DPO / TPO – OP Hüftgelenksdysplasie
DPO (Double Pelvic Osteotomy) und TPO (Triple Pelvic Osteotomy) sind Operationsmethoden bei Hüftdysplasie, bei denen Beckenknochen durchtrennt und neu positioniert werden, um die Hüftpfanne über den Hüftkopf zu drehen.
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DPO (Double Pelvic Osteotomy) und TPO (Triple Pelvic Osteotomy) sind Operationsmethoden bei Hüftdysplasie, bei denen Beckenknochen durchtrennt und neu positioniert werden, um die Hüftpfanne über den Hüftkopf zu drehen.
Für welche Hunde kommen DPO und TPO infrage?
Für die DPO gelten Hunde zwischen 4,5 und 9 Monaten als geeignet; die amerikanische Fachgesellschaft ACVS nennt als Faustregel ein Alter unter 8 bis 10 Monaten. Voraussetzung ist, dass die Hüftgelenke noch keine oder nur minimale Arthrosezeichen zeigen – entscheidend ist dabei nicht das Alter allein, sondern die gemessene Gelenklockerung. Der Hüftkopf muss rund und unbeschädigt sein. Bei älteren Hunden oder fortgeschrittener Gelenkschädigung greifen Tierchirurgen meist zur Hüft-TEP.
Wie unterscheiden sich DPO und TPO?
Bei der DPO werden zwei Knochen durchtrennt: das Darmbein und das Schambein. Das Sitzbein bleibt bewusst stehen – das macht das Becken stabiler und den Eingriff schonender als die TPO, bei der zusätzlich das Sitzbein durchtrennt wird. Gedreht wird die Hüftpfanne mit Platten von 20, 25 oder 30 Grad; die tatsächlich erreichte Schwenkung fällt geringer aus als der Plattenwinkel und liegt im Mittel bei 15 bis 23 Grad. Eine stärkere Drehung bringt keinen Gewinn: Der 40-Grad-Ansatz der Anfangszeit wurde verlassen, weil er zu Einklemmungen am Oberschenkelhals führte.
Was kostet eine DPO oder TPO?
Eine einseitige DPO kostet zwischen 2.500 und 3.500 Euro, eine TPO zwischen 3.000 und 4.500 Euro. Bei beidseitiger Operation verdoppeln sich die Kosten. Hinzu kommen Nachkontrollen und Physiotherapie für weitere 500-800 Euro.
Wie erfolgreich sind diese Operationen?
In einer prospektiven Nachuntersuchung an 34 Hunden nach dreifacher Beckenosteotomie (TPO) erhielten 87 Prozent bei der tierärztlichen Untersuchung die Bewertung gut oder exzellent; im Alltag zu Hause, beurteilt von den Besitzern, waren es 76 Prozent (Rasmussen 1998). Die Arthrose schreitet trotzdem fort: Bei rund 40 Prozent der Hunde nahm sie im Röntgenbild weiter zu. Je früher operiert wird, desto weniger Arthrose entwickelt sich später – auf die klinische Hüftfunktion wirkte sich das Alter in derselben Nachuntersuchung dagegen nicht messbar aus.
Was passiert nach der Operation?
Die ersten sechs Wochen sind Boxenruhe angesagt – nur kurze Gassirunden an der Leine. Physiotherapie beginnt ab Woche drei mit passiven Bewegungen. Belastet wird das Bein schon früh: Die meisten Hunde stehen und laufen 8 bis 18 Stunden nach der Operation wieder. Nach etwa zwei Monaten sind die Knochenschnitte in der Regel verheilt; freies Laufen und Sport gibt die Praxis nach Röntgenkontrolle meist nach drei bis vier Monaten frei.
Welche Komplikationen können auftreten?
Der Hüftnerv verläuft dicht am Operationsgebiet. In der grössten ausgewerteten Serie mit 458 Eingriffen wurde er in 0,4 Prozent der Fälle verletzt; vorübergehende Nervenausfälle traten in einer weiteren Untersuchung bei 3,7 Prozent auf und bildeten sich innerhalb von drei bis vier Wochen von selbst zurück. Tiefe Infektionen sind selten – in derselben grossen Serie ein Verdachtsfall, also 0,2 Prozent; oberflächliche Wundinfektionen liegen bei rund 3 Prozent. Implantat-Lockerungen kommen bei unsachgemässer Nachsorge vor.
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