Wiki · Hundekauf & Züchter

Befruchtung

3 Min Lesezeit
Befruchtung
Definition

Befruchtung beim Hund ist die Verschmelzung einer Eizelle der Hündin mit einem Spermium des Rüden, wodurch eine Zygote entsteht – der erste Baustein eines neuen Welpen.

Inhalt
  1. Warum ist der Befruchtungszeitpunkt so kritisch?
  2. Was passiert bei der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle?
  3. Welche Faktoren beeinflussen den Befruchtungserfolg?
  4. Wann kann eine Trächtigkeit bestätigt werden?
  5. Was sind die Hauptgründe für ausbleibende Trächtigkeit?
  6. Wie lässt sich die Befruchtungsrate verbessern?

Befruchtung beim Hund ist die Verschmelzung einer Eizelle der Hündin mit einem Spermium des Rüden, wodurch eine Zygote entsteht – der erste Baustein eines neuen Welpen.

Warum ist der Befruchtungszeitpunkt so kritisch?

Anders als bei den meisten Säugern springt die Eizelle beim Hund unreif ab. Sie braucht zwei bis drei Tage, um überhaupt befruchtungsfähig zu werden, und ist es danach noch etwa drei bis fünf Tage. Das macht das Timing zur wichtigsten Variable überhaupt – zumal Spermien bis zu sieben Tage im Fortpflanzungstrakt überleben können.

Erfahrene Züchter lassen deshalb Progesterontests durchführen. Ein Wert von 5 bis 8 ng/ml zeigt an, dass der Eisprung stattfindet. Weil die Eizellen danach erst reifen müssen, liegt der beste Deckzeitpunkt 48 bis 72 Stunden später. Die Werte hängen vom Labormessverfahren ab und sind zwischen Methoden nicht direkt vergleichbar.

Was passiert bei der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle?

Nach dem Deckakt wandern Spermien durch Gebärmutter und Eileiter. Erreicht ein Spermium eine reife Eizelle, durchbricht es deren Schutzhülle und verschmilzt mit dem Zellkern. Die befruchteten Eizellen wandern danach rund acht bis zwölf Tage durch den Eileiter in die Gebärmutter und teilen sich dabei mehrfach.

Die Einnistung erfolgt spät – erst um den 21. bis 22. Tag nach dem Eisprung. Bis dahin können befruchtete Eizellen noch absterben, ein natürlicher Selektionsvorgang.

Welche Faktoren beeinflussen den Befruchtungserfolg?

Die Spermienqualität des Rüden spielt eine entscheidende Rolle. Ein normales Ejakulat enthält über 300 Millionen Spermien insgesamt, davon mehr als 200 Millionen morphologisch einwandfreie; mindestens 70 Prozent sollen beweglich sein. Die Konzentration pro Milliliter sagt wenig aus, weil das Ejakulatvolumen stark schwankt. Mit steigendem Alter nehmen Beweglichkeit und Qualität ab, deutlich messbar etwa ab dem siebten bis neunten Lebensjahr.

Bei der Hündin beeinträchtigen Infektionen wie Endometritis oder hormonelle Störungen die Befruchtungschancen erheblich. Eine Vaginalzytologie kann bakterielle Infektionen vor dem Decktermin aufdecken.

Wann kann eine Trächtigkeit bestätigt werden?

Der früheste Nachweis gelingt per Ultraschall ab Tag 17 bis 20 nach dem Eisprung; die Fruchthüllen messen dann rund einen Zentimeter. Ein Relaxin-Test im Blut ist ab Tag 28 nach dem Eisprung zuverlässig – dieses Hormon wird nur bei trächtigen Hündinnen produziert.

Röntgenaufnahmen zeigen die Skelettstruktur der Welpen erst ab Tag 45, erlauben aber eine genaue Wurfgrössenbestimmung vor der Geburt.

Was sind die Hauptgründe für ausbleibende Trächtigkeit?

Ein falsch gewählter Deckzeitpunkt ist die häufigste Ursache, wenn eine Hündin nicht aufnimmt. Zu spät gedeckt wiegt dabei schwerer als zu früh, weil Spermien mehrere Tage überleben, Eizellen aber nicht. Bakterielle Infektionen beim Rüden können Spermien schädigen, während Scheideninfektionen bei der Hündin ein saures Milieu schaffen, das Spermien abtötet.

Stress beeinflusst den Hormonhaushalt beider Tiere. Hündinnen, die in fremder Umgebung gedeckt werden, haben niedrigere Befruchtungsraten als solche im gewohnten Umfeld.

Wie lässt sich die Befruchtungsrate verbessern?

Mehrfache Deckakte im 48-Stunden-Fenster erhöhen die Erfolgschancen. Mit Frischsperma erreicht die künstliche Besamung ähnliche Raten wie der Natursprung. Bei Gefriersperma entscheidet der Ablageort: vaginal rund 59 Prozent, intrauterin rund 84 Prozent.

Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Folsäure und Vitamin E unterstützt die Fruchtbarkeit. Übergewichtige Hündinnen haben häufiger Zyklusstörungen – das Idealgewicht sollte vor der Zucht erreicht sein.