Cholesterin
Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die in allen Hundezellen vorkommt und für den Aufbau von Zellwänden sowie die Hormonproduktion benötigt wird.
Inhalt
- Warum brauchen Hunde Cholesterin?
- Welche Hunderassen haben häufiger erhöhte Cholesterinwerte?
- Wann werden Cholesterinwerte beim Hund gefährlich?
- Was verursacht hohe Cholesterinwerte bei Hunden?
- Wie erkenne ich Cholesterinprobleme bei meinem Hund?
- Wie wird hoher Cholesterinspiegel beim Hund behandelt?
- Kann ich erhöhte Cholesterinwerte bei meinem Hund vorbeugen?
Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die in allen Hundezellen vorkommt und für den Aufbau von Zellwänden sowie die Hormonproduktion benötigt wird.
Warum brauchen Hunde Cholesterin?
Cholesterin bildet die Grundlage für Zellmembranen und ermöglicht deren Flexibilität. Ohne diese Substanz könnten Hundezellen nicht richtig funktionieren.
Die Leber produziert etwa 80% des benötigten Cholesterins selbst. Den Rest nimmt der Hund über das Futter auf – allerdings brauchen Hunde deutlich weniger Nahrungscholesterin als Menschen.
Cholesterin dient auch als Baustein für Hormone wie Cortisol und Sexualhormone. Bei der Gallensäureproduktion spielt es eine Schlüsselrolle für die Fettverdauung.
Welche Hunderassen haben häufiger erhöhte Cholesterinwerte?
Shetland Sheepdogs und Zwergschnauzer zeigen genetisch bedingt häufiger erhöhte Cholesterinwerte. Bei diesen Rassen liegt oft eine Veranlagung zur familiären Hyperlipidämie vor.
Cocker Spaniels und Beagles entwickeln ebenfalls öfter Cholesterinprobleme, meist in Verbindung mit Schilddrüsenunterfunktion. Kleine Terrier-Rassen sind seltener betroffen.
Die Veranlagung zeigt sich meist erst ab dem mittleren Alter zwischen 5 und 8 Jahren. Welpen haben praktisch nie erhöhte Cholesterinwerte ohne zugrunde liegende Krankheit.
Wann werden Cholesterinwerte beim Hund gefährlich?
Erhöhte Cholesterinwerte allein machen Hunde nicht sofort krank. Die Gefahr liegt in den Langzeitfolgen für Herz und Gefäße.
Anders als beim Menschen führt hoher Cholesterinspiegel bei Hunden selten zu Herzinfarkten. Stattdessen entstehen eher Probleme mit der Bauchspeicheldrüse oder Leberfunktion.
Werte über 300 mg/dl gelten als behandlungsbedürftig – normal sind 100-270 mg/dl je nach Labor. Bei Werten über 500 mg/dl besteht akutes Pankreatitis-Risiko.
Was verursacht hohe Cholesterinwerte bei Hunden?
Schilddrüsenunterfunktion ist die häufigste Ursache für erhöhte Cholesterinwerte. Der verlangsamte Stoffwechsel führt dazu, dass Fette schlechter abgebaut werden.
Cushing-Syndrom erhöht ebenfalls den Cholesterinspiegel durch übermäßige Cortisolproduktion. Diabetes mellitus stört den gesamten Fettstoffwechsel und lässt auch Cholesterinwerte steigen.
Fettreiches Futter kann bei anfälligen Hunden Cholesterinprobleme verstärken – verursacht sie aber selten allein. Tischreste mit Sahne, Butter oder Speck sind problematischer als hochwertiges Hundefutter.
Wie erkenne ich Cholesterinprobleme bei meinem Hund?
Hohe Cholesterinwerte zeigen sich nicht direkt durch Symptome. Du bemerkst eher die Anzeichen der verursachenden Krankheiten.
Bei Schilddrüsenunterfunktion wird der Hund träger, das Fell stumpf und er nimmt trotz normaler Futtermenge zu. Hautprobleme und Kälteempfindlichkeit kommen dazu.
Sehr selten entstehen gelbliche Fettknötchen unter der Haut (Xanthome) – meist an Ellenbogen oder Augenlidern. Diese zeigen extreme Cholesterinwerte über 1000 mg/dl an.
Wie wird hoher Cholesterinspiegel beim Hund behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung. Liegt eine Schilddrüsenunterfunktion vor, normalisieren sich die Cholesterinwerte meist nach 6-8 Wochen Schilddrüsenhormon-Therapie.
Diätfutter mit reduziertem Fettgehalt (unter 10% Rohfett) unterstützt die Behandlung. Hill’s i/d Low Fat oder Royal Canin Digestive Low Fat haben sich bewährt.
Spezielle cholesterinsenkende Medikamente werden bei Hunden nur selten eingesetzt – meist nur bei familiärer Hyperlipidämie ohne behandelbare Grundkrankheit.
Kann ich erhöhte Cholesterinwerte bei meinem Hund vorbeugen?
Eine Vorbeugung ist nur begrenzt möglich, da meist genetische Faktoren oder andere Krankheiten die Ursache sind.
Regelmäßige Blutkontrollen ab dem 7. Lebensjahr helfen, Schilddrüsenprobleme früh zu erkennen. Bei anfälligen Rassen sollten die Werte jährlich überprüft werden.
Normalgewicht halten und fettarme Leckerlis wählen reduziert das Risiko. Karotten, Äpfel oder mageres Fleisch sind bessere Belohnungen als Käse oder Wurst.
Mehr aus dem Wiki
Alle Wiki-Einträge →Giftnotruf für Hunde, DACH-Übersicht
Was tun bei Verdacht auf Vergiftung beim Hund: Sofortmaßnahmen, was du nicht tun solltest, Notfall-Nummern für …
Pflege
Wie erkenne ich, ob ein Welpe gesund ist?
Ein gesunder Welpe zeigt spezifische körperliche und verhaltensbasierte Merkmale, die du systematisch überprüfen kannst, bevor ein …