BARF
BARF bedeutet "Biologisch Artgerechtes Rohes Futter" – eine Ernährungsform, bei der Hunde ausschließlich rohe, unverarbeitete Zutaten erhalten.
Inhalt
BARF – das steht für „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“. Dahinter steckt eine Ernährungsform, bei der Hunde ausschliesslich rohe, unverarbeitete Zutaten bekommen. Die klassische Aufteilung: 70–80 % rohes Muskelfleisch, 10–15 % rohe fleischige Knochen, 10 % Innereien und 5–10 % püriertes Gemüse. Ein Hund mit 25 Kilo Körpergewicht landet täglich bei rund 500–750 Gramm – je nachdem, wie aktiv er ist und wie sein Stoffwechsel tickt.
Welche Fleischsorten eignen sich zum Barfen?
Rind, Lamm, Huhn, Pute, Wild – das sind die Klassiker. Rind bringt Eisen und B-Vitamine mit, Lamm liefert Zink, Geflügel ist vergleichsweise leicht verdaulich. Schweinefleisch lässt die BARF-Gemeinde meist links liegen, weil theoretisch Aujeszky-Viren darin vorkommen könnten – bei Fleisch aus Deutschland ist dieses Risiko allerdings sehr gering.
Was wirklich zählt: Abwechslung. Wer wochenlang nur Huhn verfüttert, läuft auf Mangelerscheinungen zu. Drei verschiedene Fleischsorten pro Woche sind ein guter Richtwert – kein Hexenwerk, aber es braucht etwas Planung.
Wie berechne ich die richtige Futtermenge?
Die Faustregel lautet 2–3 % des Körpergewichts täglich. Ein 20-Kilo-Hund bekommt also irgendwo zwischen 400 und 600 Gramm – ein fitter, sportlicher Hund eher mehr, ein ruhiger Senior eher weniger.
Von dieser Gesamtmenge gehen 70–80 % ans Muskelfleisch, 10–15 % an fleischige Knochen wie Hühnerhälse oder Lammrippen, 10 % an Innereien und 5–10 % ans Gemüse. Leber ist besonders heikel: mehr als 5 % der Gesamtration kann zu einer Vitamin-A-Vergiftung führen – das ist keine Theorie, das kommt vor.
Sind rohe Knochen wirklich sicher?
Rohe Knochen splittern nicht – das tun nur gekochte, und da liegt der entscheidende Unterschied. Hühnerhälse, Kalbsrippen oder Lammschulterblätter sind für die meisten Hunde unproblematisch. Grosse Markknochen hingegen haben im BARF-Napf nichts zu suchen: Sie können Zähne beschädigen.
Die eigentliche Gefahr kommt von zu viel des Guten. Wer übertreibt, kennt irgendwann den sogenannten Knochenkot – harte, weissliche Kotballen, die schmerzhaft abgesetzt werden. Das Gegenmittel ist simpel: die Knochenmenge einfach zurückschrauben.
Welche Risiken birgt die Rohfütterung?
Das grösste Problem ist nicht der Knochen und nicht die Bakterie – es ist eine unausgewogene Zusammensetzung. Calcium-Phosphor-Verhältnis, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D: Die Berechnung ist echte Detailarbeit. Untersuchungen zeigen, dass selbst zusammengestellte BARF-Rationen häufig Lücken aufweisen.
Salmonellen? Gesunde Hunde stecken die meistens problemlos weg – ihr Magen-pH liegt bei rund 1,5, das ist ziemlich aggressives Milieu. Kritisch wird es bei immungeschwächten Tieren oder wenn kleine Kinder im Haushalt leben, die den Napf angrapschen.
Muss ich Gemüse pürieren?
Ja, unbedingt. Hunde können Zellulose schlicht nicht aufschliessen. Eine ungepürierte Möhre kommt hinten genauso heraus, wie sie vorne reingegangen ist – das klingt absurd, ist aber tatsächlich so. Also immer mixen oder sehr fein raspeln.
Möhren, Zucchini, Kürbis und Spinat funktionieren gut. Zwiebeln und Knoblauch sind tabu – sie greifen rote Blutkörperchen an. Und Avocado gehört ebenfalls nicht in den Hundenapf.
Wie stelle ich auf BARF um?
Auf keinen Fall von heute auf morgen. Sinnvoll ist ein schrittweiser Einstieg: zunächst gekochtes Fleisch mit rohem Gemüse, dann langsam in Richtung komplett roh. Der Verdauungstrakt braucht ungefähr 2–3 Wochen, um sich umzustellen.
Weicher Kot in dieser Phase ist normal und kein Alarmsignal. Hält Durchfall aber länger als eine Woche an, lohnt es sich, erstmal zum gewohnten Futter zurückzukehren und professionelle Beratung zu suchen – lieber einmal zu vorsichtig als einmal zu spät.
Mehr aus dem Wiki
Alle Wiki-Einträge →Giftnotruf für Hunde, DACH-Übersicht
Was tun bei Verdacht auf Vergiftung beim Hund: Sofortmaßnahmen, was du nicht tun solltest, Notfall-Nummern für …
Pflege
Wie erkenne ich, ob ein Welpe gesund ist?
Ein gesunder Welpe zeigt spezifische körperliche und verhaltensbasierte Merkmale, die du systematisch überprüfen kannst, bevor ein …