Welpen kaufen – seriös und sicher

Preise, Bezugsquellen und woran du gute Züchter erkennst.

Rund 921’000 Hunde pro Jahr – so gross ist allein in Deutschland die geschätzte Nachfrage. Vier von fünf Hundeanzeigen im Netz bieten Welpen an. Hier findest du, was ein Welpe wirklich kostet, wo du ihn seriös bekommst und welche Angebote du besser stehen lässt – bevor du Geld überweist.

Elterntiere Hund Golden Retriever Mutter Vater Welpe

Der Welpenmarkt in Zahlen

Was ein Welpe kostet

Im Schnitt wird ein Welpe in Deutschland für rund 1’530 Euro angeboten – das ist der Durchschnitt über die Inserate, seriöse wie unseriöse. Was ein Welpe beim seriösen Züchter kostet, hängt davon ab, was drinsteckt: Gesundheitstests der Elterntiere, tierärztliche Begleitung des Wurfs, Wurfabnahme, Papiere des Zuchtverbands. Ein auffällig billiger Welpe spart genau an diesen Punkten.

Quelle: Vier-Pfoten-Report 2024

Die Nachfrage

Fast sechs Millionen Hunde bräuchte es jedes Jahr, um die Nachfrage in der EU zu decken, über 921’000 allein in Deutschland – ein Markt im Wert von mindestens 4,6 Milliarden Euro. Milliardenmärkte ziehen Händler an.

Quelle: Vier-Pfoten-Report 2024

Die Herkunftsfrage

Für 84 Prozent der jährlich in Deutschland nachgefragten Hunde, rund 770’000 Tiere, liess sich in einer Vier-Pfoten-Analyse von 2024 keine legale, nachvollziehbare Herkunft belegen. EU-weit sind es 79 Prozent. Die Frage ist also nicht, ob dir unseriöse Angebote begegnen, sondern ob du sie erkennst.

Quelle: Vier-Pfoten-Report 2024

Wo die Welpen aus den Anzeigen herkommen

Öffne ein Kleinanzeigen-Portal und tippe «Welpen» ein. Allein auf dem grössten deutschen Kleinanzeigen-Portal kommen jeden Tag über 2’000 neue Hundeanzeigen dazu. Vier von fünf davon bieten Welpen an. Familienfotos, ein Garten, ein Körbchen vor dem Kamin: Das Inserat sieht aus wie vom Züchter nebenan.

Dahinter steht oft eine andere Realität. Ein grosser Teil dieser Welpen stammt aus Anlagen in Rumänien, Tschechien, Bulgarien, Polen, der Slowakei und Ungarn, wo Hündinnen bei jeder Läufigkeit gedeckt werden. Die Welpen werden viel zu jung von der Mutter getrennt, in Kofferräumen über Grenzen gefahren und in gemieteten Wohnungen oder auf Parkplätzen übergeben.

Der Trick ist nicht, dass diese Anzeigen verdächtig aussehen. Der Trick ist, dass sie aussehen wie alle anderen.

Sieben Signale, bei denen du gehst

Die meisten unseriösen Angebote sortierst du mit sieben Fragen aus. Keine davon braucht Fachwissen.

  1. 01

    Das Muttertier ist «gerade nicht da».

    Wer dir die Mutter nicht beim Welpen zeigt, hat einen Grund. Ein Video zählt nicht.

  2. 02

    Mehrere Rassen, ständig neue Würfe.

    Ein Inserent mit drei Rassen ist kein Züchter, sondern ein Händler.

  3. 03

    Unter acht Wochen und «sofort abholbereit».

    Vor acht Wochen darf ein Welpe gar nicht von der Mutter getrennt werden.

  4. 04

    Übergabe auf dem Parkplatz, an der Raststätte, per «Lieferung».

    Seriöse Züchter zeigen dir ihre Zuchtstätte. Immer.

  5. 05

    Ausländischer Impfpass, Papiere «kommen per Post».

    Impfpass und Ahnentafel gehören zum Welpen, nicht in die Zukunft.

  6. 06

    Druck.

    «Andere Interessenten warten», Anzahlung sofort, nur Barzahlung. Seriöse Züchter prüfen dich, nicht umgekehrt.

  7. 07

    Niemand stellt dir Fragen.

