Übung · Training & Erziehung

Zielorientiertes Gehen

Hilfsmittel
Zielobjekt wie Baum, Säule oder Spielzeug
Trainingsziel

Der Hund lernt, auf ein bestimmtes Ziel zuzugehen und sich darauf zu konzentrieren.

Ziel: Dein Hund geht selbständig auf ein bestimmtes Objekt zu und wartet dort – ohne an der Leine zu ziehen oder sich ablenken zu lassen.

Schwierigkeitsgrad: Anfänger

Material: Ein deutlich sichtbares Zielobjekt (Baum, Laterne, Parkbank), hochwertige Leckerlis, eventuell Clicker

Wie trainierst du zielorientiertes Gehen?

Phase 1: Ziel-Verknüpfung (Woche 1-2)

  1. Führe deinen Hund direkt zum gewählten Ziel (maximal 2 Meter Entfernung).
  2. Sage „Ziel“ und berühre das Objekt mit der Hand.
  3. Belohne sofort, wenn dein Hund das Objekt anschaut oder beschnuppert.
  4. Wiederhole das 5-8 Mal pro Trainingseinheit.

Phase 2: Erste Distanz (Woche 3-4)

  1. Beginne 3-5 Meter vom Ziel entfernt.
  2. Zeige in Richtung des Ziels und sage „Ziel“.
  3. Gehe mit deinem Hund los – aber lass ihn die Richtung bestimmen.
  4. Belohne den Moment, in dem er das Ziel erreicht – nicht schon unterwegs.

Phase 3: Selbständigkeit (ab Woche 5)

  1. Erhöhe die Distanz schrittweise auf 10-15 Meter.
  2. Sage nur noch „Ziel“ – ohne zu zeigen.
  3. Bleibe stehen und warte, bis dein Hund sich bewegt.
  4. Belohne erst, wenn er das Ziel erreicht und kurz wartet.

Wann belohnst du richtig?

Das Timing entscheidet über den Erfolg. Belohne genau dann, wenn dein Hund das Ziel berührt oder sich direkt davor hinsetzt. Nie während des Gehens – sonst lernt er „Gehen wird belohnt“ statt „Ziel erreichen wird belohnt“.

Bei unsicheren Hunden: Belohne auch das erste Anschauen des Ziels. Bei sehr motivierten Hunden: Warte mit der Belohnung, bis er am Ziel anhält.

Was machst du wenn dein Hund nicht mitspielt?

Problem: Hund ignoriert das Ziel völlig
Lösung: Verstecke ein Leckerli am Zielobjekt. Lass ihn es finden und verknüpfe das mit dem Kommando „Ziel“.

Problem: Hund läuft zum Ziel, aber weiter
Lösung: Übe das Warten am Ziel separat. Führe ihn hin, lass ihn „Sitz“ machen und belohne das Bleiben.

Problem: Hund lässt sich unterwegs ablenken
Lösung: Reduziere die Distanz wieder. Trainiere erst in ablenkungsarmer Umgebung, dann steigere die Schwierigkeit.

Wie steigerst du die Schwierigkeit?

Verändere nur einen Faktor pro Woche:

  • Distanz: Von 2 auf 20 Meter über mehrere Wochen
  • Ablenkung: Erst Zuhause, dann im Park, zuletzt in der Stadt
  • Zielobjekte: Von großen, auffälligen zu kleinen, unauffälligen Objekten
  • Position: Du bleibst stehen, während der Hund allein zum Ziel geht

Meiner Erfahrung nach scheitern die meisten Halter, weil sie zu schnell steigern. Lieber eine Woche länger in der einfachen Variante bleiben.

Typische Stolperfallen vermeiden

Fehler: Ziel während des Trainings wechseln
Bleibe mindestens 2 Wochen beim gleichen Objekt, bevor du wechselst.

Fehler: Zu komplizierte erste Ziele
Ein Baum ist besser als ein kleiner Stein. Große, unbewegte Objekte funktionieren am besten.

Fehler: Training bei schlechter Laune
Dein Hund merkt deine Stimmung. An gestressten Tagen lieber pausieren.

Sicherheit geht vor

Prüfe den Weg zum Ziel auf Gefahren: Keine Glasscherben, steile Abhänge oder stark befahrene Straßen. Das Zielobjekt selbst muss stabil sein – ein wackeliger Zaun ist ungeeignet.

Bei Welpen unter 6 Monaten: Maximal 10 Meter Distanz, da ihre Aufmerksamkeitsspanne begrenzt ist.

Was du brauchst

Zielobjekt wie Baum, Säule oder Spielzeug