auf zu wenig Hemizellulose sein, aber auch auf zu wenig Wasser.
Welche Futtermittel enthalten Hemizellulose?
Haferkleie enthält besonders viel davon, rund 10 bis 15 % Hemizellulose. Rübenschnitzel, ein Nebenprodukt der Zuckerproduktion, bestehen zu etwa 20 % daraus. Karotten, Süsskartoffeln und Äpfel liefern moderate Mengen.
Bei kommerziellem Futter findest du Hemizellulose oft als „Rübenschnitzel“ oder „Pflanzenfasern“ in der Zutatenliste. Getreidefreie Futter nutzen häufig Erbsenfaser als Hemizelluloselieferant.
Kann ein Hund zu viel Hemizellulose bekommen?
Ja. Übersteigt der Anteil 10 % der Trockenmasse, reagieren manche Hunde mit weichem Kot oder Blähungen. Das geschieht, wenn die Darmbakterien mehr Ballaststoffe erhalten, als sie verarbeiten können.
Ein schrittweiser Aufbau über 7 bis 10 Tage hilft dem Darm, sich anzupassen. Abrupte Futterumstellungen ohne Übergangsphase sind der häufigste Auslöser für Verdauungsprobleme.
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