    Wer seine Welpen gut aufgezogen hat, will wissen, wohin sie gehen.

Und der Preis? Kein verlässliches Signal mehr. Die Händler haben dazugelernt und bieten Trendrassen wie Malteser oder Labrador oft auf dem Preisniveau seriöser Züchter an – ein normaler Preis beweist also nichts.

Quellen: Vier Pfoten, illegaler Welpenhandel · Vier Pfoten, FAQ

Ahnentafel · Wurfabnahme

Was der falsche Kauf kostet

Der Kaufpreis ist der kleinste Posten. Die eigentliche Rechnung kommt danach.

Kranke Welpen

Ohne Impfschutz, mit Transportstress und geschwächtem Immunsystem werden viele Welpen aus dem illegalen Handel kurz nach dem Kauf krank. Parvovirose endet für viele Hunde tödlich, auch mit tierärztlicher Behandlung. Dazu kommen Staupe und andere Infektionen aus den engen Transporten.

Parvovirose · Staupe

Quelle: Vier Pfoten, FAQ

Fehlende Prägung

Die Wochen bei Mutter und Geschwistern sind die wichtigste Lernphase im Hundeleben. Welpen aus dem Handel werden viel zu jung getrennt, oft noch vor der Entwöhnung. Was in diesen Wochen fehlt, trägt ein Hund häufig ein Leben lang mit sich.

Quelle: Vier Pfoten, illegaler Welpenhandel

Beschlagnahmung

Fällt ein illegal eingeführter Welpe auf, beim Tierarzt oder beim Veterinäramt, wird er in fast allen Fällen beschlagnahmt: Die Tiere sind meist zu jung und krank. Quarantäne und Behandlung laufen dann auf deine Kosten. Der Deutsche Tierschutzbund dokumentierte 2024 224 Fälle mit mindestens 991 Tieren, Hauptherkunftsland war im neunten Jahr in Folge Rumänien.

Wie so ein Fall ausgeht: die Geschichte des Welpen Idefix

Quelle: Deutscher Tierschutzbund

Ein Kauf «aus Mitleid» rettet keinen Welpen. Er finanziert den nächsten Wurf. Genau darauf ist dieses Geschäft gebaut.

Was das Gesetz zum Welpenkauf sagt

Schweiz

Welpen dürfen frühestens mit 56 Tagen von der Mutter oder der Amme getrennt werden (Art. 70 Abs. 4 Tierschutzverordnung). Für die Einfuhr braucht ein Hund Mikrochip, Heimtierpass und eine gültige Tollwutimpfung. Wird ein Tier widerrechtlich eingeführt, kann die Behörde Rückweisung, Beschlagnahmung oder Tötung anordnen – und sämtliche Kosten der angeordneten Massnahmen trägt der Halter.

Quellen: Fedlex, Tierschutzverordnung · Fedlex, EDAV-Ht

Deutschland

Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden, so steht es in § 2 Absatz 4 der Tierschutz-Hundeverordnung. Wer dir einen sechs Wochen alten Welpen anbietet, verstösst also schon vor der Übergabe gegen geltendes Recht.

Quelle: § 2 TierSchHuV

Österreich

Ein Welpe darf erst ab einem Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden – dieselbe Grenze wie in Deutschland (2. Tierhaltungsverordnung, Anlage 1). Tiere auf öffentlich zugänglichen Plätzen feilzubieten oder zu verkaufen ist verboten. Öffentlich zum Kauf anbieten dürfen nur bewilligte Tierheime, bewilligte Haltungen, gemeldete Züchter für ihre eigenen Tiere sowie Halter, die ein einzelnes Tier über sechs Monaten weitergeben (§ 8a Tierschutzgesetz). Ein privates Welpen-Inserat ist deshalb nur erlaubt, wenn die Zucht bei der Behörde gemeldet oder bewilligt ist. Fehlt beides, fällt es in keine der Kategorien.

Quelle: RIS, Tierschutzgesetz · 2. Tierhaltungsverordnung

Die Tollwut-Rechnung

Eine Tollwutimpfung darf frühestens mit zwölf Wochen gegeben werden und gilt erst 21 Tage später. Ein jüngerer Welpe darf die Grenze nur überqueren, wenn seine geimpfte Mutter dabei ist oder eine unterschriebene Erklärung des Halters vorliegt. Beides hat ein Händler nie dabei.

