Wiki · Gesundheit & Pflege

Erhöhter Puls

3 Min Lesezeit
Erhöhter Puls
Inhalt
  1. Was ist der Puls beim Hund?
  2. Was bedeutet ein erhöhter Puls?
  3. Mögliche Ursachen für erhöhten Puls
  4. Wie messe ich den Puls beim Hund?
  5. Wann ist ein erhöhter Puls bedenklich?
  6. Behandlung und Management
  7. Erhöhter Puls – wann handeln?

Ein erhöhter Puls beim Hund kann ganz unterschiedliche Ursachen haben – von harmloser Aufregung bis zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen. Entscheidend ist, den Kontext richtig einzuordnen und die begleitenden Symptome im Blick zu behalten.

Was ist der Puls beim Hund?

Der Puls ist die fühlbare Druckwelle, die durch die Kontraktion des Herzens entsteht, wenn Blut durch die Arterien gepumpt wird. Bei Hunden misst man den Puls in Schlägen pro Minute (BPM), meist an der Arteria femoralis (Innenseite des Oberschenkels).

Ein normaler Ruhepuls variiert je nach Alter, Grösse und Trainingszustand:

Hundetyp Normaler Ruhepuls
Welpen 120–160 BPM
Kleine Hunde 100–140 BPM
Mittelgrosse Hunde 80–120 BPM
Grosse Hunde 60–100 BPM
Senioren (ab 8 J.) leicht erhöht

Was bedeutet ein erhöhter Puls?

Ein erhöhter Puls – medizinisch Tachykardie genannt – bedeutet, dass das Herz schneller als üblich schlägt. Kurzfristig ist das völlig normal, etwa bei:

  • körperlicher Aktivität oder Spiel
  • Aufregung, Stress oder Angst
  • Wärmebelastung
  • Schmerzen oder Unwohlsein

Kritisch wird es, wenn der Puls anhaltend hoch bleibt oder mit anderen Symptomen wie Atemnot, Kollaps, Unruhe oder Apathie einhergeht.

Mögliche Ursachen für erhöhten Puls

Ein beschleunigter Herzschlag kann viele Auslöser haben – nicht alle sind harmlos:

Nicht-pathologische Ursachen (meist unbedenklich)

  • Aufregung (z. B. Tierarztbesuch, fremde Hunde, Silvester)
  • Freude oder Erwartung (z. B. Futter, Spaziergang)
  • Hormonelle Schwankungen (z. B. Läufigkeit, Stresshormone)
  • Wärme, Hitze oder schlechte Belüftung

Mögliche Warnsignale und Erkrankungen

  • Fieber oder Infektionen
  • Schmerzen, z. B. durch Gelenk-, Zahn- oder Bauchprobleme
  • Blutverlust oder Anämie
  • Herzerkrankungen (z. B. Herzinsuffizienz, Rhythmusstörungen)
  • Vergiftungen oder allergische Reaktionen
  • Kreislaufschock
  • Erkrankungen von Schilddrüse oder Nebennieren

Wie messe ich den Puls beim Hund?

So kannst Du den Puls Deines Hundes selbst messen:

  1. Lege zwei Finger (nicht den Daumen!) auf die Innenseite des Oberschenkels.
  2. Spüre die Arterie. Sie liegt dort, wo das Bein in den Bauch übergeht.
  3. Zähle die Schläge 15 Sekunden lang und multipliziere mit 4.

Beispiel: 30 Schläge in 15 Sekunden → 30 × 4 = 120 BPM

Tipp: Den Ruhepuls misst Du am besten morgens im Liegen, wenn der Hund entspannt ist.

Wann ist ein erhöhter Puls bedenklich?

Ein kurzfristig erhöhter Puls ist normal – solange er sich nach der Reizsituation wieder stabilisiert. Alarmzeichen sind:

  • anhaltend hoher Puls im Ruhezustand
  • begleitende Symptome wie Hecheln, Zittern, Erbrechen, blasse Schleimhäute, Orientierungslosigkeit oder Apathie
  • schnelle Verschlechterung des Allgemeinzustands

In solchen Fällen solltest Du sofort tierärztlichen Rat einholen.

Behandlung und Management

Die Behandlung hängt von der Ursache ab:

  • Bei Stress oder Hitze: Ruhige Umgebung, Wasser, Ruhe und ggf. Kühlung
  • Bei Schmerzen oder Infektion: Tierärztliche Diagnostik und Therapie
  • Bei Herzproblemen: EKG, Herzultraschall, Medikamente
  • Bei Notfällen (z. B. Schock): Sofortige tierärztliche Notversorgung

Nur ein Tierarzt kann zuverlässig zwischen harmloser Tachykardie und behandlungsbedürftigen Ursachen unterscheiden.

Erhöhter Puls – wann handeln?

Ein erhöhter Puls ist kein automatischer Grund zur Sorge. Als Vitalzeichen verdient er aber Aufmerksamkeit, sobald er ohne erkennbaren Auslöser auftritt oder von weiteren Auffälligkeiten begleitet wird – gerade bei Herz- oder Kreislaufproblemen zählt rasches Handeln.

Siehe auch

  • Vitalwerte beim Hund richtig messen
  • Stresssymptome beim Hund
  • Hitzschlag beim Hund erkennen und handeln
  • Herzgesundheit beim Hund – Symptome & Pflege