Follikelwelle
Die Follikelwelle beschreibt die Entwicklung von Eierstockfollikeln während des Zyklus der Hündin.
Inhalt
Die Follikelwelle beschreibt die Entwicklung von Eierstockfollikeln während des Zyklus der Hündin. In jeder Phase reifen mehrere Follikel heran, die Eizellen enthalten – bis einer dominant wird und zum Eisprung führt. Diese hormongesteuerten Prozesse bestimmen die Fruchtbarkeit deiner Hündin.
Wie läuft eine Follikelwelle bei der Hündin ab?
Der Ablauf folgt vier Phasen: Anöstrus (Ruhephase ohne Follikelaktivität), Proöstrus (erste Follikel beginnen zu wachsen), Östrus (dominanter Follikel führt zum Eisprung) und Metöstrus (leerer Follikel wird zum Gelbkörper).
Während des Proöstrus siehst du als Halter die ersten Anzeichen: blutiger Ausfluss und geschwollene Vulva. Die Follikel produzieren Östrogen, das diese sichtbaren Veränderungen auslöst. Im Östrus platzt der dominante Follikel – der Eisprung findet statt.
Nach dem Eisprung bildet sich aus dem leeren Follikel das Corpus luteum. Dieser Gelbkörper produziert Progesteron – egal ob deine Hündin trächtig wird oder nicht.
Welche Hormone steuern die Follikelwelle?
FSH regt das Follikelwachstum an, Östrogen bereitet den Körper auf die Paarung vor, LH löst den Eisprung aus und Progesteron unterstützt eine mögliche Trächtigkeit.
Der plötzliche LH-Anstieg markiert den Eisprung – Tierärzte messen diesen Wert, um den optimalen Deckzeitpunkt zu bestimmen. Für Züchter ist das entscheidend, normale Halter brauchen diese Hormonmessungen normalerweise nicht.
Was passiert bei gestörten Follikelwellen?
Anovulation bedeutet, dass Follikel reifen aber kein Eisprung stattfindet. Zystische Follikel produzieren weiter Hormone ohne Eizellen freizusetzen. Manche Hündinnen bleiben dauerhaft in der Anöstrus-Phase.
Diese Störungen erkennst du an unregelmässigen Zyklen oder ausbleibender Läufigkeit. Bei Züchtern führen sie zur Unfruchtbarkeit trotz normaler Deckakte. Ein Tierarzt kann durch Hormonmessungen die genaue Ursache identifizieren.
Warum ist das für normale Hundehalter relevant?
Auch wenn du nicht züchtest, hilft das Verständnis der Follikelwelle beim Erkennen von Problemen. Ungewöhnlich lange oder kurze Zyklen, fehlende Läufigkeit oder dauerhafte Blutungen können auf Störungen hindeuten.
Bei kastrierten Hündinnen sind Follikelwellen kein Thema mehr. Bei unkastrierten Hündinnen mit Auffälligkeiten im Zyklus solltest du tierärztlichen Rat einholen – hormonelle Störungen können auch andere Gesundheitsprobleme verursachen.
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