Sanfte Annäherung
Der Hund lernt, sich vorsichtig und kontrolliert Menschen oder anderen Tieren zu nähern.
Ziel: Dein Hund lernt, sich kontrolliert und entspannt Menschen oder anderen Tieren zu nähern, ohne zu stürmen oder ängstlich zu reagieren.
Schwierigkeitsgrad: Anfänger
Material: Hochwertige Leckerlis, 3-Meter-Leine
Wie gehst du Schritt für Schritt vor?
Startposition: Beginne aus 5–7 Meter Entfernung zur Person oder dem anderen Tier. Dein Hund sollte dich noch ansehen können, aber das Gegenüber bereits wahrnehmen.
Schritt 1: Gehe zwei Schritte vor und stoppe. Beobachte deinen Hund – sind seine Ohren entspannt? Ist der Schwanz locker? Bei Anspannung (steife Körperhaltung, fixierender Blick) machst du einen Schritt zurück.
Schritt 2: Belohne deinen Hund bereits für ruhiges Stehen bleiben, nicht erst beim Erreichen des Ziels. Das Leckerli kommt in dem Moment, wo er entspannt schaut – nicht wenn er bereits angespannt starrt.
Schritt 3: Nähere dich nur dann weiter, wenn dein Hund weiterhin entspannte Körpersprache zeigt. Zwei weitere Schritte, wieder Pause. Bei einem entspannten Hund dauert die Annäherung aus 7 Metern etwa 2–3 Minuten.
Schritt 4: Stoppe die Übung bei 2 Meter Abstand. Lass deinen Hund das Gegenüber aus der Entfernung betrachten und belohne erneut für Ruhe.
Welche Körpersprache zeigt Stress beim Hund?
Diese Signale bedeuten: sofort Abstand schaffen. Steife Beine, eingeklemmte Rute, Hecheln ohne Hitze, oder wenn der Hund dich nicht mehr ansieht und nur noch starrt. Auch Züngeln oder Gähnen ohne Müdigkeit sind Warnsignale.
Ein entspannter Hund hat lockere Schultern und schwenkt den Schwanz in mittlerer Höhe. Seine Ohren sind beweglich, nicht starr nach vorn gerichtet.
Was sind typische Fehler?
Der häufigste Fehler: Du gehst zu schnell vor. Dein Hund zeigt erste Anspannung, aber du denkst „Das wird schon“ und gehst weiter. Dann explodiert die Situation.
Zweiter Fehler: Du belohnst zu spät. Das Leckerli muss kommen, wenn der Hund noch entspannt ist – nicht erst wenn er bereits aufgeregt wird.
Dritter Fehler: Die erste Übung mit einem fremden Hund zu machen. Beginne mit einer vertrauten Person, die still steht und deinen Hund ignoriert.
Wie steigerst du die Schwierigkeit?
Woche 1: Vertraute Person, die stillsteht und wegschaut.
Woche 2: Vertraute Person darf sich langsam bewegen, aber ohne Augenkontakt zu deinem Hund.
Woche 3: Fremde Person, aber nur auf große Distanz (8–10 Meter).
Ab Woche 4: Andere Hunde, aber nur sehr gut sozialisierte, ruhige Tiere.
Wann ist die Übung zu riskant?
Nie üben wenn dein Hund bereits gestresst ist – etwa nach einem aufregenden Spaziergang. Nie mit Kindern unter 12 Jahren als Zielperson, die verstehen noch nicht die Signale deines Hundes.
Bei anderen Hunden: Nur wenn beide Halter die Übung verstehen und du den anderen Hund als ruhig und berechenbar kennst. Ein gestresster oder unberechenbarer Hund ruiniert wochenlange Arbeit in Sekunden.
Die Umgebung sollte reizarm sein. Kein Straßenlärm, keine anderen Ablenkungen. Ein eingezäunter, privater Garten ist ideal.
Was du brauchst
Keines