Quellen: Delegierte VO (EU) 2026/131, Art. 9 · Art. 11/12 EDAV-Ht

Warum du hier keinen Welpen kaufen kannst

Du hast «Welpen kaufen» gesucht. Gelandet bist du auf einer Seite, die dir keinen verkauft. Das ist Absicht.

rundum.dog verkauft keine Welpen, listet keine Würfe und vermittelt keine Händler.

Nicht, weil wir etwas gegen Welpen hätten, sondern weil sich bei 84 Prozent der in Deutschland nachgefragten Hunde laut der Vier-Pfoten-Analyse nicht belegen lässt, woher sie stammen – und jede Plattform mit «aktuellen Würfen» Teil genau dieses Systems ist.

Quelle: Vier-Pfoten-Report 2024

Wie der Online-Welpenhandel arbeitet, von gemieteten Übergabe-Wohnungen bis zu gefälschten Impfpässen, liest du in unserem Artikel über illegalen Welpenhandel.

Drei ehrliche Wege zu deinem Welpen

Dein Wunsch nach einem Welpen ist richtig. Er braucht nur den richtigen Weg.

Beim Züchter, der nichts versteckt

Mutter vor Ort, Gesundheitstests, dokumentierte Wurfabnahme: Woran du eine seriöse Zuchtstätte erkennst, und bei welchen Warnsignalen du gehst.

Zum Praxis-Leitfaden →

Im Tierheim

Auch Welpen und Junghunde warten in Tierheimen. Was für den Hund aus dem Tierschutz spricht und wie eine seriöse Vermittlung abläuft.

Züchter, Tierheim oder Ausland? →

Mit offenen Augen für die Rasse

Plattnase, Riesenaugen, Extremzwerg: Manche Merkmale, die im Inserat süss aussehen, tun ein Hundeleben lang weh. Welche das sind, erkennst du vor dem Kauf.

7 Signale vor dem Welpen-Kauf →

Häufige Fragen zum Welpenkauf

Was kostet ein Welpe?

In Deutschland wird ein Welpe im Schnitt für 1’530 Euro angeboten, je nach Rasse auch deutlich darüber. Auffällig billig ist ein Warnsignal, auffällig normal leider kein Gütesiegel: Bei Trendrassen bieten Händler oft zum Preis seriöser Züchter an. Wichtiger als der Preis ist, was er enthält: Gesundheitstests, Wurfabnahme, Papiere.

Wo kann ich seriös einen Welpen kaufen?

Bei Züchtern, die einem Verband mit Zuchtbuch angehören und dir Mutter und Zuchtstätte zeigen, oder im Tierheim. Nicht auf Parkplätzen, nicht per «Lieferung», nicht «ohne Papiere günstiger».

Ab wann darf ein Welpe abgegeben werden?

In Deutschland erst mit über acht Wochen, in der Schweiz frühestens mit 56 Tagen. Kommt der Welpe aus dem Ausland, hängt noch die Tollwutimpfung dran: möglich ab zwölf Wochen, gültig 21 Tage später. Jünger darf er die Grenze nur mit seiner geimpften Mutter überqueren – frag danach, wenn dir jemand einen Import-Welpen anbietet.

Woran erkenne ich einen unseriösen Verkäufer?

Muttertier «nicht da», mehrere Rassen, Zeitdruck, Übergabe unterwegs, Papiere «später»: Jedes einzelne dieser Signale reicht zum Gehen. Die ganze Liste steht oben unter «Sieben Signale, bei denen du gehst».

Welpe ohne Papiere kaufen – ist das schlimm?

Papiere sind kein Statussymbol, sondern der Herkunftsnachweis: Sie belegen kontrollierte Zucht, Gesundheitsprüfungen und Wurfabnahme. «Ohne Papiere» heisst: Nichts davon ist geprüft, und der Preis dafür ist nur scheinbar kleiner.

Ich habe ein verdächtiges Inserat gefunden – was jetzt?

Nicht kaufen, auch nicht aus Mitleid: Jeder Kauf finanziert den nächsten Wurf. Sichere Screenshots, melde das Inserat der Plattform und dem Veterinäramt, bei akutem Verdacht der Polizei.